Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-07-01 · 7 (Septiembre, 1967) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
7 (Septiembre, 1967)
Date
1967-07-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/8553624-8559960-9195075--5196-8560113
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

JULIO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 17 WAR DAS NDETIG? Wirtschaft Ägyptens muss wieder von vom anfangen Von JOERG FOSHAG Der neue Plan waere ln 14 Tagen in Kraft getreten. Am 1. Juli dieses Jahres sollte für die aegyptische Wirtschaft eine Phase der Konsolidierung beginnen. Schon im letzten Herbst war es fü” Kairo klar, dass sich die ehrgeiz.gen Ziele des vor zwei Jahren in Angriff genommenen Siebenjahresplans nicht verwirklichen liessen. Die Regierung zog deshalb die Konsequenzen. Sie steckte ihre Ziele zurück. Kairo wollte sich in den naechsten drei Jahren auf die Fertigstellung schon begonnener Industrieprojekte konzentrieren. Danach sollten Vorhaben Vorrang haben, die dem Export dienen und baldigen Gewinn versprechen. Praesident Nasser bereitete die Bevoelkerung auf eine Periode der Restriktionen vor. Er forderte in seinen Reden dazu auf, den Gürtel etwas enger zu schnallen. Kritiker der aegyptischen Industrialisierungspolitik hatten schon lange bemaengelt, dass sich Kairo in den letzten Jahren nicht auf die Entwicklung bodenstaendiger Industrien konzentrierte, sondern Industriebetriebe in fast allen Branchen ins Leben rief; etwa in der Feinmechanik, der Automobil— und Flugzeugindustrie, der Chemischen Industrie. Man warf der aegyptischen Regierung politische Kurzsichtigkeit und unverantwortlichen Ehrgeiz vor. Allerdings standen hinter dieser Hast auch der Zwang, neue Arbeitsplaetze für die schnell wachsende Bevoelkerung zu schaffen. Das Tempo dieser I n d u strialisierungspoiitik hinterliess jedoch Spuren. Nachdem im September letzten Jahres das Kabinett Mohieddin durch das Kabinett Soliman ersetzt wurde, zoegerte der neue Ministerpraesident nicht, die Uebel der aegyptischen Wirtschaft laut anzuprangern. Soliman bekannte, dass neben Ueberbevoelkerung und Unterbeschaeftigung, die Investitionsfehler der Vergangenheit, der Mangel an Fachkraeften, das Ungleichgewicht der Zahlungsbilanz und die im Verhaeltnis zu den Produktivitaetsfortschritten viel zu schnell steigenden Verbrauchsausgaben für die wirtschaftlichen Rückschlaege verantwortlich seien. Dieser Diagnose ist nichts hinzuzufügen, wenn man noch auf die enorme Auslandsverschuldung der aegyptischen Wirtschaft und auf ihre knappen Gold und Devisenreserven verweist. Auslaendische Beobachter weisen ausserdem darauf hin, dass die knappen Devisen in der Vergangenheit vielfach für die Inangriffnahme neuer Industrien verwandt wurden, waehrend vorhandene Betriebe aus Mangel an Ersatzteilen und Produktionsmitteln nicht ausgelastet waren, oder im Bau befindliche Anlagen nicht fertiggestellt werden konnten, weil einzelne Bauteile wegen Materialverknappung nicht geliefert werden konnten. Bei all dem ist zu bedenken, dass die aegyptische Industrie heute fast volLstaendig in der Hand des Staates liegt und ihre Produktion durch ein umfassendes Planungssystem geleitet wird. Der bürokratische Apparat wurde entsprechend stark ausgebaut. Ob dieser Apparat allerdings mit den Schwierigkeiten nach der Nahost-Krise fertig werden kann, erscheint fraglich. Immerhin werden die Planungsbehoerden neue Ansaetze ausarbeiten müssen. Die Projektionen des Dreijahresplanes, die einen Rückzug der Regierung auf die wirtschaftliche Vernunft erwarten liessen, dürften zur Realitaet keine Beziehung mehr haben. Die Hoffnung auf eine Stabilisierung und Konsolidierung der aegyptischen Wirtschaft ist geringer geworden. Die Finanzlage des Landes, die vor dem Krieg mit Israel schon prekaer genug war, sieht katastrophal aus. Zumal sich der Internationale Waehrungsfonds mit seiner Entscheidung über einen Beistandkredit von 60 Mili. Dollar zurückhaelt. Wahrscheinlich wird er den Kredit neu überprüfen. Die hohe Auslandsverschuldung — sie wird auf etwa vier Milliarden Dollar geschaetzt — brachte das Land schon im letzten Jahr in arge Bedraengnis. Ägypten war mit dem Schuldendienst gegenüber der westlichen Welt seit November 1965 so weit in Rückstand gekommen, dass es im Juni und Juli vergangenen Jahres Moratoriumsverhandlungen mit den wichtigsten europaeischen Glaeubigerlaendern aufnahm. Der Internationale Währungsfonds schlug ein allgemeines Moratorium und eine Abwertung des aegyptischen Pfundes vor. Die aegyptischen Unterhaendler hatten jedoch mit bilateralen Verhandlungen Erfolg. Sie schlossen mit Italien, Frankreich, England, Mexiko Umschuldungsabkommen, nach denen eine Rückzahlung kurzfristiger Kredite im Verlauf von fünf Jahren vorgesehen ist. Die ersten Rückzahlungsraten an Frankreich und England sind inzwischen termingerecht ausgeführt worden. In Zukunft wird man hier allerdings mit Verzoegerungen rechnen müssen. Mit der Bundesrepublik und den Vereinigten Staaten wurden keine Umschuldungsabkommen geschlossen. Der Zahlungsverkehr mit den Ostblockstaaten wickelt- Agypten auf der Grundlage von Clearingabkommen ab. Die Verrechnungssalden zugunsten dieser Laender sollen betraechtliche Hoehen angenommen haben. Zwar sollen die Ostblockstaaten in der Vergangenheit bei der Regelung dieser Clearingüberhaenge ziemlich grosszügig verfahren sein und erst in letzter Zeit auf der Abdekkung durch zusaetzliche aegyptische Exporte bestanden haben. Der finanzielle Engpass und der Zwang zu den Moratoriumsverhandlungen ergab sich aus der permanenten Passivitaet der aegyptischen Zahlungsbilanz. Und diese wird sich mit Sicherheit weiter verschlechtern. Das Zahlungsbilanzdefizit betrug 1965 zwar nur 29 Mill. aegyptische Pfund (266,8 Mill. DM), aber nur deshalb, weil das Defizit der Handelsbilanze durch einen Ueberschuss der Dienstleistungs¬ und Kapitalverkehrsbilanz, in der die Einnahmen aus dem Suezkanal und dem Tourismus verzeichnet sind, fast ausgeglichen wurde. Diese beiden Posten werden unter den Kriegsnachwirkungen am staerksten zu. leiden haben. Der Voranschlag des aegyptischen Devisenbudget rechnete für das Jahr 1966- 67 mit Einnahmen aus “unsichtbaren Ausfuhren” (Suezkanalgebühren, Fremdenverkehr, Versicherungen, Transithandel) von 150 Mill. aegyptischen Pfund. Diesen Voranschlag wird man korrigieren müssen. Die Zahlungsbilanz des letzten Jahres ist zudem schon durch den Ausfall der amerikanischen Getreidelieferungen von rund 50 Mill. Dollar pro Jahr belastet. Hoffnungsschimmer haben im letzten Jahr die Entdekkung von Oelfeldern bei El Alamein und im Golf von Suez erweckt. Für die Ausbeute der neuen Quellen hatten die interessierten amerikanischen Firmen Philips Petroleum Co. und Pan American Oil Co. Kredite in Aussicht gestellt. Bleibt zu hoffen, dass die politischen Ereignise diese Zusammenarbeit nicht gegenstandslos gemacht haben. (“Die Welt’, 15-6-67) EWG - KOMMISSION FUER ASSOZIIERUNG ISRAELS Die EWG-Kommission will in kurzer Zeit den bislang wegen des Nahost-Krieges geheimgehaltenen Beschluss bekanntgeben, dem Ministerrat nunmehr vorzuschlagen, mit Israel ein Assoziierungsabkommen zu schliessen. Das am 30. Juni auslaufende Handelsabkommen wurde zwar nicht verlaengert, weii Israel stets gefordert hat, dass dieses Abkommen durch einen Assoziierungsvertrag abgeloest werden sollte. Die EWG-Kommission hat jedoch dem Ministerrat vorgeschlagen, dass die Zollkonzessionen, die Israel in Rahmen des Handelsabkommens gewaehrt wurden, nicht zurueckgenommen werden sollen. Diese Regelung soll zunaechst auf ein halbes Jahr gelten. In diesen sechs Monaten hofft die EWG-Kommission auf eine Entscheidung des Ministerrats zugunsten eines Assoziierungsvertrages mit Tel Aviv. Die EWG-Kommission hat in diesem Sinne einen Bericht an den Ministerrat übersandt. Die offensichtlich erst nach langen vertraulichen Debatten zustande gekommene Entschliessung der Kommission duerfte die letzte grosse politische Entscheidung vor der Fusion der drei Europa- Exekutiven gewesen sein, in politischen Kreisen Bruessels wird der Tatsache grosse Bedeutung zugemessen, dass die Kommissisn es nicht dem Ministerrat ueberlassen hat, ueber das zukuenftige Verhaeltnis zwischen der EWG und Israel zu entscheiden. (“Die Welt”, 14.6.67) Kunstgewerbliche Handweberei Wollkleider — Jackenkleider — Roecke — Ponchos fuer Damen und Kinder — Stolas — Tischwaesche aus DUNOVA und Leinen — Cortes fuer Kleider und Roecke, etc. Santiago Sta. Elena 2251 Providencia 2507 Viña del Mar Qninta 274 Temneo M. Montt 850 Local 109 GRAN SURTIDO ^Jañetai ^s4díiticaó para t^oicL ^ÁlaóckonaL Venta por Mayor Imprenta y Editorial La Selecta Ltda. Sazie 2935 — Tel. 97061 — Santiago

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.