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Sabbath-Blatt · 1843-06-17 · 24 (17.6.1843) · p. Seite 94

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
24 (17.6.1843)
Date
1843-06-17
Page
Seite 94 (sequence 2)
Language
German
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91 dein Gebet zum Throne Gottes gedrungen, dann wird daS Lager des Kranken von Gottes Engeln umringt, und wahrend du fürchtest, das Auge müsse brechen, das Herz müsse stille stehen, die Pulse stocken — da erhebt der Kranke das müde Haupt, das Auge wird klarer, das Herz schlägt lauter, die Pulse gehen rascher, neue Lebenskraft durchströmt die Nerven, neue Lebensgluth durchdringt die Adern, der Kranke ist gcrettet, Gott hat geholfen, denn Gott ist der Arzt, der da heilen und helfen kann. Heile doch! Das Wort gilt nicht allein für leiblich Kranke. — Siehst Lu deinen Bruder mit be° schwertem Gemüthe, trauernd und weinend umhergchen, nagt der Kummer an seinem Herzen, durchwühlt Gram sein Inneres — dein Mitleid löse sich in das kurze, kräftige Geber auf: Heile ihn, o Gott! Und der barmherzige Gort wird dein Geber erhören, und deinem Mitbruder aus Erden, für den du die Hilfe erstehet hast, den Balsam des Trostes in das wunde Herz träufeln, auf daß er genese, und preise die Gnade seines göttlichen Arztes. Sichst du einen Sünder, der abgewichcn von Gottes Wegen, den bösen Trieben seines Herzens nachgeht, der, verblendet vom Glanze eitler Luft, den Quell des Lebens verlassen hat, und sich zugcwendct den Truggestalren krankhafter Einbildung — bete: O Gort, heile ihn! damit dar Sünder fühle, wie die Sünde den Menschen elend mache, wie kein Heil und keine Hilfe zu finden, als in Gottes Wegen, an der Quelle des Lebens, Ln dem Lichte der Religion. Die Zahl der Kranken auf Erden ist nicht gering. Wohin du blickst, findest du Irrende, Verbleudete, von Vorurtheil Befangene, Schwachgeistige, Kleinmüthige. Daher kann das Glück nicht einheimisch werden unter uns, denn die Zahl der Kranken ist groß, die schwach sind an Urtheil, und die Zeit nicht verstehen, in der wir leben; — matt an Geist, und daher keines Aufschwunges fähig; — ängstlich von Gemüth, daher jeden Fortschritt hemmen, jedes Weiterschreiten hindern möchten. So lange solche Krankheit herrschet, kann die Wahrheit nicht siegen, die Gerechtigkeit nicht die Obermacht gewinnen, und die Freiheit nicht einkehren in Haus und Herz. — Aber ist denn kein Arzt im Himmcl? Gott der Herr spricht: ״ich bin dein Arzt," darum beten wir: O Gott! sende Heilung und Hilfe. Amen. (8-c-ä.) Unruhen in Marokko bei dem Regierungsantritt Mulei Jesids.l) (רבי שמ!אל Aus dem Hebräischen des Romaneli רומאנילי). Am Morgen nach dem Feste kam ich nach Hause. ... Was mochte heute Besonders sein? die Hausthüren sind verschlossenich klopfte an, man öffnet und schließt hinter mir wieder ad, und eben so geschieht mit Jedem, der kommt. Die Söhne Gedaljah's sind in der Schreibftube, die Frauen des Hauses in ihren Gemächern eingeschlossen.-In der Nacht werden nach allen Seiten die Thüren versperrt, Laß Niemand ein noch aus kann. R. Jakob gab mir Schriften, die ich auf meinem Zimmer übersetzen sollte; er wollte meiner Begierde zu frageu oder auszugohn zuvorkomtnen, und ein Soldat bewachte mich. --Am andern Morgen drang ich in R. Abraham, mir diese Erscheinungen zu erklären: ein gefürchtetes Übet ist ja ärger als ein erkanntes. Ist ihnen ein Schiff auf dem Meere untergegangen? Sind ihre Verwandten getödtet worden? Haben sie ihr Vermögen eingebüßt? Was ist ihnen geschehen? — Ein größeres Übel als all dies hat ste betroffen, erwiederte R. Abraham. — Und was ist es, das sie so in Schrecken setzt? — Der König ist lodt, erwiederte Jener; der Schreiber Pinto's berichtet es aus Masagan. — Und was geht ihnen und uns dieses Unglück an? Sterben doch so manche Könige bei uns, und Niemand gewahrt es, Niemand nimmt es zu Herzen. — So ist es hier zu Lande nicht. Sobald des Königs Tod bekannt wird, ist das ganze Land dem Raube und der Plünderung Preis gegeben, Alles athmet Mord, Eines sucht Len Andern ins Netz zu führen, Jeder thut, was ihm gefällt und da ist kein Recht. Weiber und Jungstauen mißhandeln sie; die Gewaltthäter stehen an den Scheidewegen, um alle Wanderer zu ermorden; die Straßen werden wüste, und im ganzen Lande ist Hungersnoth. Du fragst, wie lange dieser Zustand dauere? bis das Schwert und die Hungersnoth die Städte verheert haben, bis endlich einer von den Söhnen des Königs mächtig ge- I) Auswahl historischer Stücke aus hebräischen Schriftstellern vom zweiten Jahrhundert bis auf die Gegenwart. Berlin, Veit &C0., 1840,

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