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Sabbath-Blatt · 1843-02-04 · 5 (4.2.1843) · p. Seite 19

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Journal
Sabbath-Blatt
Volume
1843
Issue
5 (4.2.1843)
Date
1843-02-04
Page
Seite 19 (sequence 3)
Language
German
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19 wird uns den Morgen senden, der uns tröstet, den Morgen der uns wieder Freude bringt. Amen. 8—2. Die Juden im Wehrstande. (Schluß.) Doch wiewohl mehrere sich durch ihr braves Venehmen zu den nieder» Graden schwangen und goldene und silberne Tapferkeilsmedaillen erhielten, so sind uns doch nur drei Fälle bekannt, in denen es Juden gelang, dem Vorurthcil das körte d’epee abzugewinnen, worunter ein gewisser Honig, der es bis zum Hauptmann gebracht hatte. Zwar erließ der Prager Magistrat auf eine Anfrage des Peter Beer unterm 15. Juni 18 i 5 ein Schreiben des In- Halts: -,Daß es keinem Anstand unterliege, Laß hoffnungsvolle junge Leute israelitischer Religion, insofern sie nach dem Stande ihrer Altern nicht ohnehin der Militairconscription unterliegen, und sonst auch die erforderlichen Eigenschaften besitzen, als Cadetten oder ex propriis Gemeine bei Len Regimentern assentirt werden können, " wo sodann ihre Vorrückung zu -Officierschargen einzig nur von ihrer Verwendung und Brauchbarkeit abhängen werde, da nach den humanen Grundsätzen der österreichischen Regierung die Religion hier keinen Unterschied mache, und bereits mehrere Individuen israelitischer. Nation als Ossieiere und Stabsofficiers in der kaiserl. königl. Armee dienen; zwar stand auch vor Kurzem in der Augsburger allgemeinen Zeitung eine Reclamation hierüber mit Alexander Weiß gezeichnet, worin nicht nur behauptet wurde, daß das Glaubensbekenntniß kein Hinderniß zum Avancement im österreichischen Heere abgebe, sondern auch, daß sich mehrere Officiers israelitischer Confession gegenwärtig darin befanden: allein wir läugnen Lies geradezu. Nicht nur existirt gegenwärtig kein Officier jüdischer Confession in der österreichischen Armee, sondern hat der zum Krüppel zusammsngeschossene und invalid erklärte jüdische Soldat nicht einmal den leidigen Trost, ein kleines bürgerliches Gewerbe antreten, oder irgend eine untergeordnete Amtsbedrenstung erlangen zu können. Und doch werden die dienenden In- Den im österreichischen Heere immer zahlreicher, und vorzüglich findet man deren viele in ungarischen Regimentern. In dem Jahre 1841 zählte allein das zu Wien garnisonirende Regiment Prinz Hessen-Homburg 70 Juden. Auch haben sich bei der letzten Recrulirung in Ungarn die In- Den von allen Seiten freiwillig eingefunden, und ihr Benehmen zeichnete sich hierin an mehreren Orten auf das rühmlichste aus. Dennoch klagte im Jahre 1832 ein Bericht an eine Central-Staatöbehörde über die verhältnrßmäßig öfter vorkommende Untauglichkeit der Juden namentlich in Gallizien, und wollte aus diesem Grunde, Ursache mit Wirkung verwechselnd, Licht- und Fleischaufschlagssteuern rechtfertigen. Als ob es nicht begreiflich wäre, daß der gallizische Jude in seiner bedrückten Lage und eben durch die Steuern in die Unmöglichkeit versetzt wird, sich und die Seinigen den auf das Doppelte und Dreifache gesteigerten Fleischgenuß zu gewähren, der doch gewiß zur physischen Ausbildung und Kräftigung unentbehrlich ist. Es ist wieder Benjamin, dem man den Becher in den Reisesack hineingelegt hat, und ihn dann als Räuber verfolgt. Ilbrigens ward schon unter Kosciuszko ein ganzes jüdisches Freicorps in Polen organisirt, und man findet sowohl im russischen, als im preußischen und österreichischen Heere genug polnische Juden, ganz vorzüglich aber in dem erstgenannten. — Wohl also haben die Juden zu allen Zeiten ihre Besahigkeit zum KrregshanLwerke erhärtet, und es ist von dieser Seite kein gültiger Grund vorhanden, ihnen ihre so theuor erkauften Rechte vorzuenthalten, sie mit drückenden Lasten zu beschweren oder ihnen in jener Carriers selbst Hindernisse in den Weg zu legen. Literatur. Klein, 2. Dr., Rabbiner in Stotp: Predigt bei der Einweihung der neu erbauten Synagoge der ikraelititchen Gemeinde in Katdenburg, am 2. Marchekchvan 3603 (6. October 1842) gehalten. Stolp, 1842. Nach einigen wohlgesprochenen Worten »des Abschiedes, beim Verlassen des alten Bethauses," sängt die eigentliche Weihepredigt über Jes. 54, 2. Sie muß auf die Anwesenden einen sehr guten Eindruck gemacht ha-, ben. Der Fortschritt der Ideen ist klar und ansprechend. Wir heben folgende Stelle aus: »Das Gotteshaus heißt auch Schule und sie soll die wahre Schule des Lebens sein, wo Jeder, Jung und Alt, Männer, Frauen und Kinder, sich Belehrung des Geistes und Erhebung des Herzens holen; denn in diefei* Schule wird die wahre und unvergängliche Wissenschaft gelehrt in dem klaren und reinen Worts Gottes, das da ist »der Lebensbaum für Alle, welche sich festhalten an ihm, und wer sich darauf stützt, ist beseligt;" (Spr. Salom. 3, 18.) in diesem Worte lernen und erfahren wir, wie es aus ältesten Tagen den Gottesmännern gelang, den Beifall Gottes und der Menschen zu erringen und sich ein ewig dauerndes, gesegnetes Andenken zu gewinnen, indem sie die Bahn wandelten , die der Herr vorgszeichnet; hier in dieser Schule lernen wir das ewige Leben erlangen, nicht indem wir zum Himmel stei-

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