Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIX (1967)
- Issue
- 2 (Febrero, 1967)
- Date
- 1967-02-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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FEBRERO 1967 BOLETIN INFORMATIVO 5 DIE REPRAESSALIE DIE NICHT ERFOLGTE Mitte Januar hatte sich das Gewitter zusammengeballt. Dauernde Ueberfaelle, schweres Geschuetzfeuer, Eingreifen von Tanks und motorisierten Einheiten, schliesslich die Explosion einer Mine auf einem Fussballfeld. “Wieviele 18-jaehrige Cohen muessen noch von den Syrern gemordet werden, bis unsere untaetige Regierung unser Recht auf nationale Selbstverteidigung wiederherstellt?”, rief ein Oppositions - Abgeordneter in der Knesset. Sie war nicht so untaetig, die Regierung. Die Kommandanten der Nord-Armee hatten schon die letzten Weisungen entsiegelt. Die Uhren waren synchronisiert. Operationsziel: Die Kasematten? Ein Dorf? Damaskus? Die nationale Selbstverteidigung ist nicht nur eine Frage militaerischer Strategie. Von nicht geringerer Bedeutung ist die politische Front. Ganz besonders ist dies der Fall, wenn wie diesmal mehrere Niederdruckgebiete auf der militaerisch— politischen Wetterkarte ineinanderfliessen. So blieben Blitz und Donner aus und nur ein kalter Schauer ging nieder. Was war geschehen? Nach Samua Die erneute Unsicherheit an den israelischen Grenzen datiert nun schon seit einigen Monaten. Nachdem ein Versuch, die UN gegen die syrischen Unruhestifter in Aktion zu versetzen, praktisch gescheitert war, musste im November vorigen Jahres das jordanische Bandi'tennest Samua ausgehoben werden. Wie erinnerlich, loeste diese Aktion als erste unmittelbare Folgen eine gewaltige Ruege des Sicherheitsrats gegen Israel und eine fuer die jordanische Monarchie gefaehrliche innenpolitische und inner-arabische Krise aus. Welche waren aber die weniger unmittelbaren, die etwas dauerhafteren Folgen? Die Resolution des Sicherheitsrats schlaeft den Schlaf der Ungerechten im Mikrofilm-Grab am East River. Die innenpolitische Situation hat Hussein absolut gemeistert. Die inner-arabische Krise hat sich gewaltig verschaerft. Und, worauf es in erster Linie ankommt: an der jordanischen Grenze ist seitdem Ruhe! Dieser so einfach klingenden Tatsache soll man immer dann eingedenk sein, wenn irgendein leichtfertiger Kritiker aus der bequemen Entfernung eines newyorker Diplomatenbanketts oder einer santiaguiner Redaktionssitzung sein Missfallen ueber solche militaerische Aktionen aeussert. Pazifismus? Einverstanden, wenn alle daran glauben —denn solange es nur einer tut, muss er im allgemeinen... daran glauben—. Die Erfahrung zeigt nun einmal, dass die relative Ruhe und Sicherheit an den Grenzen, die fuer Israel bis heute noch ein Optimum darstellt, manchmal nur durch solche Repressalien hergestellt" werden konnte. Im allgemeinen funktioniert dies ganz einfach als Resultat der Zerstoerung der feindlichen Stutzpunkte und zwar solange, bis solche dort oder anderswo wieder errichtet werden. Manchmal aber projiziert sich die militaerische Aktion weit ueber den lokalen taktischen oder strategischen Brennpunkt hinueber auf die politische Ebene und die Stuetzpunkte werden nicht wieder errichtet oder sie treten nicht in Betrieb —sie “operieren” nicht, wie man heutzutage sagt— Das war der Fall bei der Suez- Sinai-Kampagne, die durch ihr gewaltiges Ausmass und ihre internationalen Verflechtungen dazu fuehrte, dass an der aegyptisch-israelischen Grenze nun schon mehr als zehn Jahre Ruhe herrscht. Das scheint ebenso der Fall zu sein bei der unvergleichlich viel begrenzteren Aktion gegen Samua, dank des praezisen Moments, in dem sie durchgefuehrt wurde und dank des glueckiichen Umstands, dass die Gleichungen mit den zahlreichen Unbekannten und “calculated risks” samt und sonders aufgingen. Hussein ist sich naemlich heute so klar darueber, wie sich ein Mensch nur ueber etwas klar sein kann, dass seine Feinde nicht westlich vom Jordan sind. Die boesen Worte, die er noch ab und zu von sich gibt (“Nasser sollte seine Truppen aus dem Jemen zurueckrufen und sie dort hinstelien, wo sie hingehoeren: an die israelische Grenze”), sind fuer den internen Konsum bestimmt. Aber wogegen er sich wappnet, das sind die Feinde, von denen er weiss, dass sie auf den Stufen der Moschee auf ihn warten. Den Fehler, durch einen auch noch so begrenzten Konflikt mit Israel ihnen Waffen zu liefern und sich eine Bioesse zu bieten, wird er bestimmt mit allen Kraeften zu vermeiden versuchen. Zur militaerischen Tatsache, dass ein kleines Nest ausgeraeumt wurde, summiert sich also der politische Umstand, dass es weder dortselbst noch in der Nachbarschaft wieder eingerichtet werden wird. Solange daher sich die allgemeine politische Konstellation nicht grundlegend aendert, darf man annehmen, dass Israel —im Rahmen der mitteloestlichen Reiativitaet— sich an drei Grenzen sicher fuehlen kann: der aegyptischen, der jordanischen, der libanesischen. Vor B’not Jaakow Bleibt die syrische. Der chronische Mangel an politischer Reife und Stabilitaet ,der mehr oder minder fuer alle arabische Staaten charakteristisch ist, gelangt in Syrien zu seinem eklatantesten Ausdruck. Soviele Staatsstreiche, politische Attentate, internationale Abenteuer wie Anschluss an Aegypten und Abloesung von Aegypten, extremistische Diktaturen, Desorganisation und Chaos weist noch nicht einmal Irak auf. Seit in Damaskus der linke: Fluegel der Baath-Partei an. der Macht ist, hat sich die Krise dieser Regierung ohne richtigen Staatsapparat —und Krise des Staates ohne richtige Regierung— von Monat zu Monat verschaerft. Ein interessantes Sympton dieser Krise ist der nun schon fast zwei Monate waehrende Konflikt mit der Iraq Petroleum Company. Genannte Erdoelgesellschaft pumpt das dort (in Kirkuk) gefoerderte Oel quer durch Syrien nach dem Mittelmeerhafen Latakia. Wirtschaftlich nicht minder bankrott als politisch, verfielen nun die Machthaber von Damaskus auf die ebenso glorreiche wie bewaehrte Idee, den Kapitalisten vor der Bilanz zu Jahresultimo eine saftige Rechnung zu praesentieren. Die IPC habe entweder soundsoviel -zig Millionen Dollar fuer Pump— Rechte nachzuzahlen oder den Hahn abzudrehen. Sie hatten die Rechnung ohne die IPC gemacht. Die drehte naemlich den Hahn ab. Fuer die IPC bringt das einen geschaeftlichen Verlust mit sich. Da man getrost unterstellen darf, dass bei dem internationalen Erdoelgeschaeft immer politische Interessen mit im Spiel sind, ist es moeglich, dass eine der westlichen Regierungen diesen zum Teil absorbiert. Weder Washington noch London koennen naemlich sehr begeistert davon sein, dass eine der wichtigsten Oelleitungen zum Mittelmeer von einer anarcho-kommmunistischen Regierung kontrolliert wird. Fuer letztere aber wirkt sich die misslungene Erpressung nicht als geschaeftlicher Verlust, sondern als finanzielle und politische Katastrophe aus. Finanziell, weil nicht nur der erhoffte Goldsegen nicht einsetzte sondern weil auch der uebliche Goldregen versiegte. Politisch, weil die beiden Grundpfeiler der bisherigen Abenteuerpolitik ins Wanken gerieten. Der eine war die Allianz mit Irak, dem einzigen arabischen Nachbarn, dessen Regierung im Baath etwas anderes sieht als Banditen und Hasardeure. Da aber auch die Staatskassen von Bagdad auf die Steuerzahlungen der IPC angewiesen sind, Steuern aber nur gezahlt werden auf das, was produziert wird, und man schliesslich nicht lange da produzieren kann, wo nicht transportiert werden darf, erleidet nicht nur Syrien, sondern ebenso Irak, ganz empfindliche Verluste. Es eruebrigt sich festzustellen, dass der abgeraeumte Tisch der syrisch-irakischen Freund schaft weniger zutraeglich ist als die die Dollar- Festtafel im gut oelgeheizten Raum bisher war. Der zweite Grundpfeiler der syrischen Aussenpolitik bestand in dem Versuch, die russisch-chinesische Konkurrenz auszunutzen. Aehnlich wie im Falle Cuba (“Fidel Castro hat sein Herz in Peking, aber seinen Magen in r MONATSSPIEGEL Moskau”), mussten Atassi und seine Parteigenossen ploetzlich einsehen, dass man aus Peking zwar Ratschlaege, Experten und extremistische Schl a g w o r t e importieren kann, wirksame finanzielle Hilfe im Notfall aber nur aus Moskau. Was aber selbstredend mit sich bringt, jenes Abhaengigkeitsverhaeltnis zu akzeptieren, das man auf der Gegenseite so freundlich als imperialistisch adjektiviert. Soweit die Situation an der israelische Grenze eine Funktion syrischer Politik ist, mag sie ebenso explosiv sein, wie die interne syrische Situation explosiv, desperat, chaotisch ist. Soweit sie eine Funktion chinesischer Strategie ist, mag sie gefaehrlich sein, da Peking an der Entstehung lokaler Konflikte interessiert ist. Mitte Januar aber wurde es klar, dass die Entwicklung dahin zielt, dass den Syrern Zuegel angelegt werden und die Chinesen —unfaehig, nicht nur ihnen aus der Klemme des Staatsbankrotts sondern sich selbst aus den Wirren der “Kultur- Revolution” herauszureissenkeinen Einfluss mehr haben. Sie ist also wieder mehr und mehr eine Funktion des klassischen sowjetisch-nordamerikanischen Gegensatzes. Und da sind sich die Gegner zum Glueck im Moment einig, dass ein bewaffneter Konflikt vermieden werden muss. Was die Syrer dazu bewogen hat, mit ihren erbaermlich ausgerüsteten 60 000 Soldaten die allein zahlenmaessig mehr als vierfach ueberlegene israelische Armee so unverschaemt herauszufordern, laesst sich zum Teil, wie hier versucht, erklaeren, zum Teil wird es immer ein Geheimnis bleiben, das nur Pathologen lueften koennten. Aber in Moskau ist man sehr realistisch. Und da man eine noch so jaemmerliche, aber sogenannte “sozialistische” Regierung schliesslich einer gemaessigten vorzieht, wurde dort beschlossen, das Regime von Damaskus vor der fatalen Belastungsprobe einer israelischen Repressalie zu bewahren. So kam es dazu, dass die sich so wild gebaerdenden Syrer ploetzlich bereit waren, die seit 8 Jahren inoperante Waffenstillstands - Kommission der UN wieder mit in Gang zu setzen und dort zu versprechen, fuer Ruhe an den Grenzen zu sorgen. Dass Radio Damaskus diese schwarz auf weiss unterschriebene Tatsache am naech sten Tage bagatellisierte, heisst nur, dass die Blamage der Abkehr von der bisherigen Aggressionspolitik fuer internen Konsum verschleiert werden musste. Und beilaeufig, dass die Unterschrift eines Baath - Delegierten nicht allzu ernst genommen werden darf: aber das hatte man in Israel ehedem nicht vor. Jedenfalls bedeutet die Tatsache, dass sie sich gezwungen sahen, in B’not Jaakow gemeinsam mit den israelischen Delegierten am Verhandlungstisch zu ercheinen, eine momentane Wendung in der Situation. Man soll sie nicht unterschaetzen, denn sie ist mehr als die Blamage der bisherigen unverantwortlichen Kriegshetze. Man soll sie auch nicht ueberschaetzen, denn die Wiederherstellung der urspruengli c h e n Waffenstillstandsbedingungen haben noch nichts oder nur sehr wenig mit Frieden zu tun. Was sie aber mit sich gebracht hat, ist eine einstweilige Beruhigung —fuer einige Tage?, einige Wochen?, einige Monate?— wie sie bisher immer durch israelische Vergeltungsaktionen er r e i c h t wurden. Das Erfreuliche ist diesmal, das die Vergeltungsaktion garnicht erst erfolgen musste. ATSCHEKA Dame fuer ßueroarbeiten halbtags, Mitte April bis Ende Juni gesueht. Angebote mit Referenzen an “Wil” Clasificador 567