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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1968-01-01 · 1 (Enero, 1968) · p. Seite 6

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXX (1968)
Issue
1 (Enero, 1968)
Date
1968-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 BOLETIN INFORMATIVO ENERO Í968 Ein juedischer Kadi in Jemen DER KREIS DER GERECHTEN IRJANI Hinter dunklen Glaesern ein heller Kopf. Romantisch klingt die Geschichte, die die Zeitung “Haolam Hase” (Diese Welt) in Tel-Aviv ueber den neuen jemenitischen Staatschef Abderrahman Irjani erzaehlt: Seine Nichte lebt als Staatsangestellte in Jerusalem. Nach ihren Angaben sei der Bruder ihrer Mutter juedisch geboren und erzogen worden. Als er 13 Jahre o.lt war, starb sein Vater und daraufhin musste er, wie das jemenitische Gesetz fuer alle minder jaehrigen Waisenkinder vorschreibt, die Religion des Islam annehmen und kam in das Haus des Richters Irjani in der Hauptstadt Saana. Dort erhielt der Junge eine mohammedanische Erziehung und wurde auch an den Hof des Imans gebracht. Auf diese Weise entfremdete er sich voellig von seiner Mutter und den uebrigen Verwandten, die seither jede Verbindung mit ihm verloren haben. Er soll ein besonders huebscher Junge gewesen sein und ueberragte an Koerpergroesse die im allgemeinen sehr klein geratenen Je meniten. Er arbeitete zuerst als Kaufmann und dann als Gerichtsvollzieher. Ein Bruder dieser Nichte, namens Nissim Gamliel, erzaehlte, dass die Eltern aus ihm einen Rabbiner oder zumindest einen Schaechter machen wollten, und so lernte er Tora und Talmud, bis er in das Haus seines Pflegevaters, des besagten Richters Irjani kam. Dann vergingen viele Jahre und auf einmal wird die Sache gruselig: Der Richter Irjani ermordete den Iman von Jemen. Sein Nachfolger, der Iman Ahmed, liess den Richter Irjani umbringen und ebenso seinen Sohn. Der Held unserer Geschichte fuerchtete nun, es koennte die Reihe auch an ihn kommen und floh in eine andere Stadt, nach Tais, wo auch die juedischen Verwandten ansaessig waren, bei denen er sich versteckt hielt, bis die Wogen sich geglaettet hatten. Auf diesen muss er dann geschickt geschwommen sein, und man verlor seine Spur. Bis die Verwandten auf einmal im Radio hoerten, er sei der neue Staatschef von Jemen. Sie glaubten zuerst nicht an die Maer, aber als in den Zeitungen Bilder veroeffentlicht wurden, erhielten sie die Gewissheit: Der huebsche Judenjunge, dem ein widriges Schicksal es versagte, Rabbiner zu werden (oder zumindest Schaechter), ist jetzt der Kadi Von Iman Abderrahman Irjani... INTERESSE AN INVESTITIONEN Das Handels- und Industrieministerium teilt mit, dass in der Zeit vom April bis zum September 120 Geschaeftsleute aus dem Ausland Israel besucht haben, um den Markt fuer Investitionen groesseren Stils zu pruefen. Damit ist die Zahl der Interessenten gegenueber dem entsprechenden Zeitraum im Vorjahr um fast 100% gestiegen. Auch fuer die Monate nach dem September ist eine ansteigende Linie zu bemerken. Geplant sind die Einrichtung eines Chemielabors, einer Fabrik fuer Elektroplatten u.ae.m. Ferner sind weitere Vorschlaege in Bearbeitung, so zum Beispiel die Errichtung eines Werkes fuer Lederverarbeitung und einer hochmodernen Druckerei. Beobachter fuehren dieses gesteigerte Investitionsinteresse auf die Folgen des Sechstage-Krieges und auf das neue Gesetz zur Foerderung von Investitionen zurueck. EXPORT GESTIEGEN Der Export im November erreichte 57 Millionen Dollar, ein Drittel mehr als im November des vergangenen Jahres. Die Zunahme ergibt sich aus dem Verkauf von Schiffen und Flugzeugen. Der Diamantenexport war im November kleiner als im gleichen Monat des Vorjahres, doch erreichte der Export landwirtschaftlicher Prod u k t e dasselbe Niveau wie im Vorjahr, erklaerte ein Sprecher des Statistischen Zentralamtes. Der Zitrusexport hat sich in diesem Jahre etwas verspaetet und erreichte im November nur 2.400.000 Dollar. Der Export in den ersten elf Monaten dieses Jahres stieg um neun Prozent. Er er- Dollar. Der Diamanten- und reichte ueber 503 Millionen Industrieartikel-Export stieg um 8,5 Prozent, der Zitrusexport um neun Prozent. am 30. Israels Botschafter in der Bundesrepublik, Asher Ben Natan, ehrte in der Beethovenhalle in Bonn eine Bauernfamilie aus Bayern und nahm sie in den ‘‘Kreis der Gerechten” auf. Der Botschafter sagte: “Ein grosser juedischer Weise sagte einmal: “In der Erinnerung liegt das Geheimnis der Erloesung”. Ich glaube, das ist ein Wort, an das man denken sollte, in Tagen, in denen sich viele nicht mehr erinnern wollen an das, was geschehen ist, und in Tagen, in denen auch die Jugend vielleicht sehr oft nicht mehr daran denken will. Das juedische Volk hat ein Gedaechtnis —und nicht nur fuer jene, die ihm Schlechtes getan haben. Es hat auch ein Gedaechtnis fuer all jene, die Gutes getan haben. Es gibt ein Wort, das sagt: “Wer ein Menschenleben gerettet hat, ist als ob er das ganze Universum gerettet haette”. Der Gruss und der Dank, den ich hier heute aussprechen will, gilt allen jenen, die in den GEDENKBUCH FUER DIE JUGOSLAVISCHEN GEMEINDEN “The crimes of the Fascist ocupants and their collaborators aganist Jews in Yugoslavia”. Veroeffentlicht durch die Federation of Jewish Commuties of the Federative People’s Republic of Yugoslavia in Belgrad, 1967. Um die Erinnerung an das so grausam vernichtete Judentum in Europa zu bewahren, sind in dem letzten Jahren viele Gedenkbuecher erschienen, die ueber die Geschichte zerstoerter Gemeinden und Gemeinschaften berichten und ihren Weg in die Vernichtung beschreiben. Das uns vorliegende Buch ist den 60.000 Juden Jugoslaviens gewidmet, die in den Jahren 1941 bis 1945 als Opfer des Faschismus ihr Leben verloren haben. Es ist nicht nur als eine Erinnerung an die Vergangenheit gedacht, sondern auch ails eine tragische Warnung fuer die Zukunft. Nach einem Vorwort und Inhalts-Zusammenfassung in englisch folgt die Beschreibung der Ereignisse ln serbischer Sprache. Auch wenn wir uns aus sprachlichen Gruenden ueber den zweiten Teil nicht aeussern koennen, ist doch festzustellen, dass die buchtechnische Ausstattung ausgezeic h n e t ist. Damit ist wiederum eine bedeutende juedische Gemeinschaft vor dem Vergessen bewahrt worden. Guía Textil y Cueril de Chile Edición 1967-6« contiene las direcciones de fabricantes textiles Ind. confección, cuero y de plásticos. E? 40.— Los Serenos 476 Of. 23 Tel. 87765 Tagen des Hasses, der Verfolgung, in den Tagen, wo die Mehrzahl gleichgueltig war, und in den Tagen, wo viele Anstaendige von Furcht gelaehmt waren, das Selbstverstaendliche getan haben, das ihnen ihr moralisches Gewissen geboten hat. Sie wollten keine Helden sein. Sie haben das getan, was sie glaubten, als Menschen tu: zu muessen. Eine unserer ersten Pflichten in der Bundesrepublik war, an vier solcher Menschen im Namen des Yad Washem, des Gedaechtnisinstituts der Helden und der Maertyrer, ein Dokument zu ueberreichen, das von der Kommission der Gerechten ausgezeichnet wurde. Es waren damals. Praelat Mass, Propst Grueber, Frau Dr. Luckner, Herr Bernhard Krumme aus Muenchen. Ich moechte das heute abend wieder tun, und zwar an zwei Frauen. Eine ist nicht mehr unter uns. Ich habe das Dokument zu spaet bekommen. Sie ist in Berlin verstorben. Niemand kennt sie. Ich glaube, auch in Berlin kennt man sie nicht. Eine Frau Richter, eine arme einsame Frau in Berlin, die waehrend des Krieges das Wenige, das sie hatte, mit den juedischen Verfolgten teilte, und selbst Juden versteckte in Gefahr ihres Lebens — eine Frau Emmi Richter aus Berlin- Wilmersdorf. Ihrer moechte ich heute hier gedenken. — Und dann eine Bauernfamilie aus Bayern, aus einem Dorf Pankofen in Bayern, Herr und Frau Dienzinger. Frau Dienzinger befindet sich heute hier. Herr und Frau Dienzinger haben im April 1945 juedische Fluechtlinge, die von einem Transport geflohen sind, in ihrem Hause autgenommen, sie versteckt, mit ihnen das Wenige, das sie hatten, geteilt, trotzdem sie wussten, dass, wuerde man sie entdecken, ihr Leben verwirkt gewesen waere, zu einer Zeit, in der in ihrem Hause manche Deutsche waren, die, haetten sie von der Existenz der zwei Fluechtlinge gewusst, nicht gezoegert haetten, sie anzuzeigen. Diese Menschen haben aus menschlichen Gefuehlen gehandelt. Ihnen danke ich und Ihnen sollte dieses Land danken”. =IN KUERZE= ISRAELI SPRACH IM MOSKAUER SENDER Meir Wilner, Mitglied einer braeisch und Jiddisch ueber kommunistischen Partei und die Bedeutung der Oktober- Abgeordneter des israelirevolution und ueber die Notschen Parlaments, der an wendigkeit eines Rueckzugs den Revolutionsfeierlichkei- Israels aus den besetzten Geten in Moskau teilnahm, bieten. Wilner erklaerte, Issprach dreissig Minuten lang rael habe keinen besseren in dem Moskauer Sender und treueren Freund als die “Stimme des Friedens und Sowjetunion, die sich immer des Fortschritts” in Hefuer Israel eingesetzt habe. INDISCHE PRESSE UNTERSTUETZT ISRAEL Der Herausgeber der indisehen Zeitungen seien besehen Tageszeitung “Pratap”, strebt, das indische Volk da- K. Narendra, erklaerte kuerzhingehend zu beeinflussen, lieh in Neu-Delhi, Indien dass es als ganzes nicht die muesse freundschaftliche pro-arabische Politik der in- Beziehungen mit Israel pfledischen Regierung untergen; 95 Prozent der indistuetzt. "WIR SCHLAFEN NICHT!" Aus der Rede des Regierenden Buergermeisters von Berlin, Klaus Schuetz, anlaesslich der Gedenkstunde am 9. November im Juedischen Gemeindehaus in Berlin. “Aus der Geschichte laesst es sich nicht einfach aussteigen. Wir wollen und werden es nicht tun! .. .Diese Schuld (die Verfolgung der Juden durch das NS-Regime - d. Red.) kann nicht durch Geld getilgt werden, sondern, nur durch gegenseitiges Vertrauen. .. Meine Generation findet es unertraeglich, mit den ehemals belasteten Menschen des nationalsozialistischen Regimes zusammenzuarbeiten . . . Wir verschliessen nicht die Augen vor den Gefahren eines Rechtsradikalismus ... Ich kann nicht verstehen, dass heute noch die ’Deutsche National- Zeitung und Soldaten-Zeitung’ in Muenchen ihr Gift verspritzen ka n n ... Die deutsche Demokratie ist stark genug, um mit den Kraeften des Rechtsradikalismus fertigzuwerden. Wir schlafen nicht!”. GENERALSTABSCHEF RABIN NACH WASHINGTON Der israelische General- Nachfolger wird Chaim Barstabschef Rabin, der die Opelev. Es entspricht der israeration waehrend des Sechstalischen Routine, leitende Ofgekrieges geleitet hatte, geht fiziere auch bei groessten als israelischer Botschafter Verdiensten in jugendlichem nach Washington. Sein Alter abzuloesen. Jüdischer Fresse-Dienst

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