Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXX (1968)
- Issue
- 5 (Mayo, 1968)
- Date
- 1968-05-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 MAYO 1968 BOLETIN INFORMATIVO (Fortsetzung eines erstklassigen juedischen Schulwerkes, wie wir es zum Glueck hier in Santiago haben, zu den vordringlichsten Aufgaben unserer Gemeinschaft gehoert, und dass wir hierfuer alles tun muessen, was uns unsere wirtschaftlichen Moeglichkeiten erlauben. Das ist schon deshalb notwendig, weil gluecklicherweise jedes Jahr immer mehr Mitglieder unserer Gemeinschaft, ihre Kinder in die Schulen des Vaad Hajinuj entsenden, wo sie neben hervorragendem Allgemeinunterricht auch einen erstklassigen juedischen Unterricht erhalten und so zu wertvollen Menschen und guten Juden erzogen werden. DIE KULTUR-AR3EIT Von den Arbeiten unserer Kultur-Kommission kann ich Ihnen zu meiner groessten Freude nur Gutes berichten. Diese Kommission wirkte nicht nur bei der Ausgestaltung der Oneguei-Schabbat nach den zweiten Abendgottesdiensten mit, sondern veranstaltete im vergangenen Jahre zwei aeusserst gelungene Abende, die grossen Zuspruch unserer Mitglieder fanden. Am 29.8. sprach Herr Mordejai Kodesch, der Inspektor der Sochnuth fuer den Vaad Hajinuj, ueber das Thema: “Israel und die Welt im Kampf um Jerusalem”, und am 28.9. fand ein hoch interessanter Filmabend mit neuen Filmen statt, die ebenfalls grossen Anklang bei den zahlreichen Zuschauern fanden. Vor ganz kurzer Zeit hatten wir die Freude am 9.4. Herrn Herrmann Levy, den Chefredakteur der Allgemeinen Juedischen Wochenzeitung in Dueseldorf bei uns zu begruessen, der gelegentlich einer vom Bundespresseamt in Bonn veranstalteten Reise nach Suedamerika bei uns ueber das Thema “Judentum in Deutschland” sprach und hierfuer den Beifall seiner Zuhoerer erntete. Die Kultur-Kommission hat auch fuer das kommende Geschaeftsjahr eine. Reihe von Veranstaltungen geplant, die hoffentlich von zahlreichen Mitgliedern besucht werden. Ich moechte den Herren Mitgliedern der Kultur-Kommission aufrichtigst fuer ihre Arbeit danken. DIE KULTUS-PROBLEME Ebenso moechte ich an dieser Stelle den Herren Mitgliedern der Kultus-Kommission herzlichst dafuer danken, dass sie mit Liebe und Hingabe ihre Aufgaben erfuellt haben. Sie alle wissen, meine Damen und Herren, dass die Arbeit unserer Kultus-Kommission sich nicht etwa nur auf die Vorbereitung der Hohen Feiertage und die Durchfuehrung der Gottesdienste au den heiligsten Tagen unseres Juedischen Jahres beschraenkt, jeder andere Feiertag jeder Schabbat, ja vielleicht am allermeisten das taegliche Minjan, sind Probleme, die sie ausserordentlich beschaei- EIN JAHR JUEDISCHE ARBEIT von Seite 8) tigen und deren Loesung in ihren Haenden liegt. Unsere Kultus-Kommission hat sich auch im abgelaufenen Geschaeftsjahre ausserordentlich bemueht, alle diese Aufgaben in wuerdiger Form zu erfuellen. DER GOTTENSDIENST AN DEN HOHEN FEIERTAGEN So fanden an den Hohen Feiertagen wiederum drei Gottesdienste statt, und zwar, wie immer, in unserer Synagoge, im dritten Stock des Gemeindehauses und im Teatro Oriente. Leider war es uns nicht moeglich fuer das Teatro Oriente einen Damen —und fuer das Gemeindehaus einen Maenner— Chor trotz groesster Bemuehungen zusammenzustellen. Ich hoffe, dass wir fuer die naechsten Feiertage mehr Erfolg haben werden. Die Gottesdienste verliefen aber trotzdem schoen und wuerdig. Die Gesaenge wurden im Teatro Oriente durch Begleitung des von uns gekauften neuen Harmoniums untermalt. Auch im vergangenen Jahre haben wir an Schawuoth und Hoschano Rabo das traditionelle Lernen unter Leitung unserer Herren Rabbiner abgehalten. Leider war der Besuch bei beiden Veranstaltungen nur ausserordentlich schwach. Dagegen hatten wir die Freude, dass am Gemeinde-Seder des vergangenen Jahres 155 Personen teilnahmen, waehrend am diesjaehrigen Seder am 12. April 136 Personen gemeinsam des Auszuges aus Aegypten und der Befreiung des juedischen Volkes gedachten. BATH — MITZWAH Auch im vergangenen Jahre fand wiederum eine Bath- Mitzwah und zwar von 6 jungen Maedchen statt, wie ueblich im Rahmen eines zweiten Freitag-Abend - Gottesdienstes unter Mitwirkung des Chores unserer Religionsschule . Die Maedchen wurden wie auch schon bei den frueheren Bath - Mizwoth von Herrn Rabbiner Loewenstein vorbereitet. Diese Bath - Mitzwoth sind im Laufe der letzten Jahre zu einer staendigen Einrichtung unserer Gemeinde geworden, die man aus unserem religioesen Leben nicht wegdenken kann. Wir sind ueberzeugt, dass wir auch im kommenden Geschaeftsjahre wieder eine grosse Anzahl junger Maedchen als Toechter der Pflicht begruessen koennen, wobei ich hervorheben moechte, dass im vergangenen Jahre ein Teil der Bath - Mitzwoth anderen Sektoren angehoerte. DAS TAEGLICHE MINJAN Ein Problem konnte unsere Kultus - Kommission leider nich loesen, und zwar selbstversta endlich ohne ihre Schuld, das ist die Frage des taeglichen Minjans. Es ist weder des Kultus-Kommission noch dem Direktorium gelungen trotz meiner Bitte in der vorigen Generalversammlung und trotz Aufrufe im Gemeindeblatt, eine Anzahl von Maennern zu finden, die sich bereit erklaeren, wenigstens einmal in der Woche am taeglichen Minjan regelmaessig teilzunehmen, um so denjenigen, die ihre juedische Pflicht des Kaddischsagens am Jahrzeitstage erfuellen wollen, Gelegenheit hierzu zu geben, Wohl ein jeder von uns befindet sich doch in dieser Lage. Es ist dann sehr leicht, auf die Gemeinde zu schimpfen, dass sie nicht dafuer sorgt, dass jeden Tag der Morgen - und Abendgottesdienst stattfinden kann. Aber, meine lieben Freude, mehr als fuenf bezahlte Minjan -Maenner anstellen und - das ist sehr viel, weil Minjan-Maenner eine ausgesprochene Mangelware sind, - koennen wir wirklich nicht tun. Etwas muessen Sie, meine Herren, und alle anderen, die heute nicht hier sind, uns dabei helfen. UNSER GEMEINDEBLATT Wie jedes Jahr, wurde auch im abgelaufenen Geschaeftsjahre die wichtigste Kulturarbeit unserer Gemeinde wiederum von unserem Gemeindeblatt geleistet. Wir haben keinerlei Kosten gescheut, - wie Sie aus dem Kassenbericht spaeter ersehen werden, ist das Gemeindeblatt unser groesster Ausgabeposten - um unserer Presse-Kommission ihre Arbeit zu ermoeglichen. NEUE MITARBEITER Zunaechst darf ich Sie auf einige personelle Veraenderungen hinweisen: Zu unserem Bedauern ist im September unsere langjaehrige Redakteurin Frau Marianne Tobias von der Ieitung der Kinderbeilage ausgeschieden. Wir haben in Frau Ellen Kaufmann eine ganz hervorragende Nachfolgerin gefunden, die mit ausserordentlichem Geschick es verstanden hat, die Kinderbeilage zu erweitern und ihr ein voellig neues Gesicht zu geben. Frau Kaufman hat viele jugendliche Mitarbeiter gehabt, die am 17.3. in einer von ihr geleiteten Purimfeier, d i e besonders schoen verlief, Praemien erhielten. Weiterhin ist an Stelle des Herrn Hans Engel, der im Juli sich aus unseren Diensten zurueckgezogen hat, um in der Privatwirtschaft zu arbeiten, unser neuer Bueroleiter Herr Dr. Egon Rosenfeld getreten, der sich mit vielem Feingefuehl in seine neue Arbeit hineingefunden hat. Die Oberleitung unseres Blattes liegt nach wie vor in den bewaehrten Haenden unseres Chefredakteurs Herrn Hans Kaufmann, dessen Monatsspiegel und sonstige Artikel von unseren Mitgliedern stets mit groesstem Interesse erwartet und gelesen werden. Unser Gemeindeblatt hatte nach wie vor hervorragende auslaendische Mitarbeiter, die Herren Tjurt Wilk, Dr. Abner Nechuschtan, Herbert Freeden Kurt Grossmann und Joachim Hemmerle. MEHR SPANISCHE ARTIKEL Unsere Presse-Kommission ist nach wie vor bestrebt, unser Blatt so aktuell wie moeglich zu gestalten, sie legt vor allen Dingen groessten Wert darauf, den spanischen Teil unseres Blattes immer mehr zu erweitern. Ich weiss und habe auch im vergangenen Jahre verschiedene diesbezuegliche Briefe erhalten, dass dies manchen unserer aelteren Freunde nicht gefaellt, ich bitte Sie aber eins zu bedenken, wir muessen mit der Zeit mitgehen und koennen nicht im Jahre 1939 stehen bleiben, wir muessen den Leserkreis unseres Blattes im Interesse der juengeren Generation erweitern und ich glaube, dass nach 30 Jahren Aufenthalt in unserer zweiten Heimat Chile wohl jeder unserer aelteren Freunde auch spanische Artikel lesen kann, wie ja auch jeder die spanische Tageszeitung liest. Ich danke meinen saemtlichen Mitarbeitern der Presse- Kommission und den Redakteuren aufs Herzlichste fuer Ihre Arbeit, die sie wie immer mit einer Liebe zur Sache sondergleichen getan haben und ich bitte Sie alle, meine Damen und Herren, dafuer zu rorgen, dass diese Arbeit in der gleichen Weise fortgesetzt werden kann wie bisher, damit wir weiter in der Lage sind, unser Gemeindeblatt, auf das wir stolz sind und stolz sein koennen, in unveraendertem Niveau fortzufuehren. Ich denke hierbei besonders daran, dass ein grosser Teil unserer Mitglieder uns durch Anzeigen unterstuetzen koennte, damit das ungeheuere Defizit des Gemeindeblattes erheblich herabgemindert werden kann. DAS SCHIEDSGERICHT Unser aller Dank gebuehrt auch den Herren Vorsitzenden und den Mitgliedern des Schiedsgerichts fuer ihre Taetigkeit. Auch im vergangenen Geschaeftsjahre wurde unser Schiedsgericht in einer Anzahl von Faellen in Anspruch genommen und dadurch die Anrufung der Ordentlichen Gerichte vermieden. DIE BEDEUTUNG DER JUEDISCHEN FONDS Dass die juedischen Fonds Keren Hajessod und Keren Kayemet in Israel im vergangenen Jahre wiederum einen betraechtlichen Teil unserer Aufmerksamkeit in Anspruch genommen haben, brauche ich nicht hervorzuheben. Unsere Gemeinde steht in ihren Bemuehungen fuer den KKL, wie alljaehrlich an zweiter Stelle unmittelbar hinter der Gross-Wizo, im grossen Abstand vor saemtlichen anderen Institutionen des Jischuws. Unsere Ergebnisse koennten noch besser sein, wenn nicht in den letzten Jahren eine gewisse Unsitte eingerissen waere, dass die Veranstalter einer Brith-Milah, einer Barmizwah oder einer Hochzeit von sich aus eine Spende fuer den KKL machten, um die Sammlung durch Einzeichnung in das KKL-Buch zu vermeiden. Ich glaube, dass dies nicht richtig ist, da der Sinn der Sammlung fuer den KKL der ist, dass jeder Einzelne, der an einem Fest teilnimmt, sich mit einer, wenn auch noch so kleinen Spende, persoenlich beteiligt. Ich bitte daher Sie alle, die es angeht, bei vorkommenden Festen das KKL-Buch unter den Festteilnehmern herumgehen zu lassen. DIE GEMEINDE UND DER JISCHUW Unsere Gemeinde unterhaelt zu saemtlichen Organisationen des chilenischen Jischuws ausgezeichnete Beziehungen, vor allem zu unseren beiden Dach-Organisationen, der Federación Sionista und dem Comité Representativo. Wie schon seit Jahren arbeiten in der Federación Sionista eine grosse Anzahl von Gemeindemitgliedern mit, die von ihren Parteien hierzu bestimmt worden sind, al3 Direktoren bezw. Sub-Direktoren in den verschiedenen Departamentos, waehrend der Praesident unserer Gemeinde zusammen mit den Presidenten der drei anderen grossen Kommunitaeten der Exekutive als stimmberechtigtes Mitglied angehoert. Dem Comité Representativo gehoeren wie immer zwei Mitglieder unseres Direktoriums an und zwar der General- Sekretaer als Kassenpruefer und der Berichterstatter als Vize-Praesident. Von ganz besonderer Herzlichkeit sind selbstverstaendlich unsere Beziehungen zur K e h i 1 a Ashkenazi. Wie alljaehrlich moechte ich auch heute unserm Freunde, dem Vize-Praesidenten der Kehila Ashkenazi, Herrn Daniel Rachmuth, aufs Herzlichste danken fuer die verstaendnisvolle Art, in der er uns immer in den Verhandlungen, die wir leider so oft fuer unsere Mitglieder in fuer sie so schweren Stunden fuehren mussten, entgegengetreten ist. Ich hoffe, dass wir auch im kommenden Geschaeftsjahre, wenn es leider notwendig sein sollte, mit Herrn Rachmuth und seinen Mitarbeitern ebenso freundschaftlich Zusammenarbeiten werden wie bisher. Besonders innig sind unsere Beziehungen zur A. T. I. und zum Wizo-Centro Henrietta Szold. Die diesem Zentrum angeschlossenen zahlriechen Gruppen kommen staendig in unserem Hause, das wir ihnen gern zur Verlegung stellen, zu kulturellen und teilweise auch zu geselligen Veranstaltungen zusammen. Bande gegenseitiger Freundschaft verknuepfen uns mit der A. T. I., von der ausser dem Praesidenten eine Anzahl Mitglieder unserem Repraesentanten-Kollegium und unseren Kommissionen angehoeren, und ueberall gern und mit Interesse mitarbeiten. Die A. T. I. feierte im ver gangenen Jahre das Fest ihres 20-jaehrigen Bestehens. Wir haben ihr aus diesem Anlass auf dem Festbankett zwei Tischfahnen, die chilenische und inraelische ueberreicht, waehrend uns die A.T.I. eine kostbare Decke fuer das Vorbeterpult geschenkt hat. Nehmen Sie, meine lieben Freunde, von der A.T.I., von dieser Stelle aus nochmals den herzlichsten Dank unserer Gemeinde fuer Ihr wunderbares Geschenk entgegen. (Fortsetzung Seite 10)