Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 2 (Febrero, 1967)
- Date
- 1967-02-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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FEBRERO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 4 Dr. Abner Neckusehtan, (Tel STAATSBUDGET ALS Aviv) ZUCKERBROT UND PEITSCHE Der Finanzminister, P. Sapir, naeherte sich, in der Knesseth, .der israelischen Volksvertretung, ■ dem Ende seiner anderthalbstuendigen Rede ueber den Budget-Voranschlag fuer das am 1 April 1967 beginnende Rechnungsjahr: “Zweifellos, haetten wir uns statt erst vor etwa einem Jahr schon 1963, 1964 dazu entschlossen, gegen die Treibhaus-Prosperitaet einzuschreiten, wuerde sich der Abbau des sogenannten israelischen Wirtschaftswunders schmerzloser vollzogen haben. Aber wenn wir damit ooch zwei, drei weitere Jahre iewartet haben wuerden waere es selbst einer vielleicht noch besseren Regierung des Landes als der jetzigen unmoeglich, dem Verfall der Handels- und Zahlungsbilanz und seiner Folge zu steuern, einer Arbeitslosigkeit nahezu katastrophaler Ausmasse. Bewerten Sie den Etat 1967-68, den wir Ihnen zur Annahme empfehlen, mithin als konsequente Fortsetzung unserer Massnahmen rur Abwehr dieser Gefahren. Zwar wird die von der Regierung h e r b e i g efuehrte Daempfung der Konjunktur zunaechst noch gewisse Verschaerfungen bringen, so im Tanuar, Februar und Maerz mf dem Arbeitsmarkt, nach dem Ende der Zitrus — Pfluecksaison. Aber doch wird dieses Budget entscheidend dazu beitragen, dass sich die Lage im Gesamtueberschlag des kommenden Jahres von Monat zu Monat verbessern wird. “Von Monat zu Monat besser...“ Einer der oppositionellen, rechtsbuergerlich-liberalen ParLame ntarier wandte sich bei diesen Worten des Ministers im Fluesterton seinem Nachbarn mit einem der Witze zu, die soeben ueberall grassiertenalso, im April werde es besser als im Mai sein. Im Mai besser als im Juni... Unwillig reagierte man auf aas spoettische Lachen bei den Koalitionsparteien; sie hatten gerade dieser Tage offiziell, man denke, beschlossen, e i ne “Aufklaerungscampag-. ne” gegen die Witzmacherei zu starten. Aber auch die Abgeordneten des Regierungslagers blaetterten einigermassen ratlos in den zu wahren Bergen vor ihnen aufgetuiermten Broschueren, 1700 Seiten mit unendlichen Zahlenreihen, Statistiken, Tabellen. Nur, als Herr Sapir den Hinweis auf eine “vielleicht noch bessere Regierung als die jetzige.” mit achselzukkender Beilaeufigkeit einfliessen liess, hatten manche unter ihnen die Lektuere unterbrochen und sich bedeutungsvoll zugenickt. Levi Eschkols Regierung im Kreuzfeuer Tatsaechlich war es in den letzten Wochen zwischen den Fraktionsfuehrungen der regierungstreuen Gruppen unter der Hand zu Gespraechen mit dem Ziel gekommen, die Koalition der drei sozialistischen Parteien mit dem Gros der Religioesen und den linksbuerg erlichen "Unabhaengigen Liberalen“ evtl, zu erweitern. Darueber hinaus hatten die Gegner dieser Koalition, die Anhaenger Ben Gurions, die der mehrheitssozialistischen Mapai unter seiner Fuehrung mit Applomb seinerzeit den Ruecken gekehrt hatten, in mehr oder minder diskreten Fuehlungsnahmen mit dem Parlamentarischen Block der beiden Rechtsparteien die Frage eroertert, ob und wie es moeglich sei, die Knesseth jetzt bereits aufzuloesen oder Levi Eschkol mit anderen Mitteln zum Ruecktritt zu zwingen. Allein, nicht nur mit parteipolitischen Hintergedanken war die Regierung angegriffen worden. Kritik an ihrem wirt schaftspolitischen Kurs war in letzter Zeit auch in den Reihen ihrer Koalition laut geworden. Dem neuen Budget hatte man von allen Seiten nicht zuletzt ja gerade deshalb mit Spannung entgegengesehen weil man sich fragte, ob der Finanzminister es krisenfest genug aufbauen werde, um dieses Kesseltreiben abzufedem. Dass die Regierung in eine miessliche Lage geraten sei, war von den Wortfuehrern ihrer Parteien zwar rundweg bestritten worden; aber mit amtlichem Stillschweigen konnten auch sie nicht ueber manche bedenklich en Erscheinungen der letzten Zeit hinweggehen: so ueber die ploetzlich zutagegetretenen Zahlungsschwierigkeiten der groessten halbprivaten, in den dreissiger Jahren noch von Chaim Weizmann angeregten Baugesellschaft Israels, der “Rural and Suburban Settlement Co” (Rassco), die noch vor 2 Jahren fast 3 Millionen Israelpfund als Reingewinn erzielt hatte. Dazu waren zahlreiche Bankerotte kleinerer U n t e rnehmen vornehmlich dieses Wirtschaftszweigs getreten, und im Zusammenhang damit war die Zahl der Arbeitslosen von hoechstens 30.000 im Jahre 1965, auf mindestens das Doppelte im Jahre 1966 angestiegen. Zwar ist die Regierung im Recht, wenn sie ihren Kritikern entgegenhaelt, dass nicht sie fuer den seit etwa zwei Jahren eingetretenen Rueckgang der Einwanderung nach Israel l verantwortlich ist, und mithin auch nicht fuer die Krise des Baugewerbes, das selbstredend auf Gedeih und Verderb mit der M a s s e n i mmigration verknuepft ist. poch muss sie sich vorwerfen lassen, durch voreilige Darlehen an alle moeglichen und unmoeglic.hen Neugruendungen zur jetzigen Flaute beigetragen zu haben, und —ein weiteres Beispiel— durch mangelhafte Kontrollen der gelegentlich verschwenderischen Geschaeftsfuehrung jener vielen Dutzende von Gesellschaften, die sie in eigener Regie ifuehrt. Andererseits verknappte sie den legitimen Kreditbedarf der Geschaeftswelt, ohne sie psychologisch darauf vorzubereiten, zu Beginn dieses Jahres allzu rigoros. Fuer die Betroffenen ist es nur ein halber Trost, dass Herr Sapir und der neue Minister fuer Handel und Industrie, S. Scherf (sein ¡Vorgaenger, der Tel-Avlver Anwalt Zadok, war vor Monatsfrist grollend aus dem Amt geschieden) diese Vorwuerfe mit dem Zugestaendnis zu entkraeften suchen: ja, vielleicht haette man des Guten der Konjunktur daempfung zuviel getan. Das Staatsbudget fuer 1967-68 werde dieses Zuviel jedoch korrigieren. Mehr Ausgaben bei anzureichender Planung Zweierlei kennzeichnet diesen Voranschlag, der mit et- (Fortsetzung Seite 15) SONDER'BERKHT FÜR DAS B.I. Herbert Freeden (Jerusalem) UmCHTHG FUffl ARABISCHE MINDERHEIT Fuenfzig Jahre lang bestanden freundnachbarliche Beziehungen zwischen der juedischen Farmer-Familie aus dem Dorfe beim Tabor Berg, Aion, und der arabischen Fellachen-Familie aus Ejn Maahal bei Nazaret, El- Abdouni. Die aeltesten Soehne, Jigal Alon und Ibrahim El Abdouni waren Spielgefaehrten. Dann kam der Befreiungskrieg, trennte die arabischen von den juedischen Schicksalen, und obwohl das Familienhaupt Abdallah El-Abdouni auf seinem Grund und Boden bei Nazareth blieb, floh sein Aeltester; und erst nach vielen Jahren erfuhr der Vater, dass er in Jordanien lebt. Inzwischen war aus Yigal Alon der Arbeitsminister Israels geworden, und Abdallah El-Abdouni war 80 Jahre alt. Er wollte seinen Sohn Ibrahim noch einmal vor seinem Tode sehen. Da erinnerte er sich der einstigen Freundschaft mit den Alons, und im Hause des arabischen Knesseth - Abgeordneten el-Din Suabi kam es zur ersten Begegnung zwischen dem alten El-Abdouni und Yigal Alon, mit dem sein Sohn einst gespielt hatte. Der alte Mann erzählte von seinem Wunsch, Ibrahim noch einmal zu sehen. Der israelische Minister versprach sein Bestes, ihm dabei zu helfen. Nachdem einige Monate vergangen waren, wurde der alte Abdallah nach Jerusalem gerufen: am Mandelbaumtor, dem einzigen Uebergang zwischen Israel und Jordanien, trafen sich Vater und Sohn nach achtzehn Jahren wieder. Ibrahim musste noch einmal in seine jordanische Stadt El-Sarka zurueck, um dort sein Vermoegen zu liquidieren und seinen Lebensmittelladen zu verkaufen, dann siedelte er mit Zustimmung der israelischen und jordanischen Behoerden mit Frau und sechs Kindern nach Israel ueber. Seit 1949 sind ueber 31,000 Araber nach Israel zurueckgekehrt, um hier mit ihren Familien vereint zu werden - auch ohne die Vermittlung eines Ministers. Die Zahl der arabJschen Minderheit im juedischen Staat ist in der gleichen Zeit von 108,000 auf ueber 300,000 gestiegen - ihr natuerlicher Zuwachs liegt weit ueber dem der juedischen Bevoelkerung - und bis 1980 duerfte diese Zahl eine Million erreicht haben. Dabei spielt natuerlich ihr ausgezeichneter Gesundheitszustand eine Rolle. Ueber 90% der arabischen Bevoelkerung erhalten oeffentliche Gesundheitsfuersorge und 80% der Frauen kommen in Krankenhaeusern nieder - vor 15 Jahren war dieser Prozentsatz noch vier! Die Sterblichkeit auf ein Drittel heruntergegangen und betraegt 6.4 per Tausend - eine der niedrigsten der Welt. Erst vor kurzem ist das Militaerregime in den von Arabern besiedelten Grenzgebieten Israels aufgehoben worden, und damit ein weiterer Schritt gemacht worden, die arabische Minderheit zu integrieren. Obwohl die Lage an den Landesgrenzen alles andere als ruhig ist, hat die Regierung damit die letzte noch bestehende Diskriminierung gegen die arabischen Buerger abgeschafft. Der Lebensstandard der israelischen Araber ist dauernd gestiegen. Das durchschnittliche Jahreseinkommen einer Familie in Nazareth betraegt etwa 2.500 Dollar - fast so viel wie das einer staedtischen juedischen Familie (2.625 Dollar) und mehr als das einer juedischen Einwandererfamilie aus Asien oder Afrika, das etwa 2.150 Dollar betraegt. Unter der britischen Mandatsverwaltung gab es Unterschiede in Loehnen fuer arabische und nichtarabische Arbeiter. Heute gilt der Grundsatz - gleicher Lohn fuer gleiches Werk, einschliesslich einer hochentwickelten Sozialgesetzgebung mit bezahltem Urlaub, Unfallversicherung Ruhetage maximale Arbeitsstunden, etc. Die Haelfte aller israelischen Araber leben in Landwirtschaft, die durch Mechanisierung und Bewaesserung bessere Ertraege abwirft. So ist z.B. die Anzahl der Traktoren von fuenf in 1948 auf 1.000 angewachsen, die Zahl der Schafe von 90.000 auf 350.000 und die der Legehuehner von 60.000 auf ueber eine Million. Die dramatischsten Fortschritte gab es im Erziehungswesen. Die Zahl der arabischen Erziehungsinstitute-vom Kindergarten ueber die Volksschule bis zur Berufsschule und dem Gymnasium-ist in den vergangenen achtzehn Jahren von 56 auf 347 gestiegen, die Zahl der Schueler von 11.000 auf 68.000. In der Hebraeischen Universitaet und auf der Technischen Hochschule studieren 272 Araber, und weitere 153 lernen an einem Lehrerseminar. Alles dies wirft die Frage auf: was geschieht mit den arabischen Intellektuellen, haben sie genuegend ¡Moeglichkeiten, ihre Studien und Kenntnisse anzuwenden? Ueber 2.500 Araber sind zwar als Staats - und Munizipalbeamte beschaeftigt, aber das Problem in seiner Ganzheit wird nicht geloest werden koennen, solange der pysychologische Druck der arabischen Nachbarstaaten auf ihre Stammesbrueder in Israel anhaelt - mit anderen Worten, solange es nicht zum Frieden zwischen der arabischen Aussenwelt und Israel gekommen ist. ALFOMBRAS SERVICIO DE LIMPIEZA SISTEMA NORTEAMERICANO * Venta F. 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