Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 8 (Agosto, 1967)
- Date
- 1967-08-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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14 BOLETIN INFORMATIVO AGOSTO 1967 DIE TSCHECHOSLOWAKEI UND ISRAEL Von Kurt Grossmann R. - New York Es ist fuer mich scnmerzlich, ueber die Tschechoslowakei Kritisches zu schreiben, der gerade die Hitler - Fluechtlinge in jenen duesteren Jahren von 1933 bis 1938 so viel verdanken. Dann fiel das Land mit den letzten Hitler - Fluechtlingen herostratischen Kraeften als Folge der unglueckseligen “Appeasement” - Politik zum Opfer. Nach fast 30-jaehriger Abwesenheit bin ich in die Tschechoslowakei zurueckgekehrt, einmal um im noch immer heilspendenden Karlsbad die ramponierte Gesundheit aufzubessern und zweitens mir einen lange gehegten senti mentalen Wunsch, zu erfuellen, das "goldene Prag“, wo ich von 1933 bis 1938 lebte wieder zu besuchen. Als der Nahostkonflikt ausbrach, machte ich mir wie viele andere darueber Gedanken, den lange vorbereiteten Reiseplan aufzugeben. Weder ist meine Sympathie mit dem Lande Israel ein Geheimnis, noch ist es mein volles Verstaendnis fuer Israels Notwendigkeit, sich aus der Umklammerung einer beinahe fatalistischen Feindschaft zu brefreien. In Karlsbad sind die Spuren der offiziellen tschechoslowakischen Haltung, die mit der russischen parallel laeuft, wirtschaftlich spuerbar. Was das tschechische Volk anbelangt, so ist es mein Eindruck, dass es mit dem kleinen Lande Israel sympathisiert. Das tschechische Volk weiss aus seiner Geschichte des “nationalen Befreiungskampfes”, dass kleine Voelker gut daran tun, sich nicht den “Technikern des Krieges” widerstandslos auszuliefern. Fuer die Tschechoslowakei haben Muenchen und seine Folgen zwar einen ungeheuren Blutverlust bedeutet, aber dank aller kriegfuehrenden Laender sind Land und Volk nicht untergegangen jedoch eine Niederlage der Israelis wuerde die Vernichtung von 2,6 Millionen Juden bedeutet haben. Der tschechoslowakische Ministerpraesident Len a r t hatte am 6. Juli vor dem Verband tschechoslowaki scher Frauen in Prag “der nahezu einhelligen Sympathie der hiesigen oeffentlichen Meinung fuer Israel” in seiner Rede Ausdruck gegeben, in der er erklaerte: “Wir hegen keine Hass gegen die Bewohner von Israel. Dessen darf uns niemand beschuldigen”. Er riet dem israelischen Volk, es moege sich dem Einfluss des Imperialismus entziehen, um “in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den arabischen Voelkern die nationale Wirtschaft ihrer Heimat zu entwickeln. Wir anerkennen und respektieren die Existenz Israels". Diese KEIN PLATZ EUER ARABISCHE FEUECHTEH? Nachstehend veroeffentlichen wir eine Uebersicht über den Gebietsanteil und die Bevoelkerungsdichte von neun arabischen Staaten im Vergleich zu Israel, wie sie sich vor dem Ausbruch des Krieges am 5. Juni 1967 ergab: Gebielsanieil in Quadratkilometer Aegypten. Libanon. Kuweit. Jemen. Jordanien. Irak. Sudan . Syrien. Saudi-Arabien. Israel. Einwohner Aegypten . Libanon. Kuweit. Jemen. Jordanien. Irak. Sudan.. Syrien.. Saudi-Arabien. Israel. Bevölkerungsdichte 1.000.000 10.400 15.540 195.000 96.622 448.722 2.505.823 185.180 2.253.300 6.710.587 20.677 29.600.000 2.350.000 321.226 5.500.000 1.898.000 7.004.000 13.540.000 5.500.000 6.700.000 72.413.226 2.563.000 In den neun arabischen Staaten leben auf 1 Quadratkilometer:. 10,8 Menschen in Israel. 128 Menschen (Juedischer Presse Dienst) Rede wird als ein vorsichtiges Abruecken unter dem Druck der oeffentlichen Meinung von dem starren Sowjetstandpunkt gewertet. Die Prager Regierung ist im Inland heftig kritisiert worden, weil sie dem Druck Moskaus nachgebend, die diplomatischen Beziehungen mit Israel abgebrochen hat. Der Vorsitzende des Schriftstellerverbandes, Awchaska, hat oeffentlich gegen die Prager Israelpolitik protestiert — und gegen ihn ist ein Parteidisziplinarverfahren eingeleitet worden. Gerade die Tschechen koennen aus der Entstehungsgeschichte ihrer zweiten Republik unter der Fuehrung eines ihrer Grossen, Thomas G. Masaryk, lernen, welche furchtbaren Folgen Unterwerfung fuer ein Volk haben muss. Wer den israelischen Selbstbehauptungswillen verstehen will, der lese das kluge Vorwort der franzoesischen Schriftstellerin Simone de Beauvoir, das sie dem so heiss umstrittenen Buch “Treblinka” von Jean-Francois Steiner vorausschickt. Diese furchtbare juedische Tragödie, in der ein Teil der Juden (keineswegs alle) zu willenlosen Werkzeugen der “Techniker” gemacht wurden, hat jenes kleine Volk in Israel zu Helden gemacht, obwohl “Heldentum” an sich durchaus keine natuerliche menschliche Gabe ist. Nie wieder wollen die Israelis Opfer der Unterdrueckung werden, die ein Treblinka oder Lidice moeglich gemacht haben. Gideon Hausner, der Anklaeger Eichmanns, hat als Mitglied der israelischen Delegation bei der UNO in einer Rede eine Liste von Nazis und ihren Funktionen in Aegypten und Syrien verlesen, die beweist, dass sich die Araber der Todfeinde der Freiheit ueberall, der Unterdrücker der Tschechoslowakei (notabene auch anderer kommunistischer Laender) bedienen, die sie besetzten, amputierten, regierten und deren Bewohner von ihnen so grausam verfolgt wurden, dass das deutsche Volk sich von ihnen abwendete und sie Zuflucht bei Nasser fanden. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet die Tschechoslowakei als Freund der arabischen Staaten auch der de facto-Freund seiner eigenen Todfeinde wird. Der russische Ministerpraesident, wie auch der tschechoslowakische Sprecher haben in ihren Reden in New York jede Absicht eines Antisemitismus weit von sich gewiesen. Der diplomatische Bruch mit Israel richte sich gegen den “Angreifer”, und immerhin hat Kosygin in Glassboro die Existenz des Staates Israel anerkannt, was seine arabischen Vasallen seit 19 Jahren sich zu tun geweigert haben. Die Differenzierung zwis c h e n dem angeblichen “Angreifer” Israel und den Juden per se verschwindet oft. Was das tschechische Volk anbetrifft, so ist es freundlich; aber in Karlsbad, wo nur 30 juedische Familien leben, soll es zu Demonstrationen gegen die Juden gekommen sein, von denen einige verhaftet wurden. Die “Zionisten” werden als die neuen “Kolonialherren”, und “Imperialisten” charakterisiert, und Juden in Sympathie mit Israel moegen Schwierigkeiten haben. Scheinbar vollkommen vergessen ist die Tatsache, dass die Tschechen ihre eigene Praegung von “Zionismus” gehabt haben, da die zweite tschechoslowakische Republik bekanntlich am 28. Oktober 1918 in Pittsburgh, U.S.A., in Anwesenheit von Sokolvertretern aus Chicago, New York und vielen anderen Zentren tschechoslowakischer Emigration ausgerufen wurde. Ohne die Unterstuetzung amerikanischer Staatsangehoeriger tschechoslowakischer Herkunft, die damals viele Millionen Dollar sammelten, haette es kaum eine zweite und vielleicht keine dritte Tschechoslowakei gegeben. Als der tschechoslowakische Ministerpraesident in New York ueber “Israels Angriffskrieg” sprach, erinnerte ich mich der Drohreden Adolf Hitlers gegen Prag, das sie ernst nahm, genau wie Tel Aviv es tat, als Nasser die “Zerstoerung Israels” ankuendigte. Der Ablauf der Geschichte im Jahre 1938 ist bis Muenchen der Israels parallel. Die tschechoslowakische Republik folgte den westlichen Staatsmaennern, die sie Preisgaben, und glaubte, allein gelassen, nicht zum Schicksalskampf antreten zu koennen. Das kleine Volk am Jordan hat aus dem tragischen Beispiel des Volkes an der Moldau gelernt. Dieses letztere ist ein gutes, arbeitsames, ja freundliches Volk. Man spuert es, wenn man diesen braven Menschen begegnet. Ohne ein endgueltiges Urteil schon jetzt faellen zu wollen, scheint es, dass diese Menschen den Lebensrhythmus der neuen Tschechoslowakei akzeptiert haben. Gerade deswegen ist es, wie gesagt, schmerzlich, das Land nicht an der Seite Israels zu wissen, wie wir damals an seiner Seite standen, als Muenchen sein Schicksal ohne Widerstand besiegelte. Mosche Dajan... (Schluss von Seile 7) Besatzungsgebiets st o c k t e Handel und Wandel — und die allgemeine Erbitterung, die die Folge waere, wuerde der elementaren Pflicht der Verwaltung entgegen wirken, fuer Ruhe und Ordnung zu sorgen. Dem Entschluss Da j ans, die Verbindung des “Westufers” mit den Israelis nicht zu erschweren, sondern zu erleichtern, lagen also eminent praktische Erwaegungen zugrunde, und nicht etwa grundsaetzliche, aus denen sich als sein sozusagen finsterer, Hintergedanke Ännexiosabsichten um jeden Preis nachweisen Hessen. Statt den kommenden Entscheidungen vorzugreifen, experimentiert er noch Im Wunsch, “seinen” Arabern im Westufer-Bezirk ihre kriegsbedingten Noete mit moeglichst fuersorg liehen Verwaltungsmethoden zu erleichtern - den Palaestinensem, wie der Advokat, mit dem ich in Ramallah ins Gespraech kam, sich und seine engeren Landsleute lieber nennt Je mehr das Mosche Dajan gelingt, desto eher wird die heilsame Furcht, die er vielen von ihnen begreiflicherweise heute noch einfloesst, wie es mein arabischer Gespraechspartner bekannte, vor einer immer rueckhaltloseren Bewunderung fuer den "Herrn des Westufers” zuruecktreten. STATISTIK der jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik und Westberlin Stand: 1. Januar 1967. Mitglieder . . . 26.143 Religionslehrer . 64 Synagogen . 45 Jugendzentren . 2ü Betsaele .... 48 Jugendgruppen . 51 Bibliotheken . . 39 Mitglieder der Friedhoefe Jugendgruppen . 1.648 (offene) . . . 106 Jugendleiter . . 34 Rabbiner .... 15 Religionsunter¬ Kantoren .... 38 richt erhalten Kinder im Alter von 6-13 Jahren: . . . über 13 Jahren: (Juedischer Presse 1.024 656 Dienst)