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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-12-01 · 12 (Diciembre, 1966) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
12 (Diciembre, 1966)
Date
1966-12-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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DICIEMBRE 1966 BOLETIN INFORMATIVO 9 NOBELPREIS Haaretz ist der Ansicht, dass der Beschluss den diesjaehrigen Nobelpreis Schai Agnon und Nelly Sachs zu gewaehren nicht nur Israel sondern auch dem. Preis selber Ehre macht. Es sei schon oefters passiert, dass dieser wichtige Literatur — Preis Schriftstellern gewaehrt wurde, die ausserhalb der Grenzen ihres Landes kaum bekannt waren, oder die einer gewissen Mode und Tendenz in der Literatur entsprechen, die schnell vorueberging. Diesmal sei das jedoch nicht der Pall gewesen und der Preis sei einem der Grossen der modernen Literatur gewaehrt worden. Die Zeitung weist zugleich darauf hin, dass die Erteilung des Preises an Agnon zweifelsohne dazu beitragen wird die Uebersetzung seiner Werke zu foerdern, sodass Agnon und die hebraeische Literatur der Welt na eher kommen werden. , Auch Dawar weist darauf hin, dass die Erteilung des Nobel - Literaturpreises an Agnon dazu beitragen wird der israelischen Literatur die Tore zur .grossen Welt zu eroeffnen. Die Welt habe zwar die Wiedergeburt des jüdischen .Volkes in Israel anerkannt aber noch nicht begriffen, dass zugleich die FUER AGNON UND hebraeißche Sprache .wieder entstand und eine neue Literatur in dieser Sprache geboren wurde. Die Preiserteilung wird (jetzt Israels Literatur in der Welt bekannt machen. Die Zeitung findet es ausserdem für richtig, dass der Preis gerade zwischen Agnon und Nelly Sachs aufgeteilt wurde. Dies bedeute praktisch, dass der Preis für die jüdische Literatur gegeben wurde, in der sich die beiden Autoren vervollstaendigen und ergaenzen Dies bedeute, dass man die Einheit der jüdischen Literatur in all ihren Formen anerkenne. Die Jerusalem Post erklaeri dass die Preisrichter in Stockholm eine gewisse Rotation bei der Verteilung der Nobel-Preise eingeführt haben Gerade deshalb bedeute die diesjaehrige Entscheidung eine Anerkennung nicht nur für die beiden geehrten Autoren sondern für die ganze jüdische Literatur. Lamerchaw betont, dass im Werke von Agnon die jüdischen und die menschlichen Werte 'sich harmonisch ergaenzen und keineswegs miteinander in Widerspruch. stehen. Diese Tatsache wurde auch zweifelsohne von NELLY SACHS den Preisrichtern in Stockholm berücksichtigt, als sie beschlossen Agnon den Nobel-Literaturpreis zuzusprechen. Al Hamischmar meint, dass der Beschluss des Richterkollegiums in Stockholm zumindest teilweise auch .eine politische Bedeutung hat. Die Stockholmer Richter haben sich über alle antiisraelischen Druckversuche .und Tendenzen hinweggesetzt und beschlossen, die jüdische Literatur zu Ohren, obwohl sie sich der Tatsache bewusst sein mussten, dass eine solche Entscheidung auch auf Kritik stossen koennte. Dies sei ebenfalls als eine aeusserst positive Erscheinung zu werten. Hazofeh weist darauf hin dass der Nobelpreis für zwei Formen der jüdischen Literatur verliehen wurde, d. hfür Agnon der die neue hebraeische Literatur in (Israel symbolisiert und für Nelly Sachs, 'die über die Leiden ihres Volkes ( schrieb. Die Zeitung bedauert jedoch andererseits, dass ¡die Meldung über die Preisverteilung frühzeitig veroeffentlicht wurde und dass wir (nicht abgewartet haben, bis eine offizielle diesbezügliche Mitteilung aus Stockholm vorlag. DIE MILITAERPOLITISCHEN ENTSCHEIDUNGEN Der Grössten der israelischen Tagespresse beschaeftigte sich mit den militaerpolitischen Erklaerungen des Ministe rpraesidenten u n, d Verteidigungsminister Eschkol in der Knesseth über die Aufhebung des Militaerregimes in den arabisch bewohnten Grenzbezirken und die Wiederverlaengerung des Militaerdienstzeit fuer Maenner. Haaretz meint. Eschkols Erklaerung über die Wiederverlaengerung der Militaer dienstzeit nach dreijaehriger Kürzung sei ein Beweis dafür, wie sehr sich in den letzten drei Jahren die militaerische sowie die wirtschaftliche. Situation ver - schlechterte. Vielleicht war die Kürzung vor drei Jahren auf eine allzu optimistische Einschaetzung der w i r tschftlichen wie der sicherheitspolitischen Situation Israels zurueckzuführen und nun hiess es die Fehleinscbaetzung zuzugeben. D;’- Kürzung der Militaerdienstzeit hat der Wirtschaft keineswegs den erhofften Nutzen von IL 20 Mill, eingebracht, aber die Verlaengerung wird jetzt wieder Geld kosten, das der ohnehin kriselnden Wirtschaft abv e rlangt werden wird Dennoch kann man sich der Verlaengerung der Militaerdienstzeit angesichts der gegebenen sicherheitspolitischen Si t u ation nicht widersetzen. Unter dem Druck objetiver Umstaende muss die Regierung Illusionen zerstoeren, die sie vorher zu schaffen versuchte. Dawar aeussert die Ueberzeugung, dass die Wiederverlaengerung der Militaerdienstzeit der Wirtschaft kaum zur Last fallen werde, weil die Mehrausgaben ausgeglichen sein duerf ten durch die Einsparungen bei der Einberufung von Reservisten zu Wachdiensten, auf die man jetzt weitgehend wird verzichten koennen. Lamerchaw und Hazofeh weisen auf die Tatsache hin, dass der Ministerpraesident gleichzeitig zwei Entscheidungen bekanntgab die dem Anschein nach in Widerspruch zueinander stehen: Aufhebung des Militaerregimes und Wiederverlaengerung des Militaerdienstes. Beide Blaetter begruessen aber die Entscheidungen weil der Apparat der Militaerregierung sich überlebt hatte. Hamodia ist hingegen keineswegs davon begeistert, dass die beiden Entscheidungen zusammenfielen. Vielmehr rechtfertigt das Blatt die Ansicht der Gachal-Fraktion in der Knesset,, derzufolge die Annullierung des Militaerregimes im gegenwaertigen Augenblick erst recht beweist, dass es auch bisher keineswegs notwendig war. Jerusalem Post sieht in der Wiederverlaengerung, der Militaerdienstzeit eher eine Vorsichtsmassnahme. Auf diese Weise soll es gelingen den Terroristen einen Riegel vorzuschieben, .weil die Wachtdienste verstaerkt werden; indem man aber den Terroristen das Handwerk legt, erspart man sich selbst groessere Vergeltungsaktionen. Kol Haam findet weder an der einen noch an der anderen Entscheidung Gefallen: die Wiederverlaengerung des Militaerregimes sei nur ein Entgegenkommen gegenueber den [militaristischen Kreisen im Lande, waehrend die Aufhebung des Militaerregimes ja ohnehin nichts wesentlich aendert, weil nur der aeussere Rahmen ein anderer wird, der Inhalt hingegen derselbe, bleibt. ISRAELS ANTRAG AN DIE EWG Die Jerusalem Post befasst sich mit Israels ¡Antrag an die EWG auf Assoziierung. Wir sollten uns vor übertriebenen , Hoffnungen hüten, dass unser Staat bald in die EWG aufgenommen werden kann. Unser Hauptproblem besteht in der Abtrennung von den Staaten des Bezirks, gaebe es nicht diese Isolierung, dann würden wir uns gar nicht (an die EWG wenden müssen. Ein Anschluss an;die EWG wird wohl erst in den siebziger Jahren zur Tatsache werden, wenn er überhaupt verwirklicht werden kann, aber inzwischen dürfen wir von unseren Bemühungen um Anschluss an die EWG nicht ablassen. Stefan Laskowitz Joyero Ahumada 254 - — Local 30 — Fono 69464 AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE •Wtai ff""—> Politische Ausrichtung der israelischen Presse Auf Seiten der Regierungskoalition: DA WAR (Organ der Histadrut, pro Maarach —Mapai plus Achduth Avodah—), JERUSALEM POST unabhaengig, pro Mapai), LAMERCHAW (Achduth Avodah), AL HAMISCHAR (Mapam), HAZOFEH (Religioes-Nationale Partei), SCHA- ARIM (Poalej Agudath Israel), HAMODIA (Agudath Israel), HAARETZ (buergerlich liberal, unabhaengig). Auf Seiten der Opposition: HAJOM (pro Gachal —Parteiblock Cheruth - Liberale—), MAARIW (unabhaengig, nach rechts, zu Cheruth tendierend), JEDIOTH ACHARONOTH (unabhaengig, nach rechts, zu Cheruth tendierend), KOL HAAM (Kommunisten). DER SIEG DER NEONAZIS IN HESSEN Hamodia beschaeftigt sich mit dem Wahlergebnis bei den Landtagswahlen in Hessen und sieht mit grosser Sorge den Gewinn, welchen die neonazistische NDP bei diesen Wahlen zu verzeichnen hatte. Die Zeitung wendet sich dagegen, dass die westdeutschen verantwortlichen Stellen nun den Versuch unternehmen. Faktoren ausserhalb Deutschlands zu beschuldigen, sie haetten an dieser Entwicklung schuld, waehrend man schliesslich kaum darüber hinweggehen koenne, dass es sich um eine rein und ausschliesslich innerdeutsche Angelegenheit handele. Die Bedeutung dieses Wahlergebnisses, also der Aufstieg der neonazistischen Partei hingegen sei keineswegs nur ein Alarmzeichen für die ganze Welt, die dieses Zeichen unter gar keinen Umstaenden übersehen dürfe. Lamerchaw fügt hinzu, es sei sehr schmerzlich zu beobachten, dass bereits eine im Grunde kleine Krise . in Deutschland, leine solch negative Entwicklung zur Folge halben kann. Wenn schon eine solch kleine Krise zu einem solch bedeutsamen Aufstieg der Neonazis führen kann, sagt das Blatt, wie würde es erst aussehen, falls es zu einer schwerwiegenden Krise in Deutschland kommen sollte? Durch diese Entwicklung ist bewiesen worden, wie ’schwach die Demokratie noch in diesem Lande verankert ist. Kol Haam glaubt, es haette niemals so weit kommen koennen, dass die neonazistische Partei so ungestoert ihr Haupt erhebt, wenn nicht weite Kreise der Welt, auch solche in Israel, die Regierung (in Bonn und das Regime in Westdeutschland überhaupt, so rückhaltlos gestützt haetten. Nur dadurch konnten die Nazis ihr Haupt wieder erheben und die Positionen erringen, die sie, wie wir sehen, 'erobern konnten. Omer meint ebenfalls, dass man nur mit Bedauern betrachten koenne, wie schnell es dazu kommen konnte, wiederum Nazis in den Parlamenten Westdeutschlands zu sehen. Eine aehnliche Ansicht aeussert auch “Shaarim”, das zugleich betont, man solle diese Entwicklung mit grosser Aufmerksamkeit, betrachten. Dawar dagegen erklaert, die Ergebnisse der Wahlen in Hessen koennten auch ein recht positives Echo hervorrufen, falls die verantwortlichen Kreise in Deutschland daraufhin Ihre Wachsamkeit verstaerken, also ihre Lehre aus diesen Ergebnissen ziehen. Auch diese Zeitung bedauert die Tatsache, dass es so einfach zu einem so eindrucksvolleil Wahlsieg der Neonazis kommen konnte. Hajom beschuldigt all die Kreise auf der Welt und besonders jene in Israel die bereit waren und sind, so schnell zu vergessen, was die Deutschen getan hatten an den heutigen Entwicklungen mitschuldig zu sein. Die Zeitung glaubt, dass man es sich nicht leisten dürfe, dier ses Vergessen so weit zu treiben, wie man es getrieben hat. Tee^Salon Coppelia Providencia 2211, Tel. 40450, Santiago Wir erwarten Sie mit unseren bekannten Spezialitaeten in unserem gemuetlichen Salon

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