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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-01-01 · 1 (Enero, 1968) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
1 (Enero, 1968)
Date
1968-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO ENERO 1968 ARABISCHE FREUNDE FUER BRITISCHEN ANTRAG Haaretz stellt die Frage, wie man sich den Umstand erklaeren kann, dass die arabischen Freunde im Sicherheitsrat fuer den britischen Resolutionsantrag ihre Stimme abgegeben haben. Die Antwort: Es kann sein, dass man in Moskau, Kairo und in New Delhi annimmt, den Sonderabgesandten U Thants fuer den Mittleren Osten in nichtssagende Gespraeche hinein manoevrieren zu koennen, aus denen Schluesse gezogen werden, die im Gegensatz zu den Beschluessen des Sicherheitsrates stehen. Mit Veschleppungsmanoe v e r n wollen die Feinde Israels Zeit gewinnen und die Armee Aegyptens erneut aufbauen, bis es Nasser gelingt, seine Streitkraefte erneut angriffsbereit zu machen. Israel wird in diesem Falle nichts anderes uebrig bleiben, als Nasser eine geschichtliche Lektion zu erteilen, damit er sieht, dass er immer wieder auf sieine alten Fehler zurueckgreift. Al Hamischmar ist ueberzeugt, dass die Ansprache Nassers eine Provokation des Sicherheitsra t e s darstellt. Gleichzeitig, meint das Mapam-Organ muss Israel im mer wieder die Welt aufmerksam machen, dass wir an Frieden, Direktgespraechen und an einer konstruktiven Loesung des Mittelost- Problemes interessiert sind. Lamerchaw bemerkt, wenn die aegyptische Armee nicht mit sowjetischer Hilfe reorganisiert und bewaffnet worden waere, koennte man in der Ansprache Nassers nichts anderes als eine fuer die interne oeffentliche Meinung abgestimmte Rede sehen. Diesmal deuten aber alle Zeichen darauf hin, dass die sowjetischen Waffen in Haenden Nassers ihm neuen Ansporn zu aggress i v e n Handlungen gegen Israel geben. “Lamerchaw” ist jedoch der Ansicht, dass Nasser vorlaeufig keine Angriffshandlungen unternehmen kann, waehrend die Gefahr besteht, dass Jordanien in die Fussstapfen Syriens tritt und zur bedeutendsten Foerderin des arabischen Terrors gegen Israel werden wird. Es kann sein, dass Nasser vorlaeufig an ruhigen Grenzen mit Israel Interesse hat und Jordanien von ihm in die Situation Syriens gedraengt und in eine Lage gebracht wird, in der sich Syrien vor dem Sechstagekrieg befunden hat. Hazofe glaubt, dass die Rede Nassers von dem sowjetischen Botschafter in Kairo inspiriert worden ist, Moskau ist vielleicht daran interessiert, von vorne hinein die Mission Gunnar Jarrings zum Scheitern zu bringen. Die Sowjetunion entsandte zahlreiche Waffen und tausende “Berater und Techniker” nach Aegypten Die Sowjetunion ist im Mittleren Osten an Spannung und nicht an Ruhe interessiert, schliesst der Artikel des Organs der Religioesen und fuegt hinzu, Nasser koenne auch ohne Aussichten auf Erfolg zu neuen Aggressiv - Handlungen schreiten, um sein Prestige erneut aufzubauen. Hajom ist der Ansicht, dass die Mission Gunnar Jarrings im Mittleren Osten positive Folgen haben werde, wenn er so vorgeht, wie er es im Konflikt zwischen Indien und Pakisten gemacht hat. Wenn Jarring seine Hauntaufgabe darin sehen wird, beide Seiten im Mittelost-Konflikt an den Verhandlungstisch zu bringen, wird er zu einer konstruktiven Loesung beitragen. Israel, schreibt das Gachal- Organ, wird alles unternehmen, um zu einem Erfolg Jarrings beizutragen. Hamodia meint, man solle nicht in der Rede Nassers eine Bedrohung sehen, und die Rcclo uebertrieben ernst nehmen. Die Bevoelkerung Israels nimmt die Drohungen mit Ruhe und Gleichmut hin und ist nicht mehr besorgt, wie dies vor Jahren der Fall gewesen sein mag. ZIEL DES ARABISCHEN TERRORS Einige Blaetter nehmen — in unterschiedlichen Reaktionen — zum arabischen Terror Stellung, der sich in der letzten Zelt verschaerft und intensiviert hat. Hazofe meint, dass die Araber die Terroraktionen jetzt vermehren, weil sie darin eine Moeglichkeit sehen Staat und Volk Israel unter Druck zu setzen, um uns eher zum Nachgeben zwingen zu koennen. Unter diesen Aktionen leiden besonders auch die Teile der arabischen Bevoelkerung in Israel, auf die die Terroristen Repressalien ausueben. Nur mit Geduld und Zuversicht einerseits und mit entsprechenden Sicherheitsmassnahmen andererseits koennen wir diese Intrigen meistern. Jarring konsequente Haltung beweist, wird dieser Versuch scheitern. Gleichzeitig kritisiert “Hajom” voreilige Aeusserungen der Minister Abba Eban und Jigal Alon, die ueberfluessigerweise Erklaerungen abgeben, dass die Einheit des Landes resp. die Aufrechterhaltung der jetzigen Grenzen nicht unbedingt gewahrt bleiben muesse. Schaarim distanziert sich von den vergeblichen Bemuehungen gewisser Kommentatoren, Erklaerungen fuer de Gaulles feindselige Aeusserunggen zu finden, und schreibt, es sei an der Zeit, Frankreich unter der Fuehrung von de Gaulle in das uns feindlich gesinnte Lager einzuordnen, dem es sich sichtlich zugesellt hat. DIE "ARABISCHE EINHEIT" Kol Haam beschaeftigt sich mit den einander bekaempfenden arabischen Terrororganisationen und den Nachrichten, wonach Algerien die extremistische Haltung zu Gunsten einer gemaessigten, aufgegeben hat, wobei das Blatt in alldem eine Bestaetigung dafuer sieht, dass die “arabische Einheit”, die nach der Konferenz von Khartoum demonstriert wurde, nichts mit der Wirklichkeit zu tun habe. Dawar tritt der Behauptung entgegen, als seien die Palaestina - Befreiungsorganisation und der Fatach-Verband eine ideologisch - patriotische Freiheitsbewegung. Es handelt sich dem Charakter dieser Gruppen nach vielmehr um eine durch materielle Interessen zusammengehaltene Gruppe von Soeldlingen, bei denen es vor allem auf den Lohn ankommt, waehrend die ideologischen Parolen nur als Aushaengeschild dienen. Die Terroristen werden ihr Ziel nicht erreichen und der Terror wird in sich zusammenbrechen, weil er keine echte Volksbewegung ist. Hajom sieht in der Intensivierung einen Versuch, Gunnar Jarring zu beeinflussen und bei dem UNO-Repraesentanten den Eindruck hervorzurufen, dass er die Aspirationen der Araber mehr berücksichtigen muesse. Wenn KEINE VORFUEHRUNGEN AM SCHABBAT Al Hamischmar wendet sich mit aller Schaerfe dagegen, dass es nunmehr ueberhaupt keine Vorstellungen mehr am Schabbat, d. h. Freitagabend geben wird, da die Religioesen eine grosse Campagne in diesem Sinne fuehren. In Ramat Gan wurde eine solche Vorstellung auf Grund eines Hilfsgesetzes verboten, das aus der Mandatszeit stammt und fuer Sicherheitsbelange erlas s e n worden ist. Das Blatt meint, es handele sich hier, um eine Verfaelschung dieser Verordnung, indem man sie fuer die Zwecke der Religioesen zur Anwendung brachte. POLEN KORRIGIERT GESCHICHTE Al Hamischmar beschaeftigt sich mit einem. Artikel in der Warschauer Zeitung “Politika” in dem es heisst, dass in der neuen Ausgabe der polnischen Enzyklopaedie sich die Notwendigkeit ergab, die “uebertriebene Zahl von Juden unter den Opfern des Nazismus” zu korrigieren. Derartige “Geschichtskorrekturen glaubte man seit dem Tode Stalins fuer ausgeschlossen, nun stellte es sien heraus, dass auch Polen diesen Weg beschreitet. Dies sei eine Tragödie und es fragt sich, wie weit die polnische Regierung auf dem Wege ihres Antiisraelismus noch zu gehen beabsichtigt. AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE DIE ABWERTUNG Alle Tageszeitungen nehmen in ihren Leitartikeln zu der Abwertung des israelischen Pfundes Stellung. Dawar weist auf den Unterschied gegenueber der Situation von 1962 hin. Damals herrschte schon laengere Zeit eine “Abwertungsstimmungs”. Dieses Mal kam sie als Überraschung. Sie war nicht allein von israelischen Gesichtspunkten beeinflusst, sondern von einer monetaeren Veraenderung im Ausland, die eine Kettenreaktion nach sich zog, die noch nicht voll zur Auswirkung gekommen ist. Fuer einen Staat, der eine Abwertung durchfuehrt, sind Verbilligungen des Exports und Verteuerungen der Einfuhr die Folge. Die verhaeltnismaessig geri n g e Kursrevision wird keine drastischen Veraenderungen in unserem Aussenhandel zur Folge haben. Das Hauptproblem liegt in der inneren wirtschaftlichen Entwicklung. Verminderung von Zoellen und Verziecht auf Einziehung von Zusatzzahlungen auf Vorraete (Mass Jeter) kann Preissteigerungen vermeiden helfen. Selbst nach pessimistischen Schaetzungen duerfte die zu erwartende Verteuerung nicht mehr als 2% ausmachen und es besteht kein Grund, warum die herrschende Preisstabilitaet in unserer Wirtschaft nicht weiter andauern soll. Al Hamischmar zweifelt daran, ob Finanzminister Sapir ueber die Mittel verfuegt, um eine Erschuetterung der Preisstabilitaet zu vermeiden. Es darf nicht sein, dass bei einer Verteuerung allein die arbeitenden Schichten belastet werden. Wenn eine Preiserhoehung eintritt, so muessen die Arbeiter durch Teuerungszulagen und die Landwirte durch Subsidien entschaedigt werden. Lamerchaw fordert von der Regierung, dass sie auf wirkliche Sicherung der Konkurrenzfaehigkeit des Exports achten soll. Die Last der Abwertung muss gerecht verteilt werden und darf nicht auf die Schichten fallen, die wirtschaftlich schwach sind, und diese Last nicht tragen koennen. Kol Haam fordert, dass durch Gesetz jede Preiserhoehung verboten werden und dass eine strenge Preiskontrolle eingefuehrt werden soll. Es gibt nur zwei Moeglichkeiten: entweder Verhütung der Teuerung oder Erhoehung der Loehne. DIE UNO-TAGUNG Dawar meint, dass die Bestaetigung d. englischen Resolution im UNO-Sicherheitsrat Israel erneut vor eine schwere Erprobung stellt, dass aber zugleich Aegyptens Col. Nasser, durch seine scharfe Rede, die politische Stellung Israels gebessert hat. Es sei schwer noch an die Moeglichkeit oder Zweckmaessigkeit eines Uebereinkommens zwischen Israel und den arabischen Staaten zu glauben, wenn man diese scharfe Hetzrede von Nasser gehoert und zur Kenntnis genommen hat. Nach dieser Rede müsse es allen Beobachtern klar sein, dass die Aufnahme von direkten Verhandlungen unwahrscheinlich, eine Loesung jedoch ohne solche Verhandlungen unmoeglich ist. Haaretz stellt fest, dass es keineswegs den Ansichten von Israel entspricht, dass jetzt ein Sonderemissaer der UNO ernannt wurde. Wir koennen aber auf der Ansicht beharren, dass das Prinzip von direkten Verhandlungen mit den arabischen Staaten auch weiterhin gilt und dass es die Aufgabe des UNO-Vertre.ters sei solche Verhandlungen herbeizuführen, bzw, anzubahnen, Weiterhin sei mit Genugtuung festzustellen, dass die von der UNO bestaetigte Resolution nicht von einem gaenzlichen Rückzug der israelischen Truppen aus den besetzten Gebieten vor weiteren Verhandlungen spricht. Wenn die Frage des etwaigen Rückzuges nicht an die Notwendigkeit einer globalen Loesung gebunden ist, dann würden alle Befriedungsbemühungen vergebens sein. AI Hamischmar glaubt Aegyptens Praesident Nasser habe durch seine extremistische Rede schon die Zwecklosigkeit und Aussichtslosigkeit der Bemühungen der UNO, wie sie in der jetzt bestaetigten Resolution zum Ausdruck kommen, gezeigt, Wir gehen offensichtlich in Richtung einer neuen Zuspitzung der Lage und der einzige Prüfstein für Israel kann es sein genau zu verfolgen, ob und wie die arabischen Staaten die Abmachungen über die Feuereinstellung an den Demarkationslinien halten oder brechen. Lamerchaw glaubt ebenfalls, dass das uns bevorstehende Ringen noch lange Zeit anhalten wird. Aus der Erklaerung von Nasser zeige sich eindeutig, dass die Araber nichts vergessen und nichts gelernt haben. Wir müssen uns deshalb auf neue Konfrontierungen vorbereiten und sogar die Moeglichkfeit ins Auge fassen, dass solche Auseinandersetzungen nicht nur auf politischer Ebene erfolgen werden.

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