Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-07-01 · 7 (Septiembre, 1967) · p. Seite 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
7 (Septiembre, 1967)
Date
1967-07-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/8553624-8559960-9195075--5197-8560114
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

18 BOLETIN INFORMATIVO JULIO 1967 ISRAEL IM KAMPF UM DEN FRIEDEN Jedenfalls erklaert es die Stimmung, unter denen eine vierte Resolution eingebracht wurde, die sogenannte lateinamerikanische — obwohl Staaten wie Irland und Nepal an ihrer Redaktion teilhatten — und in welcher der Wunsch auf Frieden etwas verschaemt als “Verzicht auf Kriegszustand’’ in folgendem Zusammenhang formuliert wird: —Rueckzug der israelischen Truppen —Verzicht auf den Kriegszustand. Wesentlich war jedenfalls an diesem Antrag das Fehlen eines Termins fuer den Rueckzug, sowie dessen letztere kausale Verbindung mit der Beendigung der Feindseligkeiten. Beides machte ihn unannehmbar fuer die Araber, Kommunisten und sonstigen Staaten, die die Fortdauer des Krieges im Mittelost wuensehen. Das Ergebnis der Abstimmung vom 4. Juli ist bekannt: weder die jugoslawische noch die lateinamerikanische Resolution konnten auch nur die 62 Stimmen der simplen Mehrheit auf sich vereinigen, geschweige denn die fuer eine “Empfehlung” der Vollversammlung — mehr waere sowieso nicht herausgekommen! — notwendige Zweidrittelmehrheit. Die sowjetrussische erhielt ueberhaupt nur ihre eigenen kommunistischen plus die arabischen Stimmen, woraus sich wieder zwei interessante Schlussfolgerungen ableiten lassen: —Nach dem militaerischen Fiasko in Mittelost hat die USSR sich durch neuerliche, diesmal politische Rechenfehler, eine weitere Schlappe eingehandelt. —Nach der Erfahrung beim Feuereinstell-Befehl des Sicherheitsrates liegt hier ein neuer Beweis fuer die Tatsache, das die ONU nur dann und nur so weit wirk sam sein kann, wie amerikanische und russische Interessen sich decken, was im vorliegenden Fall nicht zutrifft. Nur zwei Beschluesse, die das Wesentliche der augenblicklichen Situation nicht beruehren, konnten daher weitgehende Einstimmigkeit erzielen: —Humanitaere Hilfe fuer die Fluechtlinge —Internationalisierung von Jerusalem Der erste dieser beiden Beschluesse ist nur recht und billig; “billig” vor allem fuer Sowjet-Russland, das ehedem seinen finanziellen Verpflichtungen der ONU gegenueber nicht nachkommt. Der zweite ist rein akademisch da er mit fast allen Stimmen, (99 von 122) beschlossen wurde, ausser jenen, auf die es ankommt; die Stimmen der Bevoelkerung von Jerusalem. Die ONU befindet sich somit in einer Sackgasse, aus der auch der zweite Akt der Sitzung, der fuer den 12. Juli anberaumt worden ist. nichts aendern kann, da klar ist, dass auch ein noch so lautes Jein aus New York — und nur auf ein solches koennte man sich “einigen’ — am realpolitischen Ja und Nein in Mittelost so rasch nichts aendern wird. Und das sieht so aus: —Ja: Israel wird versuchen, - da zu (bleiben, wo es ist, bis seine Nachbarn ihm Frieden und Sicherheit zugestehen —Nein: Israel wird versuchen, dem Druck auf Rueckkehr an die gefaehrlichen Waffenstillstandslinien von 1949 und den einseitigen Kriegszustand von 1949-1967 zu widerstehen Wie weit dies moeglich sein wird, ist natuerlich heute noch nicht ganz zu uebersehen und ausserdem der weltpolitischen Entwickung unterworfen. Im Moment hat Israel viel Truempfe in der Hand, mehr Truempfe als es je hatte und vielleicht je wieder haben wird. Es waere frevelhaft und dumm, sie aus dgr Hand zu geben. Man darf annehmen, dass es vermieden werden kann, solange sich die augenblickliche Situation nicht unvorhergesehen radikal aendert. Wie weiter oben ausgefuehrt, agiert die Sowjet-Union an drei Fronten, um einen solchen radikalen Umschwung zu bewerkstelligen: —Durch die ONU: das ist gescheitert. —In Glassboro: das ist gescheitert —In Zusammenarbeit mit ihren arabischen Protektoraten Wozu letztere fuehren wird, kann naturgemaess nur auf dem Gebiet der Mutmassungen untersucht werden, da —wir wiederholen— “weder Russen noch Araber von ihren Abmachungen eine Mitteilung geben, und wenn sie welche gaeben, so waeren sie erlogen”. Man kann aber das Feld der Moeglichkeiten durch die Extreme abstecken: —Entweder die USSR ist es muede, pyramidale Quantitaeten von Waffen an Staaten zu verschenken, die sie immer wieder an den Feind verlieren —Oder (laut “P.E.C.” vom 30.6.67:) “die USSR sucht die Revanche in Mittelost und ist bereit, den letzten Blutstropfen des letzten Arabers zu vergiessen, der im Falle eines neuen Krieges nicht rechtzeitig flieht”. Sollte ersteres der Fall sein, dann koennte die israelische Politik des Ausharrens in den eroberten Stellungen in nicht allzu ferner Zeit Fruechte tragen. Sollte letzteres der Fall sein, dann stellt sie rein strategisch schon einen Imperativ dar. Sie ist also fuer beide Extreme im Moment die richtige Politik. Die Entwicklung wird aber bestimmt nicht so geradspurig verlaufen. Wahrscheinlich wird der Kreml selbst, nachdem der erste Schrecken vorbei ist, Kosygin aus New York und Glassboro mit leeren Haenden zurueckgekehrt ist und Podgorny das Scherbengericht in Kairo und Damaskus mit eigenen Augen und mit Hilfe militaerischer Experten begutachtet hat, erst jetzt ueber den neuen Kurs beraten. Er wird bestimmt versuchen, d u r ch Einsetzung von Treuhaendern eine~ nochmalige Vergeudung seiner Hilfe an die arabischen Staaten zu verhindern. Es ist ebenso sicher, dass diese versuchen werden, sich aus einer totalen Bevormundung wenn auch minim a 1 herauszumanoevrieren. Aber viel Feld zum Manoevrieren haben sie nicht mehr und vor allem werden sie nicht vermeiden koennen, dass die Folgen ihrer katastrophalen Niederlage sich politisch und sozial auswirken werden. Es ist undenkbar, dass dort sich keine Veraenderungen anbahnen und es waere falsch, fuer lange Zeit statisch mit den gleichen Faktoren zu rechnen, die bis zum 5. Juni allein den Ausschlag gaben. Auf der anderen Seite gibt es eine israelische Dynamik, die mindestens ebenso in Betracht gezogen werden muss. Israel war nie statisch und ist es heute bestimmt weniger denn je. Die Auswirkungen des Krieges, den alle gewonnen halfen, und des Sieges, den niemand feierte, werden auf allen Gebieten zu spueren sein: durch verstaerkte Einwanderung, Wiederaufbau, Beleb ung der Wirtschaft, mehr Fremdenverkehr, militaerische Sicherheit, erhoehten Kredit, internationalen Respekt, politische Initiativen auf dem Gebiet der Beziehungen zu den Nachbarlaendern im allgemeinen und in der Fluechtlingsfrage im besonderen . Und nicht zuletzt durch die Wiederbelebung des Bewusstseins u n s e r er nationalen Sendung. ATSCHEKA DAS EXCLUSIVE DREIECK CHILE- U.S.A. - EUROPA - AFRIKA - CHILE OER Lufthansa ABFLÜGE VON PUDAHUEL: SONNTAG 8,50 AM. nach NEW YORK und FRANKFURT über LIMA-BOGOTA MONTAG 10.10 AM. nach GENF und FRANKFURT über MONTEVIDEO MITTWOCH 8,?0 A.M. nach NEW YORK und FRANKFURT •über LIMA (via JAMAIKA Freihafen) FREITAG 15.10 P.M. »EL DIRECTO" nach ZÜRICH und FRANKFURT über BUENOS AIRES À RKV&nftj IMNMj WMWm. wmm «illill .i vÉMÊmÊk zr'Ki iili Nähere Auskünfte gibt Ihnen gern Ihr Reisebüro oder ULTRAMAR, Generalagenten der Lufthansa für Chile. Sigo. Agustinas 1080,Valpo Blanco 853

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.