Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 5 (Mayo, 1967)
- Date
- 1967-05-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFORMATIVO MAYO 1967 RUECKBLICK und AUSBLICK dehauses und im Teatro Oriente beten koennen. Im dritten Stock unseres Gemeindehauses haben sich die Herren Leo de Jong und Mateo Berant in dankenswerter Weise als Vorbeter abgewechselt, waehrend in den anderen beiden Gottesdiensten die Herren Pablo Ostrowiecki und Leo Horenczyk als Mussaf - Chasonim fungierten und die Herren Alfredo Ru schin und Marcos Wisch Schacharis vorbeteten. Bei den Gottesdiensten im Teatro Oriente wirkte unser Damenchor und im Gemeindehaus ein kleinerer Herrenchor mit. Ich moechte den Damen und Herren dieser beiden Choere aufs Herzlichste danken, dass sie sich uns zur Verfuegung gestellt haben. Herr Kantor Ostrowiecki, der ein ausgezeichneter Vorbeter und Saenger ist, hatte uns bei seinem Amtsantritt versprochen, einen staendigen Chor aufzustellen. Es ist leider bei diesem Versprechen geblieben und wir besitzen bis heute noch keinen staendigen Chor, der zur Verschoenerung unserer Gottesdienste, besonders am ScKabbat, so dringend notwendig waere. Auch im vergangenen Jahre haben wir die traditionellen Schawuoth und Hoschano -Rabo-Lernen unter Leitung unserer Herren Rabbiner abgehalten. Ebenso wird morgen Abend unser Gemeinde- Seder stattfinden, zu dem sich wiederum eine groessere Anzahl von Teilnehmern angemeldet haben, ein Beweis fuer die Notwendigkeit dieser Veranstaltung. TOECHTER DER PFLICHT E i n weiteres wichtiges Ereignis aus dem abgelaufenen Geschaeftsjahre war die Bath-Mitzwa von insgesamt 9 Maedchen, die im Rahmen zweier Freitag-Abend-Gottesdienste stattfanden. D i e Maedchen wurden von Herrn Rabbiner Loewenstein vorbereitet. Die stattliche Zahl von 9 Maedchen ist der beste Beweis dafuer, dass die Bath- Mitzwoth eine staendige Einrichtung unseres Gemeindelebens geworden sind und wir hoffen, dass es uns auch im kommenden Geschaeftsjahre moeglich sein wird, eine groessere Anzahl junger Maedchen als Toechter der Pflicht willkommen zu heissen. Die Feiern haben auf jeden der Anwesenden tiefen Eindruck gemacht, das Wichtigste ist aber wohl, dass die jungen Maedchen selbst tief beeindruckt von ihrer neuen Wuerde und Pflicht waren, dass sie sich auf diese bedeutsame Stunde ihres Lebens gerne und eingehend vorbereiteten und sich bewusst waren, dass es sich hierbei nicht nur um eine gesellschaftliche Feier handelte, sondern dass sie hiermit tatsaechlich auf sich genommen haben, als “Toechter der Pflicht'’ zu leben und fuer die Aufrechterhaltung juedischer Tradition in ihrem eigenen Hause und in ihrem Freundeskreise zu wirken. Die einzige Kulturveranstaltung des vergangenen Jahres war der von mir bereits erwaehnte Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Nussbaum. UNSER GEMEINDEBLATT — TRAEGER DER KULTURARBEIT Die wichtigste Kulturarbei hat auch in diesem Jahre wiederum unser Gemeindeblatt geleistet. Neben unseren langjaehrigen Mitarbeitern Herrn Curt Wilk, Herrn Dr. A b n e r Nechuschtan, Herrn Dr. Herbert Freeden, Herrn Joachim Hemmerle ist es uns gelungen, Herrn Kurt Grossmann, der unseren Mitgliedern ja durch seine Artikel im “Aufbau” bekannt ist. als Mitarbeiter zu gewinnen. Seine interessanten Artikel haben bei unseren Lesern bereits grossen Anklang gefunden, Leider ist es uns bisher trotz grosser Bemuehungen nicht gelungen, einige eigene Mitarbeiter in spanischer Sprache zu finden. Das Direktorium hat sich mit Mitarbeitern juedischer Zeitungen in Suedamerika, ja sogar mit dem Irgun Olei Chile in Israel in Verbindung gesetzt, aber bisher immer nur abschlaegige Antworten erhalten. Wir koennen, glaube ich, §tolz auf den Aufschwung sein, den unser Gemeindeblatt in den letzten Jahren genommen hat. Es muss uns alle mit Befriedigung erhielten, wenn nicht nur hier in Suedamerika neidlos unser Blatt als das beste seiner Art anerkannt wird, sondern, wenn auch in Europa, z.B. beim Besuche deutscher Gemeinden von unserer Gemeinde als der gesprochen wird, die eine so hervorragende Zeitung herausgibt. Unsere Presse-Kommission hat auch in diesem Jahre versucht, unser Blatt so aktuell wie moeglich zu gestalten. Sie war Sich in vollem Umfange der Verantwortung bewusst, die das Organ unserer Gemeinschaft gegenueber unseren Mitgliedern und gegenueber dem chilenischen Jischuw und dem Auslande hat. So wurden ausgezeichnete Sondernummern herausgegeben anlaesslich des Besuches des Praesidenten Shazar und weiterhin anlaesslich der Verleihung des Nobelpreises an Nelly Sachs und Samuel Agnon. Besonders moechte ich unsere von Frau Marianne Tobias geleitete Kinderbeilage erwaehnen, an der in diesem Jahre 29 Kinder mitgearbeitet haben, die saemtlich im Rahmen einer huebschen Feier am 9. April Praemien fuer ihre Mitarbeit erhalten haben. Ich danke meinen Mitarbeitern der Presse-Kommission, Frau Marianne Tobias und besonders den Redakteuren, Herrn Kaufmann und Herrn Engel, die wie immer mit bekannter Hingabe, Liebe zur Sache und Fleiss die einzelnen Nummern zusammenstellten und mit ihren eigenen Artikeln, ich denke an die stets interessanten “Monatsspiegel” des Herrn Kaufmann und die spanischen Artikel des Herrn Engel, ausserordentlich wertvolle Beitraege geliefert haben. Ebenso moechte ich den Herren Vorsitzenden und den Mitgliedern unseres Schiedsgerichts fuer ihre Taetigkeit danken, durch die sie erreicht haben, dass Streitigkeiten ohne Anrufung der Ordentlichen Gerichte auf guetlichem Wege beigelegt wurden. Unser Schiedsgericht ist im vergange nen Geschaef tsj ahre wiederum in einer Anzahl von Faellen in Anspruch genommen worden und zwar auch von Nichtmitgliedern unserer Gemeinde. Der gute Ruf unseres Schiedsgerichts bei uns und im ganzen Jischuw ist darauf begruendet, dass die Herren Vorsitzenden und Schiedsrichter sich stets jedes einzelnen Falles, der ihnen unterbreitet wurde, mit groesst e m Interesse annahmen und keinerlei Muehe und Anstrengung gescheut haben, um den Parteien bei der Beilegung ihrer Differenzen zu helfen. TAETIGKEIT FUER DIE JUEDISCHEN FONDS Die juedischen Fonds Keren Hajessod und Keren Kajemeth haben auch im vergangenen Jahre einen betraechtlichen Teil u n s e rer Taetigkeit in Anspruch genommen. Es gab wohl keine Festlichkeit in unserem Mitgliederkreise, sei -es Brith Mila, Barmitzwa oder Hochzeit, bei der unser K.K.L. Buch unter den anwesenden Festteilnehmen nicht herumging, die dich stets gern hierin einzeichneten. Wir koennen Ihnen mitteilen, dass unsere Gemeinde in ihren Bemuehungen fuer den K.K.L. an zweiter Stelle hinter der Gross-Wizo steht, in weitem Abstande von saemtlichen anderen Institutionen des chilenischen Jischuw. Das Interesse unserer Mitglieder an dem Keren Hajessod ist ebenfalls ausserordentlich und wird in allen Kreisen unseres Jischuw anerkannt. So sehr wir uns hierueber, freuen, so muessen wir doch feststellen, dass auch im vergangenen Geschaeftsjahre immer noch eine Anzahl Gemeindemitglieder ihr Interesse fuer den Keren Hajessod nicht bekunden konnten, weil wir leider nicht genuegend Mitarbeiter hatten, um alle unsere Freunde ueber die Bedeutung des Keren Hajessod aufklaeren zu koennen. Es waere schoen, wenn sich in diesem Geschaeftsjahre noch eine Anzahl Damen und Herren uns zur Verfuegung stellen wuerden, damit wir jedes einzelne Mitglied unserer Gemeinde erfassen koennen. DER JISCHUW UND WIR Wie alljaehrlich haben wir auch im vergangenen Geschaeftsjahre unsere Schwester-Gemeinden in der Provinz, besonders die Kfeinstgemeinden im Sueden unseres Landes in jeder Weise unterstuetzt. Unsere Rabbiner haben wiederholt kleine Gemeinden besucht und dort Vortraege und Gottesdienste abgehalten. Unsere Beziehungen zu s a emtlichen Organisationen des chilenischen Jischuw sind ausgezeichnet, insbesondere zu den beiden Dach-Organisationen, der Federación Sionista und dem Comité Representativo. In der Federación Sionista arbeiten eine groessere Anzahl von ihren Parteien bestimmter Gemeindemitglieder als Direktoren bezw. Sub-Direktoren der verschiedenen Departaments mit, waehrend der Praesident unserer Gemeinde zusammen mit den Praesidenten der drei anderen grossen Kommunitaeten der Exekutive der Federación als stimmberechtigt Mitglied angehoert. Im Comité Representativo sind wir wie seit jeher durch zwei Personen vertreten und zwar durch den General-Sekretaer als Kassenpruefer und den Berichterstatter als Vize-Praesidenten. Besonders eng sind selbstverstaendlich unsere Beziehungen zur Kehilla Ashkenazi, der frueheren Jevra Kedischa. Ich moechte nicht verfehlen, unserem Freunde, dem Vize-Praesidenten der Kehilla, Herrn Daniel Rachmuth, fuer die ueberaus verstaendnisvolle Art zu danken, in der er uns immer bei den Verhandlungen entgegengetreten ist, die wir leider so oft fuer unsere Mitglieder in fuer sie so schweren Stunden fuehren mussten. Ich hoffe, dass wir auch im kommenden Geschaeftsjahre. wenn es leider notwendig sein sollte, mit Herrn Rachmuth in der gleichen freundschaftlichen Weise zusammen arbeiten werden wie bisher. Ganz besonders herzlich sind unsere Beziehungen zur A.T.I. und Wizo. Das Wizo- Zentrum Henrietta Szold und dis ihr angeschlossenen zahlreichen Gruppen kommen staendig in unserem Hause zu kulturellen und teilweise auch zu gesellschaftlichen Veranstaltungen zusammen. Die A.T.I. gehoert zu den treuesten der Treuen, ausser ihrem Praesidenten gehoeren eine grosse Anzahl ihrer Mitglieder unserem Repraesentanten-Kollegium an und zahlreiche andere arbeiten aktiv in unseren Kommissionen mit. Ich glaube sagen zu duerfen, dass die A.T.I. wohl noch nie eine ihrer so schoenen gesellschaftlichen Veranstaltungen, die von einem zahlreichen Publikum aus alten Kreisen unserer Gemeinde besucht werden, ausserhalb unseres Hauses abgehalten hat. Ich danke Ihnen, meine Freunde von der A.T.I., fuer Ihre Treue und hoffe, dass Sie nach wie vor mit uns mit dem gleichen Enthusiasmus Zusammenarbeiten werden wie bisher. UNSERE FINANZEN — NEUORDNUNG DER BEITRAEGE Auch im vergangenen Jahre mussten wir leider einige groessere Reparaturen am Haus vornehmen lassen, und zwar mussten wir einen Teil des Daches - den ueber den e h e m a ligen Logenraeumen und den Schulzimmern befindlichen — regenfest abdichten lassen, um die dort vorhandenen Loecher, durch die das Regenwasser eintrat, verschliessen zu koennen. Das sind grosse Ausgaben, die zwar fuer die Instandhaltung unbedingt notwendig sind, die aber die finanzielle Lage unserer Gemeinde natürlich ausserordentlich unguenstig beeinflussen. Hinzu kommen die Erhoehungen auf jedem Gebiete des taeglichen Lehens, ueber die ich die ich wohl weitere Ausführungen nicht zu machen brauche, da jeder Einzelne von Ihnen weiss, in welch erschreckender Weise in dem letzten Jahre die Preise gestiegen sind und sich wohl vorstellen kann, wie sich unsere allgemeinen Unkosten dadurch erhoeht haben. Eine weitere erhebliche Belastung bedeutet die notwendige Erhoehung der Gehaelter unserer Beamten, denen wir in diesem Jahre erstmalig eine Erhoehung erst ab 1. Januar zahlen konnten, waehrend wir ihnen in den vergangenen Jahren bereits ab 1.10. einen Teuerungszuschlag von 20% unter Verrechnung auf die kommende gesetzliche Erhoehung gewaehrt hatten. Direktorium und Repraesentantes-Kollegium hab e n sich daher gezwungen gesehen, auf Grund des ihnen gemaess Artikel 31 Paragraph A unserer Satzungen zustehenden Rechtes, d i e Mitgliedsbeitraege festzusetzen, Gebrauch zu machen, und ab 1. Januar dieses Jahres unsere Beitraege auf E° 26.— erhoeht. Dieser Beschluss ist von unserem Repraesentanten-Kollegium einstimmig gefasst worden, da sich niemand der Notwendigkeit dieser Erhoehung verschliessen konnte;' er hat auch bei alten unseren Mitgliedern Verstaendnis gefunden. Wie aus dem Berichte, den ihnen unser Schatzmeister binnen kurzem unterbreiten wird, hervorgeht, hoffen wir, mit dieser Erhoehung auskommen zu koennen, falls sich nicht etwa im Laufe dieses Geschaef tsj ahres Situationen ergeben sollten, die keiner von uns allen voraussehen kann. Es ist selbstverstaendlich und staendiger Brauch des Direktoriums, das diejenigen Mitglieder, die diesen erhoehten Beitrag nicht zahlen koennen, hiervon be f r e i t werden und nur die Summe zahlen, die ihren wirtschaftlichen Verhaeltnissen entspricht. Ich glaube aber, dass eine derartige Loesung unbefriedigend ist. Es ist m.E. sozial ungerecht und nicht zu rech tfertigen, dass der Grundbeitrag fuer alle Mitglieder der gleiche ist. Ein Angestellter, der vielleicht zwei oder drei Mindestgehaelter verdient, zahlt grundsaetzlich dasselbe wie der Inhaber eines grossen Geschaeftes ,ein kleiner Handwerker, der mit zwei oder drei Arbeitern arbeitet, den gleichen Grundbeitrag wie der Besitzer eines Grossunternehmens mit einigen hunderten Angestellten und Arbeitern. Ich glaube daher, dem neuen Direktorium anraten zu duerfen, moeglichst umgehend eingehendst zu pruefen, ob es nicht moeglich ist, neben dem Mindestbeitrag, der, wie schon gesagt, immer ermaessigt werden kann, noch zwei oder gar drei Beitragsstufen einzurichten, in die unsere Mitglieder entsprechend ihrer wirtschaftlichen Lage sich selbst einstufen oder eingeschaetzt werden. Das ist, wie gesagt, nur eine Anregung, die wir heute weder eroertern noch entscheiden koennen, denn es bedarf eines eingehenden Studiums und eines wohl ausgearbeiteten Projektes und dessen Vorlage zur Genehmigung in der naechsten Generalversammlung, wenn moeglich sogar (Fortsetzung Seite 7)