Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 6 (Junio, 1967)
- Date
- 1967-06-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFORMATIVO JUNIO 1967 AUS DER WELTPRESSE (Vor Ausbruch des Krieges) DIE WELT ISRAELS LEBENSNERV Mit der Blockade des Golfes Akaba und damit der Zufahrt zum israelischen Hafen Eilat hat Aegypten eine der empfindlichsten Stellen der Volkswirtschaft Israels getroffen. Seit nach dem Ende des Suez-Krieges vor elf Jahren UNO-Truppen den freien Zugang nach Eilat durch die Meerenge von Tiran sicherten, hat sich dieser Platz im aeus- Eersten Suedzipfel Israels zu einem der wichtigsten Lebensnerven des junges Staates entwickelt. Sofort nach Ende des Sinai-Feldzuges begann Israel, in grossem Stil den Hafen Eilat auszubauen. Ende 1965 wurde der Bau abgeschlossen. Ministerpraesident Eschkol konnte damals einen Hafen einweihen, der neun Schiffe gleichzeitig abfertigen kann und ueber eine der modernsten Loeschanlagen der Welt verfuegt. Eilat ist Israels Tor nach Afrika und Asien. Israelische Schiffe duerfen den Suez-Kanal nicht passieren, und so war Eilat bisher der einzige Hafen des Landes, mit staendigen Direktverbindungen nach Ost und Suedafrika, Irán, Indien, Australien, und in den fernen Osten. Ungefaehr zehn Schiffe laufen in jeder Woche Eilat an. Israel selbst unterhaelt dort eine Flotte von zwoelf Handelsschiffen, zumeist gecharterte Einheiten. In diesem Jahr sind es Schiffe, die unter griechischer, niederlaendischer, schwedischer, daenischer und liberianischer Flagge fahren. Nach offiziellen Angaben bewaeltigt Eilat nur rmm fuenf Prozent des israelischen Handels. Dabei ist jedoch nicht das Erdoel beruecksichtigt, und gerade hier liegt die Bedeutung des Hafens. Israel selbst erzeugt etwa 200.000 Tonnen Erdoel im Jahr. Damit kann es nur acht bis neun Prozent seines Bedarfes decken. Nahezu drei Millionen Tonnen Erdoel im Werte von rund 60 Millionen Dollar muessen im Jahr importiert werden. Der groesste Teil hiervon ist bisher ueber Eilat eingefuehrt worden. Haupterdoellieferant Israels war bis jetzt der Iran. Vom persischen Hafen Abadan aus brauchen Tanker nur rund neun Tage nach Eilat, gegenueber rund 35 Tagen auf der Route rund um Afrika und durch das Mittelmeer nach Haifa. Eine fuer eine Jahreskapazitaet von 4,5 Millionen Tonnen angelegte Pipeline verbindet Eilat quer durch die Wueste Negew mit den grossen Oelraffinerien noerdlich von Haifa. Sie produzieren im Jahr unter anderem 320.000 Tonnen Motorenbenzin, 445.000 Tonnen Gasoel und 1,8 Millionen Tonnen Heizoel. Diese Zahlen machen klar, warum Israel allein schon aus wirtschaftlichen Gruenden die Blockade Eilats immer wieder zum “Casus belli”, zum Kriegsgrund erklaert hat. Eine laenger andauernde Abschnuerung des Lebensnerves Eilat wuerde die Pipelina nach Haifa leerlaufen lassen. Nasser scheint darauf abzuzielen, Israel auch wirtschaftlich langsam, aber sicher, zu strangulienren. DER B UND WELTPOLIZIST AMERIKA Zur Rolle der (JSA im Nahen Osten schreibt die Berner Zeitung: Was die abgetoente Bereitschaft der USA, den Golf von Akaba notfalls mit Gewalt fuer die freie Schiffahrt zu oeffnen, und überhaupt die feste Entschlossenheit Washingtons dem Kriegstreiben Nasser gegenüber betrifft, so dürften zahlreiche unter jenen, die gemeinhin die amerikanische Vietnam-Politik verurteilen, hier nun umgekehrt zu Befürwortern einer amerikanischen Intervention werden, was sie vielleicht dazu führen wird, ihre Haltung in grundsaetzlicher Hinsicht zu ueberdenken. Wer wollte heute Kairo in die Schranken weisen, wenn nicht der oft geschmaehte “Weltpolizist’' Amerika? THE GUARDIAN NUR UEBER DIE VEREINTEN NATIONEN Dagegen warnt das liberale britische Blatt vor einem Einsatz der Grossmachte im Nahen Osten: Ein Einschalten der Vereinten Nationen ist aus mehreren Gründen wichtig. Zuerst es weder gerecht noch gaenzlich sicher, die USA diese Bürde allein tragen zu lassen. Zweitens muss die Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen als Instrument zur Bewahrung des Friedens wiederhergestellt und wenn moeglich vergrossert werden. Vor allem aber waere eine Einschaltung der Vereinten Nationen der am meisten erfolgversprechende Schritt. Obgleich die UN kaum grosse internationale Streitfaelle geloest haben, haben sie doch betraechtliche Erfahrungen bei der Aufrechterhaltung des Status quo... Praesident de Gaulle wäre wenig einsichtig, als er eine Viermaechtekonferenz vorschlug. ISRAELISCH — DEUTSCHE HANDELSKAMMER Eine israelisch - deutsche Handelskammer wurde in Tel-Aviv gegruendet. An der Versammlung nahmen der deutsche Botschafter in Israel, Rolf Pauls, und Mitglieder israelischer wirtschaftlicher Gremien und Handelsgesellschaften teil. Den Handelstund Industrieminister Schaerf vertrat der Vize - Generaldirektor des Ministeriums Aharon Gilad, der u.a. mitteilte, dass der Handelsumfang zwischen Israel und Deutschland sich im Vorjahre auf 115 Millionen Dollar belief. Der deutsche Botschafter eroeffnete seine Rede m hebraeischer Sprache und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Errichtung der neuen Handelskammer zur Vertiefung der Handelsbeziehungen zwischen beiden Staaten beitragen werde. Der Vorsitzende des Initiativ-Komitees, Dr. K. Moosberg, erklaerte, die Handelskammer wolle keine Steilung zur historischen Debatte m der Deutschland - Frage nehmen. Weitere Reden hielten der Vorsitzende des Direktionsrates der Bank Le’umi, Dr. Foerder, der Leiter der frueheren israelischen E’inkaufsmission in Koeln, Dr. Schinar, und der Vorsitzende der Dachorganisation fuer Handelskammern A. Isacson. (“Canfit’) VIÑA DEL HAR Das ganze Jahr geöffnet, jedes Zimmer m.Privatbad. Einbettzimmer 19 E?, Doppelzimmer 17 E? incl. 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R. S. S: IMPERIALISTISCHE KREISE... Die Sowjetunin hat in ihrer ersten offiziellen Erklaerung zum Nahost-Konflikt Partei fuer die arabischen Staaten und gegen Israel ergriffen. Aus Moskauer Sicht träegt Israel im Bunde mit “bestimmten imperialistischen Kreisen des Westens” die Schuld an der Kriegspsychose in diesem Raum. Die Moskauer Warnung, jeder sollte “im Falle einer Aggressionsentwicklung wissen, dass er auf den entschiedenen Widerstand” der Sowjetunion und “aller friedliebender Laender” stossen werde, ist hoechstwahrscheinlich nicht nur an Israel, vor allem auch an die Vereinigten Staaten gerichtet. Mit dieser Formulierung will der Kreml offensichtlich Massnahmen Washingtons zum Schutz eines von den arabischen Streitkraeften angegriffenen Israels von vornherein paralysieren. U. S, A. JA ABER... Praesident Johnson nannte die Blockade, die Aegypten gegen die israelischen Schiffe im Golf von Akaba verhaengt hat, eine illegale Massnahme und eine potentielle Gefahr fuer den Frieden. Washington bemueht sich auf dem Weg ueber die UNO wie durch bilaterale Kontakte um eine Entspannung der Situation. Es drang gemeinsam mit den Daenen und Kanadiern auf eine sofortige Einberufung des Sicherheitsrates. Daneben sind Konsultationen mit den Englaendern und Franzosen im Gang, um sich zu verstaendigen, ob die Erklaerung von 1950, mit der die drei Maechte Frieden und Sicherheit im Nahen Osten garantieren, von den beteiligten Regierungen noch als bindend angesehen werden. FRANKREICH NICHT LAENGER IM EINKLANG MIT DER SITUATION. . . Wie Informationsminister Gorse amtlich mitteilte, fuehle sich die franzoesische Regierung nicht mehr an die Erklaerung von 1950 gebunden, weil sie nicht laenger “im Einklang mit der Situation” stehe. Nach seinen Worten ist die Regierung “aeusserst besorgt”. Zwar huetete sich der franzoesische Regierungssprecher davor, gegen die aegyptische Blockade und die Politik Kairos gegenueber Israel oeffentlich Stellung zu nehmen, .aber er machte deutlich, dass man in Paris diese Politik fuer aggressiv und gefaehrlich ansieht ENGLAND AUF DEM WEG NACH MUENCHEN Grossbritannien versucht mit allem diplomatischen Geschick deutlich zu machen, dass es sich in der Nah-Ost Krise durch keinerlei Abmachungen und Erklaerungen der letzten Jahre gebunden fuehlt und nicht in militaerische Aktionen verwickelt werden moechte. Statt dessen betont die britische Regierung mit Nachdruck die Rolle der Vereinigten Nationen in diesem Konflikt. Eine multilaterale Zusammenarbeit zur Loesung der Krise ist von Grossbritannien nur im Rahmen der Vereinten Nationen zu erwarten. (Zusammengestellt aus Aufsaetzen und Presseinformationen der Zeitung: “Die Welt“). t V CÍA.LTOA, Kunstgewerbliche Xiandweberei Wollkleider — Jackenkleider — Roecke — Ponchos fuer Damen und Kinder — Stolas — Tischwaesche aus DUNOVA und Leinen — Cortes fuer Kleider und Roecke, etc. Santiago Sta. Elena 2251 Providencia 2507 Viña del Mar Quinta 274 Temuco M. Montt 850 Local 109