Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 8 (Agosto, 1967)
- Date
- 1967-08-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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AGOSTO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 7 MOSCHE DAJAN der Herr des “Westufers ii ' * •' Mjgji ÍSt-’-fV “Hussein, ach Hussein— nicht mit sich spassen sein Staat ist ja kaum noch laesst, und so haben wir Paexistenzfaehig, und um sein laestinenser manchmal Ver- Leben koennte es geschehen anlassung, ihn zu fuerchten. sein, wenn es den irakischen Aber dann bewundern wir Soldaten, 15.000 leidenschaftwieder sein tatkraeftiges liehen Wuestensoehnen, die Verstaendnis fuer unsere losich unter dem Kommando kalen Beduerfnisse!”. sozu sagen revolutionaerer Offiziere rings um die jor- In der Tat, ebenso wenig dänische Hauptstadt breitwie die uebrigen, in den machen, morgen oder ueletzten zwei Jahrzehnten bermorgen einfallen sollte, hochgeschossenen Luxuehoslch mit Gewalt in den Betels, . das. “Shepherd”, die sitz seines ■ Palastes zu set- “Semiramis ’, da s “N e w zen. Was haben wir Palae- Grand’’ war mir auf der stinenser noch von ihm zu kurzen Autofahrt von Jeruerwarten?’’. salem hierher dieser Sitz der Militaerverwaltung des Be- Nicht “wir Araber” sagte satzungsgebiets entgangen, mein Tischnachbar im das mit Jerusalem als seiner hochgelegenen, von alten geographischen Mitte in Kiefern angenehm beschatnordsuedlicher Richtung an teten Cafegarten des “Qasr die Talsenke des Jordan e Seif”, des “Sommer-Pagrenzt. Zwar ‘herrscht” last” genannten Hotels der Mosche Dajan im “Ambassa- Stadt Ramallah. Als Advodor’ selbstverstaendlich nicht kat aus dem benachbarten im buchstaeblichen Sinn des Ort El Birah hatte er sich Wortes. Aber doch zweifelt mir vorgestellt, als das Gevon der Bevoelkerung des spraech irgendwie zustande “Westufers’, wie dieser gangekommen war, als “Palaeze Bezirk in Israel jetzt kurstinensischer Akademiker , zerhand genannt wird, niewie er mit einigem Stolz in mand daran, dass bis auf leidlichem Englisch hinzudie beilaeufigsteVerwaltungsgefuegt hatte. Noch weniger massnahme hier alles, aber wollte er die Sammelbeauch alles nach seinem Zeichnung “Jordanier” fuer Willen geschieht. Davon sich und seinesgleichen gelsind die dort uebrigen r ten lassen. Nein, “Palaestimehr als durchschnittlich nenser” seien sie seit eh und zahlreichen Intelligenzle” je gewesen, erst unter tuerwie jener Advokat e enso kischer, dann unter en?hueberzeugt wie die arabischer, zuletzt unter jordanisehen Fluechtlinge, die in scher Fremdherrschaft, und ihren Doerfern verwurzelten jetzt — nun ja, unter jue- Fellachen des “Westufers” discher”. und die Staedter in der nun “For good? Fuer die eingemeindeten Jerusalemer Dauer?”. Er zuckte die Altstadt, in Nablus, Jericho, Achseln. Betlehem, Hebron usw.. “Auf Gedeih und Verderb. Wie aktiv der Minister ein- Auf Gedeih, Inschallah, greift, gelangte zu besonders wenn Allah will, und Chasinnfaelligem Ausdruck, als wadscha Mussa, Herr Moses, kein anderer als er in der der Sicherheitsminister DUersten Juliwoche, da der jan, der starke Mann Ihrer ostwaerts nach Transjorda- Regierung. Drueben herrsch'- nien gewandte Strom dieser er im “Ambassador”, mit Palaestinafluechtlinge zur dem Schild “Israel Defence Hochflut anschwoll, ploetz- Army Forces, Western Bank, lieh an der halbzerstoerten Headquarters” neben dem Allenbybruecke erschien und Hauptportal; sicher sind Sie sich —zur Bestuerzung der vorhin daran vorbeigefahmit ihm gekommenen, fuer ren. Das ist ein Mann, der seine Sicherheit verantwor- Von Dr. Abner Nechuschtan(TeLAviv) tlichen Beamten unter die zumeist von sinnloser Panik getriebenen Auswunderer mischte. In einer Unzahl arabisch gefuehr t e r Gespraeche, die keineswegs gaenzlich ohne Erfolg blieben suchte er sie davon zu ueberzeugen, dass sie besser taeten, nicht ein zweites Mal zu fluechten. (Inzwischen fuehrten seine Verhandlungen mit Vertretern des Internationalen Roten Kreuzes bekanntlich zu einer langsam, aber stetig wachsenden ruecklaeufigen Bewegung der Exodus begann sich auf seine Anregung, ja, sein Draengen in eine Rueckkehr ueber den Jordanfluss zu verwandeln). AUSVERKAUF IM “WESTUFER” Bevor der “Krieg der sechs Tage” am 5. Juni ausbrach, bestand die ungefaehre Haelfte der Gesamtbevoelkerung dieses Bezirks nach Statistiken der UNRWA, der UN-Agentur fuer die arabischen Fluechtlinge, auis 394.000 von ihnen, von denen sich indessen nur noch 106.000 in Lagern befanden. Auch wenn diese Ziffer so aufgeblaeht ist, wie angenommen werden muss, vermittelt schon sie eine Vorstellung vom Umfang der Aufgaben Dajans als des tatsaechllch, wenn auch nicht gerade de jure mit den hoechstinstanzlichen Weisungsbefugnissen fuer das “Westufer” versehenen Regierungsbevollmaechtigten. Abgesperrt ist ein grosser Teil jener Menschenmassen, der kleinbaeuerliche, von Transjordanien als seinem frueheren natuerlichen Absatzmarkt fuer Gemue.se. Toklaert ist fuer den Distrikt maten, Weintrauben. Unge- bis zur Stunde z.B. ferner die Frage nach dem kuenftigen Ausmass der Touristik einschliesslich der Christi’- chen und auch moslemischen Wallfahrer, die aus bezw. via Transjordanien nach Jerusalem, Betlehem, Jericho stroemten, auch wenn israelischerseits natuerlich schon bedeutende Anstrengungen gemacht werden, dem “Westufer” diesen wichtigen Devisenbringer zu erhalten. Um den Verkauf ihrer diesjaehrigen, uebrigens ungemein reichhaltigen Ernte brauchen sich die dortigen arabischen Landwirte allerdings kaum zu sorgen. Sie wurden foermlich von Aufkaeufern ueberschwemmt, die von den im Vergleich zu Israel erheblich niedriger liegenden Preisen angelockt wurden. Oft brachten es diese Interessenten mit dem Angebot der fuer Fellachen unueblichen Sofortbezahlung und mit anderen geschickten Verhandlungspraktiken zudem fertig, nicht in jordanischen Dinar zu bezahlen, wie es an sich vorgeschrieben ist, sondern unter der Hand in israelischer Waehrung. Dadurch machten sie sich die Tatsache zunutze, dass nur 7,5 statt der an den Boersen notierten 13 Isr.-Pfund als Umrechnungs- Kurs fuer den Dinar festgelegt worden waren. Allerdings reagierten in Israel alsbald die Absatzorganisationen sowohl des privaten Sektors der Landwirtschaft wie der Kibbuzim, der G emein Schaftssiedlungen, mit gemischten Gefuehlen auf dieses Dumping, wie man sich denken kann. Auch im Hinblick darauf sind Bemuehungen im Gange, das neu hinzugetretene Angebot soweit wie moeglich entweder zu exportieren oder m den hiesigen Fabriken zu Fruchtkonserven usw. verarbeiten zu lassen. Verarbeitungsbetriebe dieser Art existieren im “Westufer' derzeit so gut wie nicht; weshalb gelegentlich davon gesprochen wird, auf ihre Gruendun^ in diesem Bezirk hinzuarbeiten. Und nicht nur auf de^ flachen Lande kam es dort inzwischen zu einem Ausverkauf nach allen Regeln der Kunst, wie nebenbei bemerkt sei. Das Preisgefaelle veranlasste im Verein mit dem fuer Israelis so guenstigen Umrechnungskurs des jordanischen Dinar gegen ihr Pfund Tag fuer Tag immer neue Scharen von ihnen, sich auch in den Staedten dieses "Auslands” nach “Okkasionen” umzutun, ob es sich um Toepferwaren Alt-Jerusalems handelte, die reizvollen Erzeugnisse der Hebroner Glasblaeser, um das Vielerlei von Souvenirs oder wer weiss was fuer Haushaltsartikel, die man bei sich zu Hause notabene oft manchmal mindestens so preiswert einhandeln kann... DIE GRUNDSAETZLICHE ALTERNATIVE Eine andere Frage ist, was auf laengere Sicht werden soll wenn dieser konjunkturelle Hochbetrieb der ersten Nachkriegswochen oder Naohkriegsmonate abklingt. Grundsaetzlich stellt sich dem “Herrn des Westufers” die Frage: soll es an das Ganze des “alten Israel”, des Landes der Zeit vor dem 5. Juni, schliesslich in aller Form angegliedert oder im Sinn der beruehmten Formel Johann Gottlieb Fichtes gleichsam als “Geschlossener Handelsstaat” angesehen und verwaltet werden? Es versteht sich, was eine solche Entscheidung im einen, und was sie im anderen Falle impliziert. Ein bevoelker u n g s—, sozialpolitischer und wirtschaftspolitischer Anschluss des Bezirks waere die logische Folge der Absicht, ihn kuenftig als integralen Teil des Hoheitsgebiets Israels zu betrachten. Bliebe er sich dagegen selbst so ueberlassen, wie es sich unter den gegebenen Umstaenden nur irgend ermoeglichen laesst, so geschaehe es ohne Zweifel, um keiner Regelung vorzugreifen, die ihn spaeter in irgendeiner Form als eigenstaendiges kleinstaatliches Gebilde, als halbautonomen arabisch e n Kanton verselbstaendigen oder vielleicht sogar als Verhandlungsobjekt in einen Kompromissfrieden mit dem benachbarten Jordanien einschliessen koennte. Dajan ist sich zur Stunde anscheinend darueber noch nicht schluessig, welcher der beiden Moeglichkeiten am Ende der Vorzug gegeben werden wird. Gelegentlich war er vor dem Beginn des Sechstage-Krieges zwar fuer eine “israelisch-jordanische Foederation” als besten Weg zur Bereinigung des Konflikts mit dem Staat desKoenig Hussein eingetreten. Aber ein Praktiker wie er waere der letzte, nach den Umwaelzungen der Kriegswoche jetzt noch das Argument gelten zu lassen, dass er sich damit endgueltig gegen einen Zusammenschluss des “Westufers” mit Israel festgelegt habe. Zu einer solchen Foederation ,wuerde er vermutlich antworten, gehoben zwei gleich starke, gleichwertige Partner; mithin sei die Voraussetzung dazu mit der Niederlage entfallen, die das haschmitische Koenigreich bis an die Grenze seines Zusammenbruchs zersetzt habe. Dieses Besatzungsgebiet sei bis auf weiteres infolgedessen nicht als separate Einheit zu betrachten, wie immer sein staatspolitisches “Gesicht” einmal aussehen werde. Dem entspricht Dajans Haltung im interministeriellen Ausschuss, der im Zusammenwirken mit dem Innenministerium, dem Aussenministerium und s el b s t v e rstaendlich auch der Landespolizei fuer das “Westufer” an sich ebenso zustaendig ist, wie fuer die anderen, vom israelischen Militaer besetzten Bezirke, die Sinai-Halbinsel, den Kuestenstreifervon Gaza und das Huegelplateau an der israelisch-syrischen Grenze. Dass beim Sicherheitsminister auch dafuer die meisten Entscheidungen liegen, sei der Vollstaendigkeit halber erwaehnt. Zu den fuehrenden Koepfen dieses Kabinett-Ausschusses gehoert neben ihm sein Kollege Pinchas Saoir, der Finanzminister. Herr Sapir setzte dort in Verfolg gewisser budgetaerer und anderer Ruecksichten seines Ressorts vor kurzem beispielsweise einen Erlass durch, der den freizuegigen Zustrom israelischer Besucher in diese Besatzungszone erschweren und sie damit marktwirt schaftlich nach Moeglichkeit wie besagten "Geschlossenen Handelsstaat” abriegeln sollte. Einige Tage spaeter setzte Dajan den vorherigen Zustand kurzerhand wieder in Kraft. Entweder wuerde, sagte er sich wohl, eine derartige Sperrverf u e g u n g den bisher legitimen Handel mit dem “Westufer” nur in einen skandaloesen Warenschmuggel verwandeln; aber sollte die behoerdliche Abriegelung statt dessen restlos gluecken, wuerden die Fellachen dort auf ihrer Ernte sitzen bleiben, statt sie nach Israel als ihrem jetzt einzigen Absatzmarkt verkaufen zu koennen; auch in den Staedten des (Fortsetzung Seite T4)