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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-08-01 · 8 (Agosto, 1967) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
8 (Agosto, 1967)
Date
1967-08-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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AGOSTO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 5 DIE ARABISCHE POSITION WIRD WEITER SCHWAECHER “Wir Araber haben eine Schlacht verloren, aber nicht den Krieg’, erklaerte Oberst Boumedienne, der Diktator von Algerien, am 10. Juni. Es ist moeglich, dass er sich mit diesem angewandten Zitat aus dem Wortschatz de Generals De Gaulle bei diesem Liebkind machen wollte. Es ist wahrscheinlich, dass es der erste Schritt in Richtung auf die Sprossenleiter der antisemitischen Hetze war. an der er sich zu der Fuehrerstellung in der arabischen Welt hochturnen will, von der Nasser gerade auf den harten Boden der Wirklichkeit heruntergestuerzt war. Es ist noch nicht einmal ausgeschlossen, dass er mit solch weisen Worten die Geruechte darueber zerstreuen wollte, er sei Analphabet. Unglaubhaft ist nur die Vermutung, dass er an seine Worte damals auch wirklich glaubte. Trotzdem koennte man fuer einen Moment unterstellen, er habe garnicht so unrecht gehabt. Zwar hat auch der kuehnste Optimist unter uns vor Ausbruch der Feindseligkeiten nicht auf einen solch kolossalen Sieg zu hoffen gewagt. Aber am Tage des Sieges mussten andererseits auch die Pessimisten die Moeglichkeit eines baldigen Friedens zugestehen. Der Pendel der Wirklichkeit schlug nach beiden Seiten ueber die extremen Erwartungen hinaus aus. Und worauf deutet er heute, in diesem Monat August 1967? Nicht mehr auf Krieg? Aber noch nicht auf Frieden! Und trotzdem hat Boumedienne Unrecht gehabt: Die Art Krieg, welche von den Arabern 19 Jahre lang gegen Israel gefuehrt wurde, die ist zu Ende. Ein fuer alle Maie. Der Krieg, den sie fuehrten, den die Grossmaechte duldeten und den die ONU foerderte, weil sie glaubten, verlangen zu duerfen, Israel muesse im Namen des “Friedens” stillhalten, im Vertrauen auf die Grossmaechte und unter Aufsicht der ONU, dieser einseitige Krieg, der ist zu Ende und den haben, auch wenn es Boumedienne nicht wahr haben will, die Araber mit Pauken und Trompeten verloren. ERSTARRUNG DER FRONTEN Nicht nur geographisch, sondern auch rechtlich, politisch und praktisch verlaeuft der Waffenstillstand von 1967 an anderen Fronten als der numehr ueberwundene von 1949. Kein Mensch kann sagen, ob er auch von solcher Dauer sein wird, aber im Moment geht die Tendenz auf eine relative Erstarrung der Fronten. Im Norden, wo sie durch den syrischen Infantilismus am meisten versteift sind, sind sowohl die Anhoehen von Golan, von wo die vielen Mordanschlaege gegen Siedlungen ihren Ausgang hatten, wie auch alle Quellen des Jordan in israelischer Hand. Im Osten steht Zahal an der Mandatsgrenze von 1948, einem Nachbarn gegenueber, der trotz gegenteilif ger Beteuerungen und auch militaerischer Scharmuetzel mehr als alles andere den richtigen Moment abwartet, um zu verhandn. Im Sueden patrouilliert die israelische Armee nicht nur das Ostufer des Suez-Kanals, sondern es ist keine Uebertreibung festzustellen, dass auf der anderen Seite buchstaeblich AEGYPTEN ZU BODEN liegt. Wenn es nach dem aller Superlative spottenden Feldzug auf Sinai dafuer noch eines zusaetzlichen Beweises bedurfte, so wurde dieser durch den genialen Schachzug geliefert, demzufolge die israelische Regierung die Waffenstillstandslinie in der Mitte des Kanals fixierte und dort das Prinzip verankerte, dass es keine freie aegyptische Schiffahrt im Suez-Kanal mehr geben kann, ohne dass es auch freie israelische gibt. Dazu Eschkol: “Unsere Truppen sind nicht dort, um Wassersport zu treiben”. Einige eilig durch die Wueste herbeigeschleppte Kaehne mussten zum schwimmenden Beweis fuer diese These herhalten und nach den ebenso logisehen wie unwirksamen Schiessereien gelangte Kairo zu zwei Schlussfolgerungen: —In der Theorie den israelischen Anspruch auf freie Schiffahrt abzulehenen. —In der Praxis sich dazu zu bequemen, die Empfehlung des ONU-Beobachter-Chefs Odd Bull zu akzeptieren, derzufolge sich fuer die Dauer eines Monats einstweilen sowohl Aegypter wie Israelis der Benutzung des Kanals enthalten. Dass damit aber in der Praxis das von Israel verfochtene paritaetische Prinzin wirksam wird, kann von niemandem geleugnet werden und wird nicht verfehlen, in allen Dolitischen und rechtlichen Regelungen Anwendung zu finden. Nasser hat damit —zwar bewusst, aber ohne es vermeiden zu koennen— ein Zeichen der Schwaeche gegeben, das im Grund genommen nur den im folgenden kurz skizzierten Hintergrund widerspiegelt: —Die aegyptische Militaermacht ist zerstoert. —Der politische Poker, in dem Osten gegen Westen und Westen gegen Osten geblufft werden konnte, ist ausgespielt. —Der panarabische Traum ist ausgetraeumt. —Der internationale Nimbus ist floeten. —Der Suez-Kanal liegt sowohl als Wasserweg wie als Einnahmequelle von 20 Millionen Dollar monatlich trocken. —Der Tourismus, frueher an dritter, Stelle als Devisenspender, liegt darnieder. Die Baumwollernte ist verpestet, und was gerettet werden kann, an Russland verpfaendet. —Die Rohoel - Vorkommen auf Sinai sind in israelischer Hand; ihre 9 Mi- Tonnen Kapazitaet grenzen an die Haelfte des aegyptischen, bezw. an das Doppelte des israelischen Bedarfs, koennen also das Export - Import - Verhaeltnis auf beiden Seiten in sein Gegenteil verwandeln. —Die Staatskasse ist leer und weder Zinsen noch Amortisation der mehr als anderthalb Milliarden Dollar Schulden an den Westen werden an den Faelligkeitsterminen gezahlt. —Demzufolge gibt es keinen Kredit mehr. Darf es bei einem solch dramatischen Pano r a m a Wunder nehmen, dass Nasser in seiner ersten Rede nach dem Krieg, trotz wiederholter Beteuerungen, der Kampf gehe weiter, von der Notwendigkeit von Verhandlungen spricht? Gewiss, er meint damit nicht Verhandlungen mit Israel, sondern mit U.S.A. Aber selbst dieser Andeutung ist zu entnehmen, dass sowohl Aegypten wie Sowjet-Russland im Moment auf halbem Weg in der Sackgasse der Wiederaufruestung stehen geblieben sind. Nach Uebergabe der ersten massiven und nervoesen Ersatzlieferungen haben sich zweifellos beide Teile ueber - legt, wie weit und unter welchen Bedingungen dieselben weiter vonstatten gehen sollen. Die USSR draengte auf Sowjetisierung des aegyptischen Heeres und verwandelte Port Said und Alexandrien durch den “Besuch” von Kriegsschiffen praktisch in russische Flottenstuetzpunkte lm Mittelmeer —ein nicht unbetraechtlicher Gewinn als Folge eines verlorenen Kriegs!—. Nasser andererseits, scheint trotz aller Frivolitaet, mit der er die aegyptische Souveraenitaet an den russischen Imperialismus veraeussert hat, noch zu zoegern, nun auch noch die Symbole der verbleibenden Schein - Souveranitaet preiszugeben, zumal er hoechstpersoenlich das sichtbarste dieser Symbole ist. Wo aber gibt es noch einen Weg heraus aus der Bedrueckung der Indifferenz, mit der ihm seine Feinde im Westen begegnen, aus der noch bei weitem gefaehrlicheren “Hilfe”, die ihm seine Freunde im Osten darbringen? Zu Boumedienne, der MONATSSPIEGEL \! PODGORNY UND NASSER Die Hoffnung auf das Grosse Los... mm nur darauf wartet, im selben Zirkus auf dem selben Seil des heiligen Krieges zu tanzen, von dem er selbst stuerzte? Zu den anderen arabischen Bruedern, die sich entweder selbst keinen Rat wissen oder im Jemen auf der Gegenseite Krieg fuehren? Zu den angeblich buendnisfreien Staaten, deren Spinngewebe von Luege, Unmoral und Propaganda er selbst gewoben hat? Nein. Zweifellos waere es d i e bequemste, logische, praktischste und beste Loesung fuer ihn, die Umklammerung dort zu durchbrechen, wo er —oh, fataler Irrtum— schon immer der Kette schwaechstes Glied waehnte: an .der israelischen Front. Aus diesem Grunde und weil es an der aegyptischen Amok - Politik schon immer der Aspekt war, der uns am meisten angeht, muss man sich fragen, was er und die Alliierten, die ihm bleiben, sich ausdenken koennen, um die zweimal gescheiterte Revanche noch einmal zu versuchen oder, wie das im arabisch - kommunisti sehen “double talk” heute heisst, “die Folgen der Aggression zu beseitigen”. DIE MOEGLICHEN SCHACHZUEGE Fuenf Zuege gibt es, mit denen die Araber versuchen koennen, das droh ende Schachmatt zu vermeiden : mit den Bauern der innerarabischen Besprechungen, den Laeufern der internationalen Diplomatie, den Springern der Guerilla - Kaempfe, den Tuermen eines erneuten Feldzugs und schliesslich der Koenigin einer direkten russischen Intervention. Die internen Besprechungen waren selbstverstaendlich als erstes wieder im Gang. Nach der Aussenminister - Konferenz von Kuweit im Juni tagte jetzt im August die von Khartoum. Abgesehen von grossen Worten, Anspielungen auf eine arabische “Gipfelkonferenz” (wie hoch sind denn die arabischen Gipfel noch?), die wohl nicht zustande kommen wird, kam und kommt dabei nicht menr heraus als in den Vorkriegsjahren mit ihren unzaehligen Konferenzen: Drohungen, leere Worte, Reden. Mit dem Unterschied, dass sie heute niemand mehr ernst nimmt. Auf dem Gebiet der internationalen Diplomatie sind die Fronten nicht nur erstarrt. wie dies auf dem militaerischen der Fall ist, sondern die arabische Position wird schwaecher. Dies ganz einfach, weil Diplomatie und Politik keine unbegrenzte eigene Dynamik haben, sondern weitgehend in Funktion von strategischen und weltwirtschaftlichen Fakten wirken. Und da sich die Araber mit der Schliessung des Suez- Kanals und dem teilweise!) Rohoel - Boykott (zu wenig Boykott, um den Westen zu bedrohen, zu viel, um ihn selbst zu ertragen) konsequent alle Aeste abgesaegt haben, auf denen sie sassen, wie koennten sie da hoffen, politisch morgen dort zu siegen, wo sie gestern scheiterten? Ein Guerilla - Krieg nach dem Muster der Fedayeen und Al Fattach ist voraussichtlich das fuer sie einfachste und billigste Mittel, irgend etwas zu tun, was mangels praktischer Bedeutung wenigstens propagandistisch ausgebeutet werden kann. Es ist auch der Typ Kampf, aus. dem Hinterhalt, der ihnen am meisten liegt und in dem sie am meisten Erfahrung haben. Dass er heute nicht mehr entfernt die Wirksamkeit haben kann wie vor dem Juni-Feldzug, liegt auf der Hand, muessten doch die bewaffneten Banden die Sinai - Wueste bezw. das von Arabern bewohnte Westjordan - Gebiet durchqueren, bevor sie Schaden an juedischem Leben und Eigentum anrichten koennen. Ein Einsatz der auf israelischem Gebiet lebenden Araber stoesst auf nicht geringere Schwierigkeiten: soweit diese israeli sehe Staatsbuerger sind, haben sie sich als loyal erwiesen, und die ehemaligen Fluechtlinge werden sich un- (Fortsetzung Seite 6)

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