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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-05-01 · 5 (Mayo, 1968) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
5 (Mayo, 1968)
Date
1968-05-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1968 Rechenschaftsbericht des Presidenten der Gemeinde, Dr. Hans Reich, in der General-Versammlung vom 28. April 1968 EIN JAHR JUEDISCHE ARBEIT Israels Lebenskampf - Opfer fuer den Frieden - Juedische Erziehung Die Zweite Generation - Kultur-Arbeit - Unser Gemeinde-Bfett Clsroro-Fortschritt und Erneuerung Meine Damen und Herren: Als wir vor einem Jahre nach unserer letzten so Ueberaus harmonisch verlaufenen Generalversammlung auseinandergingen, wusste zwar jeder von uns, dass Israels Nachbarn auf den Moment warteten, um ueber unsere Brueder herzufallen und zu versuchen, Israel von der Landkarte zu streichen. Jeder von uns hatte aber die Hoffnung, dass der Frieden erhalten bliebe und unseren Bruedern und Schwestern weiter Ruhe vergoennt sei, um ihr grosses Aufbauwerk fortzusetzen. Leider haben wir uns hierin alle getaeuscht. Aegyptens Tyrann schloss die Meeresenge von Tiran fuer die israelische Schiffahrt; der Generalsekretaer der NU entsprach, was noch heute niemand verstehen kann, dem Ersuchen des Aegypters, die Streitkraefte der Vereinigten Nationen aus dem Gaza-Streifen und dem Golfe von Acaba zurueckzuziehen, damit war der Weg frei fuer die Vernichtungsgelueste der arabischen Fuehrer. Israel musste sich seiner Haut wehren. In einem Feldzug von sechs Tagen gelang es ihm, die ungeheuer ueberlegenen Heere der vereinigten arabischen Staaten dank der hervorragenden Strategie seiner militaerischen Fuehrer und des Heldenmutes seiner Truppen vernichtend zu schlagen und weite arabische Gebiete zu beset zen. Dieser Krieg stellte ungeheuere Anforderungen jeglicher Art an Israel. OPFER FUER DEN FRIEDEN Die Solidaritaet unserer Mitglieder war gross. Sie hat gezeigt, dass jeder einzelne wusste, worum es bei diesem aufgezwungenen Kriege ging, dass es sich hierbei nicht nur um das Bestehen des Staates Israel handelte, sondern auch um das Fortleben aller Juden, die in der Diaspora leben. Ich glaube, dass unsere Freunde weiterhin dieses Versteandnis zeigen werden. Der Frieden, den wir alle ersehnt haben, liegt noch in weiter Ferne. Trotz aller Berhuehungen Israels, sich mit den arabischen Staaten an den Verhandlungstisch zu setzen, hoeren wir aus den meisten der arabischen Haup tstaedto nichts weiter als Hass- und Hetzreden. Israel muss nach wie vor ein grosses Heer unterhalten, um jeden Augenblick geruestet zu sein. Den hierdurch an Israel gestellten Anforderungen kann dieses kleine Land nur mit Hilfe der Juden der gesamten Welt nachkommen. Dem Rufe der Medinat Freiwillige als Ersatz fuer die zum Heeersdienst einberufenen Menschen zu entsenden, hat der chilenische Jischuw entsprochen. Etwa 120 junge Leute gingen auf 8 Monate nach Israel, darunter viele. Kinder unserer Mitglieder. Auch hier koennen wir mit Stolz sagen, dass nach den uns zugegangenen Berichten, die jungen Menschen aus unserem Kreise zu dem besten Menschenmaterial gehoerten, das nach Israel kam. STATISTIK Bevor ich mich nunmehr der eigentlichen Taetigkeit unserer Gemeinde zuwende, moechte ich Ihnen einige statistische Angaben machen, die fuer Sie alle wohl von Interesse sein werden. Wir hatten am 31. Maerz 1967 1.282 Mitglieder, 24 Hauptmitgliedschaften sind durch Tod oder duch Wegzug aus Santiago erloschen, 20 neue Mitglieder sind im Laufe des Jahres unserer Gemeinde beigetreten, sodass am 31.1. 1968 ein Mitgliederbestand von 1.278 war. Im abgelaufenen Geschaeftsjahre wurden in unserer Synagoge 25 Trauungen vollzogen, 23 Jungens wurden Barmizwah, 6 Maedchen Bathmizwah. JUEDISCHE ERZIEHUNG Wenn ich nunmehr auf die Einzelheiten unserer Arbeit im abgelaufenen Geschaeftsjahr eingehe, so muss ich wie jedes Jahr, auch dieses Mal an erster Stelle, mich mit unserem wichtigsten Problem befassen, der Erfassung und Erziehung unserer Kinder, und zwar innerhalb unserer Religionsschule sowie auch in dem von uns seinerzeit ins Leben gerufenen und wie immer auch im vergangenen Geschaeftsjahre grosszuegigst unterstuetzten Jugendorganisation Barcai. DIE RELIGIONSSCHULE Der Unterricht unserer Religionsschule, der, wie Sie ja wissen, am Freitag Nachmittag stattfindet, um den Kindern Gelegenheit zu geben, nach Beendigung des Unterrichtes am Freitag - Abend- Gottesdienst teilzune h m e n, was in den meisten Faellen sogar - und das freut uns besonders - in Begleitung der Eltern geschah, war im vergangenen Jahr bedauerlicherweise schwaecher besucht als im vorhergehenden. Leider hat im Laufe des Geschaeftsjahres, die bei den Kindern besonders beliebte Frau Marianne Tobias ihre Taetigkeit aus privaten Gruenden aufgeben muessen. Es ist uns gelungen, fuer das kommende Schuljahr eine junge Lehrerin Fraeulein Elena Kwiatkowsky zu engagieren, die sich hoffentlich mit den Kindern genauso gut verstehen wird, wie es ihre Vorgaengerin getan hat. Weiterhin werden wir fuer Befoerderung der Kinder vom und zum Unterricht sorgen und hiermit einem von verschiedenen Eltern geaeusserten Wunsch endlich entsprechen. Wir sehen ein, dass es fuer viele Eltern unmoeglich ist, die Kinder zu bringen und zu holen und wollen alles tun, um jedem einzelnen Kinde die Moeglichkeit zu geben, an einem Unterricht teilzunehmen. Wie jedes Jahr und wie jeder Praesident der Gemeinde es bisher tun musste, muss auch ich heute wieder feststellen, dass der Besuch der Religionsschule viel zu gering ist, dass es immer noch zahlreiche Eltern gibt, die diese geringfuegige Belastung ihrer Kinder von 1 1|2 Stunden woechentlich, in denen ihnen die Grundlage juedischen Wissens nahegebracht wird, fuer zu hoch halten. Diese Eltern vergessen leider, dass unser Judentum sich durch die Jahrtausende nur dadurch erhalten hat, dass unsere Vorfahren und wir alle das Grosse und Schoene unserer Religion gekannt haben. Unsere Schul - Kommission unter Leitung ihres dynamischen Vorsitzenden hat alles getan, um den Kindern den Unterricht so leicht und angenehm wie moeglich zu machen. Es sind kleinere Klassen eingerichtet worden, damit den Kindern der Lehrstoff moeglichst intensiv nahegebracht werden kann. Wir wollen hoffen, dass die Arbeit unserer Schul - Kommission und unserer Lehrer, denen allen ich auf’s Herzlichste fuer ihre Arbeit danke, in dem nunmehr beginnenden Geschaeftsjahr von groesserem Erfolg gekroent sein wird und wir auch mit einem groesseren Verstaendnis der Eltern rechnen koennen. DER JUGENDGOTTES¬ DIENST Fuer die Jugendlichen fanden, wie alljaehrlich, im vergangenen Geschaeftsjahre an Hohen Feiertagen im Gemeindehaus und im Teatro Oriente besondere Gottesdienste statt, wobei saemtliche Funktionen von Jugendlichen ausgefuehrt wurden. Im Gemeindehaus hatten wir einen Jugendgottesdienst fuer juengere Kinder und einen zweiten fuer Jugendliche nach der Barmizwah, waehrend im Teatro Oriente nur ein Gottesdienst fuer die gesamte Jugend stattfand. Fuer diese Gottesdienste ist eine besondere Gottesdienstordnung vorbereitet worden, die fuer die Kinder und Jugendlichen verstaendlich war. Auch hier planen wir im kommenden Geschaeftsjahre eine Neuerung, von der wir uns viel Erfolg versprechen. Wir wollen versuchen, in der Naehe des Teatro Oriente einen geeigneten Raum zu finden, in dem wir fuer die Jugendlichen einen von dem Hauptgottesdienst getrennten ' Gottesdienst abhalten, wodurch gegenseitige Stoerungen vermieden werden. Ich persoenlich hatte Gelegenheit, dem Jugendgottesdienst im Gemeindehaus beizuwohnen und ich kann Ihnen versichern, dass dieser einen grossen Erfolg darstellt. Es muss freudig und mit Stolz anerkannt werden, wie schoen die Jugendlichen ihren gleichaltrigen Hoerern, unter Aufsicht von Funktionaeren unserer Gemeinde, vorbeteten, Schofar bliesen, aus der Torah vorlasen und ihnen den tieferen Sinn unserer Gebete und Feiertage erklaerten. Auch der Jugendgottesdienst im Teatro Oriente soll, wie mir berichtet wurde, abgesehen von einigen kleinen Schoenheitsfehlem, die in diesem Jahre auf jeden Fall, auch ohne ein eigenes Lokal abgestellt werden, wuerdig verlaufen sein. Abgesehen von der Veranstaltung dieser Jugendgottesdienste haben wir ausser dein Barcai, alle juedischen Jugendorganisationen, ohne Ruecksicht auf ihre parteiprogrammatischen Ziele durch ansehnliche Beihilfen aus unserem Feiertagskonto zur Abhaltung ihrer Sommerlager unterstuetzt. DIE ZWEITE GENERATION Ausser der Sorge um unsere juengste Jugend war eines der hervorstechendsten Probleme, mit denen wir uns im vorigen Geschaeftsjahre beschaeftigt haben, das der zweiten Generation. Es ist uns gelungen, eine Kommission fuer die zweite Generation zusammenzustellen, die mit Enthusiasmus sondergleichen gearbeitet hat. Auf Veranlassung dieser wurden bisher in den Monaten September, November, Dezember und April je ein besonderer Freitag-Abend-Gottesdienst mit einer speziell hierfuer ausgearbeiteten Gottesdienstordnung abgehalten. Der eigentliche Gottesdienst ist kurz, etwa 20 Minuten. Bei dem ersten am 22. September hielt anschliessend hieran der ehemalige israelische Botschafter in Chile Dr. Uri Naor, eine Ansprache ueber das Thema “Una fase nueva en la historia judia”. Bei dem zweiten, am 3. November sprach Herr Rabbiner Dr. Friedlaender aus Valnaraiso, ueber das Thema “La relatividsd en nuestra vida”, waehrend wir beim dritten am 1. Dezember 1967 die Freude hatten, den neuen ersten Sekretaer der israelischen Botschaft zu begruessen, der seine Kriegserlebnisse schilderte, woran sich noch ein Oneg — Schabbat mit kuenstlerischen Darbietungen anschloss. Nach dem Gottesdienst vom 29.3. sprachen Frank Rubens und Claudio Pincus, zwei Soehne von Gemeindemitgliedern ueber ihre Erlebnisse waehrend ihres Aufenthaltes als Freiwillige in Israel, auch hierauf schloss sich ein Oneg — Schabbat an. Der stetig steigende Besuch dieser Freitag-Abend-Gottesdienste beweist, dass hierfuer in unserer Jugend und in unserer zweiten Generation ein starkes Beduerfnis vorhanden ist. Wenn dieser Besuch, was wir hoffen, sich weiter aufwaerts bewegt, so muessen diese Gottesdienste statt einmal im Monat, alle zwei Wochen oder vielleicht sogar, was ich persoenlich am Schoensten faende, allwoechentlich stattfinden. Nehmen Sie, meine Herren, von der Kommission fuer die zweite Generation und von der Jugend-Kommission, die ja mit Ihnen im weitesten Umfange zusammenarbeitet, unseren herzlichsten Dank fuer Ihre Arbeit entgegen. EIN NEUER JUGENDFUEHRER In diesem Zusammenhang kann ich Ihnen eine sehr erfreuliche Mitteilung machen. Ab Ende Juni oder den ersten Tagen des Juli erhalten wir einen Scheliach fuer unsere Jugend. Es ist den unermüedlichen Anstrengungen des Vize-Praesidenten der Centra, unseres lieben guten Freundes Hans Leschnitzer, gelungen, von der Sochnuth die Entsendung eines Jugendfuehrers nach hier zu erhalten und damit einen der groessten, langjaehrigen Wuenche unserer Gemeindekoerperschaften zu erfuellen. Dieser Jugendfuehrer wird, wie wir hoffen, eine ausgezeichnete Arbeit leisten, sowohl fuer unsere Jugend als auch fuerdie zweite Generation. MITARBEIT AM VAAD HAJINUJ Ein besonders wichtiges Kapitel unserer Arbeit fuer die juedische Jugend ist die Unterstuetzung des juedischen Schulwesens, also des Vaad Hajinuj, den wir auch im abgelaufenen Geschaeftsjahre nach Massgabe unserer Mittel grosszuegig subventioniert haben. Wie seit Jahrzehnten schon arbeiten im Vaad Hajinuj eine groessere Anzahl unserer Freunde mit, sie gehoeren dem Direktorium und den verschiedenen Kommissionen an hervorragender Stelle anich darf dabei hervorheben, dass beide Vize-Praesidenten des Vaad Hajinuj juengere Mitglieder unserer Gemeinde sind. Der Herr Schatzmeister wird Ihnen dann den Etat- Voranschlag fuer das kommende Geschaeftsjahr vortragen. Sie werden daraus ersehen, dass wir unsere Subvention fuer den Vaad Hajinuj wiederum trotz unserer eigenen wirtschaftlichen Sorgen bedeutend erhoeht haben, wenn diese auch immer noch viel zu klein ist. Die Gemeindekoerperschaften stehen auf dem Standpunkt, dass die Erhaltung (Fortsetzung Seile 9)

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