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Sabbath-Blatt · 1843-04-29 · 17 (29.4.1843) · p. Seite 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
17 (29.4.1843)
Date
1843-04-29
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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67 Vereinigung mit Rodrigro und Behaim die in ihren Folgen unermeßlich wichtige Erfindung Lek Anwendung desAstrolabiums auf die Navigation, wodurch der Seefahrer in den Stand gesetzt warb, die Höhe der Sonne zu messen und so seine Entfernung vom Aequator zu erfahren. — Alphons X., König von Eastilien und Leon, beorderte die Juden Hakkohen und Zehuda Ben Mose, das arabische Werk des Avicenna über Astronomie ins Spanische zu übersetzen. Diese Übersetzung kam 1286 heraus. JsaacBenSid, Vorsänger aus Toledo, war ebenfalls ein berühmter Astronom. Unter seiner Leitung wurden, mit Zuziehung des Rabbi Samuel Jehuda Alfoli und anderer gelehrten Juden, die berühmten Alphonsinischen Tafeln, ursprünglich in hebräischer Sprache, abgefaßt und dann ins Lateinische, ebenfalls von einem Juden, übertragen. Unter Alphrj^s X. waren mehr jüdische Mathematiker und Astronomen M Toledo, als sonst im übrigen Europa zusammengenommen. Erwähnungswerth ist auch eine Abhandlung und ein Gedicht über Las Schachspiel, so wie eine Geschichte desselben vom Rabbiner Zedaia. Häufig finden wir auch spanische Juden als .Übersetzer arabischer Werke über Mathematik und Astronomie. Ja wir treffen im dreizehnten Jahrhundert in Spanien auf eine ganze Familie, die der Tybon, die sich ausschließlich derartigen Übersetzungen widmete. In der Neuzeit hat sich Wilhelm Beer in Berlin durch seine Mondbcobachtungen um dieAftronomie verdient gemacht. Die gelehrten Polen Abraham Stern und Glonimsky erfanden, der Erste eine Rechen-, der Zweite eine Logarithmenmaschine, während die ingeniösesteRechenmaschine mit vervielfältigten Operationen ganz neuerlich von Dr. Rott zu Paris ersonnen worden ist. Als Lehrer der Mathematik und Rechenkunst haben sich Dr. Crcuznach und Gunz Ruf erworben. Die kaufmännischen Handbücher des Letztern habeu unzählige Auflagen erlebt. Als Übersetzer und Commentatoren griechischer und römisch erClassiker machten sich mehrere Juden, namentlich in Spanieu, rühmlich bekannt, und Aristoteles selbst ward von ihnen zuerst ins Arabische und Lateinische übertragen, ihrer mannigfaltigen Verdienste um die hebräische Philologie zu geschweigen. In neuester Zeit haben sich als Philologen besonders hervorgethan: Dr. Julius Fürst in Leipzig, Herausgeber der Bibclconcordanz, Bloch in Pesth, namentlich durch seine ungarische Bibelübersetzung bekannt, und Henrichsen, Prof, der classischen Literatur in Kopenhagen. Ersterer wurde durch einen Lehrstuhl an der Leipziger Universität, der Zweite durch Aufnahme in die Pesther Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. Als Historiker wird Flavius Josephus gewiß immer einen ehrenvollen Platz einnehmen, so wie in der spanischen Vlüthczsit ebenfalls schätzbare historische Arbeiten von Juden geliefert worden sind. In neuerer Zeit haben sich Jost durch die Geschichte des jüdischen Volks (die beste, die wir besitzen) und Salvador in Paris durch seine mehrerwähnten Werke namhafte Verdienste erworben. Vorzüglich finden wir auch Gelegenheit, die Bestrebungen gelehrter Juden um die Literaturgeschichte anzuerkennen, wie die höchst schätzbaren Arbeiten eines Porta Leone, Dei Rossi, Gedaljah Zachie, in neuerer Zeit Zunz, Luatto, Reggio, Hurwitz, Rappoport u. A. darthun. Um die Erdkunde haben sich sehr viele Juden verdient gemacht, vorzüglich aber im zwölften Jahrhundert Moses Petachi und Benjamin von Ludela, welcher Letztere als die vornehmlichste Quelle der Erdkunde des Mittelalters betrachtet werden muß. Er drang bis China und den südlichen Inseln Asiens vor, und sein ursprünglich hebräisch geschriebenes Werk erlangte einen solchen Ruf, daß die Übersetzung desselben 16 Auflagen erlebte. Gegenwärtig ist eine neue Auflage mit englischer Übersetzung erschienen, und in dem Commentar hiezu zählt der gelehrte Herausgeber Dr. Zunz hundert und fünfzig mehr oder minder berühmte jüdische Geographen auf. In neuerer Zeit zeichneten sich allein in Holland die Seefahier Busaglo, Velinfante, Desalla, Capp^doce aus. — Der Physik und namentlich der Optik haben sich Juden mit besonderer Vorliebe ergeben; so ersterer Ries (jetzt durch die Aufnahme in die Berliner Akademie ausgezeichnet); auch schreibt man die Erfindung der Camera obscura dem berühmtrn Rabbi Leb zu Prag zu, welcher, La er dem Kaiser Rudolf LI. seinen Palast im dunkeln Zimmer gezeigt, vom Volke der Zauberer genannt ward. Ferner schrieb in neuerer Zeit Dr. Bassori aus Livorno über Hagelableiker und Magnetismus; Dr. Stein in Haag war Professor der Botanik; der ausgezeichnete Botaniker Wallich aus Dänemark ist in Calcutta; Dr. Block in Berlin ist Verfasser des sehr geschätzten Werkes über die Ichthyologie, das umfassendste, was wir über Liesen Gegenstand besitzen; Dr. Jtzigsohn in Frankfurt hat schätzbare Forschungen im Gebiet der Moos künde gemacht u. s. w. u. s. w. Wir halten Liese Beispiele, so unvollständig sie sind, für hinreichend, um die Befähigung der Juden innerhalb jedes wissenschaftlichen Forums Larzurhun, und verweisen diejenigen, die sich darüber ausführlicher belehren wollen, auf umfassendere Literatur - CompenLien. Auch vergesse man nicht, unter welchen Drangsalen viele dieser Leistungen geschehen, während Wissenschaft und Kunst Len Schatten des Olbaums bedürfen, um zu gedeihen. Dennoch glänzten die Juden oft allein als Sterne der Gelehrsamkeit und Bildung inmitten der sie umgebenden Roheit und Verfinsterung, und haben zum wenigsten eben so viel und gewiß nicht mehr Wissen und Willen, als die Kreuzfahrer, zur Vermittelung der Bildung des Orients mit der des Occidsnts beigetragen. Es siiid also nicht nur ihre Leistungen auf einzelnen Gebieten, sondern ihre vielfältigen Einwirkungen auf Wiedererweckung und Veförderung des wissenschaftlichen Geistes in Erwägung zu ziehen. Wir wollen darüber, aus Besorgnis! zu weilläufig zu werden, nur einige und zwar christliche Schrift» steller hören. Nach Gregoire's Ausdruck konnte allein aus den jüdischen Gelehrten, die Holland zu Anfang des

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