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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-08-01 · 8 (Agosto, 1966) · p. Seite 8

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
8 (Agosto, 1966)
Date
1966-08-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO AGOSTO 1966 Spannuñ^ und Entspannung... (Schluss von Seite 1) Die verhaltene, doch aber merkliche Unruhe verstaerkte sich noch, als Dr. Pauls fortfuhr: “Von massgebender Seite ist in den letzten Wochen wiederholt geaeussert worden das juedische Volk erwarte Taten von Deutschland, damit es in die Voelkerfamilie wieder aufgenommen werde. Ich moechte dazu festste lien, Deutschland nimmt wieder einen geachteten Platz in der Voelkerf amilie ein... und als sich der Botschafter zum dritten der zwischen Bonn und Jerusalem strittigen Fragen von grundsaetzlischon bewaeltigt haetten. eher Bedeutung, dem Problem der von der Bundesrepublik im Gegensatz zur israelischen Stellungnahme abgelehnten Oder-Neisse-Grenze wie folgt aeusserte: die V o 1 ksstimmung. Der buergerlich-liberale, in der i s r aelischen “Deutschlandfrage” sonst keineswegs immer normalisierungsfreudige “Haaretz”, die angesehenste Morgenzeitung des Landes, konnte dagegen so gut wie nicht mit dem Argument aufkommen, dass Rolf Pauls im Grunde nichts anderes getan habe als der Israel- Botschafter in der Bundesrepublik, Ascher Ben-Nathan, der es vorher auf Presse- Konferenzen und in Presse- Interviews mehrmals bezweifelt halte, dass die Deutschen, abgesehen von der Jugend, ihre Vergangenheit Israels Aussenminister greift ein “Behutsames Umgehen mit tlen Interessen des Anderen wird der zukuenftigen Qualitaet unserer Beziehungen dienlich sein”. Seinen Reflex fand der Widerspruch, auf den die Rede des Botschafters an Ort und Stelle gestossen war, nach diesem entsprechend m i s sglueckten “Deutschen Tag” alsbald in Teilen der hiesigen Presse. Zwar stand es —sicher zu Recht— fuer sie fest, dass Dr. Pauls den Text oder zumindest den Te nor einer so hochpolitischen Erklaerung vorher mit seinem Auswaertigen Amt abgestimmt hatte. Dafuer sprach auch, dass sie von Tel-Aviv aus direkt vom deutschen Fernsehdienst uebernommen und nach vierundzwanzig Studen, Wort fuer Wort, in einer weitverbreiteten Hamburgen Zeitung abgedruckt wurde. Allein, dass es sich so verhielt, tat der Vehemenz keinen Abbruch, mit der die rechtsnat i o n a listischen Zeitungen sich der Gelegenheit versahen, dem Widerstand ihrer Redakteure und parteipolitischen Hinterleute gegen jede, noch so unvollkommene Normalisierung der deutsch i s r a e lischen Beziehungen wieder einmal die Zuegel schiessen zu lassen. Mit der ‘ Hochnaesigkeit” die die Kaste der deutschen Offiziere seit eh und je kennzeichne, habe Dr. Pauls es teils aus eigenem Antrieb unternommen, den Staatsfuehrern und der Bevoelkerung Israels Moral zu predigen, Moral, ausgerechnet er, der Deutsche!—, und teils wahrscheinlich auch im Auftrag des Auswaertigen Amts in Bonn, als Mundstu'eck seines Chefs, Dr. Schroeder, der sich bis heute bekanntlich nicht mit der ueber seinen Kopf hinweg erfolgten Aufnahme der diplomatischen Beziehungen abgefunden habe und unter der Hand auf den Abbruch dieser Beziehungen hinarbeite, auf die Schliessung der Tel-Aviver Botschaft. Das ungefaehr war noch die sozusagen salonfaehigste der Anrempelungen, zu denen sich besonders der nachmittags erscheinende “Maariv” verstieg, das auflagestaerkste hiesige Boulevardblatt, von entsprechendem Einfluss auf Aussenminister Aba Eban sah im Hinblick auf die von Mal zu Mal zuegelloser verschaerften Attacken jener grundsaetzlich deutschfeindlichen hebraeischen Zeitungen sich schliesslich genoetigt. davon im Kabinett mit einer scharf formulierten Erklaerung abzuruecken, fuer deren Publikation von Amtswegen gesorgt wurde. Zwar stellte er fest, dass sich in der Ansprache des Botschafters Seite an Seite mit dem “an vielen Stellen bekundeten Wunsch” die Beziehungen zwischen den zwei Regierungen in jedem Betracht zu foerden, gleichzeitig Redewendungen befanden, die es bezeugen, “dass die beiden Regierungen in ihrer Einstellung n i c ht durchgaengig konform gehen”. Das aber gebe “gewi ssen Zeitungen” nicht die mindeste Befugnis, Herrn Pauls, das Volk und den Staat, den er vertritt, so zu beschimpfen, wie es akkreditierten Diplomaten gegenueber voellig unstatthaft sei. Ebenso entschieden uebte kurz danach Herr Ben-Nathan, der israelische Botschafter in Bonn, der sich urlaubshalber zur gleichen Zeit hier aufhielt, in der schon erwaehnten Zeitung “Haaretz” am 12. Juli Kritik an den Kritikern seines Amtskollegen; nochmals betonte er wie frueher seinen Glauben an die westdeutsche Naehwuchsgeneration und sprach von s e i ner Zuversicht in die kuenftige Entwicklung der dortigen Demokratie. Diese Aufrufe zur Besinnung beginnen sich, wie es scheint, jetzt bereits auszuwirken. In der Oeffentlichkeit setzt sich langsam, aber schon unueberhoerbar, die Auffassung durch, dass man sich zum Statement des Dr. Pauls nicht polemisch beziehen sollte, sondern eingedenk der alten, beherzigenswerten Mahnung, dass “eines Mannes Rede keines Mannes Rede” ist, sodass man “fueglich beede zu hoeren habe”. An sich habe der Botschafter nicht voellig Unrecht gehabt, wenn er davor warnte, das “Leid der Vergangenheit aus persoenlichen und Zweckgruenden... aufzuwuehlen”. Allerdings, dass diese leidvolle Vergangenheit —ohne “Politik” und fernab von jeder Staatsraison — aus dem Gefühlsleben der Israelis wie aller Juden von heute nicht wegzudenken ist, haette Dr. Pauls nicht nur in seinen e i n leitenden Floskeln er w a e hnen sollen, sondern schon aus Gruenden des Taktes gerade auch an dieser Stelle. Ebenso koenne seine Behauptung trotz betraechtlicher “Wenn und Aber” nicht in Bausch und Bogen b e s tritten werden, dass Deutschland jetzt “wieder einen geachteten Platz in der Voelkerfamilie einnimmt”. Aber da sich Herr Pauls hier offenbar auf den vielzitierten “Zungenschlag” bezog, der dem Ministerpraesidenten Levi Eschkol als dem Gastgeber Dr. Adenauers im Mai unterlaufen war, haette er hinzufuegen sollen: dass Eschkol den Passus, in dem er die Wiedergewinnung des internationalen Ansehens der Deutschen in die Zukunft verlegte, sofort danach aus dem Protokoll der Tischrede streichen liess, und den Zwischenfall spaeter in einem Privatgespraech mit dem Altbundeskanzler ueberdies mit Worten des Bedauerns bestens beigelegt hatte. Des “anderen Mannes Rede” laesst man neuerdings hierzulande auch dort nicht unbeachtet, wo sich Dr. Pauls dagegen wandte, dass die Regierung Eschkols in ihrem Bemuehen um die Verbesserung ihrer aussenpolitischen Kontakte mit den Ostblockstaaten die Oder-Neisse- Grenze als Definitivum bezeichnet hat. Aber dem Botschafter und seinem Auswaertigen Amt duerfte andererseits klar sein, von welch schlechthin unuebertreffbarer Bedeutung es weit ueber besagte osteuropaeische Kontake hinaus fuer Israel ist, grundsaetzlich auf dem Status quo vom Grenzziehungen zu beharren. Davon auch nur in einem einzigen Falle abzugehen, hiesse ja, den Regierungen der benachbarten, feindlich gesinnten arabischen Laender staatspolitischen Vorschub in ihrer Absicht zu leisten, die territoriale Ganzheit des kleinen, in seinem Hoheit sgebiet schon heute ueberall fatal e i ngezwaengten juedischen Staates anzutasten. Behutsam, meinte Dr. Pauls zu diesem Differenzpunkt, habe man mit “den Interessen des Anderen” umzugehen. Sind dessen auch die_ deutschen Politiker eingedenk, was den Stimmungsgang der Bevoelkerungsmassen Israels und die vitalen Lebensbeduerfnisse ihres Staates angeht, so werden endlich (um den Botschafter noch einmal zu zitieren) wirkliche und von keinen rednerischen Entgleisungen hueben und drueben mehr zu erschütternde Aussichten bestehen, die Beziehungen zwischen den beiden Laendern und Voelkern “nicht nur aus der Vergangenheit heraus, sondern in die Zukunft zu konzipieren”. IMPORTEUR sucht zur Fuehrung der Bodega verlaessliche Frau Leichte Arbeit. 5 Tagewoche Telefon 397990 JOYERIA AHUMADA n>7ï RIESENAUSWAHL von Ohrringen aus Gold fuer Babies. Colliers, Chevalier-Ringen, Armbaendern, etc. in Gold 18K. bis zu BRILLANTUHREN UMARBEITUNGEN Wir modernisieren Ihren alten Schmuck oder nehmen Ihr Gold u. s. w. in Zahlung. AHUMADA 319 Fragen Sie nach Don Juan oder señora Inge INTERN. 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