Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1967)
- Date
- 1967-12-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 BOLETIN INFORMATIVO DICIEMBRE 1967 BRIEF AUS USA: VIETNAM UND AUSCHWITZ? Von Kurt R. Grossmann In allen Teilen der Welt kann man es lesen: Zwischen den Verbrechen Hitlers (Auschwitz) und den Verbrechen der Johnsonregierung (Vietnam) bestehe kein Unterschied. Der englische Philosoph Bertrand Russell hat seinen Namen fuer ein “internationales Gericht” zur Verfuegung gestellt, welches erst in Stockholm und jetzt in Tokio das erwartete Urteil ueber die Vereinigten Staaten von Amerika gefaellt hat. Im Kern haben die “Richter” die Ergebnisse des internationalen Gerichtshofs in Nuernberg auf die gegenwaertige Situation in Vietnam uebertragen und so die Johnson- Regierung zu “Kriegsverbrechern” gestempelt. Kommunisten, Fellow travelers, die “Deutsche Nationalzeitung u. Soldatenzeitung” erklaeren sich als die “wahren Bannertraeger der Humanitaet” und etablieren: Johnson gleich Hitler, (oder, wenn es ihnen passt, Dayan gleich Hitler). Auch die, welche in der Quarta den Pythagoras nicht begriffen haben sollten, muessten wissen, dass diese Gleichung nicht aufgeht. Es ist hoechste Zeit, darueber ein offenes Wort zu sagen. Da ich nach dem ersten Weltkrieg als Pazifist heimkehrte, halte ich nach wie vor an dem Grundsatz fest: Wen den Frieden will, muss den Frieden vorbeiten. Wir haben alle gelernt, dass es Situationen gibt, wo leider diese simple menschliche Vernunft nicht angewendet werden kann, sondern die Waffen sprechen muessen. Die erste Frage, die wir uns zu stellen haben, ist daher; Besteht fuer die Vereinigten Staaten von Amerina dieser Grund der notwendigen Selbstverteidigung, der fuer alle die Laender bestanden hat, die von 1939 an von Hitler angegriffen wurdep? Man muss die Frage verneinen. Immerhin darf man den Hintergrund der grossen Tragoedie, die Vietnam heisst, nicht vergessen, welche in die Herausforderung der kommunistischen gegenueber der nichtkommunistischen Weit muendet. Als die USA in Vietnam zu intervenieren begann, war man noch weit von den Schalmeienklaengen einer Koexistenz entfernt. Im Gegenteil, die bittere Erfahrung von Korea lag hinter uns und Ereignisse wie Ungarn noch vor uns. Natuerlich werden die Historiker in vierzig oder fuenfzig Jahren fragen, warum die Verenigten Staaten zum Beispiel 1956 nicht in Ungarn eingriffen oder 1961 nichts taten, den labilen Status quo in Unordnung geraten zu lassen, als die Mauer am 13. August 1961 errichtet wurde. Wer darueber mehr wissen will, greife zu dem ausgezeichneten Buche eines der besten Kenner Vietnams, Jean Lacouture (“Vietnam zwischen den beiden Waffenstillstaenden”), der eins klar auf zeigt: Die Vereinigten Staaten sind mehr und mehr in diesen Konflikt hineingeraten, der nun zu einer entscheidenden politische und moralischen Frage des Landes geworden ist. Alle Berichte, alle Bilder, die wir am Fernsehschirm zu Gesicht bekommen, beweisen es, alle in Brand gesteckten Doerfer, die Vertreibung der Zivilisten, die Ermordung der Vietcong, die Bombardierung von Staedten und Doerfern, die immer bedrohlicher wird, das dieser Krieg ein grauenvoller und blutiger ist, dessen politische und juristische Rechtfertigung im eigenen Lande nicht nur umstritten ist, sondern verurteilt wird. Ich spreche nicht davon, dass die Zahl der Amerikaner, die Johnson in der Vietnamkriegsfuehrung unterstuetzen, von Woche zu Woche sinkt (jetzt nur 50%), weil dieser Negativismus verschiedenen durchaus nicht immer moralischen Motiven entspringt. Der Unterschied aber zu jener Periode, die wir mit Auschwitz ueberschreiben, ist, dass die Opposition damals nicht in der Lage war, ihr Veto oeffentlich einzulegen. In all den Jahren des Vietnamkonfliktes haben hier viele, die akademische Welt, die Politiker - voran die Senatoren Wayne Morse und John O. Fulbright - diesen Dschungelkrieg verurteilt. Die Proteste haben nie aufg.ehoert: Jeden Tag kann man auf unserer Hauptverkehrsader in New York angesehene Professoren mit umgehaengten Schildern sehen, auf welchen sie der Oeffentlichkeit ihren Abscheu ueber diesen Krieg mitteilen. Wir hatten die beruehmten “Sit-ins“, an denen sich Tausende von Akademikern — Lehrkoerpes und Studenten — beteiligten. Ob es einem gefaellt oder nicht, oft kommt es vor, dass Studenten unter Protest einen Versammlungssaal verlassen, gleichgueltig ob der Praesident, seine Gattin, Herr Rusk oder Mc Namara sprechen. Es soll auch nicht vergessen werden, dass eine Anzahl von Soldaten und Offizieren die Gerichte angerufen haben, weil sie den Vitnamkrieg als “ungesetzlich” erachten. Es ist bekanntlich ein unerxlaerter Krieg, der aber immer noch die Unterstuetzung der Mehrheit des Kongresses besitzt, da derselbe die ungeheuren Milliardendollarbetraege dem Praesidenten immer wieder bewilligt. Nicht nur hat Johnsons Volkstümlichkeit auf Grund des Vietnam-Konfliktes rasant abgenommen, nein, wie eine Uebersicht der NEW YORK TI¬ MES beweist, der Stimmungsumschwung im Lande ist betraechtlich geworden. Von 244 Gouverneuren, Senatoren und Abgeordneten des Hauses erklaerten: 69 dass sie keine Veraenderung in der Unterstuetzung des Praesidenten fuer den Vietnamkrieg feststellen konnten; 64 stellten eine starke Opposition gegen den Konflikt in Vietnam fest; 80 waren der Meinung, dass die Waehlerschaft entweder Verhandlungen oder Rueckzug wuenscht, und nur 30 berichteten, das der Krieg mit zu geringen miiltaerischen Mitteln durchgefuehrt wuerde. Wenn man also bedenkt, dass diese grosse Debatte, die Gefaengmsstrafen, die einige der Opponenten auf sich nahmen, nun seit Jahren angehen, kann man wohl mit Recht sagen: die Gleichung geht nicht auf. Man vergesse auch nicht — da Gerechtigkeit und Menschlichkeit unteilbar sind — dass bei allen Fehlern, die wir machen, trotz der (falschen) historischen Begruendungen fuer die Berechtigung unserer Intervention ln Suedvietnam Millionen Amerikaner nicht sagen: Right or wrong, my country, aber auch nicht finden koennen, dass die Tugend der Humanitaet allein auf der Gegenseite zu finden ist. Der gewaltige Unterschied zwischen Auschwitz und Vietnam ist, dass wir Vietnam als ein moralisches Unrecht und ein politisches Unglueck bezeichnen koennen. Weil die Hitlerdiktatur es denen, die sich gegen den Strom der Massenhysterie geworfen hatten, ihre Existenz ihr Leben aufs Spiel setzten, als sie trotzdem den Versumachten, einigen verfolgte’ Juden ein rettendes Asyl zu verschaffen so unsagt ar schwer machte, dem G°bot ihres Gewissens zu folgen, darum sind diese Taten der unbesungenen Helden in Deutschland so beispielgebend. Es ist daher bedeutungsvoll, dass am 22. November in der Beethovenhalle in Bonn im Beisein des Diplomatischen Korps, Mitgliedern der Bundesregierung ihre erste Ehrung auf nationaler Ebene stattfand*, um den verantwortlichen Maennern klarzumachen, “was der Mensch eigentlich bedeutet’’, denn wie Lord Jowitt es ausdrueckte: “Wenn die fuer aie Opposition, die Proteste, die Weltpolitik verantwortlichen Maenner sich (darueber) nicht einigen..., dann gibt es keinen Ausweg aus der Verwirrung und dem.Widerstreit, die einem wirklichen Frieden im Wege stehen”. (*) Bei der oben mitgeteilten Ehrnug der “unbesungenen Helden” im Bonn am 22. November in der Beethovenhalle, die gemeinsam vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften fuer christlich-juedische Zusammenarbeit und den Klinischen Forum fuer Gewissensforschung, ein Arm der Medical Research Foundation in Philadelphia, veranstaltet wurde, hielt Professor Freiherr von Aretin den Festvortrag. Fuer die Bundesregierung sprach Bundesminister Carlo Schmid. Den Dank Israels ueberbrachte der israelische Botschafter Asher Ben Nathan und die Ehrung der unoesungenen Helden wurde Kurt R. Grossmann uebertragen. UN COCHE CON PERSONALIDAD TIN MINI £1 automóvil de la familia moderna. Elegante, práctico y maniobrable. Sencillo de conducir, económico de mantener. VENTAJAS EXCLUSIVAS DE SU FUTURO AUSTIN o Suspensión Hidrolástica Carrocería GRP, absorbente al impacto Finas terminaciones Fácil de estacionar o Mayor espacio interior Tablero enchapado en nogal. Si estas son algunas de las “gracias” de la personalidad del AUSTIN MINI SALQON Super de luxe... ¿ POR QUE NO SER DUEÑO DE UNO, AHORA? INSCRIBASE INMEDIATAMENTE PARA ENTREGAS FINES DE ENERO. (POCAS DISPONIBILIDADES) Mauricio HOCHsama sju a Avda. Grecia 310 - Fono 495027 / Agustinas 1360 - Fono 82816 OTRO PRODUCTO OE LA AVANZADA INGENIERIA DE THE BRITISH MOTOR CORPORATION