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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-07-01 · 7 (Septiembre, 1967) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
7 (Septiembre, 1967)
Date
1967-07-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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JULIO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 19 BILANZ AUS DER PERSPEKTIVE DER U. N. IT DEN KRIEG T DEN F New York, 14. Juni. Die quaelenden Stunden und Tage der Ungewissheit ueber den Ausgang des blutigen Konflikts im Nahen Osten sind vorueber und wir, die wir den bequemen Frontsitz eines Beobachters einnahmen, koennen eine gewisse Bilanz ziehen. Nicht nur die Kanonen schweigen —auch die Mundwerke der Delegierten des Sicherheitsrates—■ und die der Parteien des Konfliktes. Die uferlosen Reden der Vertreter der arabischen Staaten lassen leider nur eine Schlussfolgerung zu: Israel hat den Krieg trotz seiner Verluste viel leichter gewonnen, als es in der Lage sein wird, den Frieden zu gewinnen. Kehrt aber in diesen von Krisen geschuettelten Teil der Welt nicht der Friede ein, wuerden alle Opfer umsonst gewesen sein. Die Araber, soweit sie im Sicherheitsrat das Wort ergriffen, befinden sich in einer bemitleidenswerten Lage. Die amerikanische Presse, das Fernsehen, Radio, der Mann und die Frau auf der Strasse sympathisieren in ihrer Mehrheit mit Israel. Sie alle haben viel weniger vergessen als die Politiker, dass es immerhin Gamal Nasser war, der drohte. Israel zu zerstoeren, seine Bevoelkerung ins Meer zu treiben. Keiner der arabischen Vertreter hat von der Blokade der Strasse von Tiran gesprochen, von den hunderttausend Aegyptern, die sich an den Grenzen Israels schlagbereit mit ueber 1.000 Tanks angesammelt hatten, und keiner hat die Bedrohung zugegeben, die in der Tatsache zu finden ist, dass diese Laender sich seit 1949 als mit Israel im Kriegszustand befindlich erklaeren. Man hoert auch von den Arabern nichts darueber, dass Russland seit Jahren, wenn auch nutzlos, fuer 3 Milliarden Dollar Waffen nach Aegypten hineingepumpt hat, ja militaerische Ratgeber in Syrien taetig waren. Selbst wenn Israel den ersten Schuss gefeuert haette—was seine Vertreter bestreiten— auch dann waere es nicht der Angreifer, denn erstens existierte kein Friedenszustand mit Israels Nachbarn, sondern nach ihren eigenen Darlegungen "nach wie vor” der Kriegszustand. Zweitens ist nach René Cassin, eine grosse Autoritaet des Voelkerrechts. wie Gideon Rafael, der Vertreter Israels, ausfuehrte, Blockade bereits “ein Akt des Angriffs”. Die gedemuetigten Araber waren nicht willens, aus dem Fehlschlag ihrer Politik eine erkennbare Lehre zu ziehen. Das bewiesen vor allem die giftigen, billigen Angriffe des Vertreters von Saudi Arabien gegen die Kennedys und die Rockefeller und die USA schlechthin. Der Sicherheitsrat wurde von den Russen, die de facto ihre arabischen Verbündeten im Stich gelassen hat- : ten, dazu missbraucht, soviel wie moeglich von ihrem ramponierten Ansehen zu retten. Mit der Enthuellung ueber den Gebrauch der direkten Linie zwischen dem Weissen Haus und dem Kreml hat Washington kuenftigen Friedensbemuehungen allerdings einen Baerendienst erwiesen. Durch die zoegernde Haltung ihres Vertretes, Nikolas Fedorenko, haben die Russen de facto den Israelis geholfen, ihre angeblichen militaerischen Ziele zu erreichen. Nach dreissigstuendiger Vertagung des Sicherheitsrates stimmten sie spaet am 6. Juni dem Text der von den USA vorgeschlagenen Resolution zu, die die Einstellung aller Kampfhandlungen forderte, ohne irgend einen Staat fuer ihren Beginn verantwortlich zu machen. Schmaehlicher konnte die Sowjetunion, wie dies der Vertreter Iraks ausfuehrte, einen Bundesgenossen nicht im Stich lassen. Alle die spaeteren russischen giftigen Angriffe auf Israel, Abbruch der diplomatischen Beziehungen usw. waren in Wirklichkeit nichts weiter als Deckungsmanoever. Das israelische Kabinett sollte Fedorenko durchaus einen Orden d a f u e r verleihen, ihrer Seite so “gut und klug” geholfen zu haben. Natuerlich werden die Russen, um ihr Prestige im Nahen Osten gebracht, weiter versuchen, im Trueben zu fischen und die Geduld der Delegierten des Sicherheitsrates strapazieren. Wer die Herren Tomen von Syrien, Kony von Aegypten, Faratr von Jordan und die vielen anderen Sprecher in diesen erregenden Tagen gehoert hat, muss allerdings jede Hoffnung auf eine friedliche Rehabilitierung des Nahen Osten fast aufgeben. Was Israel erwartet und verlangt, naemlich die Anerkennung seiner Existenz — und daraus folgernd die Koexistenz der semitischen Araber mit den semitischen Israelis, diese erste und wichtigste Voraussetzung scheinen die gegenwaertigen Fuehrer der besiegten Laender nicht bereit, geben zu wollen. Diese Haltung aber koennen weder die Vereinten Nationen noch die Grossmaechte diktieren. Sie ist von einer geistigen Revolution der Araber, der Abruestung ihrer Koepfe abhaengig- Wie schwierig die Letztere aber zu erreichen sein wird, beweisen die Luegen Kairos, Damaskus, usw., die USA und England haetten. Israel mit Flugzeugen geholfen. Acht Laender des Nahen Osten haben die diplomatischen Beziehungen mit den USA abgebrochen— und dennoch sieht Washington es als seine vordringlichste Aufgabe, durch Einsatz eines Spezialkomitees diesen Laendern — und zwar allen — zu helfen, produktiv und konstruktiv in diesem Teil der Welt friedlich zusammen zu leben. Ein neuer Marhall-Plan ist in Vorbereitung, wenn die arabischen Fuehrer wirklich das Elend, die Ignoranz, die fehlende Initiative ihrer Massen beseitigen wollen. Ein deutscher Journalist, der Berichterstatter der Sueddeutschen Zeitung, Hans W. Kempski, der in diesen Tagen in New York weilt, sprach nach der Rede Nassers seine Bewunderung fuer den arabischen Fuehrer aus. “Ich kann diese Bewunderung nicht teilen; es sei denn, Nasser sagt endlich seinem Volk, es sei wichtiger mit Israel und allen anderen arabischen Staaten in Frieden zu leben, eine Konfoederation friedlichen Aufbaus zu schaffen, als alle zehn Jahre einen tragischen Krieg zu fuehren. Wenn ein verantwortlicher Fuehrer das erkennt, will ich nicht mit meiner Anerkennung sparen aber bis dahin wird sich der Ablauf der Geschichte immer wiederholen”, antwortete ich Kempski. Das ist der Kern des Problems, denn nur diese Umstellung kann zu der Dauerloesung einer Konfoederation der Staaten des Nahen Osten fuehren. “Der juedische und der arabische Nationalismus haben ein gemeinsames Schicksal, deim sie sind in der gleichen Geschichtsperiode entstanden und haben sich in dieser entwickelt und eine parallele Laufbahn Von Kurt R. Grossmann — New York Der Generalsekretaer der Vereinten Nationen verliest im Sicherheitsrat die aegyptische Annahme des Feuereinstellbeschlusses, (Photo A. F. P.) eingeschlagen. Das ist kein Zufall. Wenn die Geschichte einen tieferen Sinn hat, dann haben beide Nationalismen nur eine Wahl: entweder als feindliche Kraefte in stetig wachsenden Konflikten miteinander zu kaempfen, mit dem Resultat, dass sie sich eines Tages beide vernichten, oder die Alternative, zusammen zu leben — zu koexistieren. Beide zusammen wuerden in dieser Konfoederation dann, anstatt sich im gegenseitigen Kampf zu vernichten, eine grosse historische Leistung gemeinsam vollbringen koennen, naemlich den Nahen Osten wieder zu einem der grossen Zentren der menschlichen Zivilisation zu machen” erkluerte ein juedischer Fuehrer im Jahre 1962. Bis dieser Zustand der Koexistenz erreicht ist, werden noch viele Reden gehalten werden: giftige und gehaessige, zweckpolitische und besinnliche — aber hoffentlich in nicht zu ferner Zukunft endlich die der Erkenntnis. Eines ist heute klar: je eher die Parteien dieses Konfliktes direkt zu einander sprechefi, desto schneller und direkter werden wir das Ziel erreichen, fuer welches Israel, der David, den Kampf gegen den arabischen Goliath gelochten und bestanden hat. RUECKKEHR INS ALTE JERUSALEM Als der Wagen mit Journalisten durch die gedraengte Menge, die vor dem Mandelbaumtor steht, die ehemalige Grenze zwischen dem israelischen und dem jordanischen Jerusalem passiert, sagt mein Nachbar, ein Kollege aus Tel Aviv: “Was in den Morgenblaettern steht, ist bereits ueberholt, wenn die Zeitung erscheint. Lesen Sie Psalm 126; der ist jetzt aktuell. “Wenn der Herr die Gefangenen Zions erloesen wird, so werden wir sein wie die Traeumenden”. Wir sind wie die Traeumenden. in den Strassen, die zur Alten Stadt fuehren, jenseits des Mandelbaumtors, kommt einem die ehemalige, erzwungene Teilung von Jerusalem voll zum Bewusstsein —was man hier sieht, ist nichts anderes als eine Verlaengerung der Hauptstrasse der juedischen Stadt— derselbe Stil der Gebaeude, der Laeden, der Bueros, ja selbst die Menschen aehneln denen auf unserer Seite. Erstaunlich ist die Menge von jungen Maenn e r n im militaerischen Dienstalter, in Zivil, die sich frei bewegen duerfen. Natuerlich gibt es viele Zeichen des Kampfes und der Zerstoerung, zertruemmerte Autos, Fassaden von Haeusern, die Einschuesse zeigen, Steingeroeil und zersplittertes Glas. Aber ein Teil der Geschaefte hat bereits Von I wieder geoeffnet, man kann Souvenirartikel kaufen und Coca Cola oder Bananen, israelisches Geld wird gern angenommen. Ein Junge steckt eine Geschaeftskarte in unsere Haende: “Orient- Bazaar-Spezialitaeten, Kunst gewerbeartikel von Flueehtlingen hergestellt”. Vor dem Damaskustor kommen wir in das Gespraech mit zwei etwa achtzehnjaehrigen jungen Leuten. Der eine erweist sich als ein Fremdenfuehrer. Seit einem Monat hat es bereits keine Touristen mehr gegeben, sagt er resigniert. Ein Journalist deutet auf die ungeheuren Moeglichkeiten hin, die sich jetzt der Touristik aufgeschlossen haben. “Glauben Sie wirklich, dass viele Touristen herkommen werden?”, fragt er hoffnungsvoll. “Was wir brauchen, ist Friede” setzt er hinzu. Wir betreten durch das Damaskustor die Alte Stadt. Man hat uns gewarnt, vorsichtig zu sein. Hier und da liegen noch unexplodierte Granaten herum, und wenn man Pech hat, kann man auf eine Mine treten oder von einer Kugel eines Scharfschuetzen getroffen werden. Vor zwanzig Jahren war ich hier zum letzten Mal. Wir schreiten die Via Dolorosa entlang und äus den Kloestern und Sanktuarien, erbert Freeden — Jerusalem die diese Strasse flankieren, rufen uns Moenche und Nonnen ein “Schalom” zu. Dann sind wir auf dem Tempelplatz angelangt. Nur jetzt, in den Tagen des Krieges, ist es gestattet, diesen Platz zu betreten ohne sich die Schuhe auszuziehen, wie es das islamische Gesetz verlangt. Nur jetzt duerfen orthodoxe Juden die Klagemauer von dieser Seite aus betreten. Denn nach der Haladla darf kein Jude den Tempelplatz betreten, bevor der Tempel wieder erstanden ist. An der Omarmoschee warnen Plakate: “Achtung, Heilige Staette, nicht betreten”. Durch ein offenes Fenster koennen wir einen Blick in diese Staette werfen, die nach Mekka zu den heiligsten des Islam gehoert. Dann die Klagemauer. Der Zugang zu ihr ist eine Sackgasse. Unter dem britischen Mandat war es Juden nicht gestattet, hier das Schofar zu blasen —offenbar um die Araber nicht zu provozieren. Deshalb war der Klang des Widderhorns der erste Laut, der hier vernommen wurde, als die Juden zu diesem einzig noch bestehenden Teil des Salomonischen Tempels zurueckkehrten. Die grossen Quadern der westlichen Seite des Tempels (Fortsetzung Seite 21)

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