Mannheim
Compact Memory

Sabbath-Blatt · 1843-04-15 · 15 (15.4.1843) · p. Seite 59

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
15 (15.4.1843)
Date
1843-04-15
Page
Seite 59 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8620046-8635247-8635232--220-8620110
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

59 Sieg, zwischen Knechtschaft und Erlösung liegt oft nur eine Spanne des Augenblickes, in einem Augenblicke kann Alles nmgestaltet werden. In jener einzigen von Gott beschützten Nacht ging der Stern des Glückes, das Licht der Freiheit für Israel auf. Noch einmal kann dieser Stern uns glänzen, uoch einmal kann dieses Licht uns leuchten, denn also stehet geschrieben: 7, Gott wird dir sein zum ewigen Lichte und der Ewige zu deiner Verherrlichung."3) Und ob auch schwierig der Weg, und heiß der Kampf, mit uns ist Gott, unser Erlöser und Erretter; und sind wir auch schwach, Gott ist allmächtig, sind wir auch arm, Gott ist reich an Gnade und Erbarmen, stehen auch Feinde gegen uns auf, Gott ist unser Freund, will Niemand für uns sprechen, so wird Gott selbst für uns kämpfen, und uns wieder בעצם חיום רחה an diesem Tage erlösen mit ftar-- ker Hand, und für uns aufgehen lassen das Licht der Freiheit, das da leuchten wird für alle Zeit und Ewigkeit! Amen! . (8-f-d.) .וחיה לך ח' לאור עולם ואלהיך לתפארחך (3 , — - Die Juden als Gelehrte. Wie sich Juden, in verschiedenen Landern von den frühesten Zeiten an, als Ärzte, Juristen, Philosophen, Mathematiker, so wie in Wissenschaften und Künsten überhaupt, ausgezeichnet haben, Las hat der Verfasser des ausgezeichneten Werkes, 1J dem unsere Leser schon Einiges kennen, durch historische Data belegt, die wir des besondern Interesses, Las sie gewähren, größten- Iheils vollständig mittheilen wollen: Die Juden haben sich von jeher als Ärzte ausgezeichnet; schon die Mosaische Gesetzgebung ist in Hinsicht auf das Sanitätswcsen ein bewundernswerthes Meisterstück, und viele der darin enthaltenen Vorschriften werden zu allen Zeiten Anerkennung finden, während andere vortrefflich auf Land und Volk berechnet waren. In Len finstersten Zeiten des Glaubenszwanges und der Verfolgung nahmen Könige und Päpste sie zu ihren Leibärzten, ja sie war,ד 1) Die Juden in Oesterreich rc. sogar in manchen Jahrhunderten die einzigen, welche Arzneikunde trieben. Selbst der so wüthende Gegner der Juden Antonius Margaritha sagt: ״Doch glaube ich, daß die Juden gelehrte I)06t0168׳ Medicinae seien in Sicilia, Hispania, ltalia, aus llrsach,, weil sie wohl studieren und Galeiium, Aviceimam in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache haben, denen mag man wohl glauben." Der große Maimonides war Leibarzt des Kö-- nigs Saladin in Ägypten; — der sehr gebildete Rabbi Meier, Übersetzer der Ethik des Aristoteles, Leibmedicus des Königs von Castilien, ebenso Samuel Abenhues, mit dem Titel Don, Leibarzt Alphons XI., wahrend fast gleichzeitig der jüdische Arzt Abiadar dem König von Aragon den Staar sticht; Zodekias war Leibarzt Ludwig's des Frommen, Königs von Frankreich, und Elias Montalto der Königin Maria von Medicis. Dieser Montalto soll ein sehr geschickter Arzt, Liebling der Königin und daher von bedeutendem Einflüsse gewesen sein. König Heinrich IV. hat selbst zuweilen mit ihm gespielt, und als er zu Tours 1615 starb, hat dis Königin seinen Leib einbalsamiren lassen, welcher dann von seinen Verwandten nach Holland geführt wurde. Einige Kirchenlehrer der alten Zeiten warfen die lächerliche Frage auf, ob gekrönte Häupter auch Juden zu Leibärzten haben dürfen, und verneinlen es gravitätisch; diese Abgeschmackcheiten aber nicht beachtend, nahm dennoch Papst Vonifacius IX. Angelo Li Montalto, einen Juden, zum Leibarzt und Hausgenossen (Familiaris) an, und noch in der Mitte des 16. Jahr- Hunderts wurden vom Papst Julius III. Vitale Alatino und Teodoro di Sacerdoti, Verde Juden, in gleicher Eigenschaft angestellr. Zu Lhorn in Preußen wurde im Jahre 1567 ein jüdischer Arzt, Morgenstern, trotz der Protsstationen eines gewissen fanatischen Predigers, als Stadtphysikus angestellt. Jakob Rojales, ein portugiesischer Jude, wurde nicht allein Medicinae Doctor und praktisch er Arzt zu Hamburg, sondern was beispiellos war, Comes palatinns caesareus, in welcher Eigenschaft er die Macht hatte, akademische Würden zu ertheilen. In einem lateinischen Gedichte von ihm an Rabbi Menasse ben Israel umerschrcibt ec sich Jacobus Kosales Hebraeus, Mathematicus, Philosophus, et Medicinae Doetor. Im Oriente gab es immer viele ausgezeichnete jüdische Ärzte, vorzüglich in Ägypten 2)״ und die moslemischen Fürsten hatten dis Gewohnheit, sich jüdische Ärzte zu halten. Schon Amurath und Bajazeth hatten jüdische Leibärzte, und Murad II. hatte einen, der bei dem Eroderer von Constantinopel ebenfalls fungirte und von demselben in den schmeichelhaftesten Ausdrücken, die ihn einen Galen und Hippokrates nennen, mit einem Patent beehrt ward, das ihn und seine ganze Familie in gerader Absteigung von allen Lasten befreite, welches auch bis nach 2) Kzdvester de Sacy, Relation de l’Egypte p. 42.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.