Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXVIII (1966)
- Issue
- 7 (Julio, 1966)
- Date
- 1966-07-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 BOLETIN INFORMATIVO JULIO 1966 ESCHKOLS REISE NACH AFRIKA Lamerchaw betont, dass' Israel schliesslich aus dem Freiheitskampfe gegen die Kraefte des Imperialismus entstanden sei und das beginnen die Fuehrer Afrikas voll und ganz zu verstehen. Gerade daher kommt der Einladung und der Reise des Ministerpraesidenten und Sicherheitsministers Eschkol in sieben afrikanische Staaten so grosse Bedeutung zu. Die Versuche der arabischen Laender, uns als Bastion des Imperialismus hinzustellen, naben in Afrika keinen Erfolg gehabt, stellt die Zeitung fest. Israels Verbindungen sind mit afrikanischen Staaten, die ein sozialistisches Regime haben erstklassig, aber wir wirken auch in Staaten mit anderen Regimen. Jedenfalls ist enge Freundschaft zwischen vielen afrikanischen Laendern und dem Staat Israel entstanden. Jerusalem Post stellt mit Stolz und Freude fest, wieviele afrikanische Staatsmaenner den Regierungschef und Sicherheitsminister Israels offiziell eingeladen haben, ihr Land zu besuchen. Das Blatt ist der Ansicht, dass dieses offene Bekenntnis zu der Unterstuetzung, die Israel diesen Laendern zuteilwerden laesst, einen Erfolg Israels darstellt, da es ja frueher oft genug vorgekommen ist, dass einzelne afrikanische Fuehrer die israelische Hilfe nur nahmen, wenn man sie nicht an die grosse Glocke haengte, damit sie ihre Beziehungen zu den arabischen Laendern ungestoert aufrechte r h a 11 e n konnten. Dass nun soviele der fuehrenden Maenner Afrikas Eschkol ganz offiziell zu einem Staatsbesuch eingeladen haben, kann nur mit ausserordentlicher Befriedigung seitens Israels vermerkt werden. Dawar sendet dem Ministerpraesidenten und Sicherheitsminister, der nun Israel verlas'sen hat um sich ueber Paris nach Afrika zu begeben, die Gruesse des Volkes zum Beginn seiner Reise. Die Zeitung betont die engen Bande, die Israel heute mit vielen Laendern Afrikas verbinden und die in den vielen Studenten aus Afrika, die in Israel lernen und den vielen israelischen Experten die in den Laendern Afrikas arbeiten, ihren Ausdruck finden. Die Einladungen, die Eschkol erhielt, sind ein Beweis dafuer, erklaert das Blatt, wie bekannt und beliebt Israel in den afrikanischen Laendern bereits ist. Haaretz widmet seinen Leitartikel der Reise des Ministerpraesidenten nach Afrika und weist darauf hin, dass der Regierungschef mehrere Wochen abwesend sein wird. Wir muessen uns jedoch damit abfinden. dass dem Ministerpraesidenten auch Repraesentationsaufgaben ausserhalb der Landesgrenzen zufallen. Die Staaten, die Eschkol schon vor langer Zeit eingeladen haben, warten sicher auf sein Kommen und wuerden in der Verschiebung der Reise ein negatives Verhalten unsererseits sehen. Unsere Position in Afrika wird seit Jahren als' eine der grossen Errungenschaften Israels angesehen, nicht nur bei uns, son¬ DAS MIT Al Hamischmar nimmt zu der Unterzeichnung des Abkommens zwischen Westdeutschland und Israel Stellung, laut dem wir jetzt Kredite in Hoehe von 40 Millionen Dollar erhalten werden. Die Zeitung erklaert, Israel sei mit dem Verlauf der Verhandlungen nicht zufrieden gewesen, und auch das nunmehr erzielte Ueber einkommen wuerde die Gefuehle des Unbehagens nicht beseitigen. Man habe den Eindruck gewonnen, dass Westdeutschland mehr Vorteile als Israel aus diesem Abkommen erzielt hat. Die Unterzeichnung des Vertrages in Bonn bedeute, dass ein weiterer Schritt in der von Westdeutschland gewuenschten Richtung auf dem Wege der gaenzlichen Normalisierung der Beziehungen mit Israel gemacht wurde. Fuer Israel dagegen sei das Abkommen keineswegs zufriedenstellend. Hamodia ist mit den Ergebnissen der deutsch-israelischen Wirtschaftsverhandlungen nicht zufrieden und nimmt ganz besonders gegen die Art und Weise Stellung, in der die Verhandlungen stattgefunden haben. Man habe langsam den Eindruck gewinnen koennen als ob unsere wirtschaftliche Zukunft von der Unterzeichnung dieses Wirtschaftsabkommens mit Westdeutschland abhaengig sei. Dies waere jedoch, sicher nicht der Fall. Die Frage wuerde sich stellen, ob es ueberhaupt Sinn hatte und gerechtfertigt war solche Verhandlungen, in dieser Form, zu fuehren um letzten Endes von Westdeutschland Kredite in Hoehe von 40 Millionen Dollar zu erhalten, was ja keineswegs eine betraechtliche Summe darstelle. Eine noch schaerfere Kritik an dem Abkommen uebt Kol Haam und bezeichnet den in Bonn erzielten Vertrag als ‘'Beschaemend". Das Wirtschaftsabkommen mit der Bundesrepublik wuerde Israel letzten Ende wieder politische noch wirtschaftliche Vorteile sichern und seine Zweckmaessigkeit sei ernstlich zu bezweifeln. Die Zeitung ist der Ansicht, dass wir ueberhaupt durch Bonn langsam in eine Lage gedraengt wuerden, die wir besser haetten vermeiden sollen. Schaarim dagegen ist mit dem Abkommen zufrieden u. glaubt es stelle die beste Loesung fuer die Auseinandersetzungen dar, die in der letzten Zeit in der Frage der deutschen Wirtschaftshilfe bestanden. Das Abkommen sei ein Kompromiss, welches durch guten Willen und Konzessionen von'beiden Seiten erreicht werden konnte. Zugleich duerfe die Tatsache nicht uebersehen. werden, dass diesem Wirtschaftsabkommen auch andere Bedeutung beizumessen ist. Auch fuer seine politische Bedeutung sei es wichtig, dass ein zufriedenstellendes Uebereinkommen erzielt werden konnte. Die Zeitung erklaert sich ueberzeugt, dass Israel bei den Verhandlungen das beste erreicht hat und dass von israelischer Seite den Deutschen keine wesentlichen Zugestaendnisse gemacht wurden, die den Wert des Abkommens in Frage stellen koennten. Dawar erklaert sich mit dem Uebereinkommen ueber die westdeutsche Beihilfe an Israel zufrieden. Die Zeitung weist besonders auf d i e guenstigen Bedingungen hin, zu denen diese deutschen Kredite gewaehrt wurden und betrachtet diese Kredite de facto als eine Unterstuetzung mehr denn als Anleihen. Weiter sei mit Genugtuung festzustellen, dass alle Verhandlungen oeffqntlich gefuehrt wurden und dass der Inhalt des Abkommens genau veroeffentlicht wurde. Es sei ueberhaupt bei solchen Abmachungen nichts zu verbergen. Israel muesse immer dafuer eintreten, dass seine internationalen Abkommen oeffentlich bekannt werden, selbst wenn dies uns gewisse Konzessionen aufzw i n g e n wuerde. Auch Hazofeh erklaert sich mit dem in Bonn erzielten Uebereinkommen im grossen ganzen zufrieden. Diese Abkommen wuerden erneut die Beziehungen zwische beiden Staaten auf richtige Basis stellen und genau definieren. Es koenne behauptet werden, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen zwei Laendern nicht automatisch durch aehnliche politische Beziehungen begleitet werd e n. Deutschlands Wirtschaftshilfe an Israel bedeute keineswegs, dass auch jetzt schon eine gaenzliche Normalisierung im Verhaeltnis zwischen den beiden Voelkern eingetreten sei. Es sei wichtig die Grenzen zwischen wirtschaftlichen Beziehungen und Normalisierung, genau einzuhalten. Haaretz dagegen aeussert sich sehr kritisch ueber das Abkommen besonders weil es nur fuer ein Jahr erzielt wurde und nicht, wie Israel es gewuenscht hatte, fuer ein0 laengere Periode. Dies wuerde uns alijaehrlich zu neuen Verhandlungen mit Westdeutschland zwingen und koenne nicht umhin frueher oder spaeter unsere politische Manoevrierfreiheit zu beschraenken. Dies kaeme schon jetzt zum Ausdruck, da Bonn Bedenken gegen Israels Stellungnahme zur Frage der Oder —. Neisse — Linie als Westgrenze Polens geaeussert hat. Auf lange Sicht wuerde die Notwendigkeit immer wieder wirtschaftliche Besprechungen mit Bonn fuehren zu muessen, kaum mit dem angeblichen Ziel der neuen Aussenpolitik, d. h. der Anbahnung von besseren Beziehungen zum Ostblock auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sein. AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE dern in der ganzen Welt. Die Voelker Afrikas, die Israel als Quelle von Hilfe. Instruktion und Fortbildung kennen lernten stehen uns in ihrer grossen Mehrheit freundschaftlich gegenueber. Der Prozess der Gewinnung von Positionen in Afrika ging nicht ohne Schwankungen vor sich, und wir muessen Rueckschlaege neben Fortschritten zur Kenntnis nehmen. Im grossen und ganzen gesehen haben wir es jedoch, mit einer positiven Entwicklung zu tun. Die Voelker Afrikas haben sich u. a. deswegen mit uns verbunden, weil sie in unserem, Falle nicht fuerchten muessen, dass sie in eine Verbindung mit den grossen Blocks hineing.ezogen werden. Die Tatsache, das wir ein kleiner Staat sind, wirkt sich fuer uns in Afrika als Vorteil und als Kraftquelle aus. Wir hegen die Hoffnung, dass die Reise des Ministerpraesidenten einen Beitrag zu weiterer Festigung der Beziehungen Israels mit den afrikanischen Staaten darstellen wird die Eschkol besucht. Wir erwarten auch eine zusaetzliche Vertiefung des gegenseitigen Verstaendnisses. Oaeste aus Suedamerika Dawar wuerdigt die Besu- Iah fuerchtete nicht, dass die che fuehrender Politiker aus Buerger in seinem Staate, die den lateinamerikanischen arabischer Abstammung sind, Staaten. Der Praesident von etwas gegen seinen Besuch Nicaragua unterstuetzte Isin Israel einzuwenden haben, rael, als wir unsere ersten Hier zeigt sich erneut, dass Schritte in der Voelkerfamider Gegensatz zwischen Aralie unternahmen. Ein andeben und Israel nicht natuerrer Gast war Dr. Abdallah lieh bedingt ist, sondern dass aus Uruguay, der von Araes sich nur um politische bern abstammt. Dr. Abdal- Hetze handelt. Amerikanische Flugzeuge fuer Israel Al Hamischmar nimmt zu der Nachricht Stellung, die besagt hatte, die USA haetten beschlossen Israel eine beschraenkte Zahl von Kampfflugzeugen zu liefern. Das Blatt ist der Ansicht, man koenne von diesem Beschlus der Amerikaner nur befriedigt sein, da man dabei ein gewisses Verstaendnis fuer Israels Probleme findet. Dennoch, so erklaert das Blatt, ist natuerlich die wirkliche Loesung fuer die Ruestungsprobleme dieser Zone unserer Welt in einer allgemeinen Abruestung oder wenigstens in einer international kontrollierten Ruestungsbeschraenkung zu suchen. Ministerpraesident und Sicherheitsminister Levi Esch kol hat das ja auch in sehr eindeutiger Form bei seiner grossen politischen Erklaerung vor der Knesseth zum Ausdruck gebracht. Hazofeh geht-ebenfalls au die Nachrichten von der Lieferung amerikanischer Flugzeuge an Israel ein und erklaert, zweifellos werde diese Meldung internationales Echo finden, da man sie natuerlich unmittelbar mit dem Staatsbesuch des Ministerpraesidenten der Sowjetunion, Alexej Kosygin, in Aegypten in Verbind u n g bringen wird. Auch Ministerpraesident Eschkol hat ja deutlich in der Knesseth auf die Notwendigkeit hingewiesen, ein gewisses Gleichgewicht im Mitleren Osten halten zu muessen und das scheint also auch die grosse Linie der Amerikaner zu sein. Nur durch eine vollstaendige Unterbrechung der Ruestung im ganzen Mittleren Osten koennte man dazu gelangen, eine ganz andere Einschaetzung der Situation vorzunehmen. Haaretz begruesst die Lieferung der Flugzeuge, in der ein Abweichen von der traditionellen Waffenpolitik der USA zu erblicken ist, Israel muss darum kaempfen, dass dieser Weg weiter von den Vereinigten Staaten beschritten wird und dass die neue Politik ihre Fortsetzung findet. Lamerchaw erklaert, die Vereinigten Staaten haetten sich dem Ruestungswettauf in unserem Bezirk nicht weiter verschliessen koennen. Mit der Lieferung der Flugzeuge hat Amerika aueh das Prinzip Israels anerkannt, dass Wahrung des Gleichgewichts der Kraefte dem Frieden im Mittleren Osten dienen kann. Nach Meinung von Omer zeigt das WäifenSescliaeit> dass sowohl Israel als auch die USA zu ihrem Wort im Mittlerin Osten stehen. Israel ist auf der Wacht, um eine Verschiebung des Gleichgewichts der Kraefte zu verhindern, und die USA tun das Ihrige, um Erschütterungen in dieser Beziehung zu vermeiden. Schaarim ist ueberzeugt, dass die Vereinigten Staaten der Sache des Friedens dienten, in dem sie Flugzeuge an Israel lieferten. Hamodia begruesst gleichfalls die amerikanische Zusage.und sieht in ihr eine Wendung zum Besseren in der Orient-Politik der Vereinigten Staaten. 807533 2387