Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 8 (25.2.1843)
- Date
- 1843-02-25
- Page
- Seite 31 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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31 sagt, dein Herz schweigest und freudig und duldend hangest an seinem Willen und seiner Gewährung, dann stehest du da, belehret durch sein Wort, als Zeuge Gottes, und dein Hoffen und Sehnen selbst ist eine Verkündigung seiner Macht und Güte. So lasset uns also Zeugniß geben vor Gott, ihn, als König, einführen in die Welt unseres Herzens und seine Vaterhuld verkündigen unter den Schaaren der Gläubigen. Amen. 8—z. >©< Die Fürsprecher und Beschützer der Juden. (Schluß.) Gregor IX. ertheilte 1235 den Juden ein Privilegium, daß sie von Königen und Fürsten nicht sollten schimpflich behandelt werden; daß ihnen erlaubt sei, Christen in ihren Diensten und Christinnen zu Säugammen zu habend) Er schrieb über ihre Vertagung aus Frankreich an König Philipp II. eine Bulle, die sich mit Len Worten anfängt: »Lacrymabilem Judaeorum Franciae” — datirt von Ricci, 13. Septbr. 1236; auch an Ludwig den Heiligen in einer anderen Bulle, datirt von Perugia aus tm 9. Jahre seines Pontist'cates, verbietet er er unter Strafe des Bannes ihre Mißhandlung. In der allgemeinen großen Judenverfolgung durch ganz Europa, 1318 und 1319, hat, wie der gelehrte Abt Tritemius bezeugt, Clemens VI. allein die zu Avignon wohnenden Juden kräftig von dieser Vertilgung erhalten.^) Znnocenz XI. nothigte die Venetianer mit Gewalt, die vom General Mvrosini mitgebrachten und in Venedig eingekerkerten Juden frei zu gebend) Jnnocenz XII. lieh sogar den Juden in Rom 160,000 Scudi gegen 5$, Um ihre Schulden zu bezahlen.*) Die Juden haben auch die Päpste stets für ihre Beschützer erkannt. In einer Supplik, welche sie 1670 zu Wim dem Kaiser Leopold übergaben, um nicht vertrieben zu werden, berufen sie sich auf die Päpste, daß diese sie schon über 1200 Jahre in Rom wohnen ließen und väterlich behandelten^). Mit Recht sagt daher der Gefchichtsschreiber Varrios, ein portugiesischer Jude, »Fa Fontificia Roma siempre los ha patrocinado des de que destruyo a Jerusalem su General Tito” o das päpstliche Rom hat sie sdie Juden) stets be- 1) Matthaeus Flaeius in catal. rer. 534. 2) Trithemius in Chron. Hirsaug. Tom. 2. fol. 207: ״SolusPapa Clemens VI. Judaeos In Avenione habi• lautes ab hac interneclione potenter servavit, ” 3) Basnage 1. c. L. 7. c. 29. p. 2044. 4) Theatr. Europ. Tom. XV. fol. 505. 5) Theatr. Europ. T. X. 8. 2. f, 259. b. schützt, seitdem Jerusalem durch den General Titus zerstört worden" 6). Diesen schätzbaren Nachrichten fügen wir noch hinzu, daß auch die Päpste Calixtus, Eugenius, Honorius 111. sich den Juden günstig erwiesen. Selbst Gregor VII. wollte ihre Rechte nicht geschmälert wissen. Urban V., Sixtus V., Clemens Vlll., Alexander 111., Jnnocenz IV., Martin V., Gregor IX. bezeigten sich entschieden als Beschützer der Juden. Auf Befehl Clemens' Vlll. wurden die Juden (1161) als concives (Mitbürger) ausgenommen. Jnnocenz IV. schrieb den Bischöfen von Deutschland und Frankreich einen Brief (1211), worin er die Gerüchte, die sich unter Lern gemeinen Volke verbreitet hatten, als ob die Juden am Osterfeste Christenkinder mordeten, als falsch und abgeschmackt erklärt, die geistlichm als weltlichen Fürsten, Edelleute und andere Mächte, welche, wie er sich ausdrückt, mit teuflischen Ränken und Cabalen den Juden Gebrechen aufbürden, deren sie sich nie schuldig gemacht, um sie ihrer Güter zu berauben, streng ta delt und zur Menschli chkeit ermahnt^). Aber auch ganze Nationen, und wahrlich keine zu verachtenden, haben durch das Organ ihrer Reprasentauten ihre menschenfreundliche und brüderliche Gesinnung für die Juden ausgesprochen; Zeugniß davon geben die holländische, amerikanische, englische, unter den deutschen Volksstämmen namentlich die kurhessische und würtembergische, endlich die ungarische Nation! Und sind eS nicht die edelsten Geister Deutschlands^ ungeachtet ihre Bestrebungen einer Anwaltschaft der Juden weit entfernt lagen, welche dennoch ihre Stimmen zu Gunsten ihrer gerechten Sache erhoben und einer edlen Empörung über ihre unwürdige Behandlung Raum gaben: ein Lessing, Klopstock, Herder, Schiller, Jean Paul, undallerneuestens Alexander ».Humboldt?!! Ja auch Österreich hat in neuester Zeit diesen schönen Verein beschickt, und braucht sich seiner Repräsentanten nicht zu schämen; froh und dankbar nennen wir Anastasius Grün und Niclas Lenau. Und endlich, wie viele ausgezeichnete christliche Schriftsteller älterer uad neuerer Zeit haben es sich nicht zum schönen Ziel gesetzt, für die mißhandelten Rechte der Juden eigens in die Schranken zu treten. So die Dichter Romain de Hooghe und Barläus, Preyerius, Calvin, der berühmte Rechtslehrer Hugo Grotius, Wagenseil, die beiden Buxtorfe, Sebastian Münster, Cardinal Cäsar Boronius, Cameron, Selden, Vossius, Hottinger, Hackspsm, Schnell u. A. m., so wie in neuerer Zeit der geist- und gemüthvolle Prinz de Ligne, Dohm, Ewald, Buchholz, Krug, von Ulmenstein, Robert Haas, der norwegische Dichter und Professor Wergeland und so viele Andere. 6) Barrios, Historia universal. Judaica. p. 15. 7) Bibliotheque critique du R. P. Simon. T. I. p. 115 et 115.