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Sabbath-Blatt · 1843-04-08 · 14 (8.4.1843) · p. Seite 54

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
14 (8.4.1843)
Date
1843-04-08
Page
Seite 54 (sequence 2)
Language
German
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54 so finden fich auch in unfern Geistesräumen Schäden und Flecken, die sie unwohnlich und ungesund machen für jene heilige Himmelsrochter, für dis Seele, die in ihnen׳ wohnen soll — es sind Frevel und Versündigungen. Da soll auch der Priester Nachsehen und den Schaden untersuchen, denn wir alle sind Priester in dem Heiligthume unserer innern Welt, nach dem Worte Gottes ואתם תהיד־לי ממלכת כהנים וגוי קדוש »ihr sollet mir ein Reich von Priestern seyn und ein heiliges Volk." Und glücklich, wenn jene Übel sich, im ersten Entstehen, uns nicht derbergen, und wenn wir noch zur rechten Zeit ihrer Herr werden. Durch Gebet und Reue und gute Werke wird dann der Schaden gesühnt. Und wie dort, bcvor der Priester das Haus wieder öffnete, der angesteckte Theil des Hauses weit hinweg gebracht wurde aus dem Kreise geweiheter Wohnungen,, so wirft denn auch die Seele weit von sich hinweg, was sie entweihet; heilige Gefühle treten an die Stelle der sün- Lenvollen und freundlich und hell scheint wieder die Sonne Gottes in das um ihn geöffnete Asyl des Herzens. Aber wie, wenn der Schaden schon tiefer eingewurzelt ist, wenn, was anfangs nur so wie ein kleiner Flecken aussah, כנגע נראה ככית, wenn es im Innern zu einem zehrenden Übel geworden, das in den Wänden und Grundfesten des Hauses unsichtbar wühlet!? — Schauer den Verbrecher, wie er mir blassem Angesichte dahin gehet, ihn, der seiner Würde, seiner heiligsten Pflichten vergaß, der Menschenruhe und Menschenglück mit leichtfertiger Hand zerstört. Er war noch nicht mit sich einig, ob es Sünde ist, was er begangen; aber mit Dem ersten Strafgerichte, mit der ersten Mahnung Gottes, wird ihm seine Schuld klar, er fühlet, was er ist. Sehet ihn, wie er hohlen Blickes dahinwandelt, das Leben scheint in seinem Angesicht erloschen, ein tiefes Übel nagt an seinem Herzen צרעת ממארת הוא ככית ein fressender Schaden im eigensten Hause, es sind Ge-- wissensbisse und Gewissensangst! Zwar vor Menschenaugen sucht er noch seine Sündhaftigkeit zu verbergen, das verzehrende Gefühl seiner tödtlichen Krankheit lächelnd zu verhüllen. Aber dies vermehret noch seine Pein und sein inneres , tiefes Leiden. Darum sucht auch seine Seele Einsamkeit, wo nächtliche Stille sie umwaltet. Auch sie ziehet sich in ihr Geisteshaus zurück, und es ist gewoben aus Gedanken und Erinnerungen, aus Empfindungen und einer, letzten Hoffnung. Und wie nun die Seele des Verbrechers allein ist, ganz allein selber wir ihren Verbrechen — da wird es auch um sie lebendig in ihrer innern Welt! Und wie die Fabel uns erzählt von jenen Zauberpa» lästen, wo die Wände plötzlich zurückweichen, die Säulen sich zu neigen, die Decke mit ihrer rege gewordenen Bilderwelt herniederzusteigen scheint, und unheimliches Geistergelispel durch die Fluren rauschet, daß sieberische Angst den einsamen Schläfer ergreift und der gräßliche Traum ihn fast entseelt — also auch der Sünder auf seinem einsamen Lager, wenn die Bildet seiner Seelenangst um ihn wach werden. Erinnerungen beginnen um ihn ihren furchtbaren Geisterreizen, Erinnerungen einer sündenvollen Vergangenheit. Gedanken auf Gedanken treten aus seiner Nacht wie Gespenster vor ihn hin, sie mahnen ihn in Schreckensgestalten an seine Schuld. Angstvolle Empfindungen werden rege, es sind die Empfindungen, die Bilder der Verzweiflung. Und nur eine, letzte Hoffnung ist ihm geblieben, sie, die alle jene leuchten- Len Träume seiner einst schuldlosen Jugend vernichtet — die Hoffnung, daß ein so qualvolles Leben dereinst enden möge, und daß, nachdem er es mit allen Qualen, reuig und bußevoll, bis an die Stunde, die der Allgerechte bestimmt, getragen, daß daun der Gott der Liebe und Allbarmherzigkeit der geängsteten Seele gestatten werde, das Haus der Sünde, Las sie bewohnet, zu verlassen und sich von Allem, was sie entweihet, loszuringen. Dahin,, Israeliten! kann es führen, wenn wir nicht frühzeitig der leicht um sich greifenden Sünde wehren. Darum lasset uns keinen Tag vergessen zu untersuchen, ob auch kein Flecken und kein Makel hafte an unserm Hause, an unserm Herzen. Ja, Hellen Blickes, heiliger Gott! als deine Prie» ster, laß unsre innere Welt, des Herzens Räume uns durchspähen, daß kein Makel sich unsrer Selbsterkenntruß entziehe, kein Flecken ungesühnet bleibe; daß die Gluth der Sünde nicht ungehindert um sich greife, und das Leben sich nicht aufzehre in dem Ringen nach dem Tode, sondern daß wir freudigen Mukhes und

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