Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 22 (4.6.1843)
- Date
- 1843-06-04
- Page
- Seite 87 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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87 ihre Namen nennen, nach Lenen unser Herz sich sehnet, ist Lies nicht ein siegenver Triumph Ler Liebe, Die stark ist wie Ler Tod? Wir hatten um sie gernngcn mit Lem Tode und manchmal schon erwachte Las Leben in Lem Arm der Liebe. Aber wo Ler Tod stark und unerbittlich war, La leben wir dennoch mit ihnen Ln Lem gläubigen Tröste ihres Andenkens, und unter den Kränzen unserer Feste treten segnend und liebend ihre Gestalten zu uns, und sie sagen uns auch: wir gedenken Eurer, denn stark wie Ler Tod ist die Liebe. Ja stark, geheimnißvoll wie Ler Tod ist die Seligkeit, mit Ler das Herz Lem Herzen sich hingiebt, Seele in Seele sich verliert, denn heilige Liebe ist Leben, gleichwie der Tod — Leben ist. Der Tod ist Leben! denn er ist ein Engel Gottes und ein Engel des Lebens, und was er wirket, ist nur Verwandlung. Darum hat ihm Gott so viele Macht verliehen, weil die Blüthe seiner schwärzen Saat das Leben ist, das wahre Leben, dem Gott uns geweihet hat, das Leben im Reiche Ler Seligkeit, in welchem die Liebe alles wiederfindet, was sie verloren, sich mit dem Tode versöhnen wird. — Ja, der Tod ist stark, als Bote des Lebens und die Liebe ist stark als Hoffnung des Lebens. Und ob auch die Erinnerung schmerzlich ist, an die ewig Heim-- gegangenen, so ist sie Loch auch heiliger Trost. Wir können, wir dürfen sie nicht vergessen, denn sie leben uns und wir sollen ihnen leben und harren der Stunde des Wiedersehens im Reiche des Ewigen. Hallelujah. 8---. Aufenthalt am Sinai. (Fortsetzung und Schluß.) Sonnabend, den vierten März machten wir uns in früher Morgenzeit auf, um das Bostan- und das Erbainchal zu besuchen. Der freundliche Prior hatte sich abermalS selber zum Führer angebvten, mit ihm gingen wie gewöhnlich mehrere Dschebalye-Beduinen, welche die Mundvorräthe für den heutigen Lag trugen. Der Himmel war überaus klar und heiter, wie wir denn überhaupt »ährend unsers ganzen Aufenthaltes am Sinai auch nicht einmal die Vergspitzen von Nebel oder Wolken bedeckt sahen. Sogar der Fußtritt entlockte heute dem felsigen Boden aromatische Düfte, weil er oft an jene jungen Kräuter rührte, welche manche Gegenden dieses Hochlandes zu einem Gewürzgarten machen. Noch im Lhale des Klosters, nahe vor der Mündung ins Bostanthal, zeigte uns der Prior zur Linken unsers Weges jenes Felsenstück, bei welchem man die Pilgrime an Mosis heiligen Eifer erinnert, als derselbe, beim Anblick des abgöttischen Tanzes um das goldne Kalb, die Tafeln des Gesetzes zerschlug. Schon ins Bostanthal selber versetzt die Überlieferung die Gegend, in welcher jene Umkehr Israels nach Ägyptens Götzen, wenn auch nicht mit dem Leibe, doch mit dem Gemüthe statt fand; von hier aus soll das Getöns des Siegestanzes in Mosis Ohren gedrungen sein, als dieser vom Berge Herabstieg; ein hohler in der Erde steckender Stein, dessen größere längliche Höhlung nach oben zwei krumme Seitenröhren hat, wurde vom Prior als die vermuthliche Form bezeichnet, in welcher das׳ Götzenbild sei gegossen worden; ein felsiger Hügel, den man vom Klosterthal ins Bostanthal heraustretend vor sich liegen sieht, heißt Ler Dschebel Harun oder Aronsberg, weil man glaubt, daß hier Aaron und die siebenzig Ältesten verweilten, während Mose und Josua auf den Berg Gottes stiegen (nach 2. Mos. 24, V. 14). Aus dem Garten Bostan, bei welchem das Gemäuer eines kleinen, zerstörten Klosters gesehen wird, wehrte uns der Duft der blühenden Bäume an, als wir in seiner Nähe vorübergingen, etwas weiterhin sahen wir einige Heerden von Ziegen, welche von Frauen und Mädchen der Dschebalye - Beduinen geweidet wurden. Wir ruheten da auf einem Felsstück und nahmen ein Frühstück an, das der freundliche Prior uns darbot, auch die Hirtinnen, welche eine alte Mutter zum Empfang Ler Gaben absendeten, erhielten ihren Lheil. Hier öffnet sich gegen Süden das steinige kedschathal, in welchem das Kloster Erbain liegt, zugleich hat man gegen Westen die Aussicht nach einem andren, herrlichen Lhale, das gegen den Katharinenberg hinführt und durch schwer zugängliche Thalklüfte der Gebirgswüste mit dem Wadi Hebron in Verbindung steht. Ein bläulicher Morgenduft schwebte noch über diesem Lhale und warf einen Schein auf dasselbe, als wenn sein Boden allenthalben mit einem Grün der Auen und der Gebüsche bedeckt sey; an der Ecke des Berges, an welchem zur Rechten dieses Thal, zur Linken aber jenes von Erbain oder das Ledscha sich öffnen, liegt ein zweiter schöner Garten, Rabah genannt, zwischen dessen üppig blühenden Obstbäumen hohe Cypressen sich erheben. Der Weg nach Erbain windet sich durch mächtige Felsenstücke hindurch; zur Rechten liegt das Bette eines Winterstromes, in welchem auch außer der Zeit des Regens oder des thauenden Gebirgsschnees der Abfluß mehrerer Quellen sich sammelt, welcher zur Anlage und Pflege einiger kleiner Gärten benutzt ist. Mitten in der gräuli-