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Sabbath-Blatt · 1842-07-09 · 2 (9.7.1842) · p. Seite 6

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
2 (9.7.1842)
Date
1842-07-09
Page
Seite 6 (sequence 2)
Language
German
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6 Ägypten lebenden Joseph verflossen, und einem Manne, der gleichfalls seinen Namen trug, dem Priester Zoseph Flavins, der tapfer unter den Zinnen Jerusalems für Israels Freiheit kämpfte, ihm verdanken wir die Geschichte der letzten Tage der heiligen Stadt. Achtzehn hundert Jahre sind nunmehr, seil dem Falle Zions, wieder hingeflossen, und sterbend sprach seitdem jede Generation zu der zurückbleibenden, wie Joseph damals zu seinen Brüdern: אלהים פקר יפקד אתכם Gott gedenket eurer; er wird die Zeiten der Verheißung hcrbeiführen! Warum hallet dieser Gedanke, diese Hoffnung von Jahrhundert zu Jahrhundert wieder? ״Warum sagt sie ein Tag dem andern, ולילה ללילה יחוה לעת warum flüsterten sie die manchen trüben Nächte des Volkes einander zu"? . Man hat uns aus diesem Glauben einen Vor- Wurf machen wollen. Man hat gesprochen: Der Jsraelit fühlt sich da, wo er jetzt lebet, nicht heimisch, darum sehnt er sich nach dem Lande seiner Väter. Wie irrig ist diese Auffassung unserer messianischen Ideen, unserer Hoffnung auf משיח! Wohl fühlen wir uns heimisch in unserm jetzigen Vaterlande, das unS Gott gegeben, (und man hat cs ja gegentheils hervorgehoben, mit welchem emsigen Fleiße der Israelit sich in die Verhältnisse der Gegenwart hineinlebt). Es ist unser Stolz, Söhne dieses Landes zu heißen und ihm mit Gut und Blut dienen zu dürfen, wir betrachten und lieben sein Volk als unsere Brüder im schönsten, im vollsten Sinne des Wortes und hangen mit Hingebung und Treue an dem Könige, dem Gesalbten des Herrn! Und doch gehört der Gedanke an jene Verheißungen von Meschiach, die die Propheten so begeistert aussprachen, mit zu dem innigsten Hoffen des Jsraeliten, mit zu den Hauptgrundsätzen seines religiösen Glaubens. — Denn gleichwie wir in unfern Gebeten nicht engherzig nur an eigne, persönliche Verhältnisse denken, sondern für das Volk, ja für die Menschheit beten, so ist jene Sehnsucht nach den Zeiten der Verheißung nicht nur eine persönliche, sondern eine Jsraelitische, eine menschliche. Wer vernimmt nicht mit wahrer Seelenfreude, wovon die Propheten sprechen? Wer freuet sich nicht jener Tage, die dereinst kommen sollen, die den Bewohnern fremder Inseln und Länder, ihnen, deren Herz jetzt noch verwildert, von der Flamme der Gottes-Erkenntniß noch nicht erleuchtet, von der Wärme der Religion noch nicht durchglüht ist, Wahrheit und Seligkeit bringen sollen. Wem ist sie nicht tröstlich, die Aussicht in eine Zukunft, in welcher das Heidenthum, dessen düstere Macht noch jetzt eine sehr bedeutende Anzahl unglücklicher Nationen in ihrem Geistes - Schlummer gefangen hält, — von der Erde verschwunden seyn wird. Dann wird Gott al° lein auf Erden herrschen, indem die Macht seiner Erkenntniß in allen Geistern walten wird, indem Las Licht des Glaubens jeden Schatten des Jrrthums aus Len Gesinnungen und Gedanken verscheuchen, indem der göttliche Inhalt der offenbarten Gesetzes-Worte auch in dem Thun und Wirken der Menschheit sich offenbaren wird. Dann wird jeder der Geschaffenen wissen, daß Du, allgütiger Vater! ihn geschaffen hast und Alle, die aus Deinen Händen hervorgingen, werden Dich wahrhaft erkennen, als den, der sie gebildet. Dann werden, wie die Propheten sprechen, die Völker einander die Bruderhand reichen und gemeinsam zum Berge Gottes wallen. Ein neues, geistiges Zion des Glaubens und der Liebe wird von ihne» erbauet werden, und der Berg des Herrn, an welchem sie das große Fest der Eintracht feiern werden, in welchem der Mensch den Menschen als seinen Bruder erkennet, der hohe Gottesberg wird Lastehen, leuchtend im Lichte der aufgegangenen Morgensonne, und aller Streit und Krieg wird aufgehört haben und alle Scheidewände des Vorurtheils und des Jrrthums werden niedergesunken seyn. Ja, welcher Gute flehet nicht jenen Zeiten mit Entzücken entgegen, jenen Zeiten, an deren Segnungen alle Völker Theil haben sollen? Wenn wir alle die Ungerechtigkeiten der Erde überschauen, wenn wir be^ denken, wie oft sie, seit Kain, ihren Mund geöffnet hat, um das vergossene Blut des Brudermordes zn verschlingen, wenn wir so oft den Männerkrieg nicht einmal wehrloser Frauen und Greise schonen, und in einem furchtbaren Wettkampfe der Rache, alle Menschlichkeit vergessen sehen, wenn das Klirren jener Sklavenketten an unser Ohr schlägt, das Angstgeschrei jener Millionen, die die gefühllose Gewinnsucht langsam hinmordet, wenn wir das Alles mit blutendem Herzen überschauen, welch süßerer Trost kann uns da geboten

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