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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-10-01 · 10 (Octubre, 1968) · p. Seite 14

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
10 (Octubre, 1968)
Date
1968-10-01
Page
Seite 14 (sequence 15)
Language
German
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14 BOLETIN INFORMATIVO OCTUBRE 1968 Der General und die Studenten von SCHALOM BEN CHORIN Er sieht selbst fast noch wie ein Student aus. Phantastisch jung — für sein Alter. er ist immerhin schon Grossvater und hat eine (seit Jahren) Romane schreibende Tochter. Die Studenten jubeln ihm zu, denn er ist sozusagen der Ausdruck ihres Leitbildes des Israelis: Rav-Aluf Mosche Dajan, Sicherheitsminister Israels. Die Araber werden keinen neuen Krieg beginnen, wenn ihnen nicht eine Grossmacht zu Hilfe eilt! erklaert Dajan in seiner ruhigen, klaren, zielbewussten Art. Drei Mal darf man raten, um welche Grossmacht es sich handeln könnte? Der Minister wird noch deutlicher: Die Sowjetunion haelt den Schlüssel für Krieg und Frieden im Mittleren Osten in ihren Haenden. Sie hat zwar kein formales Bündnis mit den Aegyptern, Syrern und Algeriern geschlossen, aber sie ist ihr Partner im Mittleren Osten. Aber andrerseits haben die USA ein gewichtiges Wort inbezug auf die politischen Lösungen mitzureden. Das wird deutlich im Vergleich der Situation von heute mit der von 1956. Damals standen die USA nicht auf Seiten Israels und deshalb konnten die Russen politisch ganz anders Front machen — gegen England, Frankreich und... Israel. Diesmal ist es ihnen nicht gelungen, denn die USA haben eben ein Wort mitzureden ... Die Studenten haengen am Munde des Ministers. Die Auslands - Studenten tragen Hörgeraete um der Simultanübersetzung in englischer und französischer Sprache zu folgen. Dajan wird deutlich: Wie soll man in einer Demokratie Entscheidungen über Krieg und Frieden faellen, ohne zu wissen, was das Volk wirklich denkt? Man muss miteinander reden. Deshalb will der Minister und Heerführer nicht nur eine Rede halten, sondern Fragen beantworten. Vorerst aber legt er seine Auffassung dar: Die Araber fühlen sich schwach: Sie haben zwar an den Grenzen 100.000 Mann und 1.000 Tanks sowie 250 Flugzeuge formiert, sind wieder so stark wie vor dem Juni, aber sie haben etwas gelernt ... naemlich, dass sie ohne fremde Hilfe nicht mit den Israelis fertig werden können. Der empfindlichste Punkt ist natürlich... Aegypten! Deshalb haben wir uns am Suezkanal festgesetzt und wie! (Beifall, Gelaechter) Aber wir müssen wissen, dass man kein Kriegsbudget unterhalten kann und dazu im Wohlstand leben darf wie im tiefsten Frieden. Also: einfach leben, klar werden, bereit sein... es ist eine harte Sprache. Leider hat der leger wirkende Mann, der sich immer wieder auf einen Stuhl im Rücken stützt und mit seinem einen Auge sein Auditorium anblitzt, vollkom¬ GEBET FUER ISRAEL Ewiger, Gott unserer Vaeter, Erhabener und Allgewaltiger, Gesegnet Dein Name. Wir beten zu Dir in dieser feierlichen Stunde Des Gedenkens an die Maenner und Frauen, An die jungen, lebensstarken Menschen, Die in taeglicher zaeher Werkarbeit Aus Wueste und Sand, aus Suempfen und Felsgestein Bluehende Felder, fruchtbare Aecker, Waelder und Taeler geschaffen: Das heilige Land, das von Dir verheissene Land: ISRAEL Wir beten zu Dir in dieser weihevollen Stunde Des Gedenkens an die Unbekannten und Ungenannten Deiner Soehne, Die Jahrzehnt um Jahrzehnt bauten und wirkten, Dass Wirklichkeit werde, Der Traum eines Grossen, Die Vision eines Heimgekehrten, Die Sehnsucht von Generationen: MEDINAT ISRAEL Wir beten zu Dir in dieser bewegenden Stunde, bruederlichen Gedenkens an alle, Die im Kampf um die Freiheit, Im Kampf um die Unabhaengigkeit Israels gefallen, Auf dass unser Volk lebe! Herr der Welt, Du hast an uns das grosse Wunder getan. Dass Dein Volk nach den Jahren Der Verfolgung, der Deportation, des Hasses, Der Not und Verzweiflung, der Flucht und der Leidan Sich aufs Neue aus dem Staube erhob. Wir erflehen von Dir, Gott unserer Vaeter Den Segen deiner Liebe, den Segen des Friedens. Gib uns die Kraft, gib uns den Mut Als Dein Volk zu bestehen. Segne unser kleines Israel, Segne die ganze Menschheit Und begnade sie mit dem Licht Deiner Erkenntnis der Bruederschaft aller Erdenkinder. Hans Silber. (Chef-Redakteur der “Voz Semanal”, Montevideo). men recht. Es ist wahr, was er sagt, wenn auch nicht angenehm . Wir müssen auf alles gefasst sein — und vorbereitet. Die Terrorbanden haben Schiffbruch erlitten. Sie können nicht ausrichten, was die arabischen Armeen verfehlt haben. Aber wir sollen wissen, dass diese El Fatach Leute keine Kriminellen sind. Zwei Drittel sind Palaestinenser, vom Westufer und vom Gaza- Streifen. Junge Leute: Durchschnittsalter 26. Nur 6 Prozent sind Analphabeten — waehrend 8 Prozent höhere Bildung genossen haben. 45 Tote, 30 Verletzte haben die Terroristen zu verzeichnen und 1.000 Leute von ihnen wurden von den Israelis gefangen genommen. Das sind die Tatsachen. Der Terror hat auch uns in 120 Aktionen und 60 Feuerüberfaellen 28 Todesopfer und 85 Verletzte (bisher) gekostet — das ist traurig genug, aber das wird die Probleme nicht lösen. Wir sind, sagt Dajan, in ein neues Stadium eingetreten: jetzt erst haben wir — für Generationen — die Landkarte Israels festzulegen. Wir müssen wissen, dass dieses Volk und dieses Land zusammengehören Was gehört zu diesem Lande Israel? Was in der Bibel steht! Dajan nennt: Hebron, Nablus (Schechem) ganz Jerusalem! Er erinnert mich an Cromwell: die Bidel in der Satteltasche! Das ist Israel 1968. Die Bibel! Nicht den Talmud ... die Jeschiwa-Bachurim will Dajan offenbar laufen lassen: wer so fanatisch glaubt, sagt er, mit dem soll man nicht anbinden, obwohl es von der Armee her gesehen keine Unterschiede zwischen Gruppen der Bevölkerung gibt. Mit anderen Worten: vor den Arabern fürchtet sich Dajan nicht, aber vor den Jeschiwa-Bachurim ist ihm „mies“... man kann das verstehen. Ein amerikanisches Studenten - Paerchen vor mir nimmt den Minister mit Blitzlicht im Schnellverfahren auf! Das Bild ist sofort fertig und sieht aus wie eine Aufnahme von der Kehrseite des Mondes. Macht nichts: Photographieren ist Selbstzweck. Der Minister endet mit Applaus... jetzt kommen die Fragen. Nur junge Maenner wagen es. Die Frau schweige in der Gemeinde. Dajan laesst jeweils nur eine Frage zu. Ein Student fragt: „Warum haben Sie nicht schon vor dem 5. Juni losgeschlagen?”. Dajan gibt eine jüdische Antwort: Er antwortet mit einer Frage auf eine Frage: „Das fragen Sie mich?” XGelaechter... Jeder hat die Antwort verstanden). Ein junger Mann gibt sich als Samaritaner zu erkennen! Unter den Transjordaniern waren die Samaritaner, die Ur-Israelis, wie er sagt, 128 Generationen im Lande, unterdrückt. Jetzt aber hat sich ihr Status nicht geaendert. Warum eigentlich? Seit 1500 Jahren warten wir auf die israelische Herrschaft, sagt der Jung-Samaritaner aus Schomon. und jetzt sollen wir nicht gleichberechtigt sein? (Wie er zu dieser Zajü kommt, weiss ich nicht. Das Samaritaner - Heiligtum auf dem Garizim wurde bereits 128 v.d.g.Z. durch die Hasmonaeer zerstört...). Dajan sagt Ueberprüfung des Samaritaner-Status zu, will barmherzig zu den Samaritanern sein und wird dafür zum Pessach-Opfer auf den heiligen Berg eingeladen! (Brausender Beifall). Eine Frage konnte nicht ausbleiben: die Frage nach der „Dakar“! Dajan hatte sie nicht erwaehnt. Ein furchtbarer Verlust — gibt Dajan zu und erwaehnt ferner die „Elat“, aber die Marine bleibt ein integraler Bestandteil unserer -Verteidigungskraefte — zu Wasser zu Land und in der Luft! Man hat den Eindruck von Staerke — nicht von Kraftmeierei, wenn man Dajan zuhört. Ein neuer Stil. So spricht kein anderer Minister. Keine Phrasen. Keine Laengen, Keine Langeweile. Klar, einfach, deutlich — und (Gott sei Dank!) menschlich, sehr menschlich. Kein Hass gegen die Araber, keine Verachtung. Wir wollen mit denjenigen von ihnen Zusammenarbeiten, die mit uns zusammenzuarbeiten bereit sind, aber wir müssen primaer unsere Staats- und Volksinteresseii wahrnehmen, unsere Lebensrechte, denn es geht ums — Leben! Wir treten in die Nacht hinaus. Autos, Autos, Autos .. warten vor den Bauten der Nation. Die Autoemanzipation der Juden ist hier Wirklichkeit geworden, Hat schon jeder Student sein Auto? Nicht ganz. Es waren ja auch bemoostere Haeupter, unter den Hörern, aber die Jugend allein hatte das Frage-Wort — und ihr allein stand an diesem Abend Moshe Dajan Rede und Antwort. („SEMANA ISRAELITA") INDUSTRIEPRODUKTION GESTIEGEN (Jerusalem, OAM).— Die industrielle Produktion im laufenden Jahre zeigt eine Erhoehung, wie sie bisher noch nie erreicht wurde. Es wird erwartet, dass die Produktion in diesem Jahre um 30% gegenueber dem Vorjahre steigen und den Betrag von 8.7 Milliarden IL erreichen wird (im Vergleich zu 6.7 Milliarden IL im Vorjahr). Dies sagte Handels- und Industrieminister Seew Scherf vor dem Industriellen-Forum, in welchem die Vertreter der privaten Industrie, wie auch der Histradrut und Staatsindustrie vertreten sind. Er fuegte hinzu, dass sich der Export industrieller Gueter um 70-75 Millionen Dollar erhoehen sollte, und dass die Industrie alles verkauft und im Augenblick keinerlei Exportwaren auf Lager haelt, fuer welche sie Kunden im Auslande suchen muesste. Gleichzeitig sei die Anzahl der Beschaeftigten nui maessig gestiegen, sodass der Arbeitsmarkt nicht zu sehr belastet wurde, und auch die Lohnlinie gehalten werden konnte. Seiner Schaetzung nach duerften trotzdem bis Jahrsende umgefaehr 250.000 Persoen in der Industrie taetig sein, da mit einem Zuwachs von umgefaehr 1 ö % in der Anzahl der Beschaeftigten gerechnet wird. Im Zusammenhang mit dieser unvorhergesehenen Steigerung wurde die Frage der professionellen Arbeitskraefte dringend und daher war das Hauptthema des industriellen- Forums, das zur Debatte stand, wie man den Mangel an Facharbeitern ueberwinden koennte. Der Minister gab weitere Zahlen bekannt, aus denen hervorging, dass der Export von Industrieguetern im ersten Halbjahr 1968 im Vergleich zum Vorjahre um 35% gestiegen ist. DEVISEN - RESERVEN GESTIEGEN - STAATSSCHULDEN GEFALLEN (Jerusalem OAM).— Waehrend des Monats Juli 1968 blieben die Gold-Reserven der Bank Israel unveraendert im Vergleich zum Vormonat (ca. IL 240 Millionen oder 68,5 Millionen Dollar). Dagegen stiegen die Devisen-Reserven der Bank von ca. IL 2.536 Millionen (685 Mill. Dollar) auf ca. IL 2,775 Millionen (724 Millionen Dollar). Die Gesamtreserve in Gold- und Devisen betrug daher am 31. Juli 1968 IL 2,775 Millionen oder 793 Millionen Dollar. Die Staatsschulden an die Bank Israel reduzierten sich um IL 148 Millionen, von IL 809 Millionen im Juni auf IL 661 Millionen am 31.7.1968. IHR REISEBUERO SPORTSTOUR In- und Auslandsreisen, Hotel Reserven & Ausfluege Tealinos 304 Ecke Huérfanos im Gebaeude des Hotel Panamericano. Tel. 68832 — 83770 — 63100

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