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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-08-01 · 8 (Agosto, 1967) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
8 (Agosto, 1967)
Date
1967-08-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 BOLETIN INFORMATIVO AGOSTO 1967 DEUTSCHLAND — HILFE UND SYMPATHIE Begeisterung und warme Anteilnahme fand der israelische siegreiche Widerstand vor allem in der Bundesrepublik Deutschland, waehrend die DDE, getreu den aus Moskau ausgegebenen Parolen sich in Hasstiraden gegen den juedischen Staat ueberschlug, die an die wuestesten Zeiten eines Goebbels oder Streicher erinnerten. WO IMMER AUCH UNSER HERZ SCHLAEGT... Wenn auch Bundeskanzler Kiesinger in der Bundestagsdebatte zum Nahostproblem erklaerte, dass “die Bundesregierung sich zu einer Politik der Nichteinmischung entschlossen hat, um einer Verschaerfung des Konfliktes vorzubeugen und sich eine Grundlage an der Befriedung und positiven Entwicklung im Nahen Osten zu erhalten , so sagte er gleichzeitig: “Die Bundesregierung kann und will aber deutsche Buerger nicht daran hindern, humanitaere Aufgaben in jenem Raum und auch in den Kampfgebieten zu erfuellen”. So liess die von selbstverstaendlichen staatspolitischen Ruecksichten diktierte Rede des Bundeskanzlers keinen Zweifel an der Haltung der Bundesregierung und des deutschen Volkes offen. Im Namen des Partners der “grossen Koalition” betonte der sozialdemokra tische Fraktionsfuehrer, Helmut Schmidt; “Ich will im Namen meiner Parlamentskollegen hinzufuegen, dass fuer die Sozialdemokraten Nichteinmischung nicht bedeutet, dass wir moralisch oder politisch gleichgueltig dem Ausgang gegenueberstuenden. Wir sind tief bestuerzt ueber den Ausbruch dieses Krieges, der seit- Monaten systematisch vorbereitet worden ist. So sehr uns an der traditionellen Freundschaft unseres Volkes mit den arabischen Voelkem liegt, muessen wir uns gegen deren Absicht und die ihrer Fuehrer verwahren, Israel zu vernichten. Wir erinnern daran, dass die Schaffung dieses Staates Israel durch eine Entscheidung der Vereinten Nationen gewollt und sanktioniert ist. Dieses Volk hat erfolgreich eine Demokratie aufgebaut. Wir haben keinen Zweifel an seinem Willen zur friedlichen Entwicklung seines Staates und wir koennen die Bedrohung der Existenz dieses Staates und die oeffentlich und zynisch ausgesprochene Androhung der Vernichtung eines Volkes nicht ohne tiefe innere Beteiligung vernehmen. .. Wir moechten unsere Verbundenheit mit diesem Volk der Israelis bekunden, und zugleich auch bekunden, dass wir beschaemt sind von der Tatsache, dass die offiziellen Reden und Aeusserungen der Verantwortlichen im anderen Teil Deutschlands von der besonderen Verpflichtung, die wir Deutsche diesem Volk gegenueber haben, nichts, aber auch garnichts spueren lassen”. Dr. Rainer Barzel, der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU erklaerte zur Nahost-Krise : "Wo immer unser Herz schlaegt, militaerische Engagements ausserhalb der NA¬ TO sind nicht unsere Sache. Ich sage dies nicht, um uns in irgendeiner Weise herauszureden oder uarumherumzureden. Es gibt Fragen, in denen man sich auch innerlich klar entscheiden muss, und hier ist eine Lage entstanden, die uns auch politisch beruehrt und uns auch politisch engagiert, weil hier politische und moralische Prinzipien, die uns leiten, mit beruehrt sind. Die deutsche oeffentliche Meinung ist hier klar. Sie hat sich der Gleichguelti ’ keit der Herzen versagt. Zugleich is es richtig, dass die Regierung besonnen und klar die Posi tionen durchhaelt, von denen sie begonnen hat. Israel Ist ein von der UNO anerkannter Staat. Manch einer in Israels Nachbarstaaten, der bisher vielleicht auf Parolen des Hasses hereingefallen ist, wird sich auch dort ueberlegen, ob eigentlich andere richtig gefuehrt waren, die die Vernichtungsparolen ausgegeben haben, ob sie richtig gefuehrt waren, als sie fremdem Einfluss zuviel Raum gegeben haben, und das vielleicht — ich sage es offen — auch die Araber nicht zur Waffe greifen brauchen, wenn sie ihre Probleme in Ordnung bringen wollen”. HILFE FUER ISRAEL Ueberall in der Bundesrepublik traten mit Ausbrucn der Krise Vereinigungen, Jugendverba ende, Gewerkschaften, Kirchen, Christlich- Juedische Gesellschaften und nicht zuletzt namhafte Einzelpersoenlichkeiten mit Aufrufen und Sympathie-Erklaerungen fuer Israel vor die Oeffentlichkeit. Es ist unmoeglich, alle Aufrufe wiederzugeben, die in diesen Wochen in der Bundesrepublik ueber Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen und nicht zuletzt von den Kanzeln und auf spontan einberufenen Versammlungen zu hoeren waren. Den zentralen Aufruf veroeffentlichte die Deutsch- Israelische Gesellschaft, um vor allem durch Nennung von Bankkonten die Hilfsaktionen fuer Israel zu zentralisieren. Die Reaktion auf diesen Aufruf war ueberwaeltigend. Aus der Fuelle der Tatsachen moechten wir nur einige herausgreifen: Berlin: Der Bezirk Berlin-Charlottenburg der Deutsch-Israelischen Gesellschaft spendete 10.000.—DM fuer die Aktion “Hilfe fuer Israel” — Sympathie-Erklaerung des Regierenden Bürgermeisters Albertz. Solidaritaetserklaerung der Berliner Sozialdemokraten, des Landesjugendringes Berlin, des Ringes Politischer Jugend, der Jungen Union und des Bundesverbandes Deutsch - Israelischer Studiengruppen. — Meldung von ca. 50 Freiwilligen zum Hilfsdienst in Israel bei der Juedischen Gemeinde. — Unterstuetzungsaufruf fuer Israel auf der Jahreshauptversammlung des Bundes der Verfolgten des Naziregimes. — Aufruf des Schriftstellers Guenter Grass zum freiwilligen Arbeitseinsatz in Israel (Wiederaufbau) an junge Deutsche unter seiner Leitung (500 Meldungen dafuer) — Verteilung eines Flugblattes des Bundesvorstands Deutsch - Israelischer Studiengruppen (BDIS) in einer Auflage von 20.000 Exemplaren an den Hochschulen der Bundesrepublik und Westberlin Friede fuer Israel. — An einem Tag (7.6.) meldeten sich bei der Juedischen Gemeinde Berlin mehr als 300 junge Deutsche zum Zivildienst in Israel. Unaufhoerlich trafen Geldspenden und Solidaritaetserklaerungen aus der Berliner Bevoelkerung bei der Juedischen Gemeinde ein. — Demonstrationen ver. schiedener Studentengruppen mit Plakaten wie z.B. “Wir stehen zu Israel — Unsere Herzen sind Flammen der Solidaritaet” oder “Berliner, helft Israel”. Bonn: Meldungen von etwa 1.000 deutschen Aerzten, Krankenschwestern, Arbeitern, Soldaten und Jugendlichen aller Berufsstaende bei der israelischen Botschaft zu Hilfeleistungen in Israel. — Spende eines privaten Arztes: ein komplettes Operationszimmer. — Der Verband privater Kinderheime bietet dem Bundesfamilienministerium 150 Heimplaetze fuer evtl, zu evakuierende israelische Kinder und 15 Plaetze fuer werdende Muetter an. — Der Deutsche staedtetag bittet seine Mitgliederstaedte in einem Schnellbrief, den Aufruf fuer Israel des Abgeordneten Dr. Adolf Arndt zu unterstuetzen. — Sozialdemokratische Jugendverbaende erklaerten in einem Aufruf ihre Solidaritaet mit Israel und baten die deutsche Jugend um Geldspenden zur Hilfe fuer Israel. — Die Arbeiterwohlfahn richtete zwei Konten ein fuer Israel-Hilfe. Muenchen: Gruendung eines Komitees “Menschen in Deutschland helft den Menschen m Israel” unter der Schirmherrschaft von Oberbuergermeister Dr. Hans Jochen Vogel. Kundgebung auf dem Koenigsplatz mit 3.00H Teilnehmern, wo der Vizepresident des Bayerischen Landtages, Dr. Wilhelm Hoegner sagte: “Ich glaube, ich spreche im Namen aller Deutschen, wenn ich dem juedischen Volk alles Glueck in der Stunde der Gefahr wuensche”. — Grosser Andrang in der Blutspendezentrale: Aufruf der Zentrale zu weiteren Blutspenden. — Gemeinsame Spendenaktion von Deutschen und Mitgliedern der Muenchner Juedischen Gemeinde: Ergebnis eine Million DM. — Aufruf des Deutsch-Israelischen Jugendkreises e.V. zur Hilfe an Israel. — Die evangelische Landjugend in Bayern erklaerte sich bereit, fuer den Fall einer Evakuierung Kinder aus dem israelischen Kibbuz Hammacabi bei Haifa in Bayern aufzunehmen. — Zwoelf Mitglieder der evangelischen Landjugend in Bayern meldeten sieh zum Einsatz in einem Kibbutz. Fuer die Fahrtkosten der Gruppe spendete ein Unbekannter aus dem Landkreis 1.000 — DM. Hamburg: Der Hamburger Jugendring, der Allgemeine Studentenausschuss der Universitaet und die evangelische Studentengemeinde bekannten sich mit einem Schweigemarsch fuer Frieden und Recht fuer Israel. — In einer Grosskundgebung mit einer Rede von Hamburgs frueherem Oberbuergermeister Dr. Paul Nevermann und Guenter Grass wurden Sympathie und Hilfsbereitschaft der Hamburger Bevoelkerung fuer Israel bekraeftigt. — Ueber 300 Hamburger meldeten sich bereits in der ersten Stunden nach der Veroeffentlichung eines Aufrufes Hamburger prominenter Buerger zum Blutspenden fuer Israel. In einigen Kliniken bildeten sich schnell lange Schlangen von Blutspendern. Frankfurt / Main Spende der Stadt Frankfurt als Hilfe fuer Israel in Hoehe von DM. 30.000. — Aufruf des Magistrats an die Bevoelkerung. — Spendenaufruf des evangelischen Arbeitskreises “Kirche und Israel”. — Die Bank fuer Gemeinwirtschaft beschliesst, israelische Staatsanleihen in Hoehe von drei Millionen DM zu kaufen. * Duesseldorf: Der Deutsche Gewerkschaftsbund uebernimmt “als sichtbaren Ausdruck der Solidaritaet una des Vertrauens in das israelische Volk” Israel - Bonds im Werte von drei Millionen Mark. — Gruendung eines Aktionskomitees zur Hilfe fuer Israel zusammen mit der Synagogengemeinde. — Gruendung einer privaten Hilfsaktion fuer die israelis c h e Zivilbevoelkerung durch neun Aerzte. Koeln Gruendung eines gemeinsamen Hilfskomitees bei der Koelner Synagogengemeinde, Eingang vieler Geld- und Sachspenden aus der Bevoelkerung. — Aufruf des Erzbischofs von Koeln, Kardinal Frings, namens der deutschen Bischoefe zum Gebet fuer baldigen Frieden. Bremen: Die G°sellschaft fuer Bruederlichkeit rief zu einer Hilfsaktion fuer eventuell zu evakuierende israelische Kinder auf. Spontan meldeten sich 200 Bremer Familien, zahlreiche Geldspenden fuer den gleichen Zweck und fuer allgemeine Hilfe in Israel gingen ein. Freiburg: Appell der "Gruppe 47” an alle deutschen Schriftsteller zur Solidaritaet und zum freiwilligen Ziviklierst in Israel. — Frau Dr. Gertrud Luckner will den bedraengten Menschen in Israel durch persoenlichen Einsatz im Lande helfen. INTERVIEW MIT BOTSCHAFTER BEN NATAN Waehrend der Tage des Kampfes interviewte Herr Rolf Vogel, Herausgeber der “Deutschland - Berichte” dern wir das in diesem Aufsatz veroeffentlichte Material verdanken, den Israelischen Botschafter in der Bundesrepublik, Herrn Ascher Ben Natan. Wir veroeffentlichen nachstehend einen Auszug dieses Interviews: Unser Gespraech ging auf die Haltung der deutschen Bevoelkerung und der deutschen Politik ein. Dazu sagte er mir: “Dass die Zeitungen in der Bundesrepublik jetzt ueber unsere grossen Siege schreiben und ihre Genugtuung darueber ausdruecken. das war nach den Ereignissen eigentlich zu erwarten. Aber ich habe mich gefreut, dass die Zeitungen vorher, waehrend der grossen Bedrohung Israels einen Standpunkt eingenommen haben, der klar erkennen liess, dass hier die Existenz Israels bedroht wird, dass sich ein eiserner Ring um Israel bildet und dass das die Weltoeffentlichkeit nicht zulassen kann. Die Wahrheit war unser bester Beistand, den wir brauchen, nachdem jetzt der eigentliche politische Kampf beginnt, nachdem die militaerischen Aktionen zu Ende gegangen sind. Auch die Aktionen der breiten deutschen Oeffentlichkeit erfuellen mich mit Genugtuung: die Hunderte und Aberhunderte von Briefen, die in diesen Tagen auf uns zukommen, von jungen und aelteren Leuten, die sich freiwillig zur Arbeit melden wollen —. zu jeder Arbeit in Israel. Ich glaube, es sind heute schon ueber tausend Briefe. Dazu kommen die Geldspenden, die spontan mit vielen Briefen eingehen, und viele Geldspenden, die anonym eingehen. Die anonymen Geldspenden haben etwas ganz Besonderes an sich. In den Briefen liest man viele aeusserst ruehrende Beweise der Zuneigung zu unserem Volke; Aeusserungen, die voellig spontan sind. Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands. Dies alles weist darauf hin, dass man hier unseren Kampf und unsere Rechte in der breiten Oeffentlichkeit mit sehr viel Sympathie und Wohlwollen verfolgt und bereit ist, uns zu unterstuetzen. Auch sehr viele junge Leute haben sich bei uns gemeldet, Bei ihnen ist das gar nicht mit einem Schuldgefuehl wegen der Vergangenheit verbunden — ich wuerde eher sagen bei diesen jungen Leuten gibt es mehr ein Schamgefuehl als ein Schuldgefuehl — sondern es ist etwas, was sich auf das Heute bezieht, auf heute und morgen und nicht nur auf gestern”. Frage: Herr Botschafter, diese vielen Hilfsangebote, Geldspenden und Freiwilligmeldungen aus dem ganzen Volk, nicht nur aus der deutschen Jugend, lassen mich auf die Frage kommen, ob sich aus all dem nicht etwas Neues zwischen Israel und Deutschland entwickeln kann. Ich denke an die Zeit nach dem Krieg. Ich moechte fragen, ob sich daraus engere Beziehungen, menschliche Verbindungen zwischen unseren beiden Voelkem ergeben koennen, Beziehungen, fuer die Sie ja auch letztlich taeglich arbeiten, wie auch viele Menschen in Deutschland. Antwort: Ich glaube, dass es vieles leichter machen wird und, ich hoffe, auch zu manchen schnelleren Entwicklungen fuehren wird. In Zeiten, wo man Sympathie und Hilfe braucht, kann man deutlich erkennen, wie sich jemand verhaelt, wo man Freunde hat. Das muss zu einer Reaktion fuehren. Seit Jahren hat eine positive Entwicklung zwischen Deutschland und Israel begonnnen. Es ist keine Frage, dass die Sympathiekundgebungen und die Hilfe, die aus dem deutschen Volk fuer Israel aufgebracht werden, diese Entwicklung weiterfuehren werden; ich moechte sagen, dass die Beziehungen zwischen unseren beiden Voelkern durch die Haltung der deutschen Bevoelkerung beschleunigt werden. Sie wird vielen Menschen hueben und drueben helfen, ueber manches hinwegzukommen. (Fortsetzung Seite 10)

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