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Sabbath-Blatt · 1843-06-11 · 23 (11.6.1843) · p. Seite 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
23 (11.6.1843)
Date
1843-06-11
Page
Seite 91 (sequence 3)
Language
German
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durch eine sinnbildliche Erzählung: »Ein Mann, der in Judäa wohnte, besaß einen Weinberg in Galiläa, und ein andrer, der in Galiläa wohnte, besaß einen Weinberg in Judäa. Von Jahr zu Jahr pflegten 'sie nun beide hinzuziehen, um nach ihren Weinbergen zu sehen. Da sie nun aber beide einst einander trafen und kennen lernten, PU עמלו?ה עם da trafett sie zusammen zu einem gegenseitigen Vertrage und sprachen zu einander: שמור לי בתחומך ואני אשמר לך בתחומי, hüte tu mir, was m deinem Bereiche liegt, und ich werde dir hüten, was in meinem Bereiche. Und so spricht auch Gott zu dem Menscher!נרי בירך ונרך בירי »mein Licht ist in deiner Hand und dein Licht in meiner Hand, " אם אתת משמר את שלי אף אני אשמר את שלך, so du hütest, was mein ist, so werde auch ich das Deinige hüten. Eis Licht ist nämlich das Gesetz, das Gott uns zur Hut übergeben, wie geschrieben stehet: נר מצות ותורת אור " eine Leuchte ist das Gebot und die Lehre ein Licht;" (Spr. 6, 23.) ein Licht wird ferner genannt des Menschen Seele, denn es heißt נשמתי ארם 'n ״ נר Licht vom Ewigen ist des Menschen Seele" (Spr. 20, 27.) sie, die wiederum in der Hut, irr der Gewalt des Allmächtigen und Allgegenwärtigen stehet. Und so wie wir die uns anvertrauete Flamme des göttlichen Gesetzes nicht auslöschen lassen, das Licht und die wärmende Gluth dieser Flamme in unserm Herzen nähren und pflegen, so wird auch Gott unsre Lebensfiamme liebend hüten und pflegen und die Leuchte unsres Glückes und unsrer Seligkeit nicht erlöschen lassen. Ja, dann wird an uns in Erfüllung gehen, was geschrieben stehet: ברוך אתה בבאר ובתך אתת בצאתך " gesegnet wirst du sepn bei deiner Heimkunft, gesegnet bei deinem Hingange;" gesegnet בבאך, wenn du an das Ziel deiner zeitlichen Wallfahrt gekommen, wenn da seyn wird: תשמש לבוא, wenn die Sonne deines Erdenlebcns sich zum Niedergänge neiget, denn keine Angst und Unruhe, keine Sünde gegen dich und die Deinigen wird deine letzte Stunde verbittern, ״ ופקדת מך ולא תחטאdu bestellest dein Haus und es ist Alles ohne Fehl und Makel," (Hiob 5, 14.) und gesegnet בצאתך, wenn du dann der seligsten Ahnungen voll, hinaustrittst aus dem dunkeln Traum dieses Lebens in den Hellen Tag von Gottes Herrlichkeit. Amen. 8 — 2. Auch dieß zum Guten. Äebte einst in alter Zeit Fromm und gut ein Mann, Nahm das Leid so wie die Freud' Gott vertrauend an. Sagte: -,Was auch Gott uns thut, Meint er immer mit uns gut." Macht einmal der fromme Mann Eine Reise weit; Hatte bei sich einen Hahn, Der ihm künd' die Zeit; Nahm auch eine Fackel mit Und Len Esel, den er ritt. Kommt auf seinem Wege da Spät an einen Ort, Weist ihn, ob die Nacht auch nah, Jeder fühllos fort. Sagt der Mann: »Was Gott auch thut, Meint er immer mit uns gut." Dreht mit Esel und mit Hahn Sich dem Walde zu, Steckt dort seine Fackel an, Setzt sich hin zur Ruh'. Hegt auf seinen Gott Vertrauen, Auch in nächt'gem Waldesgrau'n. Kaum jedoch entschlummert er An dem wilden Ort, Kommt ein Löwe brüllend Her, Trägt Len Esel fort. »Auch gut!" sagt der fromme Mann, »Was Gott thut, ist wohl gethan." — Aber auch den armen Hahn, Der im Käfig stand, Fiel ein Marder tückisch an, Biß ihn ganz zu Schand'. »Was vom lieben Gott auch kommt," Sagt der Mann, »das nützt und frommt." —

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