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Sabbath-Blatt · 1842-07-02 · 1 (2.7.1842) · p. Seite 3

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
1 (2.7.1842)
Date
1842-07-02
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 Die heidnischen Sklaven bei den alten Hebräern. (Bon Nr. I. L. Saalschutz.) Jahrtausende, bevor man daran dachte, über die Freilassung (Emanckpatron) der Sklaven zu schreiben, war diese Frage, durch das Hebräische Gesetz, im Sinne einer höhern Menschlichkeit und im Geiste der Liebe entschieden, und wenn jetzt edle Menschenfreunde, selbst unter gebildeten Völkern, sich vergebens bemühen, das traurige Loos der Sklaven zu erleichtern, so kann man nur mit Srolz und Freude auf die Gesetze zurückblicken, welche Moses zu ihren Gunsten, im Auftrage Gottes, gegeben hat. Auch die alten Hebräer hatten Sklaven, welche gewöhnlich im Kriege erbeutet wurden. Aber wie das Hauptgesetz im Verhältnissezu Mitmenschen lautete: -Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst" (3. Mos. 19, 18,) und wie das Gesetz ausdrücklich auch auf den heidnischen Fremdling angewendet wird: »wenn ein Fremdling bei euch in eurem Lande seyn wird, so drücket ihn nicht: gleich dem Einheimischen soll euch der Fremdling seyn, der bei euch weilet, und sollst ihn lieben wie dich selbst, denn Fremdlinge wäret ihr im Lande Ägypten" (3. Mos. 19, 34.), so liegt schon in Len letzten Worten, die an die ägyptische Sklaverei erinnern, die Anempfehlung einer menschenfreundlichen, milden Behandlung auch des Heidnischen Sklaven, denn dieser befand sich etwa in der Lage, in welcher die Israeliten ehemals in Ägypten waren, und so sollen sie denn, nachdem sie selbst das Bittere einer harten Knechtschaft empfunden hatten, Andere nicht so behandeln, wie sie waren behandelt worden. Es wirft gleichfalls einen guten Schein auf die Denkweise der Hebräer, daß, zur Bezeichnung der Dienenden, ihre Sprache die Abstufung »Diener, Knecht, Sklave" nicht kannte, indem cs vielmehr, für alle diese Verhältnisse, nur die eine Benennung: "Ott Knecht, gab. עבר Knecht heißt Elieser, der Damaseenische Diener Abrahams, der dessen ganzen, großen Haushalt leitete, der das vollkommene Vertrauen seines Herrn besaß und von demselben mit reichen Geschenken, die einem Vermögen nach neuern Begriffen glichen, ausgesendet wird , um für den Lieblingssohn eine Gattinn zu wählen. עבר Knecht hieß der Hebräer selbst, der wegen Armuth sich einem Andern seines Volkes, oder auch einem Fremden (3.Mos. 25, 47), der im Lande wohnte, verkaufte. Dasselbe Wort bezeichnet das innige Verhältniß des israelirischen Volkes zu Gott (DH ״ עבדיsie sind meine Knechte") und »Knecht Gottes" ist der Ehren-Name Mosis, des göttlichen Mannes, von dem es heißt: »in meinem ganzen Hause ist er wohlvertraut, von Mund zu Munde spreche ich mir ihm!" Kein niedriger, unterscheidender Name brandmarkte also den Sklaven schon in seiner äußerlichen Bezeichnung. Weder seine fremde Herkunft, noch auch seine Beschäftigung ließ ihn gleichsam als ein niedrigeres, verworfenes Wesen erscheinen, wie Ließ in Len Begriffen der heurigen Sklaverei liegt. Denn als Fremdling hatte er ja (wenn er frei war oder wurde) das Recht selbst, und sogar Hebräische, Knechte zu kaufen; und in der Arbeit konnte für ein Volk nichts Verächtliches liegen, dessen erster König, Saul, den Pflug geführt und Lessen zweiter, David, die Heerden gehütet hatte. Auch lag ferner in dem dienstbaren Verhältniß Jemandes, durch welches er nicht aufhört Mensch, Gottes Kind zu seyn, nach dm gesunden Begriffen der Hebräer, kein Hinderniß, die eheliche Verbindung mit ihm einzugehm, und so blieb die Sklaverei bei den Hebräern (wenn man das Verhältniß noch so nennen will) frei von dem vielen Widerwärtigen und Bittern, welches der, in den Augen seines Herrn gleichsam entmenschte, Sklave der neuern Zeit ertragen muß. So fehlt es nicht an einem Beispiele, daß ein Israelit seine Dochter seinem (ägyptischen) Knechte zur Ehe gab.(1. Ehren. 2, 34) und mit göttlicher Milde sind die Gesetze für die Behandlung der heidnischen Sklavin» abgefaßt, die der freie Hebräer keinen Anstand nahm, als Gattinn in fein Haus zu führen, die nie willkürlich entehrt und dann verkauft werden durfte, und sich über- Haupt nie jener rücksichtslosen Zügellosigkeit ausgesetzt sah, gegen welche bei den andern, selbst gebildetesten, alten Völkern Nichts sogar Königstöchter schützte, wenn sie im Kriege das Unglück hatten, in Feindes Hand zu fallen. Der Hebräer mußte seiner, im Kriege erbeuteten, heidnischen Sklavin» vor Allem Zeit lassen, sich in ihre neue Lage zu finden, sich, unter Übung der äußern Tranergebräuche, dem Schmerze über die Trennung an ihre Eltern hinzngeben. So war sie einen ganzen Monat hindurch gegen jede Leidenschaft

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