Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 1 (7.1.1843)
- Date
- 1843-01-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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z Las erste Volk, das zum Licht und zur Liebe erwacht ist, und begreifst du, daß in deinem Erstgebornen die Weihe Israels sich erneuere, seine Gotteskraft sich verjüngen soll — dann erziehest du dein Kind zu deinem und seinem Glücke, dann trägst du die Erfüllung derner Wünsche in eigner Hand, dann freue dich deiner Hoffnungen, dann sprich, deinen Segen aus, und nicht Lies eine Kind «ur, sondern alle, die dir Gott giebt, werden in Wahrheit dir gehören, sie alle werden glücklich, werden gesegnet seyn. Amen. 8—2. Höchster Zweck der Schule und namentlich dw Volksschule. Die Wichtigket der Schulen, und namentlich der Volksschulen, für die Bildung der Heranwachsenden Generation, für de Veredlung eines Volkes, ist so allgemein, von alln Staaten und Gesetzgebern des Alterthums wie de neuern Zeit anerkannt, daß es kaum Einen geben )ürfte, der das hohe Verdienst der-- jenigen, welche Sculen gründen, zu verkennen im Stande wäre. Eine andere Frage ist es, wodurch die Schulen ihre wichtig Aufgabe erfüllen, oder welche Mittel sie besitzen urd wie sie dieselben anwenden müssen, um wirklich zu Lildungs stücken des Volkes, oder eines bestimmten Kreses zu werden. Die verschiedenen Ansichten, welche die Staaten bei der'Einrichtung ihrer Schulen befolgen, die mancherlei, mitunter wohl auch ungerechten Klagn, welche man von den verschie- Lensten Seiten her, über den verfehlten Zweck der Schulen vernimmt, gm Ligen wohl, um zu zeigen, daß jene Frage schwierig sey und daß man sich über ihre Losung noch nicht reht verständigen könne, daß der Gedanke der Schul-Zildung, namentlich auch von Seiten der Pädagoge!, noch nicht überall recht be-- griffen und darum auh noch nicht überall Ln dem Amfange, wie man 6 wünschen möchte, facti sch ins Leben getreten sey. Die Kenntnisse, vm welche? Art und Stufe dieselben auch ftpeu, die in den Schulen der Zugend dargeboten werden, sollen dieselbe einem zwiefachen Ziele entgegenführen. Sie soll Lurch dieselben in Len Besitz derjenigen Kenntnisse gesetzt werden, die für den äußern Bedarf des Lebens praktisch nothwendig sind. Anderseis aber soll diese Zugend, Lurch die ihr mitzutheilenden wissenschaftlichen Elemente, geistig und sittlich veredelt werden. Es ist gar keine Frage, daß dies, wie die eigentlich schwere, so die wichtigste Aufgäbe der Schule ist. Sie möchte sich nur selbst entwürdigen, wenn sie ihre Aufgabe darin erfüllt sähe, daß sie der Zugend Kenntnisse und Fertigkeiten mechanisch beigebracht, einzig in dem Sinne zu dem Zwecke, daß dieselben ihr dann gleichsam als das Handwerkzeug des Lebens dienen mögen. Auch würden, auf solche Weise, die Hoffnungen jener Staaten und alle der erleuchteten Freunde der Volksbildung, welche als deren eigentliches Fundament die Schule ansehen, wenig erfüllt werden. Fragen wir uns nun, wie es in dem Wesen der wissenschaftlichen Schulgegenstände liege, Len Menschen geistig zu bilden und zu veredlen, so ergiebt sich hierauf als Antwort, daß jede Beschäftigung mit geistigen Dingen, auch selbst nur den Anfangsgründen irgend welcher Kenntnisse, recht betrieben, geeignet sey, den Menschen selbst zu vergeistigen, sein Seelenleben Zn erhöhen, im Gegensätze Zu seinen gewohnlichen und physischen Beziehungen und Interessen. Die erlangte Gelegenheit und Fähigkeit, sich mit etwas Geistigem zu beschäftigen, eröffnet dem Menschen eine ganz neue Sphäre seiner Thätigkeit, seiner Wünsche und Empfindungen, theilt also wenigstens schon seine Aufmerksamkeit, die er außerdem einzig nur niedrigern Beziehungen znwenden würde.׳ Sonst zunächst nur auf sich selbst und auf Len engen Kreis, der ihn umgiebt, hingewiesen, auf die kleinlichen Bedürfnisse seines äußern, seines täglichen Lebens, also der größten Gefahr ausgesetzt, in eine rohe Selbstsucht zu versinken, die, Ln ihrem allmächtigen Fortschritte bald jede Menschlichkeit in ihm vernichten würde, sieh et er sich durch jene geistigen Dinge in eine neue Welt versetzt, ein ganz neuer Kreis von Znteressen bietet sich ihm dar, die seine Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, seine Wißbegierde erregen, wiewohl sie für ihn doch nicht das Anlockende der ihm früher und außerdem allein begreiflichen Annehm-