Sabbath-Blatt
- Journal
- Sabbath-Blatt
- Volume
- 1843
- Issue
- 1 (7.1.1843)
- Date
- 1843-01-07
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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2 hS Vt> Wahrheit euer, zurückerhalten könnet. Denn dies theure Gut, bei dem ihr ängstlich jedem Athemzuge lauschet, dies liebe Abbild eures Lebens, es stehet, gleichwie jene Erstgebornen der Ägypter, die in einer Nacht rettungslos dahinstarben, es stehet in Gottes Hand! — Ihr wäret vielleicht bis jetzt läßig in seinem Dienste, ihr wäret vielleicht, wie jener Pharao, trotzig gegen sein Gebot, ihr sähet vielleicht im Menschen allein die Richter eurer Handlungen, die Stutzen eures Glückes und vergaßet den Gott Israels, den großen und mächtigen Gott, den Gott aller Zeiten und Völker. Ihr stehet jetzt — ihr stehet in jedem Augenblicke vor diesem Gott, dem Allgegenwärtigen, aber ihr seyd, in dem Momente, den ihr feiert, euch dessen lebhafter bewußt — Ein Wink von Ahm dem Unsichtbaren, und ihr lösetet dies Kind nimmer aus! Er Wender sein schützendes Angesicht weg, und cs ist nicht mehr! — Aber Gottes Erbarmen ist groß und unendlich; er erhält euch dies Pfand eures Glükkes und eurer Liebe. So soll es euch täglich mahnen an eure Pflicht und sein Lallen euch die Ehre des Schöpfers verkündigen und den Trotz eures Herzens überwinden. Oder, so ihr willig wäret seiner Vorschrift und folgsam dem göttlichen Gebote — wie manche Prüfungen waren vielleicht bisher über euch ergangen, und wie wunderbar, wie gnadenvoll führte euch Gott nun zum Ziele eurer Wünsche, daß ihr ein Haus gründetet in Israel, dessen Sprößling jetzt festlich eure Freunde umringen, indem ihr ihn freudetrunken zu Gott emporhebet. Auch an diesem Kinde werdet ihr noch mannigfach geprüft werden, noch manche bange Nacht werdet ihr viellcichr an seinem Bette wachen, mit thränenschwerem Auge seinen Schlummer hüten. Aber es stehet in Gottes Hand, in dem gnadenreichen Lichte seines Schutzes. Euer Wachen würde nimmer helfen, wenn Gott nicht wachte, er, von dem es heißet אל־ינום שמוך , er schläft nicht, dein Hüter. Du trittst mit diesem Kinde vor Gott, und reichest es seinem Priester dar, den! Abkömmlinge Aharons. Du empfängst es wieder zurück aber bleibt es nicht dennoch, wie all das Deine ein Eigenthum Gottes? Ihm dankest du, daß er euch diesen Tag und dieses Fest erleben ließ, Der Priester segnet das schlafende Kind mit dem Segen des Ewigen und du giebst es gewekhet, beseliget der Mutter zurück. Möge Gott solchen Segen an ihm in Erfüllung gehen lassen! im Arme, an der Brust seiner Mutter ein Bild des Frie« dens und der Seligkeit —möge Gott ihm diesen Frisden bewahren, diese Seligkeit feinem Herzen schaffen! -dies sind, Eltern! unsere Empfindungen, unsere Wünsche. Dies sind, Eltern! unsere Wünsche! Und kön ־ neu wir etwas thun, sie zu erfüllen? Das Kind, Las wir zuerst groß ziehen, ist auch das erste, von dem unser Terr sagt, daß es uns fragen werde fTTT) פ»» ,כי״ישאלך בנך מחר was wir ihm erwiedern sollen. Zu dieser Frage giebt ihm vor Allem die Passahfeier selbst Veranlassung, die so nahe mir seiner Weihe zusammenhangt. Aber wenn das damals gefeierte Fest der Auslösung dieses Kindes, pH פריון das einzigem ««ferm Hause blieb, wenn das Passahfest, das mit jedem Jahr das innige Bar s zwischen dem Erstgebornen und seinen Eltern vor Gottes Augen erneuern sollte, unbeachtet an uns vorüberzieht, wenn das sauere Brod des gewöhnlichen Lebens auch an diesem Tage unsere Speise ist und wir uns uimmer über die Geschäftigkeit des alltäglichen ׳Treib-ms erheben können zu den religiösen Erinnerungen einer großen Vergangenheit, wenn das Früherndtefest DT* הבכורים uns vergebens seine frischen Kränze, die Frühlingsgaben Gottes darbeut und die Gesetzgebung am Sinai, deren Andenken es gewcihet ist, uns wie ein Traum erscheint, an Len wir kaum denken mögen, und wenn so kein Fest für uns mehr seine Freude, keine מ^יוה, kein Gebot Gottes für uns mehr seine Weihe und seinen Werth hat, dann — dann sind uns die schönsten und sichersten Mittel genommen, die Wünsche für unser Kind in's Leben zu rufen. Aber fühlest du schon bei diesem ersten Kinde, das deinen Namen erhalten soll, daß es nicht nur das deinige, sondern vor Allem ein Kind Gottes ist, sprichst du zu diesem Kinde in jedem Jahre, und an jedem Passahfeste, ich feiere dieses Fest, ich weihe diese Gaben, ich spreche Liese Segenswünsche, weil uns Gott ans Ägypten befreit hat, weil wir geführt wurden aus der Sklaverei des Irrglaubens zu der Gottesfreiheit der Erkenntniß und des Glaubens, fühlst du, was es heißt, wenn Gott sprichtr בני בברי ישראל, mein erjrgcborner Sohn ist Israel, Stadtu. Univ.-BlbU Frankfurt /Mala