Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1966)
- Date
- 1966-12-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 BOLETIN INFOBMATIVO DICIEMBRE 1966 Generation im Schatten... (Fortsetzung von Seite 5) bevorzugt, welchen Vorurteilen sie neben dem Antisemitismus noch zugaenglich ist, und ob sie nur opportunistisch oder gar launenhaft in ihrer politischen Urteilsbildung ist”. IST ISRAEL EIN ALLHEILMITTEL? Die Existenz eines juedischen Staates ist nicht nur fuer das ‘Selbstbewusstsein” vieler Juden von grosser Wichtigkeit, sondern zugleich von bedeutender psychologischer Wirkung auf die nichtjuedische Welt. Antisemitische Vorurteile, etwa jenes von den “arbeitsscheuen” Juden, werden durch den juedischen Staat widerlegt. Vor •inigen Monaten wurde die Meldung verbreitet, dass Israel nach Frankreich an zweiter Stelle der Reisewuensche deutscher Jugendlicher steht. Israel ist das Land der Bibel, ein orientalis c h e s Land; das allein macht es als Reiseziel erstrebenswert. Die lobenden Berichte ,ueber die Aufbauarbeit sind Legion, sie haben zweifellos das Interesse gefoerdert, und die Pioniertaten erwecken Sympathie. Als Masstab fuer das christlich-juedische Zusammenleben darf die Begeisterung fuer Israel jedoch nicht ohne Einschraenkungen aufgefasst werden. Denn es faellt leicht, gegenueber Menschen Toleranz zu zeigen, mit denen nur gelegentliche oder gar keine Kontakte bestehen. Begegnungen junger Deutscher mit gleichaltrigen Israelis allein sind noch keine Garantie fuer ein harmonisches Zusammenleben von Juden und Nichtjuden in Deutschland. JUEDISCHE JUGENDLICHE IN DEUTSCHLAND ES Ist zu unterscheiden zwischen Jugendlichen, deren Eltern sich als deutsche Juden betrachten und jenen nichtdeutschen ehemaligen Verfolgten, die nach dem zweiten Weltkrieg zunaechst ln DP-Lagem lebten und nur unter dem Zwang der Verhaeltnisse hier blieben. Was die Kinder der bewussten deutschen Juden betrifft, so ergeben sich fuer sie kaum Probleme. Weil sie sich in der Bundesrepublik zu Hause fuehlen, geraten sie wohl weniger leicht in die Lage des Aussenseiters und haben auch mit nichtjuedischen Gleichaltrigen im allgemeinen keine Schwierigkeiten. Fuer diese Gruppe ist die Antwort eines 18 jaehrigen juedischen Jungen bezeichnend: Er verneinte die Frage entschieden, ob ihm bei seinen Mitschuelem Antisemitismus aufgefallen sei. Das Zusammentreffen von juedischer und nichtjuedischer Jugend vollzieht sich oft, doch leider nicht immer hoffnungsvoll. Manch m a 1 verhindert die Vergangenheit, der Schatten Hitlers, den bruederlichen Handschlag. Die Meinung eines juedischen Jugendlichen: “Der juedische Jugendli che in Deutschland steht mit Skepsis seinen deutschen Mitbuergern gegenueber. Die erschreckenden Verbrechen, die das deutsche Volk an dem Judentum begangen hat, geben genuegend Anlass zu dieser Skepsis. Der juedische Jugendliche haelt sich meistens nur in juedischer Gesellschaft auf. In fast allen anderen Laendem der westlichen Welt ist dies nicht der Fall”. Sicher ist ein gewisses Mass an Verstaendnis fuer die schwierige psychologische Lage der Kinder angebracht, deren Eltern Unbeschreibliches erlitten. Sicherlich muss der erste Schritt von nichtjuedischen Deutschen , gemacht werden — aber es bedarf der beiderseitigen Anstrengung, ein gesundes Verhaeltnis zu schaffen. Um der juedischen Jugend Ln der Bundesrepublik gerecht zu werden, gilt es, sich deren schwierige Situation vor Augen zu fuehren. Zu den Faktoren, die eine Entscheidung fuer Deutschland erschweren, gehoert mit an erster Stelle das Auftreten von nationalistischen Gruppen, die unverhohlen, wenn auch juristisch schwer fassbar, antisemitische Parolen verbreiten. Koennen sick junge Juden guten Gewissens fuer ein Land entscheiden, in dem das Andenken ihrer ermordeten Angehoerigen besudelt wird? Solche Erscheinungen, die sich in der rechtsradikalen Presse Woche fuer Woche zeigen, gefaehrden ernstlich die vielfaeltigen Versuche, in ein gutes Gespraech zu kommen. Dann ist es verstaendlich, wenn sich juedische Jugendliche fuer ein Leben in anderen Laendefn entscheiden. Wie unterschiedlich diese Entscheidung selbst innerhalb einer Familie ausfallen kann, mag ein 'Beispiel zeigen: In einer Familie, die waehrend der NS-Zeit nach dem damaligen Palaestina gefluechtet war, gibt es eine 24 jaehrige Tochter und einen 18 jaehrigen Sohn. Die Familie lebt seit 1952 wieder in Deutschland. Waehrend das Maedchen sich entschloss, in Israel eine Existenz zu gruenden, beabsichtigt ihr Bruder, in Deutschland zu bleiben. SYMPTOMATISCHE WIDERSPRUECHE Noch laesst sich nichts Definitives ueber das kuenftlge Gesicht und die Groesse der juedischen Gemeinschaft in Deutschland sagen. Auch liegt im Schosse der Zukunft, wie sich das gegenseitige Verhaeltnis von Juden und Nichtjuden hierzulande gestalten wird, wenn die NS- Zeit nicht mehr unmittelbar beruehrende Geschichte geworden ist. In diesem Bericht wurden nur einige Aspekte gezeigt; auftauchende Widersprueche kennzeich n e n die heutige Situation. Die negativen Erfahrungen in der Gegenwart beweisen, dass die juedische und nichtjuedische Generation nach Hitler — ob man es .wahrhaben will oder nicht — noch eine Generation im Schatten Hitlers ist. EISENGITTER Tueren, Fenster Garagen werden erstklassig açngeSertigt FRANCISCO MERTENS Av. Zañartu 2702 ANZEIGEN ANNAHME fuer das BOLETIN INFORMATIVO Los Serenos 476 Ot. 22 - 23 (Catedral Hohe 1250 r Tel. 87765) Santiago NewYork und Europa ohne Umsteigen mit aaento /S/ Intercontinental JBt ABFLUGE VON SANTIAGO SONNTAG 9.30 AM nach New York und Frankfurt über Lima MONTAG , 10.10 A.M. nach Genf und Frankfurt über Montevideo MITTWOCH 8.30AM nach NewYork und Frankfurt Uber Lima FREITAG 12.20 P.M.‘‘EI Directo"nach Zürich und Frankfurt Uber Buenos Aires •X» Bei allen Flügen nach New York, Zwischenlandung in Jamaika. Nützen Sie die Vorteile dieses Freihafens ©Lufthansa NB Here Auskünfte gibt Ihnen gern Ihr Reisebüro oder ULTRAMAR,Generalagenten der Lufthansa für Chile, Stft.Agwetínse 8MQ; V*lpo> -J