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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-09-01 · 9 (Septiembre, 1967) · p. Seite 14

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
9 (Septiembre, 1967)
Date
1967-09-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 BOLETIN INFORMATIVO SEPTIEMBRE 1967 SCHICKSALE AUF 25 MILLIONEN KARTEIKARTEN Arolsen ist eine kleine Stadt rund 35 bis 40 km von Kassel entfernt. In der Strasse “Grosse Alle” steht ein schmuckloses Gebaeude — “Comité International de la Croix-Rouge” steht an der Pforte— in dem 242 Personen aus 15 Nationen den furchtbarsten Teil der NS- Vergangenheit, die Suche nach den Opfern der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus, “bearbeiten”. 25 MILLIONEN NAMEN In langen Raeumen stehen Stahlkaesten mit rund 25 Millionen Karteikarten, dazugehörige Akten, Fotokopien von Dokumenten, Unterlagen des Grauens. Von den Decken haengen Schilder zur Markierung der Abteilungen: Auschwitz, Stutthoff, Dachau, Bergen-Belsen, Theresienstadt usw. Bekannte Namen der Lager, in denen sich für viele der auf den kleinen Karten Verzeichneten das Schicksal vollendete. Ein Zahlen, die aufzeigen, wie segensreich die Taetigkeit dieser Intern ationalen Suchstelle des Roten Kreuzes ist, die von einem Mitglied des Internationalen Roten Kreuzes, Praesident Burkhardt, geleitet wird. Die Bundesregierung finanziert diese Arbeit, die noch lange nicht beendet ist. Wie schon vermerkt, waren die meisten der Anfragen im Zusammenhang mit dem Bundes- Sonderstandesamt geho e r t zu dieser Arbeit. Hier werden die angeforderten Todesmeldungen beglaubigt; makaber, denn auch Auschwitz hatte bereits ein Standesamt, das die “Ordnung der Menschenvernichtung” vollendete. Die Statistik für 1966 besagt, dass 155.981 Suchantraege in diesem Jahr in Arolsen eingegangen sind darunter 12.338 Suchantraege einzelner Personen; 19.068 Antraege für Fotokopien von Dokumenten; 7.773 Antraege für Todesbescheinigu n g e n Diese betreffen das Sonderstandesamt in Arolsen. In Verbindung mit den Wiedergutmachungsverfahren wurden 116.406 Antraege gestellt. Hinzu kamen 396 Antraege für historische und statistische Angaben. Wieviel verbirgt sich in den Zahlen über die ausgehenden Berichte und Bescheinigungen . 227.682 Bescheide sind in diesem einen Jahr ergangen: 11.439 25.774 2.660 43.321 40.433 13.049 40.639 49.971 396 entschaedigungsgesetz und dem Schlussgesetz gestellt worden. Die Dokumentenauszüge in verschiedener Form machen heute 90% der Taetigkeit des . Internationalen Suchdienstes in Arolsen aus. Die Gründe lassen sich nach folgenden Gesichtspunkten aufschlüsseln, wie der Taetigkeitsbericht vom Jahr 1965 über die 20 jaehrige Arbeit besagte: Positive Auskünfte und Berichte für Einzelsuchantraege. Ausgestellte Fotokopien und Berichte. Ausgestellte Todesbescheinigungen und Berichte Negative Bescheide. Bescheinigungen a) Inhaftierungsbescheinigungen u. a. b) Aufenthaltsbescheinigungen u. a. c) Gerichte. d) Negative Bescheide. Berichte historischer und statistischer Art. UN CUADRO El Regalo Siempre Bienvenido y de Recuerdo Permanente an Suter Elíjalo entre un extenso surtido Los hay de todos los precios HACEMOS MARCOS DE TODAS CLASES Tenderini 85 Providencia 2309 Moneda 728 esq. Moneda esq. Suecia fono 393111 Tee-Salon Coppel ¡a Providencia 2211, Tel. 40450, Santiago Wir erwarten Sie mit unseren bekannten Spezialitaeten in unserem gemuetlichen Salon DOKUMENTARISCHE ERFASSUNG “F ü r Entschaedigungsansprüche wegen nationalsozialistischer Verfolgung werden vor allem Beweise für KZ Haft aus der diesbezüglichen Archivabteilung des ISD benoetigt. In der Bundesrepublik Deutschland erreichten die ersten entsprechenden Anfragen den ISD bereits 1949 auf Grund der Entschaedigun gsgesetze der Laender. Als im Jahre 1953 das Bundesentschaedigungsgesetz und spaeter dessen Ergaenzungsgesetze in Kraft traten, vervielfachten sich die Antraege für Haftbeweise und erreichten bis 80% des Totaleingangs. Die DP, die ja von 1945 bis 1951 in der Bundesrepublik Deutschland nicht meldepflichtig waren, benoetigen zu den Haftbeweisen sogenannte A u f enthaltsbescheinigungen, ausgestellt nach den UNRRA — und IRO - Registraturen, aus denen hervorgeht, wo sie in dieser Zeit lebten. Für Entschaedigungsprogramme anderer Laender und des Hochkommissars der Vereinten Nat i o n e n für Flüchtlinge wird ebenfalls laufend Beweismaterial verlangt. Gesundheitsschaeden koennen aus den Krankenakten der drei Archivabteilungen bewiesen werden ebenso wie der Gesundheitszustand bzw. die Invaliditaet die seinerzeit anlaesslich aerzlicher Untersuchungen beim Eintritt in ein KZ oder bei der Aufnahme in ein DP- Lager festgestellt wurden. Diese Angaben werden für besondere Ansprüche auf Entschaedigung von Gesundheitsschaeden durch die Bundesrepublik Deutschland und zur Feststellung der Invaliditaetsursache für Rentenansprüche in verschiede nen Laendern benoetigt. Aerzte benoetigen solche Angaben sogar als Unterlage für die heutige Behandlung der Patienten. Bei Rückerstattun g s a nsprüchen an die Bundesrepublik Deutschland für waehrend der KZ-Haft abgenommene Wertgegenstaende muss der Beweis den Effektenkarten der KZ-Akten entnommen werden. Für Lastenausgleichsansprüche, die ehemalige DP’s an die Bundesrepublik Deutschland stellen, müssen deren Aufenthaltsorte in der Nachkriegszeit aus den UNR¬ RA — und IRO — Unterlagen nachgewiesen werden. Beschaef tigungs - und Versicherungsnachweise waehrend der Kriegszeit für seinerzeitige ausiaendische Arbeiter in Deutschland müssen für deutsche und ausiaendische staatliche Versicherungsanstalten in steigendem Umfang aus den Kriegszeitdokum e n t e n erbracnt werden, da eine immer groessere Zahl der beim ISD verzeichneten Personen das Rentenalter erreicht. Bei Auswanderung und Einbürgerung benoetigen die ehemaiigen DP’s Dokumentenauszüge aus den Nachkriegszeitakten als Ersatz für polizeiliche Führungszeugnisse . Todesnachweise müs s e n aus zivilrechtlichen Gründen aus den drei Archivabteilungen erbracht werden. Es besteht in Arolsen ein Sonderstandesamt, das befugt ist, im KZ im ehemaligen Assoziierung mit der EWG (Schluss von Seite 13) Das dritte Gebiet, das die nationalen Regierungen jetzt erarbeiten lassen, ist der Fragenkomplex, wie sich Israel seine zukünftige Exportentwicklung vorstellt. Das haengt eng mit dem zusammen, was in den vorhergehenden Bemerkungen gesagt wurde. Der vierte Komplex umfasst, diesmal vom rein wirtschaftlichen Aspekt gesehen, die Thematik, wie sich Israel im Zusammenhang mit den Aussenbeziehungen der EWG in Gespraechen mit anderen Mittelmeerlaendern die weitere Entwicklung vorstellt. In diese Ueberlegung gehört auch die Frage der Referenzpreise für Zitrusfrüchte, die bisher für Israel und für Spanien keine nachteiligen Folgen hatte, weil beide Staaten durch geschickte Marktanalyse und Ausfuhrkontingentierungen zumeist Preise erzielen konnten, die weit über den Referenzpreisen lagen. Die Zukunft kann allerdings grössere Preisschwierigkeiten bringen. VERZOEGERTER ZEITPLAN Es wird nun entgegen dem Willen des Vorsitzenden des Ministerrates, Bundeswirtschaftsminister Prof. Schiller wohl Oktober werden, bis die Arbeitgruppe für die Fragen einer Assoziierung Israels die in diesen Monaten erarbeiteten Ergebnisse weiter beraten und dem Ministerrat vorlegen kann. Man muss abwarten, ob der Ministerrat dann zunaechst die rein wirtschaftlichen Fragen zu Ende diskutieren oder die rein politischen Themen behandeln wird, was auch die Diskussion des gesamten Mittelmeerproblems einschliessen kann. Es bleibt für eine Israel-Regelung völlig offen, ob der Ministerrat dann die Assoziierung oder die Praeferenz-Regelung vorziehen wird —was wirtschaftlich das gleiche waere— allerdings ohne die enge politische Bindung, die im Falle einer Assoziierung sogar institutionelle Folgen haette, Ausserdem bleibt als dritte Lösung die eines erweiterten Handelsvertrages für Israel — der Handelsvertrag vom 4. Juli 1964 ist, als er am 30. Juli 1967 auslief, um ein weitereres Jahr verlaengert worden. (Deutschland Berichte) Reichsgebiet und in den besetzten Gebieten erfolgte Todesfaelle zu beurkunden. Der ISD stellt ihm das hierzu noetige Beweismaterial aus seinen KZ-Akten zur Verfügung. Bei Todeserklaerungsverfahren innerhalb des beim ISD erfassten Personenkreises sind die Amtsgerichte der Bundesrepublik Deutschland angewiesen, den Antrag durch den ISD, dem es moeglich sein kann, ein genaues Todesd a t u m festzustellen, überprüfen zu lassen. Das Büro der Vereinten Nationen für Todeserklaerungen auf internationaler Basis legt dem ISD ebenfalls die ihm durch die angeschlossenen Staaten zur Publikation übergebenen Faelle zur Prüfung vor. Auskünfte allgemeiner Art über KZ und Lager anderer Kategorien, deren Organisation usf. werden der bereits erwaehnten historischen Abteilung des Archivs entnommen. JEDE KARTE - EIN PROBLEM Die besonderen Arbeitsmethoden lassen sich nicht mit wenigen Worten charakterisieren. Die Karteikarten bergen viele Probleme. Allein die Klaerung der Vornamen mit ihren verschiedenen Schreibweisen, m i t ihren verschiedensten Formen in den vielen Sprachen machen die Identifizierung der Personen oftmals schwierig. Eine besondere Kartei gleichwertiger Vornamen wurde empirisch auf gebaut. Sie umfasst ungefaehr 25.000 Namensformen. Allein der Name Johann oder Hans tritt in 191 Formen auf. All diese Karteien müssen taeglich ergaenzt werden. Auch die Angaben über Geburtsdaten sind in manchen Teilen Europas nicht immer zuverlaessig. Unterschiede nach dem gregorianischen, julianischen und dem jüdisch-lunaren Kalender müssen genauso beachtet werden wie oftmals falsche Angaben, die die Registrierten in den Lagern gemacht haben, um jünger zu erscheinen, um noch arbeitsfaehig zu sein. Zu diesen Arbeitsproblemen kommt hinzu, dass es bis zu 480 Schreib weisen bei bestimmten Familiennamen gibt, die nur über das phonetische System noch auseinandergehalten werden koennen. Man koennte viele Beispiele und Einzelheiten aus der Arbeit des Internationalen Suchdienstes herausgreifen. Im stillen Staedtchen Arolsen wirken die Mitarbeiter des Suchdienstes, um vielen Verfolgten der NS-Zeit leider oftmals nur die letzte Gewissheit über den Tod von Familienangeho erigen zu bringen. In einer historischen Abteilung werden laufend neue Dokumente gesammelt, die die Zusammenhaenge der Verfolgungen zeitgeschichtlicher Wissenschaftsarbeit zugaenglich machen und oftmals für die Prozesse bedeutsam sind, die heute in der Bundesrepublik gegen die für die Verbrechen Verantwortlichen geführt werden. (Deutschland Berichte)

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