Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 21 (27.5.1843)
- Date
- 1843-05-27
- Page
- Seite 82 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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82 uns Worte der Mißbilligung und wenn wir Gotttes Geboten mit Treue nachfolgten, Worte des Beifalls. Wohl gelingt es dem Menschen oft, Liese innere Stimme zum Schweigen zu bringen, und in Schlummer zu versenken, aber früher oder später erwacht sie dann mit erneuerter Kraft. Und ist nicht auch solcher Schlaf, und solches Schweigen, ein Berdammungsurtheil? Wenn das Gewissen zur bösen That schweigt, so schweigt es auch bei der guten, mit seiner Kraft zu strafen, Hort auch seine Kraft zu!obenauf. — Könntest du mit dem Auge des Allwissenden in das Herz des Frevlers schauen, du würdest vor den innern Vorwürfen, die darin toben, über die innere Unruhe, die darin hauset erschrecken. Nein, du möchtest nicht alle Schätze der Welt hinnehmen, um dich unabläßig von solchen Vorwürfen gepeinigt zu fühlen. Wahre Ruhe genießt nur der, der Gottes Gesetz vor Augen und im Herzen hat. Ruhig erträgt er selbst eine weniger freundliche Gegenwart, wenn er nur in eine schuldlose Vergangenheit schauen kann. Zutrauensvoll kann er sich seinem Schöpfer nahen und zu ihm sein Herz im Gebete erheben. Aber wenn der Sünder auch hienieden der Strafe entgehen sollte, in jenem Leben wird sie ihn gewiß ereilen. So wahr Gott lebet und heilig und gerecht ist, so wahr wird auch Dem Frevler seine Stunde erscheinen. Kein Glanz und Ansehen, keine Macht und Einfluß wird ihn schützen und ob er sich auch in die tiefste Tiefe verbergen oder auf den Flügeln der Morgenröthe bis ans äußerste Meer hinfiiehen würde, Gottes Hand wird ihn dennoch erreichen, und ob er gleich das Dunkel der Nacht um sich ausbreiten würde, ולילה כילם יאיר vor ihm ist auch die Nacht erhellt, wie der Tag. Keine Kunst und List, kein Betrug und keine Verstellung wird ihn dann schützen. Der unbestochene Richter wird alle seine Kinder vor sein Angesicht hinstellen, die verborgenste Tiefe des Herzens belauschen, die verschwiegensten Thaten ans Licht ziehen und ihm geben das, was er verdient hat. Darum klage nicht über das frohe Loos, das hier den Sündern so oft zufällt, klage nicht über den Mangel an Gerechtigkeit, der dir scheinbar hier so oft entgegentritt. Gedenke des Wortes des Herrn, daß der Frevler seiner Strafe nicht entgehen werde, thue vielmehr dein Lebelang recht, scheue Niemand und hoffe getrost auf den Herrn, der das Gute belohnt bis ins tausendste Geschlecht. Amen. Aufenthalt am Sinai. (Fortsetzung.) Wir rührten ziemlich lange am Brunnen des Elias, unter der hohen Zypresse, und besahen dann das meist verfallene Kirchlein der Eliasgrotte, so wie die Trümmer eines kleinen Klosters, welches auch hieher die Andacht der Mönche erbaut hatte. Die Höhe des Horeb bei dem Eliasbrunnen misset 6l.26 Fuß über Lein Meere; 1400 Fuß über dem Thal des Klosters. Am Saume der Gebirgsplatte der Horebhöhe steiget, wie schon erwähnt, der eigentliche Sinai an, Lessen Gipfel noch 900 Fuß höher raget als die Gegend der Eliasgrotte. Das Ansteigen geschieht abermals auf Stufen, welche etwas besser erhalten sind denn die am Horebs Ohngefähr an der Mitte des Berges wurden wir von dem Prior heraus auf eine Felsenplatte geführt, von welcher sich die Aussicht in ein breites Thal (Sebaye) öffnet. Bei dieser Stelle erinnerte unser ehrwürdiger Führer an Israels Kampf gegen Amaleks Heer; an jenen Sieg, welcher nicht durch die Machr von Bogen und Schwert, sondern durch die Kraft des Gebetes errungen ward, welches Moses, mit emporgehobenen Harrdm rief. Denn hier an dieser Stätte erbaute sich der Geist der Andacht jenen Altar, Len Moses nannte »der Herr mein Panier." Die höher gestiegene Sonne beleuchtete jetzt des Horeb und Sinar's majestätischen Gipfel im vollen Glanze; ich erhub mein Auge und mich ergriff ein Mitgefühl mit jener Furcht, welche Israels Volk bis auf unsere Tage davon abhält den Sinai zu besteigen. Denn, wie uns Ließ in Jerusalem versichert wurde, kein strenggläubiger Jude wagt noch jetzt »auf den Berg zu steigen noch sein Ende anzurühren, ” so tief hat sich dem unter dem Gesetz stehenden Volke das Andenken jener Stunden eingeprägt, da sich, in der Frühe des Morgens »ein Donnern und Blitzen erhub, und eine dicke Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune." Jene Stunden, da »der ganze Berg rauchte und sehr erbebte, weil der Herr auf ihn herabfuhr mit Feuer." Siehe, da stehen wir schon bei der heiligen Kluft, bei welcher Moses stund, der Mann, » Len der Herr mit Namen kannte," als er begehrt hatte die Herrlichkeit des Herrn zu sehen, und als Gott an ihm die Verheißung erfüllte, daß Er vor seinem Angesicht hergehen lassen wollte alle Seine Güte. Hier ist der Ort, von wel-