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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-05-01 · 5 (Mayo, 1967) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
5 (Mayo, 1967)
Date
1967-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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MAYO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 5 PUECKBLICK und AUSBLICK Herren, die es angeht, es verantworten, dass Ihre Kinder nicht als Juden aufwachsen, sondern in den Voelkern der Welt aufgehen? Denken Sie daran, was Ihre Vaeter Sie gelehrt haben und lassen Sie das Erbe unserer Tradition, das Sie von Ihren Vaetern uebernommen haben, an Ihre Kinder weiter geben. Ich bitte Sie, meine Freunde, daher dringendst, schikken Sie uns Ihre Kinder, damit wir ihnen ein klein wenig von dem Ruestzeug mitgeben koennen, das diese brauchen, um als Juden laben zu koennen. GOTTESDIENSTE, VON UND FUER DIE JUGEND Wie alljaehrlich, fanden im Gemeindehaus und im Teatro Oriente an den Hohen Feiertagen besondere von Jugend liehen durchgefuehrte Gottesdienste fuer unsere Jugend statt, und zwar im Gemeindehaus je einer fuer juengere Kinder und ein weiterer fuer Jugendliche nach der Barmitzwa, mit einer Gottesdienstordnung, die hierfuer besonders vorbereitet worden ist. Diese Gottesdienste waren ein grosser Erfolg. Ein jeder von uns, der sie, wenp auch nur fuer kurze Zeit besuchte, musste stolz und freudig anerkennen, wie schoen diese Kinder unter Aufsicht von Funktionaeren unserer Gemeinde vorbeteten, Schofar bliesen, aus der Torah vorlasen und ihnen den tiefen Sinn unserer Gebete und unserer Feiertage erklaerten. TATKRAEFTIGE UNTERSTUETZUNG DER JUVENDVERBAENDE Meine lieben Freunde: Die Arbeit unserer Gemeinde fuer unsere Jugend kann sich selbstverstaendlich nicht allein in dem, was ich Ihnen soeben ueber unsere Religionsschule berichtet habe, erschoepfen. In der ganzen Welt besteht heute die Jugendarbeit in dem Zusammenschluss in J u g endverbaenden, in denen unsere Jungen und Maedchen ausserhalb von Elternhaus und Schule mit ihren Altersgen o s s en Zusammenkommen, miteinander leben, lernen und sich freuen koennen. Getreu dieser Auffassung haben wir auch in diesem Jahre die Sommerlager aller Jugendorganisationen grosszuegig unterstuetzt, besonders aber die Organisation, die die Schoepfung unserer Gemeinde ist, den Barcai. Dem Barcai gehoeren etwa 100 Jugendliche zwischen 9 und 18 Jahren an, von denen etwa 60% Kinder unserer Mitglieder sind. Sie kommen a 11 w o e c h entlieh mehrfach in dem von uns gemieteten Jugendheim auf der Strasse Sta. Isabel in mehreren Gruppen zusammen. Wir haben zur Belebung der Arbeit des Barcai einen Rosch Madrich engagiert, ueber dessen Weiter beschaeftigung oder Ersetzung durch eine andere Persoenlichkeit sich das neue Direktorium in einer seiner ersten Sitzungen wird beschaeftigen muessen. KOOPERATION GEMEINDE - BARCAI Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Beziehungen zwischen dem Barcai und unserer Gemeinde frueher nicht sehr enge waren, dass der Barcai vielmehr unsere Gemeinde eine zeitlang offenbar lediglich als den reichen Onkel ansah, an den man sich zwar wegen Geld wandte, mit dem aber sonst keinerlei naehere Beziehungen und B e r uehrungspunkte bestanden. An diesem an sich unhaltbaren Zustand moechten wir niemanden die Schuld, geben. Eins steht jedenfalls fest, dass dank der hervorragenden Arbeit des Scheliach der Centra, des Herrn Josef Nahnm, sich im Laufe des vergangenen Geschaeftsjahres eine ziemliche Annaeherung des Barcai an unsere Gemeinde vollzogen hat. Wir koennen mit Freude sagen, dass im vergangenen Geschaeftsjahre in einer ganzen Anzahl von Fa eilen die Fuehrerschaft des Barcai den Berichterstatter aufgesucht hat, nicht um Geld zu verlangen, sondern um mit ihm ihre Probleme zu besprechen und Rat zu erbitten, der stets gern erteilt wurde. Die gute Zusammenarbeit zwischen Barcai und uns trat offen zutage in einer oeffentlichen und feierlichen Sitzung unseres Repraesentanten-Kollegiums, in der das Winterseminar des Barcai eroeffnet wurde, an dem 45 Jugendliche teilnahmen. In dieser Sitzung hielt unser guter Freund, der Botschafter Israels, Herr Dr. Naor, eine tief empfundene Ansprache an die Jugendlichen, in der er ihnen die Wichtigkeit juedischer Erziehungsarbeit vor Augen fuehrte und was diese fuer ihr zukuenftiges Leben bedeute. Im Januar dieses Jahres fanden wiederum die schon traditionell gewordenen Sommerlager des Barcai statt und zwar wie alljaehrlich in zwei Abteilungen. Insgesamt nahmen an diesem Sommerlager 60 Kinder und Jugendliche teil und zwar aus allen Sektoren unseres Jischuw. Abgesehen hiervon haben 5 Jugendliche an dem internationalen Sommerlager des Jasid in Brasilien teilgenommen das ausschliesslich fuer zukuenftige Jugendfuehrer und Jugendfuehrerinnen gedacht war. WO BLEIBT DIE “ZWEITE GENERATION”? So sehr wir mit dem Ergebnis der Arbeit des Barcai zufrieden sind, so muessen wir doch mit Betruebnis feststellen, dass wir in unseren Bemuehungen fuer die jungen Ehepaare leider wiederum keine Erfolge erzielt haben. Ich habe Ihnen schon in meinem Geschaeftsbericht vom vergangenen Jahre berichtet, wie gering die Teilnahme unserer jungen Ehepaare an den speziell fuer sie geplanten Veranstaltungen war. Darin hat sich leider im abgelaufenen' Geschaeftsjahre nichts geaendert. Auch hier moeehte ich die Schuldfrage nicht untersuchen. Ich moeehte nur der Hoffnung und dem Wunsche Ausdruck geben, dass es dem neuen Direktorium gelingen moege, eine entsprechende Kommission zusammenzustellen, die sich dieser fuer den Fortbestand unserer Gemeinde so ausserordentlich wichtigen Arbeit in groesserem Masse unterzieht als das bisher der Fall war. Wir koennen uns nicht vorstellen, dass fuer Vortraege oder Seminare ueber juedische und allgemeine Themen unter der juengeren Generation gerade in unserer Gemeinde im Gegensatz zu unseren Schwestergemeinden im Ausland keinerlei Interessenten vorhanden sein sollen. Denn gerade Sie, meine jungen Freunde, besitzen ja wie ich schon oft gesagt habe, ohne Ihre Schuld, hervorgerufen durch die Zeitumstaende nicht die Kenntnisse, die sich die aeltere Generation in einer friedlicheren Vergangenheit erworben hat. Wie wollen Sie Ihren Kindern Fragen ueber unser Judentum, ueber unsere Religion beantworten, wenn Sie sich selbst nicht bemuehen, groesseres Wissen hierueber zu erwerben- Ich kann nur meine Hoffnung wiederholen, dass im kommenden Geschaeftsjahre dies die zielbewusste Arbeit der Maenner und Frauen v o e 11 i g aendern wird, die das neue Direktorium zu dieser Aufgabe berufen wird. Gluecklicherweise haben sich in diesem Jahre eine Anzahl juengerer Herren bereit gefunden, an der Gemeindearbeit mitzuwirken und sich auf die Ihnen vorliegende Kandidatenliste aufstellen zu lassen. Wir glauben, dass es sich hierbei um Herren handelt, die auf diesem Gebiete ausserordentlich fruchtbare Arbeit leisten koennen und werden. Geeignete Raeume fuer Zusammenkuenfte jeglicher Art stehen zur Verlegung und zwar im dritten Stock in den Raeumen, die die Logen aufgegeben haben; das heute aus seinem Amt scheidende Direktorium hat leider trotz wiederholter Bitten bisher nie Vorschlaege erhalten, wie es diese Raeume zweckmaessig und schoen fuer unsere juengeren Ehepaare, ihrem Geschmack entsprechend, als Clubraeume ausgestalten soll, obwohl es hierzu jederzeit bereit war. Wir sind ueberzeugt, dass, wenn dem neuen Direktorium entsprechende Vorschlaege gemacht werden, es diesen ebenso gern mit groesster Bereitwilligkeit nachkommen wird, wie wir es getan haetten. Die Mittel hierfuer muessen und werden stets zur Verlegung stehen. Ein weiteres wichtiges Kapitel juedischer Jugendarbeit ist die Unterstützung des juedischen Schulwesens, das wir auch im abgelaufenen Geschaeftsjahre ' grosszuegig subventioniert haben und das ausserdem auch, wie immer, mit der interessierten Mitarbeit repraesentativer Mitglieder unserer Gemeinde rechnen konnte. Im Direktorium und in verschiedenen Kommissionen das Vaad Hajinuj stehen Angehoerige unserer Gemeinschaft an prominenter Stelle und tragen durch ihre Taetigkeit zur tatkraeftigen Foerderung dieser so wichtigen Arbeit bei. Wie Sie aus dem Etatvorschlag fuer das kommende Geschaeftsjahr ersehen werden, haben wir unsere diesjäehrige Subvention fuer den Vaad Hajinuj, trotz unserer eigenen wirtschaftlichen Sorgen, bedeutend erhoeht, wenn sie auch immer noch viel zu klein ist. Wir sind der Auffassung, dass die Erhaltung eines erstklassigen juedischen Schulwerkes zu den vornehmsten Aufgaben unserer Gemeinschaft gehoert, und dass wir hierfuer im Rahmen unserer Moeglichkeiten alles tun muessen. Ganz besonders ist dies deshalb notwendig, weil wir mit Befriedigung berichten koennen, dass immer mehr Mitglieder unserer Gemeinschaft ihre Kinder auf die Schulen des Vaad Hajinuj entsenden, wo sie erstklassigen juedischen uni allgemeinen Unterricht erhalten und so zu guten Juden und wertvollen Menschen erzogen werden. VERMAECHTNIS UND GLAUBE - GRUNDLAGEN UNSERER ARBEIT Meine Damen und Herren: Die Arbeit einer juedischen Gemeinde beruht auf zwei Grundpfeilern: Tradition und Leben - Vergangenheit und Zukunft. Fuer die Zukunft bauen wir, wenn wir mit unseren Kindern und fuer unsere Jugend arbeiten. Es ist aber jedem von uns wohl klar, dass diese Zukunft nur dann gesichert sein kann, wenn sie auf der festen Grundlage unserer Traditionen, unserer religioesen Ueberlieferung beruht. Dafuer zu sorgen, diese Traditionen lebendig zu erhalten, ist Aufgabe einer unserer wichtigsten Kommissionen, der Kultus-Kommission. Die Arbeit der Kultus-Kommission ist nicht nur sehr undankbar, sondern ausserordentlich schwer. Ihre Aufgabe sehe ich darin einen Weg zu finden, der den heiligen Werten unserer Vergangenheit gerecht wird, aber gleichzeitig auch den Bedürfnissen der heutigen Zeit und dieses Kontinents Rechnung traegt, einen Weg der die seelischen Notwendigkeiten unserer Mitglieder berücksichtigt und ihnen den Zugang zu unserem religioesen Leben vermittelt, dessen wir alle so dringend beduerfen. An dieser Stelle moeehte ich allen Herren der Kultus- Kommission aufrichtigst dafuer danken, dass sie mit Liebe und Hingabe, unter oftmals grossen Opfern, sich dieser Aufgabe unterzogen und versucht haben, sie zu bewaeltigen. Wir alle wissen, dass die Arbeit der Kultus-Kommission sich nicht nur auf die Vorbereitung unserer Hohen Feiertage und die Durchfuehrung der Gottesdienste an diesen heiligsten Tagen unseres juedischen Lebens beschraenkt, sondern dass die anderen Feiertage, jeder Schabbat, vielleicht am allermeisten die Durchfuehrung des taeglichen Minjan Probleme sind, deren Loesungen in ihren Haenden liegt. Das taegliche Minjan — besonders am Abend — ist das Sorgenkind unserer Gemeinde. Wir haben zwar vier bezahlte Minjan - Maenner, trotzdem ist es schwer, besonders am Abend, die zur Abhaltung eines Gottesdienstes erforderlichen zehn Menschen zusammenzubringen. Es ist erst kuerzlich — in den ersten Tagen des Monats Maerz - vorgekommen, dass um 19,30 Uhr - der Stunde des Beginn des Gottesdienstes - nur vier Maen ner anwesend waren. Gluecklicherweise tagte aber an diesem Abend das Direktorium, das seine Sitzung sofort unterbrach, damit eines unserer Mitglieder in der Lage war, nach seiner kuerzlich verstorbenen Frau Kaddisch sagen zu koennen. Meine Freunde, das ist ein unhaltbarer Zustand. Der Abendgottesd i e n s t waehrend des ganzen Jahres beginnt um 19,30 Uhr, also nach Schluss der Geschaefte und Bueros, wie leicht muesste es da doch sein, bei einigem guten Willen, jeden Abend mehr als ausreichend Herren zum Beten zu haben. Wir haben dankbar die in der letzten Generalversammlung von einem der Anwesenden gemachte Anregung aufgegriffen, mittels des Gemeindeblattes unsere Mitglieder zu bitten, dass sich eine Anzahl Herren freiwillig fuer einmal in der Woche oder zweimal im Monat zum Besuch des Abendgowesdienstes verpflichten. Nicht ein einziger ist unserem . Aufruf nachgekommen! Meine Freunde, verschliessen Sie sich unserer nochmaligen Bitte nicht, dass einige von Ihnen sich verpflichten, regelmaessig zum Abendminjan zu kommen, denken Sie daran, dass fast ein jeder von uns leider die Verpflichtung hat, Kaddisch zu sagen, denken Sie daran, wie furchtbar es fuer Sie dann sein wird, wenn Sie selbst keine Gelegenheit hierzu haben: Auch ein zweiter Aufruf zur Mitarbeit hatte keinen Erfolg. Jeder von uns wird sich wohl noch an die ruehrenden Worte des greisen Vorsitzenden unserer so bewaehrten Tahara - Kommission, unseres verehrten aeltesten Ehrenmitglieds Hugo Schueftan, erinnern, mit denen er in der vorigen Generalversammlung um Mitarbeit in dieser Kommission bat, auf deren Taetigkeit wir alle mit Recht stolz sein koennen. Auch hierzu hat sich niemand gemeldet! Soll es denn wirklich eines Tages in nicht ferner Zeit soweit kommen, dass dieser heilige letzte Liebesdienst an unseren verstorbenen Bruedern und Schwestern nicht mehr durch ehrenamtliche Mitarbeiter vollzogen wird, sondern dass wir bezahlte Kraefte suchen muessen, die diese hoechste Mitzwah geschaeftsmaessig betreiben! Nun lassen Sie mich wieder zur Kultus-Kommission zurueckkehren. Wir haben an den Hohen Feiertagen wiederum in unserer Synagoge im dritten Stock des Geinein- (Fortsetzung Seite 6)

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