Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1967)
- Date
- 1967-09-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFORMATIVO SEPTIEMBRE 1967 ZUR SACHE DRAMATISCHER PROTEST Dass die Menschen in den kommunistischen Laen. dern nicht alle so denken wie die Regierungen sprechen, die Zeitungen schreiben und die Radios wiederholen, ist bekannt. Die Mittelostkrise hat aber den „ Bruch zwischen dem offiziellen Sektor und dem inner- ' lieh unabhaengigen, anstaendigen und fortschrittlichen, Teil der oeffentlichen Meinung enorm verschaerft. Darauf deutet u.a. die neue Krise im Sowjetrussischen Schriftstellerverband oder die “Saeuberungskampagne” im polnischen Generalstab. Der dramatischste Pall aber ist zweifellos der des tschechischen —nichtjuedischen— Schriftstellers Ladislav Mnacko. Das Verbot und die Wut der Diktatur von Prag herausfordernd, verliess er die CSR und begab sich nach Israel. In einem sensationellen Artikel “Ich kann nicht schweigen”, den wir an anderer Stelle dieser Ausgabe veroeffentlichen, begruendet er seinen Entschluss und klagt seine Regierung an (Siehe: ‘'Por aué escogí Israel”. Die Uebersetzung aus der Zeitschrift “Nouvel Observateur” verdanken wir der Freundlichkeit der Zeitschrift “P.E.C.”). Die tschechische Diktatur antwortete in der Sprache aller Diktaturen: wie die Nazis Thomas Mann, so erkannte sie Mnacko seine tschechische Staatsbürgerschaft ab. ALS MENSCH UND ALS JUDE — EIN VERSAGER In Moskau starb, im Alter von 76 Jahren, der beruehmte Schriftsteller Ilya Ehrenburg. Die Welt der Literaten wuerdigte ihn anlaesslich seines Hinscheidens als einen Meister des Worts. Aus Gruenden der Pietaet wurde aus seiner Biographie ansonsten nicht viel hergemacht. Zu Stalins Zeiten war Ehrenburg ein offizieller Hofsaenger des Despoten. Um es zu werden, musste er den meisten seiner Kollegen den Ruecken wenden, angefangen mit Mayakowki, der sich aus Verzweiflung ueber die Entwicklung der Oktober-Revolution das Leben nahm, bis zu hunderten seiner juedischen Kollegen, die es zum Beginn der antisemitischen Welle genommen bekamen. Trotzdem geriet er zur Zeit des Aerzte-Prozesses in Gefahr und entging ihr nur durch die charakterlose rituelle Selbstbeschuldigung und Huldigung des Tyrannen. Nach dessen Tod schaltete er sich auf die neue Linie um und schrieb nach dem 23. Parteikongress den Roman “Die Eisschmelze”. Dem Schicksal seines Freundes Pasternak entging er, indem er ihn ebenso im Stich liess, wie er Itzik Fefer und seine anderen juedischen Freunde in Stich gelassen hatte. Zu der Einkerkerung von Sinyavsky und Daniel schwieg er, ebenso wie zu den neuen diskriminatorischen Massnahmen gegen die Juden in der USSR und die antizionistische Hetze. Als Schriftsteller mag er gut gewesen sein, als Mann und als Jude bleibt sein Leben ein Symbol fuer die Charakterlosigkeit, zu der die kommunistische Diktatur den Menschen degradieren kann. MORDVERDACHT Am 21. August wurde in Prag der Leichnam des Vizepraesidenten des Joint, Charles Jordan, aus dem Fluss geborgen. Jordan hatte vier Tage vorher das Hotel verlassen, um eine Zeitung zu kaufen, und war nicht mehr zurueckgekehrt.. Einer Forderung der U. S. A. —Regierung, eine Autopsie von unabhaengiger Seite vornehmen lassen zu koennen, kamen die tschechischen Behoerden nur zoegernd nach. In weitesten Kreisen wird der Verdacht eines politischen Mordes, im Zuge der antisemitischen Kampagne der CSR, offen ausgesprochen. Man weist in diesem Zusammenhang auf die anti-israelische und anti-juedische Stimmung hin, die von den Prager Machthabern ganz schamlos gefoerdert wird. Ein kleines Beispiel: zwei Briefmarken mit juedischen Motiven —eine zeigte die alte Synagoge von Prag— wurden von der Regierung aus dem Verkehr gezogen. UNBEQUEMER BESUCH Praesident Frei hatte das zweifelhafte Vergnuegen, vom Sondergesandten des Praesidenten Tito, Svetozar Vukmanovic, dessen genialen Plan zur Beilegung der Schwierigkeiten im Vorderen Osten vorgetragen zu bekommen. Dazu ganz allgemein Aussenml. nister Abba Eban: “Was wuerden eigentlich die Jugoslawen sagen, wenn wir ohne sie zu befragen, Gesandte nach Washington, London und Dar es Salam schicken wuerden, um Loesungen fuer ihre Probleme vorzuschlagen?”. Vukmanovic scherte sich aber nicht nur um das Fehlen einer Aktivlegitimation, sondern ging in seiner Unverfrorenheit so weit, eine Besprechung mit dem Vorstand der Radikalen Partei abzuhalten. Die Radikale Partei befindet sich in der Opposition und es geht gegen alle diplomatischen Gepflogenheiten, dass der Vertreter einer auslaendischen Macht Kontakte jenseits der offiziellen Regierungskreise aufnimmt. Der neue Status p (Schluss von Seite 5) Vorstellungen in der halben Welt. Seine diplomatischen Clowns treten als “Vermittler” auf in einer Rolle, zu der sie nicht bestellt worden sind und tragen einen Friedensplan vor, der auch fuer den Fall, dass die Araber den Krieg nicht verloren sondern gewonnen haetten, fuer Israel als hart bezeichnet werden muesste. Das heisst, als Gefangener des gleichen Dogmas vom Alleinbesitz der absoluten Wahrheit, begeht er den gleichen dummen Fehler, den schon Kosygin beging: er ueberspielt seine Rolle, ueberspitzt seine Argumente, uebertreibt seine Taetigkeit und kann dadurch kaum noch ueberzeugend wirken. Man darf daher annehmen, dass die NU ihre augenblickliche Rolle nicht versuchen wird zu aendern, und weiter mehr passiv als aktiv gewisse beobachtende Funktionen aus ueben wird. Mehr kommt ihr eigentlich auch nicht zu. Sollten sich die Dinge weniger guenstig gestalten, so kann vorweggenommen werden, dass auch dann die Lage hoechstens “verzweifelt, aber nicht ernst” waere: die letzten Entscheidungen werden naemlich nicht in New York getroffen werden —und schon ganz gewiss nicht in Belgrad. Sie haengen von Jerusalem ab. Und, es waere sinnlos es zu leugnen, weitgehend von Washington. Wichtiger als zu wissen, ob Haiti oder Tanzania diesmal so oder so stimmen werden, ist es, ob und wie weit Johnson dem diplomatischen Eiertanz der Jugoslawen seinen Segen gegeben hatte. Weicht er dem Druck der Erdoel-Lobby? Ueberlaesst er dem traditionell araberfreundlichen State-Department wieder mehr Initiative? Wuerde er Israel fuer einen Ausweg aus der Klemme von Vietnam verkaufen? Gab es doch ein geheimes Abkommen in Glassboro? Manches deutet auf dieses und jenes hin. Manche Kommentatoren legen die Dinge so aus. Andererseits gilt Praesident Johnson als Mann, der seine Popularitaets-Kurve mit Interesse und Spannung beobachtet. Es wird ihm nicht entgangen sein, dass sie noch nie so steil emporschnellte wie in der ersten Haelfte des Monats Juni. Schon aus diesem Grunde ist es nicht wahrscheinlich, dass er die antiisraelischen Manoever passiv gedeihen laesst, mehr als unwahrscheinlich, dass er sie foerdert, fast ausgeschlossen, dass er dazu uebergeht, Israel unter Druck zu setzen. Auch ein fuer die oeffentliche Meinung weniger sensibler Politiker wuerde es kaum wagen, diese so krass herauszufordern, nicht nach Wahlen und nicht, wie hier und jetzt, ein knappes Jahr davor. Was die Erwartung rechtfertigt, dass er weiter so handeln wird wie bisher: im Einklang mit der oeffentlichen Meinung in USA, im Einklang mit den Interessen der freien Welt. Und, worauf Israel stolz sein kann, im Einklang mit einer gerechten Loesung fuer Israel, denn nur eine solche deckt sich mit den Interessen des Friedens, der internationalen Moral und der freien Welt. ATSCHEKA SUCHANZEIGE Frau DORA ZAJDENTRUMPH geh. KAPLAN¬ SKI, die aus Polen nach dem zweiten Weltkrieg nach Suedamerika ausgewandert ist, wird von Herrn Martin Kaplanski, dem einzig ueberlebenden Bruder, dringend gesucht. Angaben erbeten an CISROCO, Comité Israelita de Socorros, Clasificador 290, Av. Portugal 810, Tel. 32357 Relojes de control de asistencia Relojes de control de costos Relojes de control para serenos CRONOMAT Tel. 394280 - 394623 San Francisco 10 Importadora Scharístein S. A. C. INSTITUTO HEBREO nesecita Secretaría Dactilógrafa con buena Redacción — Ex Alumna del Colegio Jornada completa. Dirigirse a: J. P. 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