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Sabbath-Blatt · 1842-07-02 · 1 (2.7.1842) · p. Seite 2

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1842
Issue
1 (2.7.1842)
Date
1842-07-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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L Noch dürfen die Waffen nicht ruhe!!, denn noch ist die Wahrheit nicht eingedrungen in alle Palaste und Hütten, noch wohnet dieselbe nicht in jedem Herzen, in jedem Hause, bei Hohen und bei Niedern, bei Grvß-mnd Klein, bei Jung und Alt. Noch ist der Glaube an den einigen Gott nicht verbreitet von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, noch leuchtet das Licht der Vernunft nicht überall hell und klar, noch sind nicht alle Zrrthümev beseitigt, alle Miß- Verständnisse gehoben, alle Vorurtheile geschwunden; noch strebt die Finsicrniß gegen das Licht an, noch erhebt die Lüge ihr Haupt gegen die Wahrheit! Darum kämpfe für die Wahrheit! Noch dürfen die Waffen nicht ruhen, denn noch waltet das Recht nicht auf Erden. Zwar giebt es mancherlei Rechte, aber »die Sonne des Rechts" ist in ihrer ganzen Strahlenglorie noch nicht aufgegangen über die Menschheit. Unser Gott und Vater hat uns in seinem Ebenbilde geschaffen. Gott aber ist das gerechteste Wesen, daher sind wir, obgleich seine Kinder und Unrerrhanen, dennoch zum Rechte und zur Gerechtigkeit berufen. Darum verlangt der Herr auch, daß wir sollen eifern und kämpfen für das Recht auf Erden, wie es geschrieben sieht: »Ach-׳ tet wohl auf das Recht und fordert Gerechtigkeit, denn nahe ist mein Heil, zu kommen, und meine Gerechtigkeit, sich zu offenbaren."*) Weil aber noch nicht überall Wahrheit und Gerechtigkeit zu finden ist auf Erden, darum fehlet es auch an Frieden und Liebe unter den Menschenkindern. Wohl hat der Gott der Liebe, der sich auf Sinai offenbaret hat, gesprochen:2) »Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst" — dennoch aber verfolgt der Mensch den Menschen mir Haß, Neid und Feindschaft. »Haben wir nicht Alle Einen Vater? Hat uns nicht Ein Gott erschaffen? Warum sind wir treulos Einer gegen den Andern?"^) Treulos, lieblos ist der Bruder gegen den Bruder; er kann die Thränen in dem Auge seines Nächsten sehen, ohne sie zu trocknen, er kann dessen Seufzcr hören, ohne sie zu beschwichtigen, er kann dessen Wunden bluten sehen, ohne sie heilen zu wollen, er kann Lessen Ketten rasseln hören, ohne sie lösen zu wollen! — und warum so treulos und lieblos? weil cs der einen Liebe, für welche keine Schranke, keine Gränze gezogen ist, der einen Liebe in ihrer ganzen Fülle noch nicht gelungen ist, das menschliche Herz zu bewältigen; weil die Verschiedenheit der Geburt, des Standes, des Ranges, oder auch des Glaubens, in ihrer irrigen Auffassung uns noch mannigfach hindert, uns als Kinder des Einen Gottes, als Brüder vor seinem Angesichte zu fühlen; und wo noch solche Schranken bestehen, da ist es ein verdienstlich Werk, ein priesterliches Werk, zu eifern und zu kämpfen, daß die Liebe sich über diese Schranke, über dieses Vorurtheil erhebe. Die Liebe ist ein Funke des göttlichen Feuers. Diesen anfachen, daß derselbe zur Hellen, heiligen Flamme werde, das ist des Menschen Aufgabe, das ist des Priesters Dienst, der dazu berufen ist, nicht ausgehen und nicht verlöschen zu lassen die heilige Flamme auf dem Altäre des menschlichen Herzens. Die Liebe aber erzeuget Versöhnung und Frieden. Sind erst alle Schranken gefallen, sind die Scheidewände geschwunden, welche den Menschen vom Menschen trennen, dann finket der Bruder dem Bruder ans Herz, dann herrschet die Macht der Liebe, dann ist der Kampf beendet, dann können die Waffen ruhen, dann waltet und schaltet heiliger Gottesfrieden, dann spricht der Herr zum ganzen Menschengeschlechte; »Ich schließe mit ihm den Friedensbund für die Ewigkeit." ביום חהוא יהיח יהוה אחר ושמו אחר: »Zur selbigen Zeit aber wird Gott einig sein, und sein Name einig." Amen. 1) 3*56,1;שמרו משפט ועשו צרלןהכי ל!רובה ישועתי לבוא וצדקתי להגלות. 2) 3. M-s. 19,18; ואהבת לרעך נמוך 3) Maleachi 2, 10.

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