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Sabbath-Blatt · 1843-04-22 · 16 (22.4.1843) · p. Seite 62

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
16 (22.4.1843)
Date
1843-04-22
Page
Seite 62 (sequence 2)
Language
German
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62 aus vollem Herzen mit David ansrufen mögen: נפלה נא ביך ה' וגיס ארד אל אפלה »laß uns lieber in Gottes Hand, als in der Menschen Hände fallen." Und dennoch haben die Leiden, welche von Menschen uns zugefügt werden, auch ihre dankenswerthe Seite, denn sie bessern und veredeln uns. Es ist na-׳ türlich unter diesen Leiden unser nächster Trost, sie nicht zu verdienen, so gehen wir denn zum Gerichte mit uns selbst, und suchen unser Herz von jeder Schlacke, von Allem zu reinigen, dessen die Menschen uns anklagen, das mit Recht uns ihre Liebe entziehen könnte. Ganz besonders aber geben sie uns Gelegen-- heit, das heilige Gefühl der Liebe zu üben. Die nicht zu hassen, die uns Bitteres zugefügt, ist für den edler Denkenden nicht schwer, weil er überhaupt des Hasses nicht fähig ist, aber sie, nach ihrer eigenen Personlichkeit, von all dem Schmerzlichen, das wir durch sie im Leben erfuhren, also zu scheiden und zu trennen, daß wir uns den vollen, warmen Antheil an ihrem Geschicke bewahren, daß wir unsere Bruderliebe gegen sie nicht trüben, ihren guten Eigenschaften volles Recht widerfahren lassen und sie in unserm Herzen segnen, dies gänzliche Abscheiden von uns selbst — und von den bitter empfundenen Leiden, dies ist, man sage was von wolle, nicht etwas ganz leichtes, wenn wir uns nicht täuschen wollen. Und wenn wir nun in diesem heiligen Kampfe, in diesem Kampfe der Liebe siegten, wenn wir in diesem göttlichen Sinne über unsere Feinde triumphiren, daß wir den Feind in ihnen, das Angedenken ihres Hasses in Liebe vernrchtet, dann, dann haben wir einen Sieg gewonnen, einen Triumph gefeiert, der in seinem geistigen Gewinn uns vollen Ersatz geben kann, für alles Bittre, das wir erfahren haben. Und ferner haben diese Leiden noch eine andere dankenswerthe Seite; Nichts stählt mehr unsere Kraft, Nichts erhöhet mehr unfern Muth, als der Kampf mir Menschen, wenn er, wie er immer sein soll, ein Kampf gegen Unbill und Ungerechtigkeit ist. Von Menschen verlassen und angefeindet, auf uns selbst und auf unser Vertrauen zu Gott zurückgewiesen, suchen wir in diesem Vertrauen und in der eigenen Kraft die nöthigen Hilfsmittel, und größtentheils gehen wir aus solchem Kampfe wie geläutert, so auch gekräftiMr hervor, daß/ gleichwlß in jenen Krautern, das Bittere uns auch das Heilsame wurde. Also die Leiden durch Menschen, die denn doch auch von Gott zugelassen werden. Um so mehr Nun noch die Leiden, die uns rein und unmittelbar aus den Händen Gottes kommen. Gaben uns schon jene Leiden durch Menschen Gelegenheit auf unser Inneres einzugehen und uns geistig zu lautern, so wird dies um so mehr bei den Prüfungen und Mahnungen, die Gott uns zusendet, der Fall seyn. Hier vor ׳Allem werden wir unser Herz befragen, ob wir auch ganz rein und schuldlos vor Gott dastehen, ob wir auch ihn stets also vor Augen hatten, daß wir von ihm erwarte» könnender sollte uns auch vor Augen haben und unfer Geschick mit seinem schützenden Blick verfolgen. Za, so bitter die Leiden für dieses Leben sein mögen, Gott erziehet uns durch dieselben, er erziehet uns für ein ewiges Leben. Es ist nöthig, daß unser Hochmuth gedemüthigt, daß unser Sinn gemildert, daß unser Gefühl geläutert werde, daß wir attmählig von der Nichtigkeit, von der Vergänglichkeit alles Zrdischen überzeugt, uns um so inniger an Gott anschließcn lernen, der uns allein bleibt, wo uns alles verläßt, daß wir mit dem Psalmisten fühlen lernen: מי לי בשמ' ועמך לא חפצתי בארץ, »wen habe :4 im Himmel d" werden mich meine Schätze und Ehren, meine menschliche Eitelkeit, dorthin begleiten, so will ich lernen neben dir, Gott! wie dich, Nichts auf Erden zu begehren, so will ich lernen dich schon hier als das Einzige und Höchste zu betrachten. Za, die Leiden sind ein Mittel der göttlichen Liebe, schon die menschliche, elterliche Liebe, die doch oft schwach genug ist, kann der Strenge in der Erziehung nicht ganz entbehren, und oft sind es doch nur vergängliche Zwecke, die Lurch strenge Mittel erzielt werden, um so weniger sind diese strengen Mittel, bei der Verderblichen Kraft des äußern Lebens, in der göttlichen Erziehnng für die höchsten ewigen Zwecke zu entbehren, und wohlgesprochen ist die Mahnung: »Die Weisung des Ewigen verachte nicht und werde nicht unwillig bei seiner Züchtigung; denn, wen Gott lieber, den züchtiget er, gleichwie ein Vater das Kind, das ihm werth ist. Za, heilsam, wenn auch bitter, sind uns die Prüfuugen Gottes, die Leiden, die wir im Leben ertragen

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