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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1966-05-01 · 5 (Mayo, 1966) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXVIII (1966)
Issue
5 (Mayo, 1966)
Date
1966-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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MAYO 1966 BOLETIN INFORMATIVO 5 WIR HABEN VERTRAUEN diesen Zahlen nicht zufrieden sein. Ist es denn wirklich so schlimm ¡meine Freunde, wenn Ihre Kinder ein— zwei Stunden woechentlich juedischen Unterricht haben? Wie sollen sie sich einmal als Juden bewaehren, wenn Sie ihnen nicht einmal diese so ueberaus bescheidenen Grundlagen juedischen Wissens, die den Kindern in zwei Wochenstunden uebermitteit werden koennen, auf ihren weiteren Lebensweg mitgenen. Unser Judentum hat sich durch die Jahrtausende nur dadurch erhalten, dass unsere Vorfahren und auch wir all das Grosse und Schoene unserer Religion gekannt haben. An Ihnen, meine Damen und Herren, die Sie Kinder ¡haben, liegt es, ob Ihre Kinder Juden bleiben, ob sie das Erbe unserer Tradition uebernehmen und weitergeben oder ob sie in den Voelkern der Welt aufgehen. Ich bitte Sie daher dringendst, meine Herren und Damen, schicken Sie uns Ihre Kinder, damit wir ihnen ein klein wenig von dem Ruestzeug geben koennen, das die zukuenftigen Geschlechter benoetigen, um als Juden leben zu koennen. An den Hohen Feiertagen fanden besondere Jugend- Gottesdienste im Gemeindehaus ind im Teatro Oriento statt und zwar im Gemeindehause je einer fuer Kinder und ein zweiter fuer Jugendliche nach der Earmizwa mit besonders hierfuer vorbereiteten Gottesdienstordnungen. Diese Gottesdienste waren ein grosser Erfolg. Es erfuellte jeden von uns, der, wenn auch nur kurz, an diesen Gottesdiensten teilnahm. mit berechtigtem Stolz und groesster Freude, wie diese Kinder unter Aufsicht von Fpnktionaeren unserer Gemeinde fuer ihre Altersgenossen vorbeteten, Schofar bliesen, aus der Torah vorlasen und ihnen den tiefen Sinn und den inneren Gehalt unserer Feiertage erklaerten. Ich glaube, diese besonderen Jugendgottesdienste haben viel dazu beigetragen die jugendlichen Teilnehmer unserem religioesen Leben naeher zu bringen und ihnen einen Begriff dessen zu vermitteln, was unsere juedische Tradition bedeutet. Meine lieben Freunde, selbstverstaendlich erschoepft sich die Jugendarbeit der Gemeinde nicht nur in dem, was ich Ihnen eben berichtet habe. Heutzutage besteht Jugendarbeit auch in der Arbeit von Jugendverbaenden, die unsere Jungen und Maedel zusammenfassen, in denen sie mit ihren Altersgenossen ausserhalb von Schule und Elternhaus Zusammenkommen,, miteinander leben, erleben, lernen und sich freuen koennen. Demgemaess haben wir auch in diesem Geschaeftsjahre, wie alljaehrlich, die Sommerlager saemtlicher Jugendorganisat i o n e n in grosszuegigster Weise unterstuetzt, ganz besonders aber selbstverstaendlich den Barcal. Der Barcai hat z.Zt. 80 Mitglieder, von denen etwa 40 Kinder von Angehoerigen unserer Gemeinschaft sind. Die Veranstaltungen des Barcai sind stets ausserordentlich gut besucht. Sie finden in dem vonuns gemieteten Jugendheim in der Sta. Isabel statt, in dem trotz des etwas beschraenkten Raumes regstes juedisches Leben verbunden mit jugendlichem Frohsinn herrscht. Im Januar dieses Jahres hat Barcai, wie immer ein Sommerlager veranstaltet, an dem insgesamt 89 Kinder und Jugendliche teiinahmen. An dem internationalen Seminar der Jasid, dem ja der Barcai angeschlossen ist, und das unter dem Protektorat der Centra im Februar in Piriapolis stattfand, nahmen 5 Mitglieder des Barcai teil, die sich verpflichtet haben, ein Jahr als Madrijim taetig zu sein. Ich konnte mich persoen- Vich davon ueb erzeugen, welch glaenzenden Eindruck diese 5 jungen Menschen machten und mit welchem Interesse sie sich an den Arbeiten des Seminars beteiligt haben. Wir sind daher ueberzeugt, dass sie im Stande sein werden, diejenigen Madrijim zu ersetzen, die infolge ihrer vorgeschrittenen Studien oder ihrer beruflichen Taetigkeit, sich von der Leitung des Barcai haben zurueckziehen muessen. Um die Arbeiten des Barcai weiter zu foerdern, haben war ab 15. Dezember 1965 zunaechst bis zum 30. April 1966 zur Probe einen hauptamtlichen Jugend fuehrer in der Person von Herrn Moshe Szpiro engagiert. Wir haben bei der Sochnuth beantragt, Herrn Szpiro als Scheliach anzuerkennen, und sich an den Kosten zu beteiligen. Die Entscheidung hierueber steht noch aus. Sollte diese unguenstig ausfallen, so werden wir Mittel und Wege finden muessen, um dieses Problem zu loesen. Wir stehen auf dem Standpunkt, dass wir unsere Jugend sich nicht selbst ueberiassen koennen, sondern dass sie von einer Persoenlichkeit geleitet werden muss, die Eignung und Kenntnisse hierfuer mitbringt. DIE ZWEITE GENERATION So sehr zufrieden wir im allgemeinen mit der Jugendarbeit auf dem Gebiete unserer Religionsschule und der Barcai sind, so unzufrieden sind wir mit den Ergebnissen unserer Arbeit fuer die sogenannte zweite Generation, fuer die Ehepaare im Alter von etwa 25 — 45 Jahren, Wir haben im vergangenen Jahre wiederum vergeblich versucht, diese Gruppen zu erfassen und zwar glaube ich, es ist nicht unsere Schuld, wenn uns auf diesem Gebiete kein Erfolg beschieden war. Wir haben insgesamt 4 Abende fuer die Damen und Herren der zweiten Generation veranstaltet. Der erste, in Form eines Teeabends, zu dem die Gemeinde eingeladen hatte, sollte der gegenseitigen Fuehlungnahme und der Entgegennahme von Wuenschen und Anregungen dienen. An diesem ersten Abend nahm auch Herr Prof. Dr. Rogowsky, der bekannte Soziologe und Psychologe der Universitaet in Buenos — Aires teil, den uns das American Jewish Comittee Hebens wuerdigerweise zur Verlegung gestellt hatte. An dem zweiten und dritten Abend wurden auf Wunsch der Teilnehmer Referate ueber unser Gemeindeblatt und die Gemeindeverwaltung gehalten. Am vierten Abend sprach Herr Prof. Dr. Rogowsky ueber die psychologische und soziologische Auswertung dessen, was er bei der ersten Veranstaltung gehoert hatte. Diese vier Veranstaltungen fanden in einem Zwischenraum von je 2 — 3 Wochen statt. Das waere ja alles ganz schoen, meine lieben Freunde, wenn nicht zu unserem groessten Bedauern die Teilnehmerzahi. mehr als gering gewesen waere. Wir haben zu jedem dieser 4 Abende Einladungen an mehr als hundert Ehepaare, das sind also mehr als 200 Personen herausgeschickt. An der ersten Veranstaltung nahmen ca. 20 Personen teil, an den weiteren dreien durchschnittlich 15. Diese an sich schon ueberaus klaegliche Teilnehmerzahl wird noch unbedeutender, wenn man beruecksichtigt, dass unter den 15 — 20 Anwesenden, jedes Mal etwa 7 Mitglieder unserer Kommission fuer die zweite Generation waren. Sie werden verstehen, meine Damen und Herren, dass wir von diesem Ergebnis mehr als enttaeuscht sind. Immer wieder wird an uns herangpbracht, die zweite Generation sei mit der Gemeinde nicht zufrieden, sie gaebe ihr nichts und es muesse Vieles geaendert werden. Wenn nun ueber 200 Personen eingeladen werden, um ihre Wuensche zu aeussern, was sie geaendert haben wollen, um uns zu sagen, weshalb die Gemeinde ihnen nichts gibt, und es erscheint dann ein derartiges kleines Haeufle' u Menschen, muss man mit brennender Sorge erfuellt werden, was einmal aus unserer Gemeinde werden soll. Wir haben aber trotz allem Vertrauen in unsere zweite Generation und werden auch im kommenden Geschaeftsjahr weiterhin versuchen, von ihr Anregungen zu erhalten und sie am Gemeindeleben und an der Gemeindeverwaltung zu interessieren. Uns schwebt vor, die Raeume im dritten Stock, die uns wohl in den naechsten Monaten von den Logen endgueltig zur Verfuegung gestellt werden, als’Klubraeume auszugestalten, in denen unsere jungen Ehepaare sich treffen und Gedanken austauschen koennen. Wir hoffe.n von ganzem Herzen, dass wir nicht wieder von ihnen im Stich gelassen werden, sondern im neuen Geschaeftsjahr vielleicht doch noch auch auf diesem Gebiete Erfolge verzeichnen koennen. IN ERSTER LINIE EINE RELIGIONSGEMEINDE Meine Damen und Herren: Bei aller Anerkennung der Wichtigkeit unserer Arbeit fuer Jugend und zweite Generation — und dass wir ihr besondere Bedeutung beimessen — geht ja schon daraus hervor, dass sie den groessten und wichtigsten Teil unserer Arbeit bildet, duerfen wir nicht vergessen, dass die Sociedad Cultural Israelita in erster Linie eine Gemeinde ist, dazu geschaffen, den religioesen Bedürfnissen unserer Mitglieder Rechnung zu tragen. im Rahmen unserer Einheitsgemeinde ist die Erfuellung dieser Aufgabe naturgemaess schwer und nur mit groesstem Takt und hingebungsvollem Eifer zu loesen. Unsere Kultus-Kommission hat ausgezeichnet gearbeitet und es gebuehrt ihr unser herzlichster Dank. Wie Ihnen ja bekannt ist, waren wir bis zum 1. August ohne staendigen Kantor, da am 31.12.1964 Herr Baruch aus seinem Dienstverhaeltnis bei uns ausgeschieden und unser lieber Oskar Ruschin am gleichen Tage in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist, dessen er sich aber leider nur so wenig? Monate hat erfreuen koennen. Bis zum Eintritt unseres neuen Kantors hat Herr Leo Horenczyk sich uns freundlichst zur Verfuegung gestellt, d'e Freitag-Abend- und Schabbat Gottesdienste abgehalten und auch saemtlic h e sonstigen kantoralen Funktionen ausgefuehrt. Ich danke ihm aufs Herzlichste dafuer, dass er unsere Gemeinde nicht im Stich gelassen hat. Am 1. August 1965 ist Herr Pablo Ostrowiecki bei uns als Kantor angetreten. Herr Ostrowiecki hat es verstanden, durch den schoenen Vortrag unserer heiligen Gebete unsere Gottesdienste sehr wuerdevoll zu gestalten. An den Hohen Feiertagen haben wir wiederum drei Gottesdienste abgehalten und zwar wie immer in unserer Synagoge und im dritten Stock des Gemeindehauses; fuer den dritten Gottesdienst ist es uns nach langen Bemuehungen gelungen, das Teatro Oriente zu erhalten. Dieser schoene, saubere, gepflegte Raum trug ausserordentlich dazu bei, dass unsere Gottesdienste in jeder Weise auch aeusserlich wuerdig verlaufen konnten. Bei den Gottesdiensten im Teatro Oriente wurden die Herren Kantoren, wiealljaehr lieh, von unserem Damenchor unterstuetzt. Namens des Direktoriums moechte ich den Damen des Chores von ganzem Herzen dafuer danken, dass sie pflichtbewusst und opferwillig zu uns kamen und bei der Verschoenerung unserer Gottesdienste mitgewirkt haben. Ebenso moechte ich den Herren unseres Maennerchors dafuer danken, dass sie durch ihre Mitarbeit dazu beigetragen haben, dass unsere Feiertagsgottesdienste im Gemeindehaus einen schoenen und wuerdigen Rahmen halten. Am ersten Sederabend haben wir wie ueblich unseren Gemeindeseder abgehalten, der unter Leitung des Herrn Rabbiner Lubliner und unter der Mitwirkung des Herrn Kantor Ostrowiecki stattfand. Er wurde von 168 Personen besucht, einer noch nie erreichten Rekordzahl. Auch in diesem Jahre wurden Schawuoth und Haschano —Rabbo— Lernen mit gutem Erfolg und angemessener Beteiligung abgehalten. Ein besonderes Sorgenkind unserer Kultus-Kommission ist das taeglich Minj an. Wir haben zwar eine Anzahl bezahlter Minjan - Maenner, aber ausser diesen ausserordentlich wenige Besucher. Es ist wirklich sehr unerfreulich, wenn jemand an dem Jahrzeitstag eines teur e n Angehoerigen zum Abendgottesdienst kom m t und er dann evtl, ohne Kaddisch sagen zu koennen, die Synagoge wieder verlassen muss. Wir haben daher in jeder Nummer unseres Gemeindeblattes gebe ten, dass Gemeindemitglieder uns ihre Jahrzeiten 3 Tage vorher mitteilen, damit wir fuer ein Minjan sorgen koennen. Wir hoffen, dass mit der Einfuehrung der jornada única auch in den kaufmaennischen Betrieben, sich diese wirklich beschaemende Tatsache nicht wiederholt, dass unser Abendminjan an manchen Tagen der Woche ausfallen muss, was bei gutem Willen nur einiger weniger Mitglieder doch wirklich nicht noetig waere. Ztwei Kulturveranstaltungen fanden im vergangenen Jahre statt und zwar sprachen bei uns am 27. Juxi Herr Dr. Hardy Swarsensky aus Buenos Aires und am 8. August Herr Heinz Fluegel von der evangelischen Akademie in Tutzingen. Beide Vortraege waren von einem interessierten Publikum gut besucht. KULTURARBEIT DES “B. I." Die wichtigste Kulturarbeit unserer Gemeinde wurde auch in diesem Jahr wiederum von unserem Gemeindeblatt geleistet. Es ist uns gelungen neben unseren eigenen staendigen Korrespondenten Dr. Abner Nechuschtan und Dr. Herbert Freeden noch Herrn Joachim Hemmerle a 1 s auuschliess liehen Mitarbeiter zu gewinnen, dessen interessante Artikel grossen Anklang gefunden haben. So schoen es ist, dass wir neben diesen drei Herren noch eine Anzahl Herren haben, die fuer uns in deutscher Sprache schreiben, so bedauerlich ist es, dass uns eigene Mitarbeiter in spanischer Sprache fehlen. Wie Sie wohl auch festgestelit haben, erscheint unser Blatt heute zu etwa 40% in spanischer und zu etwa 60% in deutscher Sprache. Es darf und wird sich wohl niemand von Ihnen, meine Damen und Herren, der Tatsache verschliessen koennen, dass die Umstellung auf die spanische ¡Sprache in weit groesserem Umfange vorgenommen werden muss, denn wir sind uns wohl alle darueber im klaren, dass in wenigen Jahren unser Boletín Informativo nur in der L a n dessprache erscheinen kann. Die Presse-Kommission bemueht sich in diesem Sinne hin zu arbeiten und hoffen wir, dass ihr dieses Vornaben auch gelingen wird. Besonders moechte ich unsere Kinderbeilage, die “Voz Inf antü” erwaehnen, die nunmehr seit 13 Jahren von Frau Marianne Tobias redigiert wird. Frau Tobias hat es verstanden die Zahl ihrer jugendlichen Mitarbe i t e r auch in diesem Jahre wieder zu erhoehen, sodass 48 Kinder im Rahmen einer hueb- (Fortsetzung Seite 6)

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