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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-06-01 · 6 (Junio, 1968) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
6 (Junio, 1968)
Date
1968-06-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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16 BOLETIN INFORMATIVO JUNIO 1968 VERHANDLUNGEN IN NEW YORK Einige Zeitungen widmeten ihre Leitartikel der neuen Phase in der Mission Jarrings nud brachten zum Teil gegensaetzliche Standpunkte zum Ausdruck. Jerusalem Post sielü in der Fortfuehrung der Jarrmg-Mis sion in der UN-Zentrale in New York einen Schritt zurück. Es ist sinnlos sich darauf zu verlegen, dass der aegyptische Delegierte sich bereit erklaert in einem gemeinsamen Raum sich mit dem israelischen Delegierten zu befinden. Schliesslich sitzen diese bereits seit langem in der UNO in einem Raum, ohne dass dadurch der Frieden gefoerdert worden waere. Dieses Unterfangen ist aussichtslos und die Mission Jarringr wird dadurch einen Rück 6chlag erleiden, oder sogar ihr endgültiges Ende finden. Hajom stellt fest, dass die Erfahrungen der Vergangenheit mehrmals bewiesen haetten, jede israelische Nachgiebigkeit und jedes Abweichen von der offiziellen Politik der Regierung und der Knesset durch das Aussenministerium, führe immer wieder zu einem Druck in Richtung weiterer Nachgiebigkeit und Kompromisse. Auch jetzt sind wir auf dem besten Wege aus Jarring einen Vermittler zu machen, statt dass seine Mission darauf beruhe, die Kontrahenten des Konfliktes zu direkten Verhandlungen zu bringen. Vielleicht ist es noetig, dass die Knesset wieder einberufen wird, um die Prinzipien zu bestaetigen, die sie im vorigen Jahre festgelegt hatte. Schaarim sieht in der Verlegung der Mission Jarrings nach New York den Beginn einer diplomatischen Offensive, in deren Verlaufe d. Araber d. Beweis zu erbringen versuchen werden, dass Israel unnachgiebig ist, waehrend sie selbst zu allem bereit seien. Gleichzeitig werden die Araber jedoch fortsetzen die Terroristen zu unterstützen, mit dem Ziel den Frieden im Nahen Osten noch weiter zu erschüttern. Al Hamischmar ist anderer Ansicht. Es sei kein Grund zur Befürchtung ,dass die indirekten Verhandlungen unter dem Vorsitz Jarrings in der New Yorker UN-Zentrale die Forderung Israels auf direkte Verhandlungen erschüttern koennen. Wir müssen elastisch bleiben um der Welt zu beweisen, dass Israel keine Mühe scheut, um eine politische Loesung des nahoestlichen Konfliktes herbeizuführen. Es ist klar, dass Aegypten und die arabischen Staaten bemüht sind, Israel als die Falken und sich selber als die Tauben im Nahost-Konflikt erscheinen zu lassen und diesen Eindruck heisst es zu verhindern. Darüber hinaus koennten die Gespraeche in New York jenen arabischen Staaten, die trotz allem Interesse an Verhandlungen an den Tag legen, den Weg hierzu ebnen. NACH DER WIRTSCHAFTS-KONFERENZ Jerusalem Post resümiert die Tagung der jüdischen Millionaere in Jerusalem u. weist daraufhin, dass Ministerpraesident Levi Eschkol in seiner Abschlussrede nicht übertrieb, als er meinte die Konferenz haette alle, auch die optimistischsten Erwartungen, übertroffen. Dies entspreche den Tatsachen, denn die Konferenz hat mehr gebracht als erhofft oder erwartet. Der Grund liegt darin, dass die Wirtschaftskonferenz nicht eine einfache zionistische Tagung war, und dass ihre Beratungen nicht von parteipolitischen Problemen und Tatsachen überschattet wurden. Die Teilnehmer an der Konferenz haben in lobenswerter Form ihre tiefe Verbundenheit mit dem nationalen Gedanken des jüdischen Volkes unter Beweis gestellt. Dawar meint, für viele der Teilnehmer an der Wirtschafts konferenz sei es der erste Kontakt mit Israel gewesen. Zweifelsohne hat der Staat ein entwickelteres Bild vorgestellt. als sie ursprünglich erwartet hatten. Die Tagung habe einen unbestreitbaren, bedeutenden Erfolg gehabt, doch bleibe abzuwarten, wie so ein Erfolg sich in Tatsachen auf lange Sicht verwandeln laesst und wie die Verbundenheit der Konferenzteilnehmer mit dem Staate Israel bestehen bleiben und Früchte tragen wird. Die Zeitung schreibt weiter, die Bildung eines neuen Investitions-Fonds sei im Prinzip zu bejahen, doch müsse darauf geachtet werden, dass dieser Fonds nicht ein weiterer Magbit, eine zusaetzliche Sammelaktion, wird. Auf jeden Fall hatte Finanzminister P. Sapir Recht gehabt, als er meinte die Jerusalemer Tagung sei der beste und wichtigste Zionistenkongress seit 1948 gewesen. DIE WIEDERWAHL SCHASARS Die meisten Zeitungen widmen ihre Leitartikel der Wiederwahl des Praesidenten Salman Schasar für eine neue Amtsperiode und würdigen seine Persoenlichkeit. Haarelz betont, dass Schasar die Kraft hatte, seinen Aufgaben bisher in bewunderungswüerdiger Weise gerecht zu werden. Wir alle wünschen ihm, dass en seine Amtspflichten auch in der neuen Periode in gleicher Weise erfüllen moege. Dawar weist darauf hin, dass Schasar dieses mal der alleinige Kandidat war. nur die Neuen Kommunisten und Haolan Haseh versagten ihm ihre Stimmen. Damit drückten die Volksvertreter zweifellos auch den Wunsch des Volkes aus, das den Praesidenten und seine Gattin waehrend seiner ersten Amtszeit kennen und schaetzen lernte, ebenso wie die Juden der Welt und Vertreter der Voelker ihn schaetzen lernten. Al Hamischmar meint, der Zusammenschluss aller Kräfte in der Knesset bei der Praesidenwahl sei auch ein Ausdruck für die politische Krisen-Situation, in der wir uns befinden und die wir noch nicht überwunden haben. Lamerchaw erklaert, die drei bisherigen Praesidenten Israels hatten es verstanden, diesem Amte die Würde der hoechsten Autorität im Lande zu verleihen und zugleich Achtung und Liebe zum Praesidenten zu erwecken. Dank ihres Wirkens wurde das Praesidentenamt zum Symbol des Guten und Positiven in Israel und wurde auch zum Zeichen unerschütterlicher Einheit. Charakteristisch für diese Entwicklung und für die besonderen Eigenschaften von Schasar ist jedoch die Tatsache, dass er als alleiniger Kandidat gewaehlt wurde. Hazofe sieht in der Wiederwahl Schasars einen Vertrauensbeweis seitens aller Schichten des Volkes. Er gehoert zu den Vaetern der Arbeiterschaft und zugleich ist er in der Chabad - Bewegung verwurzelt. Nach einem Wirken von fünf Jahren wurde er zum Symbol des Zusammenschlusses von Landsmannschaften und Herkunftsgemeinschaften und zum Traeger der Idee der Einigung von Gruppen mit verschiedenen Meinungen. Hajom übermittelt dem Praesidenten seine Glückwuen. sehe und hofft, dass er in seiner neuen Amtsperiode die Erloesung des vollstaendigen Israel erleben moege, BEN GURIONS REDE IN DER KNESSET Mehrere Zeitungen beschaef tigen sich mit der Rede, die David Ben Gurion zum 20. Jahrestage des Staates in der Knesset hielt. Haarelz meint, in der Knesset sprach der Mann, dem mehr als jedem anderen der Titel „Architekt des Staates” zukommt. Das Haus ehrte nicht nur diesen Mann, indem es ihn zum Sprechen aufforderte, sondern ehrte sich selbst. Ben Gurion tat recht daran, dass er seine Auffassungen wiedergab, die er vor Gründung des Staates vertreten hatte, denn nach 20 Jahren koennen die Differenzen, die es früher gegeben hatte, noch nicht verschwunden sein. Hazofe weist darauf hin, die Rede Ben Gurions erinnere uns daran, dass die Zukunft des Staates von einer grossen Einwanderung aus den Wohlstandslaendern, von technologischer Entwicklung und von der Staerkung der moralischen Kraefte in unserem Lande abhaenge. Lamerchaw vertritt dagedie Meinung, dass Ben Gurion sich auch bei dieser Gelegenheit nicht über kleinliche Auseinandersetzungen erh eben konnte, die auch auf anderen weniger wichtigen Tribuenen keinen Platz haben. Waehrend er ausgiebig aus seinen früheren Erklaerungen zitierte, soweit sie geeignet waren, seine eigene Persoenlichkeit ins .richtige Licht’ zu stellen, versaeumte er nicht, Pfeilegegen seine früheren Gegner zu schicken. r AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE VIETNAM UND DER NAHE OSTEN Jerusalem Post stellt fest, dass die Welt verschiedenartige Haltungen über die Moegüchkeit der Beilegung von Konflikten einnimmt. Sowohl im Vietnam-Konflikt als auch in der Auseinandersetzung zwischen Nigeria und Biafra bejaht sie das Prinzip von direkten Verhandlungen, aber im Nahen Osten glaubt sie nicht, dass ein solches System zur Herbeiführung des Friedens moeglich ist. Es sei zu hoffen, dass die direkten Verhandlungen über die beiden ersteren Konflikte, besonders wenn sie von Erfolg gekroent sein werden, auch Rückwirkungen auf den Nahen Osten haben werden und dass sich auch hier das Prinzip von direkten Verhandlungen zwischen den in den Konflikt verwickelten Staaten, als wünschenswert durchsetz e n wird. DIE SICHERHEITSANLEIHE Zwei Zeitungen befassen sich in ihren Kommentaren mit der Erneuerung der Sicherheitsanleihe . Haarez vertritt die Meinung, dass die Notwendigkeit der Aufbringungn grosser Mittel für Sicherheitszwecke unbestritten ist. Die Regierung hat zwei Moeglichkeiten zur Beschaffung der Gelder, naemlich auf Staatsausgaben zu verzichten oder von der Bevoelkerung mehr Gelder zu verlangen. Die Regierung ging den zweiten Weg, anscheinend mit falscher Rücksicht auf gewisse Minister, die ihr Prestige an der Hoehe der Budgets ihrer Ministerien messen. Das Kabinett wollte Auseinandersetz u n g e n mit diesen Ministern vermeiden. Omer ruft die Bevoelkerung dazu auf, Scheine der Sicherheitsanleihe zu zeichnen. Wir sollen uns darüber freuen dass uns auf diese Weise Gelegenheit gegeben wird, uns an der Aufbringung der Kosten für die Sicherheitslasten zu beteiligen. SOLDATENPAKETE ZU PESSACH Haaretz übt scharfe Kritik an dem bedauerlichen Umstand, dass man waehrend der Pessach-Woche Soldaten keine Pakete schicken konnte und dies wegen der Befürchtung, dass diese Lebensmittel beinhalten koenntpn, die nicht Koscher-le-Pessach sind. Die Oeffentlichkeit hat nichts dagegen einzuwenden, dass sich die Militaerküchen an die rituellen Pessach - Vorschriften DER KAMPF GEGEN Haaretz bezieht sich auf den Streik, welchen die Lehrer der Klassen sieben und acht in einer bestimmten Abteilung des Schulwesens abgehalten haben, und der einen Tag andauerte. In diesem Streik, der als Warnung gedacht war, kam die Unzufriedenheit der Lehrer mit einer ganzen Reihe von Massnahmen zum Ausdruck, aber auch ihr Unwille darüber, dass viele Versprechen nicht eingeloest worden sind und darin haben die Lehrer wahrscheinlich recht Im Grunde aber war auch dieser Warnungsstreik ein Teil des Kampfes, den die Lehrer DAS EETEN AUF D halten. Aber man muss sich fragen, ob die Vorschriften, die für oeffentliche Küchen gelten, automatisch auch für den eher privaten Bereich der Soldatenzelte zu gelten haben. Der Versuch, Soldaten durch ein Verbot von Paketempfag zu der Einhaltung von religioesen Vorschriften zu zwingen grenzt an religioesen Zwang. DIE SCHULREFORM gegen die geplante Schulro form führen und der unaufhoerlich schaerfere Formen annimmt. Da bisher noch nicht eine einzige der grossen politischen Gruppen wirklich zu dieser Schulreform Stellung bezogen hat, ist es kaum als Wunder zu werten, wenn es zu Widerstaenden kommt, die wahrscheinlich abzustel len waeren, haetten die Lehrer Kenntnis von der Position der Oeffentlichkeit. So müsste die Israelische Arbeitspartei in klarer Weise mitteilen, wie sie zu der geplanten Schulreform eigentlich eingestellt ist. EM TEMPELPLATZ Hajcm wendet sich dagegen, dass die Polizei Juden am Beten auf dem Tempelplatz in Jerusalem hinderte. Wir wollen uns nicht in die Debatte der Rabbiner über die religioese Zulaessigkeit des Betretens des Tempelplatzes einmisehen. Aber wir koennen ein politisches Verbot nicht verstehen, das Juden in Erez Israel gerade am Beten an diesem Platz hindern will. Dabei ist ein solches Verbot im_ Gegensatz zu den Prinzipien der Gerechtigkeit u. kann noch dazu die Ansprüche der Araber auf den Tempelplatz unterstützen.

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