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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-08-01 · 8 (Agosto, 1967) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
8 (Agosto, 1967)
Date
1967-08-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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AGOSTO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 9 DR. ABNER NECHUSCHTAN, TEL - AVIV GROSS — JERUSALEMS ERSTER FRIEDENSTAG La Gerusalemme liberata! Es war, als wollte die Geschichte einen Nachtrag zu dieser grossen Dichtung Torquato Tassos schreiben. Das arabische Jerusalem schien sich am 29. Juni 1967 in die Neustadt, das juedische Jerusalem in die Altstadt zu verwandeln. Waren wirklich kaum mehr als drei knappe Wochen vergangen, dass hier erbitterte Nahkaempfe mit den Legionaeren Jordaniens getobt hatten? Inzwischen hatte sich die zum groessten Teil arabisch - moslemische Bevoelkerung hinter dem Mauerguertel an den Zustrom der Soldaten des israelischen Siegers schon gewoehnt, an den Massenbesuch frommer zur Klagemauer wallfahrender und zahlloser anderer, wie Touristen wissbegieriger und auch kauflustiger Juden. Auch diesmal stroemten sie in unabsehbaren Mengen zur Altstadt. Jetzt aber oeffneten sich andererseits ebenso den Arabern am Vormittag zum ersten Mal die Durchgangswege zum neuen Jerusalem, das Jaffator, das Damaskustor, das Loewentor, das Misttor, das des Herodes — und siehe, erst zu Dutzenden, dann zu Hunderten und schliesslich zu Tausenden kamen sie, oft mit Frauen und Kindern, und nicht ganz selten in blitzblanken Privatautos mit jordanischen Nummerschildern, um in Augenschein zu nehmen, was den aelteren aus der “guten. alten Zeit'’, vor nun neunzehn langen Jahren, in Erinnerung geblieben war. Um Strassen und Haeuser wiederzusehen, in denen manche von ihnen gewohnt, Handel getrieben hatten und vielleicht sogar geboren waren. Die Juengeren boten Rasierklingen und Rasierseife englischer, Transistoren japanischer, Taschenmesser volkschinesischer Erzeugung, grellb unte Ansichtspostkarten, Briefm a rken aus Jordanien, Kuweit usw. (je vier Marken “be Lira”, fuer ein Israelpfund; soviel Hebraeisch hatten sie flugs gelernt) in Huelle und Fuelle an und machten gute Geschaefte, ohne von der wohlwollend schmunzelnden Polizei daran gehindert zu werden. Des Haendedruekkens war kein Ende; man lud alte Bekannte und Geschaeftsfreunde, ehemalige Kompagnons, arabische Mieter oder Hausbesitzer jener besonnten Vergangenheit zu einem “Tuerkischen” ins Haus, sobald die anfaengliche beiderseitige Befangenheit nach den ersten Minuten der Wiederbegegnung ueberwunden war, oder plauderte in einem Mischmasch von Englisch und Hebraeisch- oder auf Arabisch in Cafés, in den (‘orientalischen Restaurants” der Neustadt angeregt ueber die Vergangenheit mit ihren “bedauerlichen Zerwuerfnissen” und stiess auf eine “hoffentlich wieder harmonische Zukunft" an. Das Risiko einer derartigen ganztaegigen Binnenwanderung von hier nach dort, von dort nach hier war dem Innenminister Schapiro selbstredend bewusst gewesen. Aber abgesehen von belan glosen Anrempelungen Halbstarker von hueben und drueben gab es keine Ruhestoerungen; oest — und westliches Gelaende lag im amtlichen Schatten seiner Haende, wie der Minister beruhigt konstatieren konnte. Und wieder einmal hatte sich gezeigt, wie leicht Menschen feindlicher Lager zu Mitmenschen werden, wenn die Barrieren der aufpeitschenden Hasst i r a d e n und der Staatsraison fallen. DER SCHUTZ DER HEILIGEN STAETTEN Direen ersten friedlichen Tag des wieder vereinten Jerusalem hatte die Regierung Eschkol dadurch ermoeglicht, dass sie etwa drei Wochen nach dem “Krieg der sechs Tage” beschloss, die Jerusalemer Altstadt auf dem Verwaltungswege mit der israelischen Hauptstadt zu vereinen. Zugleich mit zwei allgemein gehaltenen, nicht ausdruecklich auf Jerusalem zugeschnittenen Ermaechtigungsgesetzen, die sich die Regierung zu diesem Zweck von der Knesseth bestaetigen liess, verabschiedete das Parlament eine dritte Verordnung, zum Schutz der christlichen, moslemisc h e n und juedischen Heiligen Staetten. Sie sieht 7 Jahre Gefaengnis fuer ihre Entweihung vor. Mit fast so schweren Haftstrafen ahndet sie kuenftigie Versuche, den Zugang zur Grabeskirche und den anderen altehrwuerdigen Kirchen in Jerusalem, Bethlehem, Jericho usw. zu behindern, zu den 14 Stationen der Via Dolorosa, und dem Garten von Gethsemane, zum herrlichen Kubbet es- Ssachra, dem Felsendom, den die europaeischen Reisenden faelschlich Omar - Moschee nennen, zur Akssa - Moschee am Suedrande des Tempelplatzes - ebenso wie selbstvers t a e n d 1 i c hden Zugang zur Klagemauer und den vielen uebrigen Erinnerungsmalen religioeser Verehrung, von denen die hiesigen Juden seit zwei Jahrzehnten entgegen den Waffenstillstandsvertraegen ferngehalten worden waren. Mit Nachdruck bestaetigte der Ministerpraesident diese Zusagen den Haeuptern der bischen Delegierten gegen dieses fait accompli kommen wuerde, und zu Verwahrungen der Vertreter mancher Staaten, die an ihrer Neutralitaet im Nahost-Konflikt mehr oder weniger festhalten. Die israelische Regierung war sich zudem ohne Zweifel im klaren darueber gewesen, dass ihr Schritt auch vom amerikanischen Aussenmi- (Fortsetzung Seite 10) r F ERICHT DAS B.l JUEDISCHE HEILIGTUEMER — WIEDER ZUGAENGLICH Von Herbert Freeden - Jerusalem Jordanische Briefmarken, Streichhoelzer mit arabischer Aufschrift, holzgeschnitzte Kamele, zu einem Davidstern gebundene Glas-, perlen, parfuemierter Puder aus Schanghai - Kinder, Jungen Maenner bieten sie uns an, als wir in Hebron haltmachen . Die Souvenirlaeden sind geoeffnet. Auf den Feldern arbeiten arabische Bauern. Die Honoratioren der Stadt sitzen im Café - bis zur Polizeistunde um 6 Uhr nachmittags.' Aus den Haeusern sind die Bilder von Nasser und Hussein verschwunden. Hier und da sieht man einen israelischen Tank, ein ausgebranntes Auto, einen arabischen Polizisten - allerdings unbewaffnet. Hebron mit seinen Olivenhainen, Kirs chbaeumen, Weinbergen, maler i s c h e n Gassen sieht nicht so aus, als ob es vor wenigen Tagen moch Kampfgebiet gewesen waere. Diese Stadt von 32.000 Arabern im judaeischen Huegelland, die bis zum 6. Juni unter jordanischer Verwaltung stand, war fuer ihren militanten Chauvinismus beruechtigt, als sie noch zum palaestinensischen Mandatsgebiet gehoerte. Heute zum ersten Mal in Jahrhunderten werden Juden hoeflich empfangen, — weil hinter ihnen die Gewehre der israelischen Soldaten stehen. Im Stadtzentrum ist die drei Glaubensbekenntnisse Hoehle Machpela, das Erbbenoch am gleichen Abend in einer feierlich gestalteten Besprechung, an der der Mufti von Jerusalem, Scheich Sa’ad e-Din el Alami, als Sprecher der moslemischen Wuerdentraeger das Wort nahm, und namens der christlichen Erzbischoefe und Bischoefe der greise griechisch-orthodoxe Patriarch Benedictos, um Herrn Eschkol “dafuer zu danken, dass die israelischen graebnis der Erzvaeter Abraham, Isaak und Jakob, und ihrer Frauen, Sara, Rebekka und Lea — eine heilige Staette sowohl des Islam wie der Juden. Ueber die Hoehle hatten die Moslem eine Moschee gebaut und Juden verboten, die Treppe ueber die siebente Stufe hinaus zu betreten. Als um die Jahrhundertwende der englisch - juedische Philantrop Sir Moses Soldaten und Andersglaeubi- Montefiore einen Freibrief gen waehren der Kaempfe um Jerusalem ausnahmslos Verstaendnis bezeugt und es nirgendwo an Respekt vor unseren Heiligen Staetten, den Gotteshaeusern, Konventen fehlen gelassen haben”. PROTESTE GEGEN DAS FAIT ACCOMPLI Vorauszusehen war, dass es im Plenum der vom sowjetrussischen Ministerpraesidenten Kossygin veranlassten Notstandstagung der Vereinten Nationen zu stuermischen Protesten der arades Sultan vorwies, sagte ihm der Kadi von Hebron: “Hier steht, dass Sie in die heilige Hoehle eintreten duerfen; aber nichts davon ist gesagt, dass Sie auch wieder herauskommen! ”, Jetzt ist die Staette Besuchern jedes Glaubens offen. Die orientalisch - reichen Teppiche der Moschee liegen noch da, aber an den gewaltigen Sarkophagen draengen sich die Beter, Chassidim tanzem im Vorhof, und der Gesang frommer Juden steigt auf in die byzantinischen Deckengewoelbe des musulmanischen Gotteshauses... Nur Stammutter Rachel hat ihre eigene Grabstaette, eine halbe Autostunde entfernt, bei Betlehem. Hier pflegten Muetter fuer ihre Kinder zu beten, Frauen fuer ihre Fruchtbarkeit. Der kleine Grabtempel steht unveraendert wie vor neunzehn Jahren, als dieser Teil des Heiligen Landes jordanisches Staatsgebiet wurde. Unversehrt ist die Tafel mit den Worten des Profeten Jeremias: “Rachel weint ueber ihre Kinder und will sich nicht troesten lassen ueber ihre Kinder... Lass Dein Schreien und Weinen und die Traenen Deiner Augen, denn Deine Muehe wird noch belohnt werden, spricht der Herr”. Schreien und Weinen toent uns entgegen, als wir die Staette betreten. Muetter haben sich an das Grab geworfen und klagen um ihre Soehne, Frauen beten um ihre Maenner, die verwundet wurden. Fast 700 Gefallene hat das kleine Volk Israel in sechs Tagen verloren und 250 Schwerverwundete kaempfen noch um ihr Leben... “Glauben Sie, dass diese Heiligen Staetten der Juden in israelischem Besitz bleiben werden?”, frage ich unseren Reisebegleiter, einen Leutnant der israelischen Armee, im Privatleben Biologiestudent. “Wenn die Araber nach 19 Jahren endlich unseren Staat anerkennen wuerden, dann waere es nicht wichtig, ob diese Staetten zu Israel oder einem Nachbarland gehoerten”, sagt er ohne Zoegern. “Die Hauptsache ist Frieden”. Wenn Juden, wo auch immer in der Welt, beten, wenden sie sich in die Richtung des ehemaligen Tempelplatz e s. Das einzig sichtbare Ueberbleibsel des Tempels ist die Westmauer, seit der Zerstoerung “Klagemauer” genannt. Nach einer Legende waren es die Armen des Landes, die die westliche Mauer erbaut hatten. Als die Roemer unter Titus den Tempel zerstoerten, — so heisst es — wurde sie von den Engeln des Himmels geschuetzt, weil sie mit dem Schweisse der Armen errichtet worden war. Obwohl nach dem Waffenstillstandsabk o m m e n von 1949 den Juden freier Zugang zu dieser heiligsten ihrer Heiligen Staette zugesichert wurde, hielten sich die Jordanier nicht an die Abmachung, und erst am 6. Juni 1967 bahnten israelische Fallschirmjaeger den Weg. Der sichtbare Teil der Mauer ist 48 m lang und 18 m hoch; sie besteht aus 24 Reihen grosse Quader ueber der Erde und 19 unterirdischen Reihen. Diese Steine haben 2.000 Jahre gehalten, ohne dass sie mit Moertel verbunden sind. Sagt Nobelpreistraeger Agnon: “Diese Steine haben zusammengehalten wie das juedische Volk, als es noch keinen Staat besass und trotzdem seine Einheit bewahrte”. In den ersten drei Tagen, da die “Klagemauer” fuer die Oeffentlichkeit freigegeben wurde, stroemten ueber 350.000 Menschen zu ihr. Als ich am fruehen Morgen komme, sind nur ein paar hundert Beter da — baertige Orthodoxe mit Schlaefenlocken, junge Soldaten, den “Uzi” in der Hand, ein paar Maedchen in Mini-Roecken, “Oh betet fuer den Frieden Jerusalems”, heisst es im Psalm. Tausende von kleinen Zetteln sind in die Fugen und Ritze der Mauer gesteckt, Zettel mit Wuenschen, Bitten und Gebeten. ’’Gottes Briefkasten”, sagt mein Nachbar, in dem ich einen Philosophieprofessor der Hebraeischen Universitaet erkenne, und fuegt nachdenklich hinzu: “Hoffentlich funktioniert die Post”. Eii freundliches Heim mit Tapeten E^ecomural Renovieren Sie geschmackvoll und schnell Wolfs Alameda lll Tel. 394281 Parken Sie Merced nahe Plaza Italia

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