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Sabbath-Blatt · 1842-08-27 · 9 (27.8.1842) · p. Seite 36

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
9 (27.8.1842)
Date
1842-08-27
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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36 den deS jüd. Kaufmannes verschlossen finden, werden in vielen Fallen in den Laden eines christlichen Kaufmannes treten. Ja, der Handwerker kann sich in jeder Hinsicht viel eher einrichten den Sabbath zu ruhen, als der Kaufmann, der hierbei stets einiges Opfer bringt. Betrachten wir nun aber die Verhältnisse, wie sie find, so bieten sich uns folgende Erscheinungen dar: Es giebt in der Wirklichkeit, als deutlichster Widerspruch gegen die Ansichten des Verf., eine große Anzahl jüdischer Kaufleute, die des Sabbaths wegen daS Geschäft nicht aussetzen. Es ist dies gewiß eine sehr bedauerliche Erscheinung, aber hierüber zu sprechen, ist jetzt nicht unsere Aufgabe. Genug, es ist Thatsache. Dieser große Theil der israelitischen Bevölkerung wäre also durch die Religion, so weit er sie hält, eben so wenig gehindert, Handwerke zu treiben. Der Verfasser giebt auch zu, baß es selbst in den nieder» Ständen unter Israeliten nicht an Beispielen einer Hintansetzung der rituellen Gebote fehle. Aber, sagt der Verf., solche Juden verloren in der Achtung der Christen. Jndeß dies «Aber" vernichtet die Thatsache nicht. Es haben nun einmal viele Israeliten diese Angst, in der Meinung der Christen zu verlieren, überwunden, und sie sind demnach hierdurch nicht gehindert, Handwerke zu treiben. Auch gehet wohl der Verf. in jener Annahme zu weit. Die Meinung der Christen verhält sich in Bezug auf die rituelle Gewissenhaftigkeit der Israeliten im Allgemeinen gleichgültig. Ja, es stehen viele Israeliten, die den rituellen Theil der Gebote nicht beobachten, bei der christlichen Bevölkerung, von der sie nicht selten zu Communal-Ämtern gewählt wurden, in der größten Achtung. In der That hat sich auch, in bürgerlichen Be- Ziehungen, Niemand um die eigensten Glaubens-Angelegenheiten des Andern zu kümmern. Schwerlich wird der Hr. Verf. selbst bei seinem christlichen Schuhmacher, ehe er bei ihm arbeiten läßt, Nachfragen, ob derselbe nicht etwa am Sonntage arbeite, ob er die Kirche fleißig besuche, das Abendmahl zu rechter Zeit einnehme, und so werden gewiß auch wenige Christen einem sonst anerkannt guten israelitischen Meister, aus ähnlichen Rücksichten, ihre Arbeit entziehen. Ein anderer Theil wiederum unter den jüdischen Kaufleuten feiert in der That außer am Sonntage auch noch am Sabbath, diese würden kein größeres Opfer als Hand- Werker bringen, ja sie würden als solche noch besser gestellt sein, weil ihnen, wie oben angedeutet, der Sonntag leichter Ersatz bieten könnte. Was übrigens der Verfasser von dem Hindernden der Speisegesctze bei den niedrigen bürgerlichen Beschäftigungen sagt, ist nicht ganz klar. Denn der Handwerker lebt ja im Kreise seiner Familie, und kann hier sein Mahl ganz nach Belieben einrichten. Eher könnten diese Gesetze in den höher« Lebenskreisen Lew Strenggläubigen hindernd seyn, wenn man wirklich annehmen müßte, daß man um des geistigen Zusammenseyns willen (alle Speisen) zusammenessen müsse. Lebten in alten Zeiten doch auch die für so weise gehaltenen Ägypter mit Griechen geistig zusammen, und doch hüteten sich die Ägypter noch viel strenger vor der Berührung der von einem Griechen dargebotenen Speise, als dies in Bezug auf Christen die Israeliten, nach ihrer Religion, zu thun verpflichtet sind. Man sieht also durchaus nicht ein, in wiefern die Religion den Israeliten mehr ein allgemeines Hinderniß darbiete, Handwerke zu treiben, als Handel. In der That bemerkt der Verf. selbst, Laß es »unter Len Stempelschneidern, Kupferstechern und Verfertigern optischer und mathematischer Instrumente verhältnißmäßig viel Juden" gebe. Warum sollte nun der Israelit durch seine Religion mehr gehindert seyn, Schuhmacher, Schneider oder Tischler zu werden, als er durch sie gehindert ist, Kupferstecher zu werden? (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. In diese Zeitschrift werden Annoncen gegen 1 Sgr. Gebühren für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Dießfällige Briefe bitte« man portofrei durch Herrn E.F. Strinackcr in Leipzig oder direct an dir Buchhandlung von Slcumann.Hartmann in Elbing cinzusenden. Die nächste Nummer dieses Blattes wird nicht zum Sabbath (b. 3. Septbr.), sondern zum Feste (d. 5. Septbr.) ausgegeben werden. Die Redaction. Druck und Verlag von Neumauu - H arkwann in Elbiu-.

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