Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1967)
- Date
- 1967-12-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 BOLETIN INFORMATIVO DICIEMBRE 1967 JORDANIENS PROVOKATION Fast alle Blaetter nehmen zum Artilleriegefecht a m Jordan Stellung und verlangen entsprechende Reaktion auf die jordanische Provokation. Provokationen genau in dem Stile zu beantworten, wie wir anderen Staaten gegenueber Strafaktionen durchfuehren mussten, um Gut und Blul unserer Buerger zu schuetzen. shington und London aus muesste Koenig Hussein eindringlich darauf aufmerksam gemacht werden, wie gefaehrlich das Spiel mit dem Feuer ist, das er treibt. Haaretz erklaert, dass sich Israel nicht staendig Zurueek haltung auferlegen koenne, wenn solche Provokationen, wie die im Emek Bellt Schean, sich wiederholen sollten. Auch bei bestem Willen, Ruhe und Besonnenheit zu wahren, duerfen wir uns schon deshalb nicht alles gefallen lassen, weil sonst die Angriffe auf unsere Soldaten und Zivilisten im Grenzgebiet ueberhand nehmen wuerden. Wir sind durchaus imstande, sowohl Jordanien als auch Syrien zu beweisen, dass wir ausreichende Mittel haben, sie von Terrorunu Sabotage-Akten abzuschrekken. Hazofeh weist ebenfalls darauf hin, dass angesichts der sich haeufenden Provokationen unsere Geduld zu Ende geht. Wenn es Nachbarstaaten wie Jordanien und Syrien gibt, die uns dazu zwingen, so werden wir in einer Art reagieren muessen, die sie eines Besseren belehrt. Lamerchaw: Es zeigt sich immer mehr, dass Jordanien die Saboteure nicht nur deckt, sondern dass es sie sogar unterstuetzt und foerdert. Grcssmaechte, die an der Aufrechterhaltung der relativen Waffenruhe interessiert sind, muessten verstehen. dass es hoch an der Zeit ist, die Provokateure in die Schranken zu weisen, und auch die USA muessten die Konsequenz ziehen und Jordanien allen Ernstes verwarnen und zu einer vernuenftigeren Politik veranlassen, wenn sie nicht wollen, dass wir selbst uns Ruhe verschaf fen, was fuer Jordanien peinlich werden kann. Al Hamischmar: Wie es scheint, besteht zwischen Koenig Hussein und seinen Offizieren ein Spiel mit verteilten Rollen. Waehrend er bei seinen Besuchen in den Hauptstaedten der Welt Jordanien als bedauernswertes Opfer israelischer Aggression darstellt und um Hilfe bittet, kann sich seine Arabische Omer weist darauf hin, dass nicht nur die Sowjetunion durch ihre forcierten Waffenlieferungen an Aegypten und Syrien, sondern dass auch die Westmaechte dadurch, dass sie Hussein staerken und ermuntern, Mitschuld daran tragen, dass unsere Region nicht zur Ruhe kommen kann. Von Wa- Dawar warnt ebenfalls vor den Folgen der massenhaften Waffenlieferungen aus dem Ostblock, durch die das Wettruesten wieder angesporni und eine Situation untragbarer Spannung heraufbeschworen wird, die eine Explosion herbeifuehren muss, wenn nicht sehr bald die Vernunft die Oberhand gewinnen sollte. HUSSEIN VOR DEM FERNSEHSCHIRM Die “Jerusalem Post” geht auf die Aeusserung des Koenigs Hussein im britischen Fernsehen ein, dass die Israelis “eine ausgezeichnete Leistung im Luftkrieg vollbracht haetten”. Wir moechten dieses Kompliment zurueckgeben und sagen, dass Hussein sich zu einem ausgezeichneten Propagandisten entwickelt. Im Westen praesentiert sich Hussein mit Erfolg als kleiner Koenig eines kleinen Landes, und diese Art des Auftretens wirkt auf jede Bevoelkerung in einem zivilisierten Lande. Unglücklicherweise steht dieses Auftreten nicht ganz mit der Wahrheit in Uebereinstimmung. Es sind noch keine fuenf Monate vergangen, seit Husseins Trupper. Jerusalem zu beschiessen begannen, weil er irrtümlicherweise geglaubt hatte, dass Nasser Israel schlagen wuerde. Hussein hatte damals geglaubt, er muesse sich seinen Anteil an der Beute sichern. Er haette dem Kriege fernbleiben koennen, haette er sich so intensiv fuer den Frieden interessiert, wie er jetzt die Welt glauben machen will. Das konnte er ruhig tun, da Israel ihm durch Vermittiung der UN mitgeteilt hatte, dass Israel jordanisches Territorium nicht anruehren wuerde, wenn die jordanischen Truppen Ruhe halten wuerden. Damals hatte der Koenig Gelegenheit, Friedensbereitschaft, Maessigung und staatsmaennische Weisheit zu zeigen, Auf diese Weise haette er sich auch den Teil Jerusalems bewahren koennen, den sein Grossvater besetzt hatte, und er haette sich auch das Westu Ser sichern koennen. Zwischen politischer Weisheit und geschicktem Auftreten vor dem Fernsehen besteht eine tiefe Kluft, wie uns der Fall des Koenigs Hussein zeigt. DIE VERHANDLUNGEN IN DER UNO Shearim bezeichnet die fieberhaften Verhandlungen, die zur Zeit hinter den Kulissen der UNO gefuehrt werden, um auf diese Weise eine Kompromissloesung in der Frage der Mittelostkrise zu erreichen, fuer Spiele, die wir unter garkeinen Umstaenden akzeptieren koennen und wir sollten diese unsere Ansicht auch unmissverstaendlich zum Ausdruck bringen, damit es garkeinen Zwiefel gaebe. Hajom wendet sich schaerfstens gegen den Vorschlag U Thants, die Kontrolle der UNO-Beobachter zu verstaerken und solche Beobachter auch entlang des Jordan zu postieren. Die Zeitung erklaert, die UNO-Beobachter wuerden dann nur die israelischen Sicherheitsk r a e f t e stoeren und ueberhaupt jede konstruktive Taetigkeit in dieser Zone verhindern. DIE AEGYPTER UND DIE SOWJETS Legion gar nicht genug kriegerisch auffuehren und bricht immer wieder die Waffenruhe. Dieses Doppelspiel Jordaniens kann nicht auf die Dauer geduldet werden. Hamodia wirft den Jordaniern vor, dass sie in zunehmendem Masse die Sabotage- und die Terroraktionen foerdern, ohne sich Rechenschaft daruebsr abzulegen, dass sie letzten Endes doch wieder die Rechnung fuer diese mutwilligen Provokationen zu begleichen! haben werden. Haaretz meint, dass die Sowjets weitgehenden Einfluss auf die Geschicke in Aegypten haben und dass sie es sind, die verhindern, dass Aegypten durch neue Aktionen versucht, fuer die Vernichtung der Raffinerien in Suez Rache zu nehmen. Die sowjetischen Flotteneinheiten in den Haefen Aegyptens sind nicht nur zur Unterstuetzung Aegyptens bestimmt, sondern demonstrieren auch, dass die Sowjets weitgehenden Einfluss aui die Gestaltung der Dinge in diesem Lande haben. Hazofe geht weiter und glaubt, dass die Russen heute weitgehend alle Entscheidungen Aegyptens - in deii Haenden haben. Das Blatt meint, das sei fuer uns sehr gefaehrlich und wir sollten daher alle Vorsicht walten lassen, die nur denkbar ist. Sehaarim verlangt, dass die Legende, die Koenig Hussein als klugen Politiker, der versteht, mit den Gegebenheiten zu rechnen, darstellte, zerschlagen werden muesse. Wn koennen uns angesichts der staendigen Angriffe und Verletzungen unserer Sicher heit nicht auf die Dauer Zurückhaltung auferlegen und werden schliesslich gezwungen sein, die jordanischen JERUSALEM ZWEITGROESSTE STADT ISRAELS Jerusalem ist die zweitgroesste Stadt Israelis und zaehlt heute 265.000 Bewohner. In Ostjerusalem wohnen 65.000 Personen. Dies wurde nach der Volkszaehlung in Ostjerusalem bekannt. Die Bewohner von Westjerusalem stellen 74 Prozent der Bevoelkerung dar. 23.000 Persoen wohnen in der Altstadt Jerusalems. 82 Prozent der Bewohner von. Ostjerusalem sind Mohammedaner, 17 Prozent sind Christen. AUS DER ISRAELISCHEN HESSE DER JAHRESTAG DER RUSSISCHEN REVOLUTION Die meisten Zeitungen wuerdigen in ihren Leitarkeln den 50. Jahrestag der russischen Revolution und versuchen die Lehren zu ziehen, die sich aus diesem Ereignis fuer die Menschheit und fuer das juedische Volk ergeben. Dawar erklaert, die Revolution von 1917 waere zum leuchtenden Vorbild fuer die Menschheit wie die ihr vorangegangene franzoesische Revolution geworden, wenn alle Hoffnungen Wirklichkeit geworden waeren, die man damals gehegt hatte. Aber neben den Erfolgen der Revolution treten die Misserfolge und Enttaeuschungen klar zu Tage, und am meisten enttaeuscht ist das juedische Volk. Al Mamishmar veroeffentlicht einen Aufruf der Mapam, in dem festgestellt wird, dass eine universale Wuerdigung der Revolution von 1917 nicht ohne Betrachtung der Folgen fuer die Juden moeglich sei. Die Mapam glaubt weiter an den Sozialismus, aber sie kann die Folgen der Revolution fuer das juedische Schicksal nicht uebersehen. Lamerchaw bezeichnet die Bilanz der russischen Revolution als traurig und es ist enttaeuschend, dass ein Regime sich so entwickelt hat, das im Kampfe gegen die Unterdruecker entstand und nach Freiheit strebte. Gerade in der Zeit seines Jubilaeums ist das russische Regime bereit ein kleines Volk auszurotten, das sich weigert seine Interessen den imperialistischen Wuenschen der russischen Grossmacht zu opfern. Ein solches Regime hat das Recht verwirkt, als Vorbild und als Lehrmeister auf dem Wege zum Sozialismus aufzutreten. Jerusalem Post betont, dass RUSSEN: JUDEN Misserfolg und Erfolg, Fortschritt und Rueckschritt sich seit der Revolution in Russland in bunter Folge abwechsein. Zugleich wird das juedische Volk es nicht vergessen, dass es die russischen Armeen waren, die Reste der Juden aus den Konzentrationslagern befreiten und damit den Weg zur Rettung der uebrig gebliebenen Teile unseres Volkes bahnten. Wir koennen nur hoffen, dass einige der russischen Fuehrer waehrend der eindrucksvollen Parade in Moskau sich ueberlegen werden, wie alle Voelker der Welt zu Frieden und Freiheit gelangen koennen, wie ihn Lenin seinen Anhaengern und Glaeubigen versprochen hatte. Omer erklaert, dass bis heute Freiheit und Humanismus in der Liste der Errungenschaft der bolschewitischen Revolution fehlen. Die Missachtung der menschlichen Freiheit ist der schwarze Fleck auf der roten Fahne der Revolution. Wir hoffen, dass eines Tages sich die Beziehung in Moskau sowohl hinsichtlich der menschlichen Freiheit als aucn gegenueber dem juedischen Volke aendern wird. Kol Haam veroeffentlicht einen Aufruf der Maki-Leitung, in dem darauf hingewiesen wird, dass die russische Revolution fuer den Menschen den Weg zum Sozialismus und zum Kommunismus und zum Aufbau einer Gesellschaft ohne Klassen-Ausbeutung oeffnete. Schearim erklaert, aucn die Verbohrtesten Anhaenger Russlands, die selbst in den. Tagen Stalins Moskau die Treue gehalten hatten, muessen heute zugeben, dass der ketzerische Marxismus nicht die Grundlage fuer Gerech tigkeit und Frieden bieten kann. Al Hamischmar nimmt dazu Stellung, dass die sowjetische UN-Delegation keinen einzigen juedischen Journalisten zum Empfang anlaesslich der Oktober-Revolution eingeladen hat. Bisher hatten die Sowjets Journalisten aus Israel von solchen Empfaengen ausgeschlossen. Jetzt erweiterten sie den Bann auf juedische Journalisten im allgemeinen. Es ist schwer zu entscheiden, ob dieser Akt der Sowjets mehr von Feindschaft oder von dem Willen diktiert ist, dem arabischen Nationalismus nochmals Reverenz zu erweisen. Wenn hier jemand betroffen wird, so ist es der Name der Sowjetunion, deren Vertreter jedes Beurteilungsvermoegen eingebuesst haben. Omer erklaert, dieser neuerliche Schritt der Sowjets zeige dass Moskau ein gelehriger Schueler des Zarismus ist. Die Russen von heute verwirklichen die Beherrschungstraeume des Zarenreiches im Mittleren Osten, und sie gebaerden sich nicht weniger judenfeindlich als das alte Russland.