Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-12-01 · 12 (Diciembre, 1966) · p. Seite 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
12 (Diciembre, 1966)
Date
1966-12-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/8553624-8559645-9195050--5017-8559941
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

8 BOLETIN INFORMATIVO DICIEMBRE 1966 VORGESCHICHTE UND FOLGEN... Wirtschaftliche Gesundung zu schlagen statt auf den syrischen Esel, spielten zwei Ueberlegungen die (Hauptrolle. Die erste ist einfach: der letzte schwere Zwischenfall, der drei Menschenleben kostete und den Kelch zum Ueberlaufen 'brachte, war von Samua aus organisiert worden ebenso wie die meisten der vorangegangenen. Daran liess sich eben nichts aendern. Die andere Ueberlegung war subtiler, zu subtil. Die Russen, im Rahmen ihrer “Big Brother” - Propaganda (Krieg ist Frieden, Diktatur ist Demokratie, Luege ist Wahrheit), (haben -eine Legende von einer israelischamerikanisch - jordanischen Verschwoerung ■ gegen die kommunistische Regierung von Syrien fabriziert. Solche Legenden lassen 'sich nicht durch Argumente entkraeften. Vor 30 Jahren ueberschwemmten sie die Welt mit pamphletarischem Unrat ueber eine trotzkistisch-hitleristische Allianz. Trot z k i machte sich die Muehe, Buecher dagegen ^u schreiben. Die Russen behaupteten, Trotzki und Rudolf Hess haetten sich im Hotel Windsor in Kopenhagen getroffen. Trotzki schaffte eine Bescheinigung der Stadtverwaltung von Kopenhagen herbei, worin steht, dass es dort kein Hotel Windsor gibt; von der Fremdenpolizei, dass er nicht in Daenemark gewesen war. Stoerte das die russische Propaganda? Absolut nicht. Wenn sie morgen behaupten, Esehkol, Hussein und Rusk haben sich in Buenos Aires im Wachsmuseum von Vitacura getroffen, hat es gar keinen Sinn zu beweisen, dass keiner von ihnen in Argentinien war, dass es in Buenos Aires kein Wachsmuseum gibt und dass Vitacura in Santiago de Chile liegt. Sie werden es nicht nur weiterbehaupten, sonder die argentinischen Kommunisten werden daran glauben. Nun ist es wahr, dass die israelische Diplomatie nicht zu viel Energie daran verschwendet, den Humbug von der Verschwoerung gegen die Amok — Kommunisten vor? Damaskus zu dementieren. Sie stellt ihre Position .klar: “Israel mischt sich nicht in die Fragen des internen Regimes der Nachbarlaender. Israel verlangt nur, dass diese, ob kommunistisch oder nicht, monarchistisch oder, nicht, Ruhe an den Grenzen halten. Tun sie dies aber nicht, so muessen sie sich klar darueber sein, dass auf die Dauer nur auf beiden Seiten der Grenze Ruhe herrschen kann... oder auf keiner”. Trotzdem scheint die Unterstuetzung, welche die U.d.S.S.R. Syrien angedeihen laesst, weil es eine kommunistische Regierung hat, bei der Entscheidung ueber das Wo eine Rolle gespielt zu haben. Der Schlag richtete sich gegen das arabischen Land, das an Stelle der sowjetischen, die westliche Unterstuetzung geniesst. Wollte man damit u.a. die russische Reaktion testen, so war nichts leichter als dies. Stur wie eh und je, waren sie hurtig und (eifrig dabei, als es galt, Israel zu verwarnen. Sie haetten auch fuer die Syrer nicht mehr tun koennen und wuerden, wenn es darum MONATSSPIEGEL % ginge, wahrscheinlich selbst fuer den Papst nicht weniger tun. Doch das gehoert schon in den Rahmen einer kurzen Betrachtung ueber DIE FOLGEN DER AKTION Zu einer gueltigen Beurteilung wird man erst gelängen koennen, wenn es sich herausgestellt hat, ob Hussein sich an der Macht haelt. Gelingt es ihm nicht, so wird Israel wahrscheinlich irgendwie in den Strudel der neuen Ereignisse hineingezo gen werden. Aus der Perspektive dieses unleugbaren Risikos war die Aktion gegen Samua ein Fehler. Gelingt es ihm aber ja, wie es ihm in der Vergangenheit schon so oft gelang, dann wird man manches erreicht und noch mehr gelernt haben. Aber auch Hussein wird gelernt haben und nicht so rasch wieder vergessen, dass er die Existenz seines States in erster Linie der Existenz des israelischen Nachbars zu verdanken hat. i Kommt es dazu, dann jwird aus dieser Perspektive die Aktion gegen Samua fast ein Geniestreich gewesen sein. Wie so oft, wird es also leicht sein, nachher als der Kluge zu gelten. Eine wichtige Folgerung aus der Aktion, die wichtigste vielleicht, wird die israelische Diplomatie in Washington zu ziehen haben. Die Amerikaner haben schrecklich sauer reagiert und man muss daraus sehen, wie /viel ihnen an Hussein liegt. Das heisst natuerlich nicht, dass ihnen nicht auch an Israel liegt und in Wirklichkeit ist und bleibt U.S.A. eine wichtige Stuetze der israelischen Sicherheit, wenn nicht die wichtigste. Man wird also mehr denn je die schwierige Aufgabe weiterfuehren muessen, sie dazu zu bewegen, ihren maessigenden Einfluss auch auf der anderen Seite einzusetzen. Das ist eine furchtbar komplizierte Aufgabe, erstens weil sie im Nahen Osten das Meiste falsch machen — die dortigen Zustaende sind der beste Beweis — und zweitens, weil sie ueberzeugt sind, es besser zu wissen. Die Hilfe fuer Hussein in Form eines Bombengeschwa d e r s sind ein neues Beispiel fuer beides. Das State Department selbst empfiehlt ‘‘leichte Waffen, Hubschrauber, Flammenwerfer, Lastwagen, kurz Mittel, um sich gegen die Aufstandsgefahr im Innern zu verteidigen, gegen Guerri- 11a - Kaempfer, nicht aber Ueberschallflugzeuge fuer einen hypothetischen Krieg gegen einen nichtexistierenden Feind”. Nur leider richtet es diese Empfehlung nicht an die jordanische Adresse, sondern an die chilenische, peruanische (und argentinische, im Zusammenhang mit den kuerzlichefi Erwerbungen von einigen Kampfflugzeugen. Allerdings wurden die lateinamerikanischen Geschaefte mit englischen und schwedischen Fabriken abgeschlossen. DIE WELTMEINUNG Israel ist ein kleiner Staat, kann und will die Weltmeinung nicht ignorieren , und ist auch der Tatsache eingedenk, dass dieselbe, bei der. Teilungsverhandlungen , in den 40er Jahren„ eine positive Rolle gespielt hat. Nicht minder sensibel, was die Meinung zumindest der westlichen Welt anbetrifft, sind wir Juden im allgemeinen. Aus diesem Grunde ist es ganz wichtig festzustellen, dass die Reaktion der unvoreingenommenen, gutinformierten und kultivierten Portion Menschheit auf den Waffengang vom 13. November im grossen Ganzen recht verstaendnisvoll war — vor allem in Europa mehr als in Nordamerika— viel mehr als sich dies im Zerrspiegel des Unsicherheitsrats darstellt. Man versteht’ im allgemeinen recht wohl, dass Israel aus Gruenden der Selbstwehr und nicht aus Lust am. Kampfe zu den Waffen greift und jeder anstaendige Mensch sagt sich, dass er, seine Regierung, sein Land genau so handeln wuerde. Und wenn dem nicht so waere? Es ist wichtig, das festzuhalten: dann muessten wir vielleicht unsere Anstrengungen vervielfachen, der anstaendigen Minderheit unsere Position zu erklaeren, aber handeln muessten wir, so oder so, in der gleichen Form. Es ist noch nicht so lange her, dass uns die Welt und ihre Weltmeinung grausig im Stich gelassen hat. Ganz von ihr abhaengen, das wollen wir nicht noch einmal und tun wir teum Glueck auch nicht. Die UN ist eine wunderbare Institution, von grossen Meriten geschmueckt. Aber Suedafrika, Portugal, Rhodesien rezitieren ihr den Goetz von Berlichingen und es passiert gar nichts. Und dies fuer eine ueble Sache, fuer Rassenvorherrschaft und Kolonialismus. Die Schweiz, die BRD, die DDR sind ueberhaupt nicht dabei und es geht auch. Das > ist nicht schlecht und ist nicht gut. das ist wie die Schweiz, neutral. Israel vertritt keine ueble Sache, nur sein Recht auf Leben und auf Frieden. Israel kann auch nicht neutral sein, denn man laesst es nicht Israel kaempft auch um Verstaendnis bei der UN, bei den Mitgliedsstaaten, bei der Weltmeinung und vielleicht sollte . es in diesem Kampf noch mehr tun. Aber ueberschaetzen soll man die Bedeutung dieses Aspekts nicht. Unsere Opfer aus der Nazizeit haben die Weltmeinung auf ihrer Seite. Es gibt Dinge, die wichtiger sind. ATSCIIEKA Im Tel Aviver Ingenieursklub erklaerte Minister Alon, Israel dürfe auf keinen Fall ein “Monaco an der Ostkueste des Mittelmeeres” werden. Wir wollen und werden kein Staedtestaat sein. Unsere Wirtschaft wird sich auf letzte Errungenschaften in technologischer Hinsicht stützen, da die Wissenschaft bei uns anstelle des Rohstoffmangels zu treten hat “Die Arbeitslosigkeit sehe ich nur als voruebergehende Begleiterscheinung der Bemuehungen zu wirtschaftlicher Gesundung des Staates, der 1070 Dollar pro Kopf jaehrlich importiert. Zehn Prozent unserer Arbeiter sind im Bauwesen beschaeftig, wogegen der Durchschnitt in hochentwickelten *T/nd u: (tr ie 1 a e nd e nn maximal fünf Prozent erreicht. Die Automation ist begrüssenswert. Sie muss keine Arbeitslosigkeit zur Folge haben und weder' Arbeiterraete noch Streiks werden sie verhindern. Es ist soweit gekommen, dass Arbeitgeber die Streikenden dazu veranlassen, zum Arbeitsministerium 'zu gehen, um Anleihen für ihre Betriebe durchzusetzen. Unrentable Unternehmen werden jedoch auch unter Driuck von uns keine Unterstuetzungen zu erwarten haben. Die Lage ist nicht so einfach, wie sie manchmal im Auslande angesehen wird. Ein Amerikaner bemerkte einmal, als er erfuhr, dass wir 2,6 Millionen Einwohner haben: “Ihr braucht nur einen guten Bürgermeister und einen erstklassigen Polizeichef”. Darauf moechte ich entgegnen, dass heute den Vereinten Nationen 30 Laender mit kleinerer oder aehnlicher Bevoelkerungszahl wie Israel angehoeren. Auch kleine Staaten haben mit aehnlichen Schwierigkeiten wie grosse Laender zu kaempfen. Die Arbeitslosigkeit bildet eines unserer ernstesten Probleme. Wir wollen durch ein konstruktives Arbeitsbeschaffungsprogramm dieser Misere zu Leibe rücken. Chausseen werden angelegt, die für 1970 vorgesehene zweite Bau — Etappe des Hafens Aschdod und andere Entwicklungsprogr amme sollen schon jetzt in Angriff genommen werden. Um •dringend -benoetigte auslaendische Valuta zu verdienen, muss man groesste Eyfaortanstrengungen unternehmen. ■ Italien nüt 20 Millionen Touristen im abgelaufenen Jahr sollte uns als Beispiel dienen. _ Es müsste moeglieh sein, eine Million Touristen pro Jahr zu uns zu bringen. Europa ist waehrend. der Wintermonate auf Gemüse und Blumenimport angewiesen. Auch hier ergeben sich für uns gute Aussichten. Die Umstellung ist nicht leicht, da wir auf den Import von Weizen (50—60% unseres Bedarfes), von lebenswichtigen Produkten wie Rohstoffe und Brennstoffe nicht verzichten koennen, auch wenn wir bereits acht Prozent unseres Brennstoffbedarfes decken. Was wir jedoch am dringendsten benoetigen, ist eine Moral, die einen Zustand als undenkbar erscheinen lassen würde, bei dem ein Arzt aus Tel- Aviv eher bereit ist, in den Kongo als nach Kirjath Gath zu gehen”. _ Der Minister schloss mit einem Appell an den Ingeneursverband,. mit anderen Akademikerverbaenden der A u s w a nderungswelle von Akademikern energisch. entgegenzutreten. (“Canfit”) Satisfacción y Alearía La Sociedad de Escritores ha dirigido la siguiente comunicación al Embajador de Israel: Excmc. Señor: La Sociedad de Escritores de Chile, en su última reunión de Directorio, ha tomado conocimiento oficial del otorgamiento del Premio Nobel de Literatura a dos distinguidos escritores de origen israelita: el novelista israelí don Shmuel Josef Agnón, y la poetisa y dramaturga alemana, residente en Suecia y de ascendencia israelita, señor Nelly Sachs. La Sociedad de Escritores felicita, muy sinceramente, al Excmo. Señor Embajador de Israel por la alta distinción de que han sido objeto estos ilustres compatriotas suyos, y le .ruega transmitir a las instituciones culturales de su país la satisfacción y alegría de los escritores chilenos, ante este justo y merecido reconocimiento. Saluda múy atentamente al Señor Embajador, Francisco Coloane Presidente i ESTA En contestación a la carta de protesta del Comité Representativo por la absolución de Franz Novak, ex ayudante de Adolf Eichmann, el embajador de Austria en Chile puso en conocimiento del Comité que el acusado todavía no está absuelto porque el fallo aún “no tiene validez legal ". Este hecho se debe a una nueva apelación del fiscal. El comunicado del embajador dice que “la prensa austríaca en su totalidad y una gran mayoría de la opinión pública han demostrado la misma reacción contra el fallo ... Este fallo que, por el recurso de nulidad de la Fiscalía, todavía no tiene validez legal, se basa en el veredicto de los jurados, contra el que la legislación de ningún país conoce otras posibilidades que la formulación de un recurso de nulidad’’.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.