Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1966)
- Date
- 1966-12-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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DICIEMBRE 1966 BOLETIN INFORMATIVO 4 Das Fuer und Wider einer Israelischen Vergeltungsaktion Von Dr. Abner Nechuschtan, Tel—Aviv Nur wenige, spaerlich befahrene Sandwege flankieren und durchqueren im Sueden der jordanischen Landzunge, die nahe dem langgestreckten, westlichen Ufer des Toten Meeres in israelisches Gebiet einschneidet, meilenlang die huegelige Steppe in einem der menschenaermsten Teile des Gelobten Landes, der “Berge von Hebron”, wie dieser Bezirk auf den Landkarten nicht ganz zutreffend genannt wird. Denn die Stadt Hebron liegt viel .weiter oben, heute in Jordanien. Dort waren aus dem jordanischen Fellachendorf Samua und zwei in der Naehe liegenden Zeltlagern von Beduinen El Fattach-Terroristen in einer mondlosen Nacht ueber die Grenze vorgedrungen und hatten Minen auf einen jener Wege gelegt, kurz bevor er von juedischer. Soldaten in ihrem “Command-car” wie stets atopatroulliert wurde. Drei Tote waren, neben sechs Verwundeten, das Opfer des Anschlags, des vierzehnten (!) den solche Saboteure in einer verhaeltnismaessig kurzen Zeitspanne durchgefuehrt hatten. Neunmal hatten sie dabei in diesem Landesbezirk selbst operiert. Zum Gegenschlag hatten die Israelis im Morgengrauen des uebemaechsten Tages mit motorisierter Infanterie, auf Kolonnen von Raupenschleppern, mit Tanks und leichter Artillerie ausgeholt. In einem erbitterten blutigen Nahgefecht hielten sie den in betraechtlichen Massen unerwartet schnell herangekommenen Arabischen Legionaeren des Koenigs Hussein stand und sprengten in Samua Dutzende von Haeusern, nachdem sie den Grossteil der dort lebenden 4.000 Fellachen .evakuiert hatten. Auf beiden Seiten griff auch die Luftwaffe voruerbergehend ein, Mirage - Duesenjaeger hueben, und von drueben Hunter - Flugzeuge, yon denen eines abgeschossen wurde. Seit laengerem war es die erste derart grossangelegte Aktion der juedischen Verteidigungsarrpee gewesen, der Zwa Hagana. Und sogar ein Jahrzehnt war seit der letzten, aehnlich massiven, gegen die Jordanier gerichteten militaerischen Demonstration vergangen. Nicht ihnen, sondern den Syrern hatten Massnahmen der “Vergeltung und Einschuechterung”, nach der jedesmal wiederholten Lesart, in der letzten Zeit von Mal zu Mal gegolten. ZWEI TAGUNGEN DES WELT - SICHERHEITS¬ RATES In kurzer Aufeinanderfolge waren dem letzten arabischen Anschlag — ebenfalls von Jordanien aus —zwei andere, genau so schwer wiegende Sabotageakte , derselben Freischaerler vorangegangen, in und bei Jerusalem. Offenbar schon deshalb glaubte die Regierung Eschkol, nicht auch noch diese Minenlegung ohne Reaktion lassen zu koennen. Aber dem Ministerpraesidenten duerfte die Entscheidung alles andere als leicht gefallen sein, auch wenn er sich innerhalb weniger Stunden dazu entschloss. Die vielen Jahre, in denen Levi Eschkol als der massgebliche Finanz .- und Wirtschaftspolitiker dieses Landes zur Spitze der Staatsverwaltung aufgestiegen war, haben ihn so gepraegt, dass er auch, als er /neben dier Regierungsfuehrung das Sicherheitsministeriums uebernahm, ein Zivilist in allen Fasern seines Wesens geblieben war, ohne sonderliche Neigung, den arabischen Herausforderungen mit dem Einsatz militaerischer Machmittel zu begegnen. Monatelang hatte er dieser Versuchung denn auch widerstanden, statt der Volksstimmung entgegenzukommen, die ihm nach jeder neuen Mordtat der Terroristen immer leidenschaftlicher zum bewaffneten Einschreiten gegen die dafuer verantwortlichen Regierungen und Staaten aufforderte. Als Paliativ, wenn man es so nennen will, hatte er gerade in der ersten Novemberwoche die Dienstzeit fuer junge maennliche Militaerpflichtige von 26 Monaten zu denen sie seinerzeit verkuerzt worden war, wieder auf 2 1/2 Jahre verlaengert. Mit dieser Verfuegung hatte er nach amtlicher Andeutung im wesentlic h e n nichts anderes bezweckt, als mehr geschulte Soldaten des stehenden Heeres von der Alltagsroutine in den Rekrutenlagern freizumachen. Sie sollen in den tGrenzbezirken zu einem intensiveren Patroullendienst eingesetzt werden, als er im Rahmen des vorher verfuegbaren Mannschaftsbestandes bis dahin moeglich [gewesen war. Abwehr also, nicht aber Angriff ist das Ziel, Verhinderung der Attentate statt militaerischen Vorgehens zu ihrer Vergeltung. Den zivilistischen Charakter seiner Sicherheitspolitik hatte Herr Eschkol noch dadurch unterstrichen, dass er dem israelischen Abgeordnetenha ,u s, der Knesseth, am gleichen 8. November von seinem Entschluss Kenntnis gab, die letzten Reste der Jialbmilitaerischen Verwaltungsaufsioht in den Wohngegenden der Arabischen Bevoelkerungsminderheit abzuschaffen. Mehr als eine Aenderung der bestehenden Verhaeltnisse war das eine Geste des B e f r i edungswillens seiner Regierung gewesen. Im gleichen “unmilitaerischen” Geist ¡hatte Eschkol es schon in der ersten Haelfte des Oktober vorgezogen, sich nach einer ganzen Serie brutaler Ueberfaelle des “El- Fattach” an der israelischen Nordostgrenze, im Raum des Genezareth - Sees, an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit einer Beschwerde gegen Syrien zu wenden, statt auf den (groben syrischen Klotz den groeberen Keil der Zwa Hagana zu setzen. Nur halb war dieser politische Versuch missglueckt. Zwar war im Sicherheitsrat sogar der nach allen Regeln der Kunst verwaesserte Text des Tadelsvotums, als nach m e h rwoechigem Hin und Her schliesslich darueber abgestimmt wurde, wie ueblich auf das Veto des sowjetischen Delegierten gestossen. , Aber Staaten so verschiede n e r Geographie, Traditionen und Interessen wie Holland, Neuseeland, Japan, Argentinien, Nigeria, Uganda, waren gemeinsam mit den westlichen Grossmaechten fuer irgendeine Form der Verurteilung Syriens eingetreten. Und diese Stellungnahme von (zwei Dritteln der Ratsmitglieder war hier in .Israel mit Recht als Prestige - Zuwachs verzeichnet worden* Der Beschwerdeantrag, mit dem Jordanien an den Security Council herangetreten ist, droht das beredte Zeugnis intemati onalsn Wohlwollens in sein krasses Gegenteil zu verwandeln. Eine gegen den juedische ¡Staat gerichtete Beschlussfassung wird selbstredend nicht am russischen Veto scheitern. Aber eindeutig distanzierten sich von dem militaerischen Einmarsch in jordanisches Gebiet schon in den ersten zwei Sitzungen ueber diese Beschwerde auch die Vertreter der Israel an und fuer sich freundlich gesinnten Staaten, der Amerikaner Arthur Goldberg, den die Araber noch kuerzlich waehrend der Debatten ueber den juedischen Antrag als “Zionisten” anzuschwaerzen versucht hatten, Lord Caradon (Gross,- Britannien) und sogar der franzoesische Delegierte Seydoux. Hatte Levi Eschkol einen solchen auss e n politischen Rueckschlag einkalkuliert? UM JORDANIENS ZURUECKHALT UNG Doch nicht allein dieses Risiko hatte er auf sich zu nehmen gehabt. Allerdings kamen die arabischen Terroristen auch diesmal, wie wiederholt in der letzten Zeit, aus Jordanien. Doch steht ausser Zweifel, dass sich die K o m m a n d ozentralen des jordanischen El - Fattach ebenso wie die Freischaerler, die ¡gelegentlich zu derartigen Anschlaegen aus dem Libanon kommen, weder in Rabat Ammon noch in Beirut befinden, sondern in Damaskus, der Hauptstadt des volksrepublikanischen Syriens, das inzwischen bekanntlich fast voellig ins Schlepptau des russischen — und neuerdings gar chinesischen Kommunismus geraten ist. Nicht nur, um fuer ihr eigenes Land gleichsam ein Alibi zu schaffen, liess die Fuehrung der syrischen Ba’ath - Partei die El - Fattach Milizionaere auch auf dem Umweg ueber Jordanien gegen den gemei nsamen Feind operieren, die “zionistichen Eroberer Palaestinas”. Sie tat es mindesten so sehr, um den ihr fast ebenso verhassten Spross der haschemidischen Dynastie, Koenig Hussein, unter Druck zu setzen. Der Gegensatz zwischen dem unter Abd el Nassers Einfluss stehenden Block der “befreiten Republiken”, Aegyptens, Syriens, des Irak, und der vom Selbstherrscher Saudiens gebildeten Gruppe zieht sich heute ja durch die panarabische Einheitsfront, sofern sie je bestanden haben sollte. Da Hussein nach seinem persoenlichem Status und der Lage seiner staatlichen Interessen selbstver- S0NDER-BER1CHT FÜR DAS B.I staendlich zu dieser feudal — monarchistischen Gruppe gehoert, hatte er sich seit Jahr und .Tag immer wiederholter Putschversuche nasserfreundlicher Elemente im eigenen Lande zu erwehren. Ueberdies kann er sich kein Hehl daraus machen, dass die Aegypter und / oder Syrer nicht zoegem werden, sich nach einem vernichtenden Waffensieg ueber die Juden auch seines Jordaniens zu bemaechtigen. Das Schicksal seines Staates war, so paradox es klingen mag, unter diesen Umstaenden mehr und mehr vom Standvermoegen des israelischen abhaengig geworden. Hussein zog daraus beispielsweise die Konse quenz, waehrend der letzten Monate wiederholt mit Razzien und. Verhaftungen gegen die Leute des El-Fattach vorzugehen, ohne das Odium zu scheuen, in Damaskus und Kairo auf heftigste des Verrats an der“ gemeinsamen Sache beschuldigt zu werden. Zur stunde ist noch nicht abzusehem, ob ihn die israelische Strafexpedition veranlassen wird, von diesem Kurs der Zurueckhaltung abzuschwenken. Dass er mit scharfen Akzenten von seiner Entschlossenheit sprach, Revanche zu nehmen, war nicht anders zu erwarten. Von seinen Zeitungen jedoch liess er den Syrern und Aegyptem gleichzeitig mindestens so zugespitzt die verfaengliche Frage stellen, wo ihre vielgeruehmten Kampfflugzeuge und Fernraketen in den drei, vier Stunden des Gefechtes geblieben waeren. Sie haetten die “Arabischen Legion” glatt im Stich gelassen, statt nach dem hundertfach feierlich proklamierten Grundsatz zu verfahren, dass “saemtliche arabische Staaten 'jedes israelische Vorgehen gegen einen von ihnen als Aggression gegen sie alle ansehen und ihm sofort zu Hilfe eilen wuerden”. In Damaskus verstieg man sich darauf zur denkbar laecherlichsten “Retourkutsche”: das Ganze sei von Hussein in stillem Einvernehmen mit den Israelis fingiert worden ... So heftige gegenseitige Vorwuerfe lassen es als moeglich erscheinen, dass der israelisch-jordanische Schlaga u s tausch der Spannung zwischen Hussein und seinen Gegnern im arabischen Lager nichts von ihrer Schaerfe genommen hat. Ja, sollte seine Enttaeuschung darueber, von ihnen allein gelassen worden zu sein, diese Spannung noch verschaerfen, so koennte das Ministerpraesident Eschkol geradezu als Pluspunkt buchen, ob er diese innerarabische Komplikation nun vorher in Rechnung gestellt hat oder nicht. Auch dann jedoch blieb es dabei: alles in allem war dieser Gegenschlag ein Wagnis, das nun auch in der hiesigen Oeffentlichkeit und ihijer Presse nicht kritiklos kommentiert wird. Der Sicherung der Grenzen haben derartige Massnahmen nach den bisherigen Erfahrungen mit der einen, allerdings gewichtigen Ausnahme des Sinai-Feldzugs, vor nun gerade zehn Jahren, auf die Dauer doch nie genuetzt. Nichts aber liegt dem geschworenen Zivilisten Levi Eschkol ferner als eine Aktion so grossen Stils. Wie er ueber die Dinge denkt, brachte er in der Knesseth als der Zwischenfall zur parlamentarischen Erotrt’erung stand, mit den Worten zum Ausdruck: “Moegen die arabischen Staaten Israel auf seinem Hoheitsgebiet so in Frieden lassen, wie wir sie in ihren Laendern in Ruhe und Frieden lassen wollen. Soweit es von uns abhaengt moege die Militaeraktion die letzte in der Geschichte des Hebron-Bezirks bleiben. “Das sei sein “Herzenswunsch”, erklaerte der Regierungschef Israels woertlich. Und mag er das Fuer und Wider dieses letzten Vergeltungsaktes noch so falsch abgewogen haben, als er sich dazu entschloss —an der Ehrenhaftigkeit und inneren Logik dieses seines “Herzensbekenntnisses” sollte nicht gezweifelt werden. ¿CIA ALFOMBRAS SERVICIO DE LIMPIEZA SISTEMA NORTEAMERICANO Venta F. VIV ACETA 1190 -TEL 374068 Recepción limpieza- El Molino 1763 Tel. 370785 PROVIDENCIA 2628 - IRARRAZAVAL ’710 Tm¡n