Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1967)
- Date
- 1967-11-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1Ô BOLETIN INFORMATIVO NOVIEMBRE 1067 Der Stolz der westlichen Orthodoxie Am 27. Marcheschwan sind hundert Jahre vergangen, seit eine der leuchtendsten Gestalten des einstigen deutschen Judentums, Rabb. Dr. Esra Munk, das Licht der Welt erblickte. Seine Leistung Ist so einmalig, dass sie ueber den Rahmen seiner engeren Richtung hinaus betrachtet werden sollte. Munk stammt aus Altona, wo sein gelehrter Vater als Klaus-Rabbiner amtiert hatte. In Berlin besuchte er Universitaet und das orthodoxe Rabbinerseminar, welches sein beruehmter Onkel. Dr. Israel Esriel Hildesheimer, gegruendet und viele Jahre geleitet hatte. 26-j'aehrig, erhielt Munk das Rabbinerdiplom und uebernahm die religioese Leitung der kleinen orthodoxen Gemeinde zu Koenigsberg, deren voellige Trennung von der Hauptgemeinde er durchsetzte. Von dort berief ihn im Jahre 1900 die Berliner “Adass Jisroel”, die zweitgroesste der soge.- nannten “Separatgemeinden”, zu ihrem Gemeinderabbiner, und dieses Amt uebte er 37 Jahre hindurch aus. Neben ihm wirkte sein Vetter, Rabb. Dr. Meier Hildesheimer, der offiziell den Titel “Prediger und Schuldirektor” fuehrte. Doch die erste Autoritaet in religionsgesetzlichen Fragen war Esra Munk, und sein Ruf ging ueber die Grenzen des damaligen Deutschland weit hinaus. Gesetzestreu in des Wortes strengster Bedeutung, wirkte Munk als Wissenschaftler Von Curt Wilk und Kanzelredner von hohem Niveau. Er trat leidenschaftlich fuer den Ausbau des Schulwerkes der “Adass“ ein, die nach dem 1. Weltkriege ein Realgymnasium, e i n Maedchenlyceum und eine Volksschule schuf, womit sie der Berliner Hauptgemeinde voraus war. Besonders liess er sich das Schaechtwesen angelegen sein, und es war sein unbestreitbares Verdienst, dass er antisemitischen Quertreibereien entschieden entgegentrat, sich an hohe und hoechste Regierungsstellen wandte, um Gefahren eines Schaechtverbotes, die immer wieder auftraten, abzuwenden. Sein Ansehen in der “Weimarer Republik” war ausserordentlich, was auch von der Berliner Juedischen Gemeinde, die nur sehr lose Kontakte mit der orthodoxen Sondergemeinde unterhielt, rueckhaltlos anerkannt wurde, selbst dort, wo Munk, nach Ansicht anderer Orthodoxer, allzu streng und unnachgiebig vorzu gehen pflegte. Doch sein hoher Idealismus und sein juedischer Enthusiasmus, seine echte Herzensfroemmigkeit, lassen auch darueber hinwegsehen dass er sich noch 1932 der zionistischen Bewegung gegenueber entschieden ablehnend verhielt; in diesem Punkte wurde er erst durch die Zeitgeschehnisse beeinflusst, sodass er selbst 1937 nach Erez Israel uebersiedel- (Fortsetzung Seite 16) WLIKKK Der Beschluss, eine Weltkonferenz aschkenasis eher Synagogen-Gemeinden f u er den 7. Tewet 5728 (8. Januar 1968) nach Jerusalem einzuberufen, wurde bei einer Besprechung gefasst, die eine Reihe fuehrender Persoen- Uchkeiten juedischer Gemeinden aus verschiedenen Teilen der Welt am 2. Juli unter dem Vorsitz von Oberrabbiner Dr. Israel Brodie in Jerusalem abhielt. Diese Konferenz, die erste in ihrer Art, wird — so hofft man — Vertreter von Synagogen-Gemeinden aus der ganzen Welt zusammenfuehren und damit die Beziehungen zwischen Israel und den juedischen Gemeinden der Diaspora festigen. Sie wird gleichzeitig ein Mittel organisierter Verbindung und Kooperation schaffen, durch das Erfahrungen ausgetauscht werden koennen das gemeinsame heilige Anliegen des authentisch halachischen Judentums und den traditionellen juedischen Lebensweg zu erhalten. I|ie Entscheidung bezieht sich auf den entsprechenden Beschluss des Vorstands der Konferenz europa e i s c h e r Rabbiner und der angegliederten religioesen Organisationen, welcher im Maerz 1966 in Paris gefasst worden war. Es wurde damals beschlossen, eine Besprechung in Genf am 2. Juni 1967 abzuhalten zu dem Zweck, die Weltkonferenz aschkena s ischer und sefardischer Synagogen anzukuendigen. Gruender di e s e r Weltkonferenz werden alle nationalen und synagogalen Organisationen und juedischen Gemeinden sein, die von ihren Delegierten vertreten sein werden. Der Nahostkonflikt verursachte eine Verschiebung der Genfer Besprechungen. Aus Anlass der Anwesenheit einiger fuehrender Persoenlichkeiten in Jerusalem wurde von Dr. Brodie zu einer Besprechung aufgerufen, um die Ankündigung zu machen, die aus Genf haette kommen sollen. Dr. Brodie kuendigte an, dass eine Einladung an alle aschkenasischen und sefardischen Synagogen der Welt ergehen werde, grosse und bedeutsame Delegationen ihrer Rabbiner und Laienfuehrer zu dieser wichtigen Konferenz nach Jerusalem zu entsenden. 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