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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1967-01-01 · 1 (Enero, 1967) · p. Seite 6

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIX (1967)
Issue
1 (Enero, 1967)
Date
1967-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 BOLETIN INFORMATIVO ENERO 1967 Publikation des Leo Baeck Institut Julie Braun - Vogelstein: Was Niemals stirbt In der Deutschen Verlagsanstalt, Stuttgart, ist vor kurzer Zeit ein Buch erschienen, dass, wenn es nicht geschrieben worden waere, eine fuehlbare Luecke bedeutet haette. Es sind die Lebenserinnerungen der bekannten Schriftstellerin Julie Braun-Vogelstein, einer Frau, welche heute, in vorgerückten, Jahren, auf ein ereignisreiches Leben zurueckblicken kann, das mit dem einstigen deutschen Judentum und dem juedischen Schicksal der letzten drei bis vier Jahrzehnte aufs engste verbunden ist. Julie Braun - Vogelstein, einzige Tochter des sehr gelehrten und deshalb hochgeschaetzten Rabbiners Dr. Heinemann Vogelstein (1841 - 1911) hat eine glueckliche Jugend gehabt, ein Elternhaus, in welchem wahre Herzensfroemmigkeit und Menschenliebe, allgemeiner Bildungsdrang und eine wun- Santiago NewYork und Europa ohne Umsteigen mit aastNO 7Æ/ Intercontinental ABFLUGE VON SANTIAGO SONNTAG 9.30 AM nach New York und Frankfurt über Lima MONTAG . 10.10 A.M.nach Genf und Frankfurt über Montevideo MITTWOCH 8.30AM nach NewYork und Frankfurt Uber Lima FREITAG 12.20 P.M.“EI Directo”nach Zürich und Frankfurt Uber Buenos Aires % Bei allen ■ jT Yu; <V H Ü? ‘FBAMKril|T^ [ NEW yo,K Flügen nach New York, i!(* ~'d|lhm»ii i, ..-J^UAKAt Zwischenlandung in Jamaika. EOUAYAQUIt AB ij ' “Æ/ ‘ ={ Nützen Sie die Vorteile ■ -^r . «3 CfcaHjlMOPE JANE»«Q=^^=j dieses íTíntiago ni i.^^BrwnMTrv'rf-T -r ' AlttS~r"-= Freihafens ■ l . . ©Lufthansa o Nähere Auskünfte gibt Ihnen gern Ihr Reisebüro oder ULTRAMAR,Generalagenten der Lufthansa für Chile. Stgo.Agustinas 1060; Valpo, Blanco 863 derbare Gastfreundschaft geherrscht haben. Als der Vater, nach seinem ersten Amtssitz in Pilsen, nach Stettin uebersiedelte, um hier, in dieser bedeutenden Mittelgemeinde, mehr als drei Jahrzehnte zu wirken, ist der aeussere Lebenslauf der Tochter zunaechst vorgezeichnet. Doch sehnt sie sich heraus aus provinzieller Enge, wie es die drei aelteren Brueder taten, und beginnt um 1907 zu studieren. Diese Jahre der kunstgeschichtlichen Studien, Grundlage fuer spaetere hochangese h e n e Fachwerke, werden von der Autorin mit ihrem Auf und Ab, Unterbrechungen und Veraenderungen, sehr anschaulich geschildert. Ein ganz besonderes Kapitel im Buche nimmt auch das Leben des aeltesten Bruders Ludwig cm, der in die Metallindustrie eintritt, in jungen Jahren nach Amerika geht und es dort zu einer ueberragenden wirtschaftlichen Posit i o n bringt, ohne je seine vielseitigen geistigen Interessen, seinen tiefen Sinn fuer allgemein - menschliche Ziele und die Liebe zur Natur zu vernachlaessigen. Ihm wusste sich Julie zeitlebens besonders herzlich verbunden, und ihr Briefwechsel zwischen den gegenseitigen Besuchen oder gemeinsamen Reisen ist von besonderem Reiz. Die Jahre, welche dem Ausbruch des ersten Weltkrieges unmitttelbar vorangingen, brachten Julie Vogelstein in ejnen engeren Kontakt zur Familie des bekannten sozialdemokratischen Schriftsteller-Ehepaares Dr. Heinrich und Lily Braun. Hieraus entsteht auch eine sehr herzliche muetterliche Freundschaft zu Otto Braun, dem genialen Sohn dieser bedeutenden Eltern, der bekanntlich im Kriege fiel und ein ergreifendes literarisches Vermaecht n i s hinterliess. Lily Brauns Herkunft, Leben und Werk kennen wir aus ihren beruehmtgewordenen Romanen, welche von Julie Braun-Vogelstein (innerhalb der Gesamtausgabe der Schriften) 1924 herausgegeben worden sind. Liiys frueher Tod, 1916, liess ein Heim zurueck, in welchem eine edle und schoene Geselligkeit gepflegt worden war. Julie, die nach dem Kriege den Witwer Dr. Braun heiratete, fuehrte die Atmosphaere weiter die dort geherrscht hatte, und sammelte um sich viele der bedeutendsten Menschen, Juden und Nichtjuden, in der Epoche, die mit dem Jahre 1933 ihren Abschluss fand. Auch nach Heinrich Brauns Tode, 1927, blieb das liebliche Heim im Berliner Grunewald ein Mittelpunkt des geistigen und kulturellen Lebens der einstigen deutschen Reichshauptstadt. Julie Braun - Vogelstein emigrierte erst nach Amerika, das sie vorher des oefteren bereist hatte, im Jahre 1935, als sie selbst schwer getaehrdet war. Aus dem neuen Lande setzte sie die Kontakte, soweit als moeglich, fort, Stand vielen Emigran t e n hilfsbereit zur Seite, wurde niemals verbittert, als sie selbst zum Opfer unmoeglicher Beschuldigungen wurde, wie sie Amerikas Eintritt in den zweiten Weltkrieg hervorrief, und begann nach 1945 ein neues Leben in New York, wo ihr Heim eine Staette reicher kultureller Erinnerung ist. Hier konnte sie auch dem juengsten ihrer Brueder, dem bekannten Gemeinderabbiner von Breslau. Dr. Hermann Vogelstein, in der Fremde, wo er 1942 starb, bis zuletzt eine Stuetze sein. Der Geist des Elternhauses und die Freundschaft zum Ehepaare Braun sind vielleicht die wichtigsten Faktoren, die Julie Braun-Vogelsteins Entwicklung gefoerdert haben. Ungeheuer vielseitig sind ihre Interessen, und nur manchmal, falls diese Kritik an einem sehr guten Buch erlaubt ist, haette man vielleicht gewuenscht, dass juedische Geschehen vor 1933 etwas mehr beruecksichtigt zu sehen. Gewiss, an der Seife des Sozialisten Dr. Heinrich Braun, der ein sehr guetiger Mensch gewesen sein muss, konnte Julie kaum juedische Interessen pflegen, doch man haette gern mehr darueber erfahren, wie die Beziehung zur juedischen Oeffentlichkeit gewesen sein mag. Denkt Frau Braun anders ueber das neue juedische Erleben unserer Zeit, ueber den Staat Israel, anders als Vater und Brueder dies taten, deren Einstellung aus ihrer Zeit heraus verstanden werden muss? Menschen und Schicksalen begegnen wir in diesem Buche, an denen wir nicht voruebergehen koennen u n d wollen, und deshalb sind wir dankbar fuer das, was Julie Braun-Vogelstein' uns geschenkt hat. Es ist ihr eriuelltes Leben und zugleich das Schicksal der Generation, die vor dem ersten Weltkrieg ins Leben trat. Es ist ein grosses Kapitel der Geschichte des einstigen deutschen Judentums, meisterhaft erzaehlt, in einer edlen Sprache, von der man nicht weiss, ob sie im heutigen Deutschland so gesprochen wird. Dass dieses Buch aber auch dort gelesen und verstanden werden moege, soll hinzugefuegt sein. Curt Wilk Herren-Schneiderei RODOLFO LEESER Feinst« Massavbelt Grosse Auswahl erstklassiger Stoffe TENDERINI 85 2 Stock Of. 23 Telefon: 392549

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