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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-10-01 · 10 (Octubre, 1968) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
10 (Octubre, 1968)
Date
1968-10-01
Page
Seite 15 (sequence 16)
Language
German
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OCTUBRE 1968 BOLETIN INFORMATIVO 15 AUS DEM REISE - TAGEBUCH 196B: EIN PAAR WORTE DEBER DIE STAERKE OER SCHWACHEN Der Monat August stand im Zeichen der Unterwerfung der Tschechoslowakei. Im September startete die Sowjet-Union ihr Ablenkungsmanoever: unter Berufung auf die vergilbte und verstaubte “Feindstaatklausel” wurde die Bundesrepublik eingesehuechtert und am Suez-Kanal versuchten aegyptische Kommandos ein gleiches mit Israel. Der Schreiber dieser Zeilen erlebte die Besetzung von Prag in Chile, die deutsche Malaise in Europa und die neue Spannung in Mittelost in Israel. An das Gefuehl, Weltgeschehen auf einer Drehbuehne zu sehen, hatte er sich schon lange gewoehnt; nun aber rotiert fuer ihn auch das Parkett und er mit ihm. SCHWAECHE EINES STARKEN So aendert sich die Perspektive mit jeder Landung und jeder Landschaft, die sich dabei neu auftut, mit jedem Zurueckstellen der Uhr, mit jeder Erfahrung, die sich dem Fremden auch in den unbedeutendsten Dingen des alltaeglichen Lebens erschliessen kann. Aus lateinamerikanischer Sicht ist die tschechische Tragoedie eine Lektion ueber den Kommunismus, seine Methoden, seine Glaubwuerdigkeit, seine Strategie und Taktik. Von Europa aus gesehen, gilt es in erster Linie, die Moeglichkeiten einer militaerischen Verteidigung gegen die Sowjet-Union neu zu ueberpruefen. Das trifft vor allem fuer die BRD und Israel zu, wo es eine kommunistische Gefahr —von innen heraus— nicht gibt, ebenso wie fuer England. Die Debatte in Italien, mit der staerksten Kommunistischen Partei ausserhalb Russlands, dreht sich naturgemaess um beide Themen: um den verheerenden Effekt der CSSR-Affaere abzuschwaechen hatte die KPI, ploetzlich in die Defensive gedraengt, ihre bekannte kritische Haltung eingenommen. In der gleichen Richtung bewegten sich die franzoesischen Kommunisten. Mit der Feststellung, dass sich fuer uns nicht nur die Buehne, sondern auch der Zuschauerraum dreht, sollte u. a. angedeutet werden, dass die Einschaetzung der neuen Lage sich von Land zu Land sehr aendert. Wie weitgehend dies aber der Fall ist, erscheint bei vergleichender Betrachtung einfach frappant. So erschien uns die Reaktion in der BRD entmutigt, defaitistisch, resigniert. Die militaertechnisch perfekte Okkupation der CSSR in weniger als einem Tag fuhr den Bundesdeutschen als gewaltiger Schreck in die Glieder Man wurde unwillkuerlich an den Witz des Humoristen Werner Finck erinnert: “Wie koennen Sie in Berlin leben? Direkt an der Zonengrenze! Kommen Sie zu uns nach Hamburg! Bis die Russen da hinkommen, das dauert Stunden!”. Dass die UdSSR mit all ihren propagandistischen Waffen auf den deutschen Pruegelknaben einschlug, um die Schande von Prag zu rechtfertigen, trug natuerlich auch dazu bei, die Nerven der Germanen zwischen Elbe und Rhein zu belasten —sie sind zarter als vor 25 Jahren!—. Und die passive Rolle der USA, von wo man eine Reaktion ferhofft hatte, spannte sie vollends bis zur Zerreissprobe. Der Bundesdeutsche fuehlt sich sicher oder, besser gesagt, unsicher, in dem Maasse in dem er glaubt, dass ihn die NATO verteidigen kann. Davon, dass die BRD der westliehen Allianz staerkstes Glied sei, war nichts zu spueren, zumindest auf psychologischer Ebene. Man hatte mehr das Gefuehl, dass fuer den hypothetischen Fall eines russischen Einmarschs der Durchschnittsbuerger an alles andere eher denken vvuerde als an Widerstand, vor allem aber an Auswanderung. Dazu mag die Erfahrung der Abwanderung aus der sowjetisch besetzten Zone in den Jahren, da sie noch moeglich war, auch beigetragen haben. Jedenfalls findet man darin ein Beispiel mehr fuer die schier endlose Reihe von Beispielen, wie der Verbrecher von Braunau genau das Gegenteil von dem erzielt hat. was er im Schide fuehrte, denn von Blut und Boden und Verbundenheit zur “Scholle” kann dabei nicht mehr die Rede sein. Dass dieses Unbehagen —Panik waere in der Tat ein zu starkes Wort— nicht nur einen vagen psychologischen, sondern einen in der kuehlen Sphaere politischen Denkens sehr klaren Ausdruck fand, beweist die Nervositaet, mit der Bonn auf die russische These von der “Feindstaatsklausel” reagierte. Ihr zufolge steht den ehemaligen Alliierten des Zweiten Weltkriegs das Recht zu, in ehemalig feindlichem Gebiet direkt zu intervenieren, sofern sich dort fine neue militaerische Gefahr zusammenballt. Erst als Washington und selbst London und Paris klargestellt hatten, dass sie Moskau dieses Recht in Bezug auf die BRD nicht mehr zugestehen und eine Intervention dort und auch in Berlin einen casus belli darstelle, atmete man etwas auf. Als Randbemerkung interessant festzustellen, wie defensiv der Westen denkt, wie sehr Moskau die Initiative hat: waere es nicht im Hinblick auf die Beteiligung sowjetzonaler Heeresverbaende beim Einmarsch in die CSSR logisch gewesen, eine Anwendung der Feindstaatklausel, wenn ueberhaupt, so gegen Pankow in Betracht zu ziehen? DER WILLE ZUM WIDERSTAND Natuerlich weiss man in Moskau, dass die Bundesrepublik durch die NATO, d. h. durch die USA, abgeschirmt ist, ebenso gut wie man wusste, dass die Tschechoslowakei dieses Privileg nicht beanspruchen konnte. Daher liegt keines dieser beiden Laender in wirklichen Krisenzonen, solange die beiden Kolosse sich stillschweigend darueber einig sind, dem andern nicht ueber den Gartenzaun zu springen. Das Vorruecken sowjetischer Divisionen an die bayrische Hecke hat den Zaun zwar maechtig ins Wackeln gebracht, aber keineswegs eingerissen. Eher hat man auf dieser Seite gemerkt, wie sehr er gestuetzt und geflickt werden muss: durch Verbesserung des Nachrichtenwesens ,das am 20. August weitgehend versagt hatte, durch Ueberwindung des “Big Lift”-Konzepts, laut dem im entscheidenden Moment die Amerikaner ein paar Wochen Zeit haben wuerden, ihre Truppen nach Europa einzufliegen, was natuerlich absolut nicht mehr zutrifft, durch eine komplette Revision der gesamten ziemlich obsoleten NATO— Struktur ueberhaupt. Die tatsaechlichen Krisenzonen sind vielmehr dort, wo es kein klares Allianz-System, keine Garantie-Versprechen, keine weitgehend bindenden Abmachungen gibt, wie dies z. B. auf Jugoslawien, auf Rumaenien und, wie konnte dem anders sein, auf Israel zutrifft. Dass dies fuer die Moral der Menschen kein Nachteil, sondern ein Vorteil ist, gehoert zu den, Dingen, die man auf einer Reise lernen kann und dies selbst dort, wo man es am wenigsten erwartet, naemlich in der Schweiz. Und zwar war es nicht in der an sich wunderbaren “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, nicht in “The Times”, wo das Thema der Moeglichkeiten eines Widerstands vordringliche Behandlung erfuhr, sondern in der “Neuen Zuercher Zeitung”, in der “National-Zeitung” von Basel, und wie man annehmen darf, weil die Presse eines freien Landes ja schliesslich das widerspiegelt, was seine Menschen denken, in den Gespraechen von den Bauernhoefen in Gruvere bis zum Gebaeude des Bundesrats in Bern. “Wie weit sind wir vorbereitet?” lautete die Frage, und: “Was haben wir aiis der tschechischen Erfahrung zu lernen?” Und moegliche Antworten wie die, jedem Buerger eine bestimmte Menge Sprengstoff zur Lagerung im eigenen Hause fuer eventuellen Einsatz gegen feindliche Panzerwagen zu uebergeben, wurden leserbrieflich unter Hinweis auf die Gefahr fuer die Kinder, moeglichen Missbrauch und andere Nachteile ausfuehrlich debattiert. Wie wirksam und heilsam eine solch militante Haltung sich auf den sowjetischen Ungestuem auswirken kann, konnte man, auch ohne diese Laender zu besuchen, an den Beispielen Jugoslawien und Rumaenien feststellen. Auch sie ermangeln der amerikanischen Garantie, die in Westdeutschland das A und O der Aussenpolitik ist, auch sie sind mit fast allen geopolitischen, ideologischen und sonstigen Makeln behaftet, die fuer die CSSR fatal sein sollten, aber sie unterschieden sich von den meisten praesumptiven oder tatsaechlichen Opfern des Sowjet-Imperialismus vor allem in einem: in ihrem Willen zum bewaffneten Widerstand, in ihrer unmissverstaendlich zum Ausdruck gebrachten Entschlossenheit zur nationalen Verteidigung. Niemand kann mit Sicherheit behaupten, ob die UdSSR drauf und dran war, die Dinge in Bukarest und Beigrand manu militari zu “normalisieren”, wie das heute so schoen heisst, aber man darf getrost unterstellen, dass es vor allem die Haltung der Rumaenen und Jugoslawen selbst war, die sie davon zurueckhielt. Die Russen marschieren zwar furchtbar gern ein, fuehren aber zum Glueck ebenso ungern Krieg. KEINE ALTERNATIVE Dass diese gleiche entschlossene Haltung auch in Israel vorherrscht, eruebrigt sich festzustellen. Waren noch die deutschen Zeitungen und Illustrierten des Lobes voll ueber die tschechische Jugend, die in den ersten Tagen der Besatzung demonstrierte und mit den Invasoren parlamentierte; las man, wie gesagt, in der schweizer Presse, gut durchdachte Analysen darueber, was man von der Tschechen passiven Resistenz 1ernan kann und welche Fehler und Unterlassungssue n d e n man vermeiden muesste; so hoert man in Israel nur Stimmen der Enttaeuschung und Verwunderung darueber, dass sie nicht kaempften. Wo uns dies zum ersten Mal klar wurde, war bezeichnenderweise in seinem Kibbuz des Haschomer Hazair, dessen Menschen vielleicht am laengsten gezoegert hatten, den zwischen Sozialismus einerseits und Sowjet-Imperialismus andererseits klaffenden Abgrund als unueberbrueckbar anzuerkennen. Dabei ist wichtig festzuhalten, dass die Entschlossenheit, sich zu verteidigen —wenn noetig gegen . jede Uebermacht— ueberhaupt nichts zu tun hat mit Romantik oder Ideologie oder Hurra-Patriotismus oder irgendwelchen sonstigen Imponderabilien, die in der Fruehgeschichte des Zionismus vielleicht einmal eine Rolle gespielt haben. Das ist eine ganz nuechterne, selbstverstaendliche Einstellung, die sich letzten Endes in der Formulierung “ejn brera”, es gibt keine Alternative, resuemieren laesst. Auf dem Weg zum Flugplatz in Rom waren die Zeitungen voll mit Balkenüberschriften vom bevorstehenden Ausbruch eines neuen Kriegs gegen Israel. Manche Touristen glaubten die Verspaetung im Abflug mit Schwierigkeiten in der Landung in Tel Aviv-Lod, verursacht durch militaerische Komplikationen, in Zusammenhang bringen zu muessen. Einmal dort, verflog die Nervositaet. Mit solchen Ueber - schriften, mit solchem Frieden, in solchem Krieg lebt Israel seit zwanzig Jahren. Ob es wieder losgeht? Hoffentlich nicht. Aber wenn es sein muss. Ejn brera... Inzwischen haben die Russen ihre aegyptischen Vasallen zurueckgepfiffen. Sie liefern zwar weiter Waffen, in riesigen Mengen, aber vorerst nur um sie zur politischen Erpressung zu gebrauchen. Die findet ueber New York statt, auf der Tribuene der UN, und via Washington, wo sie ihren neuen Plan fuer Frieden zur Begutachtung vorgelegt haben. Dazu Abba Eban: “Er ist nicht neu, es ist kein Plan und er fuehrt nicht zum Frieden”. Sie moechten ihren pax soviética unter dem Mantel einer Garantie der Grossmaechte diktieren. Dazu Abba Eban: “Israel ist an keinerlei Garantie der Grossmaechte interessiert und ganz gewiss nicht an einer, die von der Sowjet-Union mitunterzeichnet wird”. All diese Manoever lassen sich ebenso gut von Chile aus beobachten. Die Ruhe aber und das Selbstvertrauen, mit der Abba Eban, Aussenminister eines winzigen Staates, inmitten von Luegen und Hasstiraden und Verleumdungen vom kommenden Fri e d e n spricht, die versteht man erst, v/enn man hier ist: inmitten von zehntausenden von Besuchern der Ausstellung des Israelischen Verteidigungsheeres oder auf den menschenleeren Strassen am Jom Kippur, im Amphitheater von Caesarea oder im 32. Stockwerk des Schalom-Wolkenkratzers in Tel Aviv, am Strand von Herzlia oder am zerschossenen Wasserturm des Kibbuz Negba. ATSCHEKA ASISTA UD. al GRAN BAILE del 26 DE OCTUBRE Librería Juguetería Bertoldo Perl e Hijo Yrarrázaval 2614 - Fono 40832 Art. escolares - Juguetes - Rodados Surtido para fiestas infantiles. Artículos de oficina — surtido completo Despacho a domicilio. DANTE

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