Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 10 (Octubre, 1967)
- Date
- 1967-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4 BOLETIN INFORMATIVO OCTUBRE 106? BRIEF AUS USA: TIME MAGAZINE widmet ihre Ausgabe vom 6. Oktober dem Krieg in Vietnam unter dem Titel “Wachsende Zweifel ueber den Krieg“. Jeden Tag wird ein anderer Prominenter - sei er Demokrat oder Republikaner - dafuer plaidieren, als ersten Schritt fuer Verhandlungen mit Hanoi “bedingungslos“ die Bombardierungen von Nordvietnam einzustellen. Der Letzte im Chor der wachsenden Kritiker ist ein enger Freund Dwight D. Eisenhowers, Senator John Sherman Cooper von Kentucky. Die Kritik seines Kollegen von New Jersev, Clifford Case, war heissender und fuer den Praesidenten beinahe bleidigend, auf jeden Fall verletzend. Er klagte Johnson an, den Kongress getaeauscht zu haben, als er mit der beruehmten Tonkin- Resolution freie Hand erhielt, den Krieg nach Belieben aufzustocken. Die Ernuechterung ueber den Vietnamkrieg ist aus den verschiedenen Meinungsumfragen ablesbar. Noch im Juli dieses Jahres unterstuetzten den Vietnam Krieg 72% der Bevoelkerung, dann sank die Ziffer auf 61% fuer August und ist jetzt fuer September nur noch 58%. Achtundvierzig Prozent der amerikanischen Bevoelkerung sind fuer die Fortsetzung des Bombardements, 37% dagegen und 15% nicht sicher, wias sie sagen sollen. Die Zahl der Amerikaner, die wuenschen dass die USA sich so schnell wie moeglich aus Vietnam zurueckzieh-t, ist auf 37% gestiegen, waehrend ebenfalls 37% sagen: wir muessen weiterkaempfen. Nur 20% wollen “totalen militaerischen Sieg” und 13% wuenschen Rueckzug unter jeder Bedingung. 46% der Befragten sind entmutigt und enttaeuscht. Was Lyndon B. Johnson selbst anbetrifft, so steht nur noch 31% der Bevoelkerung hinter seiner Fuehrung des Krieges in Vietnam. Verglichen zu den frueheren Meinungsumfragen ist das eine gewaltige Verschiebung und wirft fuer die Kandidatur Johnsons ihre Schatten voraus. Obwohl Robert F. Kennedy immer wieder erklaerte, er sei kein Kandidat, er sei fuer Johnson, liegt er an der Spitze, naemlich mit 39%, Johnson 37%, Goldberg 8% usw. Aber wenn die Befragten nur zwischen Kennedy und Johnson zu waehlen hatten, dann erhielt Kennedy 51%, Johnson 39% und 10% hatten sich noch nicht entschieden. Einer der wesentlichsten Gruende fuer das Absinken von Johnsons Popularitaet ist das Faktum, dass man Ihm hier im Lande viel weniger glaubt, als es z. B. die Russen tun. Johnson hat am letzten Freitag in Texas (San Antonio) vor der Konferenz der gesetzgebenden Koerpevschaft ueber “unserer Verpflichtung in Suedvietnam” gesprochen. In dieser Rede hat er sich auf das Versprechen von drei Praesidenten, naemlich Eisenhower, Kennedy, Johnson, berufen; aber er war vorsichtig genug, nicht wieder den Fehler zu begehen, aus einem Briefe Eisenhcwers zu zitieren, der klipp und klar ueber Wirtschafts— aber nicht militaerische Hilfe sprach. Diesmal griff der OEM PRÄSIDENTEN Praesident auf eine Rede Eisenhowers aus dem Jahre 1959 zurueck, in der Eisenhower ueber die strategische Wichtigkeit von Suedvietnam in ziemlich generellen Toenen gesprochen hatte. Was den Senat anbelangt, so hat Johnson diesmal darauf verzichtet, die umstritteten Tonkinresolution heranzuziehen, sondern berief sich auf deiv SEATO-Vertrag (das Pendant der NATO fuer Asien), der in der Tat mit uebergrosser Majoritaet vom Kongress ratifiziert wurde. Was Johnson aber verschwieg, ist die Tatsache, dass keine der SEATO- Maechte an der Seite der USA in Suedvietnam kaempft. Das gilt in erster Linie fuer England und natürlich auch Frankreich. Die Rede Johnsons in San Antonio wurde in der Richtung interpretiert, dass er beinahe bedingungslos bereit waere, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, wenn Hanoi auch nur das leiseste Zeichen des Friedenswillens geben wuerde. Wenn er aber glaubte, die wachsende Opposition als unbedeut e n d hinzustellen, dann haette der Praesident bei der Debatte anwesend sein sollen, die Senator Wayne Morse, der von Anfang an unser Eingreifen in Suedvietnam kritisiert hat, mit dem reaktionaeren Senator Storm Thurmond von Suedkarolina vor Lehrkoerper und Studenten der St. George Universitaet (katholisch) in Washington gefuehrt hat. Die Argumente von Morse wurden mit ueberwaeltigendem Beifall bedacht, die von Thurmond abgelehnt. Es ist sicher kein Zufall, dass diejenigen Politiker, die Johnson und das Pentagon unterstuetzen, Konservative, ja Erzkonservative sind. Aber es ist tragisch, dass die Vereinigten Staaten, die ihre Soehne zweimal in den letzten Jahrzehnten nach Europa geschickt haben, “um die Demokratie zu retten“, in Suedvietnam ein Generalsregime unterstuetzen, das von der Mehrheit der Bevoelkerung abgelehnt wird. In Kalifornien gibt es innerhalb der grossen demokratischen Parteiorganisation eine sogenannte “kalifornische Demokratische Konferenz”, die vor wenigen Tagen ihre Konvention abhielt. Dort wurde beschlossen, eine Friedensdelegation zur naechsten Konvention der demokratischen Partei zu entsenden, die Beendigung des Krieges in Vietnam mit dem Ende der Rassenkonflikte im USA durchsetzen soll. Obwohl die Fuehrung der Konferenz dafuer eintrat, diese beiden Fragen zu trennen, nahm die Konferenz mit ueberwaeltigender Mehrheit die weitergehende Resolution an. Der Gouverneur von Michigan, George Romney, der immer wieder als Praesidentschaftskandidat der Republikaner genannt wird, hat soeben eine Studienreise durch 19 Staaten des Landes beendet und warnt, dass eine Revolution —Negerrevolution?— drohe, wenn nicht in allem Ernst und grossen Mitteln die immensen sozialen Probleme'in den Ghettos geloest werden. Es rebellieren die Neger und laufen ihren gemaessigten Organisationen weg, verweigern ihnen weivon Kurt R. Grossmann tere Gefolgschaft. Aber diese Bewegung wird erweitert durch die “Hippies” (Gammer), die im Wachsen begriffen sind. Diese Bewegung wendet sich gegen jede Tradition und jede Autoritaer und kann eine stuetzende Kraft in einem Aufruhr werden, von dem nicht nur Herr Romney, sondern viele Beobachter der sozialen Szene sprechen. Statt das Programm zur Bekaempfung der Armut zu foerdern, gibt es eine Anzahl von Kongressmitgliedern. die ein Programm zur Bekaempfung dieses Programms stipuliert haben und zum Teil durchsetzen. Es geschieht durch Nichtbewilligung weiterer Mittel; es geschieht durch Verunglimpfung bestimmter leitender Funktionaere, zumal wenn sie erfolgreich sind. Naturgemaess ist das Militaerbudget auf fast 70 Mrd. Dollar gewachsen und die Sparmassnahmen sollen jene tragen, die schon immer ein Leben der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit gefuehrt haben. Das mag in der Tat die Gefahr neuer Unruhen bedeuten. EL[KTR0U»E 67 Elektronengehirne gab es Ende Juni dieses Jahres in Israel und man rechnet damit, dass bis Ende dieses Jahres noch weitere zehn zu arbeiten beginnen werden. Auf Grund eines Auftrages des israelischen Verbandes für Information und ihrer Verarbeitung („Ila”) hat das staatliche statistische Amt festgestellt, dass die Zahl der Elektronengehirne im Lande von sechs im Jahres 1962 auf 35 am Ende des Jahres 1965 angewachsen war. 56 Elektronengehirne gab es in Israel am Ende des vergangenen Jahres, davon arbeiteten 24 für den Staat 18 waren im Privatsektor taetig. (“Canfit“) Baunendecken mit importierten Daunen Steppdecken Fabrik "Marcelo" Max Wttttttta & Sohn Av. M. Montt 2656 Fono 43379 Neubeziehen und Umarbeitungen Modernste importierte Bezugsstoffe u. Inletts staendig auf Lager. ' i Schlafsaecke fuer Ausfluegler Komme einmal im Monat nach Viña u. nehme Auftraege entgegen. Aus dem Protokoll... hatte, insbesondere den Oneg Schabat zusammen mit dieser Kommission zu organisieren. Anschliessend spricht Herr Friedmann ueber die finanzielle Seite des Programmes und empfiehlt, die entsprechenden Mittel fuer die Durchfuehrung zur Verlegung zu stellen. Hierzu erklaert Herr Dr. Lehmann, dass dies bereits geschehen sei, und Herr Dr. Reich stellt fest, dass das Direktorium das Programm mit grosser Zufriedenheit akzeptiert und auch die entsprechenden Mittel bewilligt hat. Ausserdem wird beschlossen, fuer die noetige Zusammenarbeit der verschiedenen Kommissionen zu sorgen. Herr Carlos Berliner berichtet ueber die Arbeiten der Jugend-Kommission, die einmal mit Beteiligung eines Teiles der Mitglieder zusammentrat und folgende Tagesordnung behandelte: a) Das Seminar des Barcal. b) Verschiedene Angelegenheiten betreffend die nicht - organisierte Jugend, c) Den Barcai und die Zweite Generation betreffende Themen, insbesondere den Gottesdienst fuer junge Leute, der mit einigen Aenderungen des Rituals, in spanischer Sprache und mit der Mitwirkung des Herrn Botschafters vorges e h e n ist. Hierzu regt er an, fuer eine entsprechende Beteilig u n g Sorge zu tragen, und bittet insbesondere um die notwendigen Verlautbarungen in den juedischen Zeitungen und im Radio. Herr Dr. Lehmann fuehrt aus, dass der Gottesdienst sehr wichtig ist, weshalb er erwartet, dass die Anwesenden mit ihren Familien daran teilnehmen werden. Zu diesem Punkt der Tagesordnung berichtet Herr Rabbiner Loewenstein ueber das Seminar des Barcai, das im Juli in San Sebastián unter Beteiligung von 22 Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren stattfand. Es war ein schoener Erfolg und ging in einer angenehmen und jugendlichen Atmosphaare vor sich. Der Herr Rabbiner selbst sprach ueber “Grundsaetze des Judentums’’, und es gab (Schluss von Seite 3) andere Vortraege ueber Israel, ueber die politischen Parteien, ueber Psychologie und Sexologie, ausserdem Diskussionen und Vorkehrungen von Volkstaenzen. Die Teilnehmer waren mit dem Verlauf des Seminars sichtlich zufrieden. Herr Rab. Loewenstein spricht hierauf ueber den Religions-Unterricht und bedauert, dass daran weniger Kinder teilnehmen als in vergangenen Jahren. Aus diesem Grunde veranstaltete er eine Zusammenkunft der Eltern, zu der etwa 1950 Personen eingeladen wurden. Er erschienen nur 6 Elternpaare, die ueber den Religionslehrer Beschwerden vorbrachten, da er seine Aufgabe nicht sehr ernst nehme. Es wurde auch in Betracht gezogen, Mietautos zu verwenden, um die Schwierigkeiten der Befoerderung vieler Kinder zu beheben. Der Herr Rabbiner bittet das Direktorium, die Bestellung eines bezahlten Lehrers zu erwaegen, der auch die Bar - Mitzwa - Vorbeitungen besorgen koennte, da diese Arbeit drei Viertel seiner Zeit in Anspruch nehme, oder eventuell auch eine Zusammenarbeit mit dem Vaad Hajinuj herzustellen. Jedenfalls koenne der bisherige Zustand nicht weiter aufrecht erhalten werden. Herr Dr. Reich gibt bekannt, dass die Sache im Direktorium studiert werden wird. Zuletzt berichtet Herr Alfred Berliner ueber die Hohen Feiertage. Die Preise der Tempelkarten fuer die Synagoge und das Theater Oriente wurden vom Direktorium in folgender Weise vorgeschlagen: Die erste Karte E<? 80.—, die zweite Ev 60.—, die dritte E<? 15.—, die vierte und jede weitere E? 10.—, jugendliche E<? 5.— Fuer Nichtmitglieder jede Karte E? 500.—, und fuer Jugendliche E? 50.— Der Vorschlag wird einstimmig angenommen. Herr Berliner fuehrt weiter aus, dass der Saal des Theaters Oriente diesmal fast doppelt soviel kosten wird als im Vorjahr und dass die bezueglichen Unterhandlungen derzeit noch nicht abgeschlossen seien. Schluss der Sitzung: 11,05 Uhr. AUSSENHANDELSDEFIZIT GESUNKEN Das israelische Aussenhan- Reihe auf eine Einschraendelsdefizit ist in den Monaten kung der Importe zurückzu- Januar—Juli 1967 gegenüber führen. In derselben Periode der gleichen Periode des Vorstieg der israelische Export jahres um 46 Prozent, von IL von IL 299 Millionen auf IL 181 Millionen auf IL 98 Mil- 322 Millionen, lionen zurückgegangen. Dieser Rückgang ist in erster (“Canfit'') NUTZBARE BEUTE: 500 MILLIONEN IL Nach vielen Wochen genau- Tanks, tausende Fahrzeuge er Aussortierung der riesigen verschiedener Kateg o r i e n, Beute, die im Sechs - Taleichte Waffen, Kommunikage-Krieg in die Haende von tionsausrüstung, u. a. m. Zahal fiel, wird deren Wert, Ein weiterer Teil der Beuso weit es sich um nutzbare te, dessen Wert noch nicht Waffen handelt, auf etwa eiabgeschaetzt werden kann, ne halbe Milliarde IL ge- und der mehr als eine halbe schaetzt. Milliarde IL einbringen dürf- Unter denjenigen Waffen, te, wird entweder als Schrott die wieder von Zahal verwenvermarktet oder zu anderen det werden koennen, befin- Zwecken verwendet werden, den sich einsatzfaehige und fast saemtlich ganz moderne (“Canfit“)